Markus in Kanada #13: Torontos Alternative – Kensington Market

Markus in Kanada #13: Torontos Alternative – Kensington Market

Zwei Wochen sind um und Markus Büssecker hat uns die nächsten Erfahrungen aus Kanada zugesendet. Diesmal hat er Torontos Alternative gefunden: Zwischen Dundas Street und Spadina Avenue schlägt Torontos alternatives Herz. Kensington Market ist nicht nur zum Gemüseeinkauf geeignet, sondern viel mehr eine Einladung zur Zeitreise in die 60er Jahre ganz abseits des Mainstream.

»Wie komme ich bitte zum Kensington Market?«

Das frage ich die Dame am U-Bahneingang und erhalte eine Vielzahl an Optionen per U-Bahn, Straßenbahn oder ganz zu Fuß. Und wirklich genau weiß auch sie nicht, wo der Kensington Market wirklich ist. Es sei aber einfach zu finden, wenn man mal dort ist, bekomme ich mit auf den Weg. Na gut, dann probiere ich das doch aus.

Boutiqueeingang voller JeanskleidungEine halbe Stunde später stehe ich zwischen bunt bemalten Häusern, Künstlergrafitti und alternativ-trendigen Stadtbummlern. Das Viertel hat den Ruf eines Szenetreffs in Toronto. Dem Ruf sind an diesem Sonntag auch noch andere gefolgt. Da die Straßen gesperrt sind (in mir werden Erinnerungen an Fußgängerzonen wach), gibt es allerdings mehr als genug Platz.

Künstlerszene mit Hang zur Mode

Es gibt ein paar Gemüseläden in Kensington Market, aber wirklich speziell werden die Straßen durch die Mischung der anderen Geschäfte. Das sind im wesentlichen Boutiquen, Galerien und Designerläden. Denen ist eines gemeinsam: Alternativ ist hier angesagt. Mit den gängigen Marken und Produkten wollen die Inhaber, beziehungsweise Aussteller, nichts zu tun haben.

Gastartikelserie Kanada: Torontos Alternative - LadenzeileFür alle Modeliebhaber ist Kensington ein kleines Paradies. In den Läden bieten junge Designer und unabhängige Modelabels ihre Kreationen an. Die sind ein klein wenig teurer als im Modehaus, aber dafür gibt es das gute Gefühl etwas Einzigartiges gekauft zu haben.

Wer sich eher dem Zeitgeist der 60er verbunden fühlt, kommt ebenfalls voll auf seine Kosten. Ich habe noch nie so viele Vintageläden zusammen gesehen. Die Läden bieten teilweise gebrauchte Kleidung  oder »certified vintage« an. Mir ist zwar nicht ganz klar wie das Zertifikat vergeben wird, aber das spielt wohl eine untergeordnete Rolle.

Hauptsache es sieht retro aus und spiegelt die Musikszene von damals wieder. Es ist also nicht verwunderlich Bob Marley und die Beatles  gleichzeitig beim Stöbern zu hören. Viele Shops sind in Wohnhäusern untergebracht. Während im Erdgeschoss verkauft wird, sind  in den darüberliegenden Etagen Appartements.

Graffiti gucken und lecker Schlemmen

Besonders fasziniert bin ich von den großen Graffiti an den Häusern. Ich tendiere bei diesen Dimensionen zu Wandmalereien. Die sind künstlerisch sehr ansprechend und finden sich überall verteilt im Viertel. Kensington Market sollte geführte Touren anbieten! Obwohl es eigentlich nur drei Straßenzüge um die Kesington Avenue sind, habe ich das Gefühl bei Weitem nicht alles gesehen zu haben.

Gastartikelserie Kanada: Torontos Alternative - WandmalereiGeschmeckt hat es mir in jeden Fall. Ein Nutella-Crêpes mit Erdbeerstreifen und einen hausgerösteten Kaffee in einem ungarischen Familienbistro. Dazu bekomme ich ein Platz in der ersten Reihe bei bestem Wetter und kann einfach mal die Seele baumeln lassen.

Ich verstehe warum es viele Menschen zum Kensington Market zieht. Das Viertel hat definitiv einen ureigenen Wohlfühlcharakter. Hier ticken die Uhren etwas langsamer. Ich werden wieder kommen. Da bin ich mir sicher, schließlich gab es dort dieses Led Zeppelin Shirt…

Mehr Infos gibt es unter: www.kensington-market.ca

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