Hanna in China #22: When in Chengdu

Hanna in China #22: When in Chengdu

Brrr… Es ist kalt. Richtig kalt. Boom, aus dem Nichts, völlig unerwartet. Ich überteibe nicht. Ich war in Minnesota, ich bin hart gesotten. Na gut. -40 Grad sind’s noch nicht, eher 13… Aber so ekelhaft nass kalt, seit zwei Tagen hört es nicht mehr auf zu regen. 13 Grad draußen sind ok. Aber weil mein Appartement nur aus Fenstern und Türen besteht hab ich diese 13 Grad auch drinnen. Meine Dusche ist auf der anderen Seite vom Balkon. Bei 13 Grad duschen macht mir auch keinen Spaß. Eine Heizung hab ich auch noch nicht und selbst, wenn ich mich in alle meine Decken und Klamotten einwickele, ist mir immer noch kalt! Warme Luft gilt in China als ungesund. In den Klassenräumen herrscht daher immer noch Durchzug, die kleinen Köpfe brauchen ja frische Luft zum denken! Vor einer Woche war das ja noch sehr angenehm, aber jetzt tragen wir alle ständig unsere Winterjacken. Irgendein blöder Kaiser, der wahrscheinlich von seinen hunderten Konkubinen gewärmt wurde, hat beschlossen, dass im Süden nicht geheißt werden soll. Der Yangtse ist die Heizungsgrenze. Drei Monate lang darf man dann halt frieren. Und dabei war das Wetter doch der einzige Grund warum ich nicht in Chengdu geblieben bin!

Die Tage in Chengdu waren großartig. Am Mittwoch wurde ich nach der Schule von meinem ‚Private Driver‘ abgeholt. Viel Zeit hatte ich nicht, und da hier keine Taxis herumfahren, war das die einzige Möglichkeit. An der Houjie Bus Station hab ich den Airport Express nach Guangzhou und von dort den Flieger nach Chengdu genommen. Laut Bordansage landete ich 1450 km und zweieinhalb Stunden später. Nichts Besonderes für ein verlängertes Wochenende in China also! ;) Note to myself: Nie wieder Nachtflug in China: Bei der Landung 200 gähnende Chinesen auf einmal zu riechen ist Selbstmord. Übrigens: Obwohl Chengdu gefühlte drei Breitengrade  weiter östlich liegt, bin ich in der gleichen Zeitzone geblieben. Davon gibt es in China nämlich nur eine einzige, die sich an Peking orientiert. Und da Chengdu über 1500 westlich von Peking liegt, bleibt es dort abends immernoch schön lange hell. Dass es morgens ewig dunkel bleibt, hat uns mit Hangover weniger tangiert… ;)

Um 12 sind Moritz aus Peking und ich dann praktischerweise zeitgleich gelandet. Weniger praktisch war, dass wir an verschiedenen Terminals angekommen sind. Aber irgendwann haben George und Tom und dann beide gefunden und zu ihnen nach Hause gebracht.

Am nächsten Morgen mussten die Beiden dann erst mal arbeiten und Moritz und ich sind alleine losgezogen. Durch den …..Park sind wir bis zum Tian Fu Platz gelaufen, wo der große Mao in Stein gemeißelt auf uns herunterschaute. Auf dem Weg durch die Fußgängerzone sind wir in den Hutongs gelandet und haben Mittag gegessen. Ja, essen in Sichuan ist scharf. Sehr scharf. Aber jetzt verstehe ich, was alle immer meinen, wenn sie sagen, es ist nicht nur scharf, sondern hat dabei immer einen anderen Geschmack. Normalerweise stehe ich nicht so auf Schärfe, aber das Essen in Chengdu war einfach lecker und interessant. Danach haben George und Tom uns die Stadt gezeigt. Wir waren im People’s Park, der einfach immer voll und belebt ist, und haben bei ein paar Gläsern Tee ………… , ein chinesisches Steinspiel gespielt. Innerhalb von Minuten waren wir natürlich von Chinesen umzingelt, die entweder wutschnaubend den Kopf geschüttelt oder vor Freude Luftsprünge gemacht haben. Das Ganze wird hier sehr ernst genommen und bald wurde uns das Spiel vollkommen aus der Hand genommen. Jedenfalls haben wir neue Freunde gefunden. ;)

Danach sind wir Hotpot essen gegangen. Sehr typisches Essen für diese Region. Eine heißer Topf mit extrem scharfer roter Brühe in den man alles Mögliche reinwerfen kann: Gemüse, Fleisch und besonders beliebt: Innereien. Mmmh… Ansonsten unserem Fondue relativ ähnlich, nur viel leckerer!

Mit vollen Bäuchen ging’s in die Tibetan Quarters. Ein wunderschönes Viertel mit Straßenständen und toller Beleuchtung. Da hatte man fast das Gefühl auf einem Weihnachtsmarkt zu stehen.

Nachts sind dann die Beijing People angekommen und ich hab endlich Evelina, meinen alten Roommate wiedergetroffen! Zusammen sind wir am nächsten Morgen zur Panda Station, der größten Panda Aufzuchtsstation gefahren. Alle sagen immer Pandas sind eigentlich gar nicht so süß und schlafen die ganze Zeit nur. Aber das stimmt ganz und gar nicht. Wahrscheinlich lag’s daran, dass es so kalt war, denn sie sind rumgerannt als gäbe es kein Halten mehr, haben gekämpft und gespielt und sich so richtig ausgetobt. Sie sind sooo süß und sooo lustig!

 

Pandas in China

 

Lonely Panda

 

Kuddling...

 

Am Abend sind wir alle zusammen ausgegangen und jetzt sind endlich auch die Chengdudes zum Wochenende dazugestoßen. Das war verrückt, wie in der Inneren Mongolei. Alle lagen sich in den Armen wie bei einem großen Familientreffen. :)

Die darauffolgende Nacht war dann nicht so super. Wenn ich nicht exakt das Gleiche wie alle anderen gegessen hätte, würde ich auf  Lebensmittelvergiftung tippen. Wahrscheinlich bin ich das superscharfe Essen nur einfach nicht gewöhnt. Jedenfalls ging es mir dreckig. Während sich alle die nächsten zwei Tage mit guten Sichuan Essen verwöhnt haben, hab ich gar nichts mehr gegessen.

 

Gruppen-Lunch

 

Naja, halb so schlimm. Der Trip hat sich trotzdem mehr als gelohnt, ich hatte eine super Zeit. Erschöpft hab ich mich Sonntagnacht vom Flieger in den Bus nach Houjie plumpsen lassen. An Schlafen ist dabei aber nie zu denken. Entweder wird irgendein kitschiges Karaokelied auf den Displays gespielt, oder aber es läuft ein blutrünstiger Actionfilm bei deren Schreien ich immer wieder erschrocken aus dem Schlaf fahre… :D

Gottseidank habe ich am Sonntag den Sports Day unserer Schule verpasst, weswegen wir Montag dann frei hatten. Erst mal von diesem tollen aber auch ziemlich anstrengenden Wochenende erholen! Heute musste ich dann nach einer Zeit, die sich wie eine Ewigkeit anfühlt, wieder ran. Nach ein paar Minuten ist mir dann aber auch wieder eingefallen warum mir die Arbeit so unglaublich Spaß macht und ich mein Dauergrinsen, wenn ich die Kinder sehe, nicht mehr los werde. Hier ein kleiner Ausschnitt aus der letzten Unterrichtsstunde:

 

Laoshi  Hanna: Do you think Maskman is a Superhero?

Class: YES!

Laoshi Hanna: Do you know any other Superheros?

Class: YES! You! Superteacher Hanna!

 

Aaaaaaw :)

Little Pandas

 

Group pic

 

The Pandas

 

 

Hanna in China #21: Vor den Toren Hongkongs // HIER WEITERLESEN // Hanna in China #23: Weihnachtsstimmung

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8 Kommentare

  1. Peter Pfeffer

    3. Dezember 2012 at 14:44

    Auch wenn die Chinesen Weihnachten nicht feiern, wünschen wir Dir trotzdem eine schöne Vorweihnachtszeit. Wir denken an Dich und Du bist immer bei uns. Und dank Deiner tollen Berichte sind wir auch immer ein wenig bei Dir!!!!
    Genieße die letzten Wochen. Die Zeit vergeht mal wieder viel zu schnell!!!
    Küsschen, Pitsche

    Antworten

    • Hanna Dreßen

      Hanna Dreßen

      4. Dezember 2012 at 01:35

      Danke Pitsche! Dank der deutschen Familie, bei der ich unterrichte, komme ich jetzt doch ein bisschen in Weihnachtsstimmung ;) Bis bald!

      Antworten

  2. Laura

    30. November 2012 at 21:23

    Hihi, eure Pandamützen sind ja putzig!
    Ich bin schon gespannt was du über Weihnachten in China berichten wirst ;)
    Laura

    Antworten

    • Hanna Dreßen

      Hanna Dreßen

      1. Dezember 2012 at 07:24

      Ich habe gerade mit Schrecken festgestellt, dass heute der erste Dezember ist! Über Weihnachten in China gibt es leider nicht allzu viel zu berichten, Weihnachtsstimmung kommt ihr überhaupt nicht auf, weil die CHinesen diesen tollen Tag ja nicht feiern. Die wissen garnicht, was ihnen alles entgeht… ;)

      Antworten

  3. Hilarius

    27. November 2012 at 16:10

    Hi Superhero Hanna,

    danke einmal mehr für deinen lebhaften Bericht. Mjam, das scharfe Essen würde ich auch gerne mal probieren. Bringst du die Originalrezepte bitte vom „Fondue“ mit, dann stellen wir den Superhero-Daddy von Superhero Hanna hinter den Kochtopf – ist ja eh seine Passion! ;-)

    Liebe Grüße
    Hilarius

    Antworten

    • Hanna Dreßen

      Hanna Dreßen

      28. November 2012 at 01:31

      Haha! Ja, über das chinesische Essen hab ich auch schon nachgedacht… Das Problem ist nur, das ich meistens überhaupt keine Ahnung hab was ich esse! Und es auch so schwer ist, das herauszufinden! Eigentich geht es ja nur um die Gewürze, und die meisten findet man zuhause garnicht, manche sind sogar illegal, da gesundheitsschädlich!
      Ich hab schon Pläne geschmiedet noch ein paar Monate hier zu bleiben um ein Praktikum in meinem Lieblingsnudelladen zu machen… ;)

      Antworten

      • Hilarius

        28. November 2012 at 12:22

        Schade, dann komm ich einfach mal rüber, und dann gehen wir zusammen was essen.

        Antworten

        • Hanna Dreßen

          Hanna Dreßen

          28. November 2012 at 15:22

          Gute Idee! ;) Ich könnte nebenbei auch Hinfe mit meinem Gepäck brauchen… :P

          Antworten

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Hanna aus NRW war bereits mit Stepin im High School USA-Programm unterwegs. Nun ist sie mit Teach & Travel China auf Reisen. Von ihren Trips und spannenden Erlebnissen berichtet sie live auf der Weltneugier.

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