Doro in Paris #2: Père Lachaise – Der wohl mystischste Ort der Stadt

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Auf ihrem Weg durch Paris nutzt unsere Gastautorin Doro Stritzel ein paar Stunden, um über den Friedhof Père Lachaise zu spazieren. Sie begegnet Schriftstellern, Musikern und Künstlern, aber vor allem die Stille in der Stadt voller Leben fasziniert sie. Teil zwei ihrer Artikelserie.

Den Gedanken an den Tod mag ich nicht. Auch nicht das, was man mit diesem assoziiert: Krankheit, Ängste, Verlust, Schmerz und Leere. Was ich allerdings mag, ist die unheimliche Stille, das Morbide, das Ungewisse, leicht Beängstigende. Ja, die die Grauzone zwischen Leben und Tod fasziniert mich, wie wahrscheinlich viele Menschen. Vielleicht ist das der Grund, warum es mich in meiner Freizeit, in Urlauben immer wieder auf Friedhöfe zieht. So auch bei meinem letzten Paris-Aufenthalt im März.

Der Friedhof der Schriftsteller und Musikgrößen

Cimetière du Père Lachaise. Musikkenner haben diesen Namen wohl schon ab und an in Zusammenhang mit Musikgrößen gehört, fanden hier doch einige der berühmtesten Menschen der Welt ihre ewige Ruhe. Darunter befinden sich, um nur einige zu nennen:
Père Lachaise in Paris

  • Maria Callas (griechische Opernsängerin)
  • Frédéric Chopin (polnischer Klavierkomponist, Pianist)
  • Marcel Proust (französischer Schriftsteller und Kritiker)
  • Edith Piaf (französische Chansonsängerin)
  • Jim Morrison (Frontmann der Rockgruppe »The Doors«)
  • Oscar Wilde (irischer Schriftsteller)

Er ist der größte Friedhof von Paris und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet. Inzwischen erstreckt er sich auf ca. 47 Hektar. Die Kosten für ein Dauergrab belaufen sich derzeit auf circa 8.000 Euro.

Ein mystischer Ort inmitten der Stadt

Bereits beim Beschreiten des pompösen Eingangsbogens hat man das Gefühl, man verlasse die Realität, die Pariser Innenstadt und gleite hinein in einen anderen Raum. Einen Raum in dem Raum. Einer Art Totenstadt. Mit Blick auf eine Allee hat man das Gefühl, hier könnten nachts die Geister ihr Unwesen treiben, ungestört von Stadtlärm. Hier und da mal eine Katze, die den Weg kreuzt oder eine Krähe, die aufgeregt schreit – mehr passiert nicht. Stille ist das, was einen umgibt. Auch mich, morgens um 9 Uhr. Lange, breite Gehwege versuchen dem Platz Struktur zu geben, was manchmal, aber nicht immer gelingt. Die Gefahr, sich zu verlaufen, ist groß.

Ein Grab in Père LachaiseDie Karte des Friedhofs in der Tasche gesteckt, ließ ich mich persönlich einfach treiben. Ich empfand es als unangemessen dem Ort gegenüber, ihn wie jede andere Touristenattraktion zwischen Notre Dame und dem Eifelturm abzuhetzen, nur um ein paar Tage später in Erzählungen behaupten zu können, ich habe das Grab von Edith Piaf gesehen. Oder von wem auch immer.

Und so sieht es nun wirklich hier aus

Da die Gestaltung der Grabmonumente nicht reglementiert ist, wird dem Besucher eine breite Palette unterschiedlicher Begräbnisstätten offeriert. Angefangen von verwitterten Grabplatten über Urnen bis hin zu aufwendig geschmückten Mausoleen, findet sich hier alles, was nicht nur die Linse von Fotografen erfreut. Auch wer gerne Stimmungen einfängt, oder sich mit dem Thema Vergänglichkeit befasst, ist hier gut aufgehoben.

Père Lachaise am nebligen MorgenDurch die sehr hohen Bäume entsteht an diesem teilweise noch nebligen Morgen ein bezauberndes Spiel aus Licht und Schatten. Ich setze mich einen Moment, genieße die fast unheimliche Ruhe und lasse dieses Bild wie ein Gemälde auf mich wirken. Fasziniert beobachte ich eine Krähe, die aufgeregt das Moos von einer Grabplatte rupft.

Ein Spaziergang zur Musik von Anja Plaschg

Anschließend schlendre ich zwei Stunden über das wirklich riesige Gelände, das sich auf einer Anhöhe befindet. Steht man auf dem oberen Teil des Friedhofs, hat man einen wunderbaren Blick auf ganz Paris. Ich krame meinen MP3-Player aus der Tasche, um Musik von Anja Plaschg (vielen besser bekannt als »Soap & Skin«) zu hören, und das melancholische Gefühl – welches einen hier nur überkommen kann – zu intensivieren, darin zu baden.

Auf zum Grab von Jim Morrison

Jim Morrisons Grab in Père LachaiseEmotional aufgeladen ziehe ich nun doch den Friedhofsplan aus meiner Hosentasche und mache mich auf den Weg zu einem Grab, welches Fans von »The Doors« in Scharen anzieht: dem von Jim Morrison.

Nach langer Suche fand ich es dann irgendwann auch, viel unscheinbarer als erwartet. Abgetrennt durch Metallgitter, aus Angst vor jugendlichen Zerstörern oder auch fanatischen Groupies, die dort campieren. Ich schieße ein paar Fotos und ziehe weiter Richtung Ausgang – mir ist es hier zu »Mainstream«, zu touristisch.

Aber es bleibt ein Friedhof und keine Touristenattraktion

Zum Abschluss würde ich gerne noch ein paar Worte loswerden: Père Lachaise ist nicht nur eine Touristenattraktion. Er dient heute nach wie vor als Friedhof, wo Menschen in Andacht vor Gräbern stehen und die Ruhestätte ihrer verstorbenen Angehörigen mit frischen Blumen zu versorgen. Nicht nur deshalb halte ich es für wichtig, sich respektvoll und angemessen an diesem malerischen Ort zu bewegen.
Fazit: Was »Soap & Skin« in der Musik ist, ist der Père Lachaise unter den Friedhöfen für mich. Mystisch und ein wenig unheimlich. Schön unheimlich.

Adresse:
Cimetière du Père Lachaise
16 Rue du Repos, Paris
F-75020 Paris
Métro: Philippe Auguste oder Père Lachaise

Öffnungszeiten: Mo-Fr 8:00 bis 18:00 , Sa 8:30 bis 18:00, So 9:00 bis 18:00
Telefon: (01) 55 25 82 10

Nützliche Links:
www.pere-lachaise.com
http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A8re_Lachaise

Ein Gastartikel von Doro Stritzel.

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