Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären

  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären
  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären
  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären
  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären
  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären
  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären
  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären
  • Gerd in Kanada #2: Auf der Suche nach den Eisbären

In unserer Serie »Reise an den Rand der Arktis – Churchill in Kanada« begleiten wir Gerd Dreßen bei seiner Reise in die eisige Kälte der Arktis. Nach seiner interessanten Anreise ist er in Churchill angekommen und begibt sich auf eine erste Eisbären-Entdeckungstour.

Das ist er also nun, der Flecken, der sich »Welthauptstadt der Eisbären« nennt. Zumindest der Flughafen, auf dem wir soeben gelandet sind, hat nichts von Metropole: ein paar kleine Propeller-Maschinen verirren sich auf dem Flugfeld, Es gibt nur eine kleine Halle, in der sich das Leben des Airports abspielt. Neben Check in ist da auch noch Platz für den Stand eines Andenken-Verkäufers. Hier geht es richtig gemütlich zu.

Der Flughafen von Churchill

Weltneugier Churchill Kanada 8Da der Flugplatz ein paar Kilometer außerhalb liegt, holt uns Lawreen Spence, die Inhaberin des Seaport Hotels, persönlich ab. Wer jetzt eine elegante Frau im Businessdress und schicker Limo erwartet, liegt weit daneben. Lawreen ist eher gekleidet wie ein Trapper, also praktisch und warm – und die Koffer landen hinten auf dem Pickup.

Über die einzige Straße weit und breit geht es durch die frostige Tundra Richtung Stadt. Und die besteht aus einer breiten Hauptstraße mit reichlich Schlaglöchern, von der hier und da kleine Seitenwege abgehen. Nein, das ist nicht der Vorort, das ist das Zentrum. Und da Lawreen ein wenig zu spät bremst, kommen wir am Ende der Main Street gleich am Ufer der Hudson Bay zu stehen.

Keine Bären weit und breit

OK, wir sind einige Kilometer durch die Tundra gerollt, sind nun an der Hudson Bay, fahren weiter zu einem Aussichtspunkt über den Churchill River – nur: Wo sind die Eisbären?!

Weltneugier Churchill Kanada 14

Das einzige, was an sie erinnert, sind die grünen Schilder, die davor warnen, die »verbotene Zone« zu betreten. Kurz und gut, bei unserem ersten Ausflug haben wir keine gesehen. Und abends nach dem zweiten Drink in der Bar des Hotels beschleicht uns der Gedanke, dass die Story mit dem Polar Bears eine riesige Marketing-Nummer für Touristen ist.

Und nach Bier drei und vier sind wir ziemlich sicher, das an dem ganzen »Huh, die Eisbären, die sind gefährlich« nicht viel dran ist. Da ist ja besagtes Urmel aus dem Eis spannender…

Der erste Tag und eine Bären-Geschichte

Weltneugier Churchill Kanada 10

Also ab in die Falle und schnell geschlafen. Bis uns morgens um drei lautes Geballer vorm Schlafzimmerfenster aus den Federn springen lässt. Zwei Schuss. Pause. Zwei Schuss etwas weiter weg. Pause. Ein Automotor heult auf. Wenige Minuten später Schüsse in der Ferne. Dann Ruhe. Ach du Schreck. Was war denn bitteschön da los?!

Die Antwort gibt’s beim ebenso reich- wie fetthaltigen Frühstück (Probiert mal »Benedict’s eggs«, und ihr wisst, was ich meine. Und nein: Ich bin nicht päpstlicher als der Papst, wenn’s ums Essen geht!): Ein Bär hat sich auf der Veranda des Hotels rumgetrieben.

Doch der Streuner ist schnell wieder abgewandert

Die Jungs von der Bear Patrol waren binnen Minuten vor Ort und haben Meister Petz mit Platzpatronen vertrieben. Der hat sich dann getrollt und ist in der Nacht verschwunden.

PolarbärUnd dann macht die Geschichte vom letzten Bären-Toten die Runde. Es gibt zwei Versionen. Die erste davon ist offensichtlich für Touristen: Also, da war ein gehbehinderter Mann, der sich unglücklicherweise nicht mehr in einem Auto (immer offen) oder Haus (auch stets unverschlossen) vor dem Eisbären in Sicherheit bringen konnte.

Die zweite Version ist die mehr »interne«: Ein wohl leicht angeschickerter Einbrecher will zwei ordentliche Moose-Keulen aus einer Truhe mitgehen lassen. Als er den Tatort verlassen will, wartet draußen ein hungriger Bär, der auch Interesse an den Happen hat. Anstatt dem Bären die Keulchen zu überlassen, will der Mann mit dem Dingern flüchten. Diese eklatante Fehleinschätzung des Bären-Hungers kostet ihm sein Leben.

Bear Patrol

Damit solche Zwischenfälle eher die Ausnahme bleiben, dafür sorgen unter anderem Donald Spence (Bruder vom Bürgermeister) und Jack Batstone. Die beiden sind die Bear Patrol, die man über eine eigens eingerichtete Telefonnummer erreichen kann.

Üblicherweise verscheuchen die beiden die Bären mit Platzpratronen.

Weltneugier Churchill Kanada 13Problembären aber werden betäubt und kommen in den – jawohl, Bärenknast gleich neben dem Flughafen! Das ist äußerst praktisch. Denn sind die 26 Zellen alle belegt, wird Bär für Bär per Huschrauber 20 Kilometer weiter gen Norden geflogen und ausgesetzt. Manch einer kommt flugs wieder zurück nach Churchill. Heli-Fliegen macht auch Bären Spaß!

(c) Fotos Bernhard Moll/Stepin

Gerds vorheriger Artikel Deine Möglichkeiten in Kanada

Share this Story

Verwandte Artikel

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Unsere Gratis-Kataloge

Zu unseren Programmen

Stepin auf Facebook

Stepin auf Instagram

Newsletter-Abo

Bleib auf dem Laufenden und erhalte regelmäßig News zu neuen Artikeln!

Wir geben keine Daten an Dritte weiter!