Hanna in China #1: Ní hǎo Běijīng! – Meine ersten Eindrücke

Hanna in China #1: Ní hǎo Běijīng! – Meine ersten Eindrücke

Unsere Autorin Hanna Dreßen hat sich entschieden, mit unserem Teach and Travel Programm ein halbes Jahr in China zu verbringen, um dort Englisch zu unterrichten. Heute geht es um ihre Abreise aus Deutschland, die ersten Schritte im Reich der Mitte und das TEFL-Training in Beijing als Vorbereitung für das Unterrichten.

Die letzten Vorbereitungen und dann: Zàijiàn Deutschland!

Nach einem endlos scheinenden Impf- und Arztbesuchmarathon sind nun alle Formulare ausgefüllt, alle Antibiotika besorgt und ein riesiger Packen Reiseunterlagen liegt auf meinem Schreibtisch. So viele Sachen, an die man denken muss! Und noch so viel zu erledigen!

Hannas Visum für ChinaDie Empfehlung war es, nur mit einem großen Reiserucksack zu fliegen, da die öffentlichen Verkehrsmittel, die uns zu unserer Schule bringen werden, heillos überfüllt sind. Aber nach kurzer Zeit stelle ich fest: Das ist unmöglich. Ein großer Koffer muss mit. Denn unseren Einsatzort erfahren wir erst in der letzten Woche des Trainings in Beijing.

Dort herrschen im Moment schwüle 33 Grad, an unserem Zielort kann das aber ganz anders aussehen. Von Skijacke bis Shorts muss also alles in den Koffer passen! Und der Rest wird eben vor Ort gekauft. Die letzten Tage vor meiner Abreise vergehen auf einmal viel zu schnell und es bleibt kaum Zeit, sich von allen Freunden und der Familie zu verabschieden. Plötzlich merke ich, wie schwer es wird loszulassen. Doch die Vorfreunde überwiegt und ich kann’s kaum erwarten endlich im Flugzeug nach Beijing zu sitzen und dort die Teilnehmer aus der ganzen Welt kennenzulernen!

Ich bin in Beijing! – Wie lange habe ich darauf gewartet das schreiben zu können?

Der Flug ist überstanden, ich zähle 29 schlaflose Stunden und kämpfe gegen meinen Jetlag. Beijing ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe: Der Flughafen ist dank der Olympischen Spiele 2008 moderner als jeder europäische und es fahren fast nur teure Autos durch die Straßen. Bis auf die Schriftzeichen, die unzähligen Baukräne und die waghalsigen Verkehrsmanöver könnte man meinen, man sei in einer deutschen Großstadt.

Auf der Suche nach etwas EssbaremNach dem Motto »Wenn nicht heute, wann dann« bin ich dann mit ein paar Dänen, Australiern und Schweden auf der Suche nach unserer ersten chinesischen Mahlzeit für umgerechnet 1,40 Euro gegangen. Wir haben uns zwar aufgrund unserer mangelhaften Essstäbchentechnik dauernd gegenseitig bekleckert, aber das Essen war köstlich anders.

Danach haben wir die Umgebung unseres Campus erkundet, wobei uns die Chinesen ungläubig angestarrt haben. Obwohl wir in einem Businessviertel wohnen, sind Europäer immer noch etwas Besonderes. Das war ein spannender aber auch sehr anstrengender erster Tag!

Und dann geht es los: Lernen wie man unterrichtet

Wir haben jeden Tag von acht bis halb vier Unterricht. Erste Stunde: Classroom Management. Wir lernen wie man eine Klasse unter Kontrolle hält oder wie man eine Activity durchführt. Zweite Stunde: Vocabulary. Wie vermittelt man neue Wörter? Dritte Stunde: Speaking. Wie baut man Dialoge auf und wann korrigiert man Fehler? Es gibt wirklich viel, auf das man achten muss! Unterrichten ist doch komplizierter als wir dachten, besonders, wenn man seine Schüler nicht versteht.

Nach der Arbeit kommt dann endlich der lustige Teil: Mandarin Lessons! »Duìbuqǐ!« – »Méi guānxi.« (»I’m sorry!« – »No problem«). An anderen Tagen haben wir Culture Classes und lernen Tai-Chi oder Kalligraphie.

Verhandeln in China – einfach ein Muss

Ein typisch chinesisches StraßenbildGestern haben wir den Silk Market besucht. Ein riesiger Komplex mit Ständen auf fünf Etagen. Gucci, Prada, Adidas, Dolce Gabbana, Ray Ban, Nike: Alles in einer fantastischen Qualität und alles 100 Prozent Fake. Die chinesischen Händler sind knallhart beim Verhandeln. Wir auch ;). Wenn die Preise bei 900 Yuan losgehen, kriegt man sie meistens auf unter 200 Yuan gedrückt.

Erst jetzt merke ich, was Einsamkeit für ein riesiger Luxus ist! Die U-Bahnen sind bis unters Dach gefüllt. Die Preise für eine Fahrt quer durch Peking liegen bei 2 Yuan (30 Cent). Die Bahnen sind hochmodern und jedes Jahr kommt eine Linie dazu. Trotzdem werden pro Tag 100.000 Autos in Beijing angemeldet!

Freizeitvergnügen in Beijing

Abends waren wir alle zusammen in einer Karaokebar. Die Chinesen sitzen dort mit ihren Freunden in gemieteten Räumen und johlen »Smoke on the water« oder herzzerreißende chinesische Chansons. Wir haben uns da eher an die westlichen Lieder gehalten oder auch »Happy Birthday« von allen vertretenen Nationalitäten für die August-Geburtstagskinder zum Besten gegeben.

Von Tian‘anmen und dem Summer Palace

Heute war Tour Day. Zuerst sind wir zum Tian’anmen Square (Platz des himmlischen Friedens) gefahren, um Chairman Maos großes Bild zu bewundern. Dort gibt es besonders viele Touristen vom Land, die noch nie einen Ausländer gesehen haben. Überall zeigen sie mit dem Finger auf uns, grinsen und wollen Fotos mit uns machen.

Am Tian'anmen SquareNach einem köstlichen Mittagsessen ging es weiter zum Summer Palace, der Sommerresidenz der chinesischen Kaiser. Dort gibt es einen 700 Meter langen Korridor im Freien, der mit 1.400 wunderschönen und einzigarten Malereien geschmückt ist. Rundherum liegt eine riesige Parkanlange mit einem großen See.

Unsere dritte Station war ein anderer Silk Market, wo uns für umgerechnet 3 Euro die Nägel manikürt wurden, danach wurde zum Dinner eine Ente vor unseren Augen auseinandergenommen. Schließlich haben wir eine Akrobatikshow besucht, die uns wirklich den Atem geraubt hat.

Und morgen geht’s früh an die Arbeit

So geht ein langer Tag zu Ende, es hat wirklich Spaß gemacht! Morgen früh heißt es dann wieder um sechs Uhr aufstehen, die Hausaufgaben liegen noch ungemacht auf meinem Nachttisch, den chinesischen Zungenbrecher habe ich auch noch nicht auswendig gelernt und bis übermorgen müssen wir unseren ersten Lesson Plan abgeben – eins von fünf Assignments, welches wir bestehen müssen, um unser TEFL-Zertifikat zu erhalten. HILFE :D!

Mehr Infos zum Programm

Share this Story

Verwandte Artikel

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

About Hanna

Hanna

Hanna aus NRW war bereits mit Stepin im High School USA-Programm unterwegs. Nun ist sie mit Teach & Travel China auf Reisen. Von ihren Trips und spannenden Erlebnissen berichtet sie live auf der Weltneugier.

Unsere Gratis-Kataloge

Zu unseren Programmen

Stepin auf Facebook

Stepin auf Instagram