Doro in Paris #4: Montmartre – Auf den Spuren der Amélie Poulain

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In ihrem vierten und letzten Artikel der Serie wandert Doro auf den Spuren »Der fabelhaften Welt der Amélie« durch die Viertel von Paris. Hin- und her von Touristenviertel zu einsamen Gässchen, aber immer wieder vom künstlerischen Charme Paris‘ umgeben.

»In diesem Augenblick ist alles perfekt. Die Weichheit des Lichts, dieser feine Duft, die ruhige Atmosphäre der Stadt…« Wer glaubt, sich anhand dieses Filmzitats aus »Die fabelhafte Welt der Amelie« auf das Pariser Viertel Montmartre einstellen zu können, hat sich leider getäuscht.

Auf den Spuren von Amélie

Die pittoresken Eindrücke, die beim Zuschauer hinterlassen wurden, sind Fiktion und haben eher etwas von der Wunschvorstellung hoffnungsloser Romantiker. »Wir sind hingegangen, haben die Autos aus den Straßen entfernt, die Graffiti von den Mauern abgewaschen, die vorhandenen Plakate gegen farbenfrohere eingetauscht…«, gibt Jean-Pierre Jeunet, der Regisseur, über seine Arbeitsweise bekannt.

Start der Tour: das berühmte Moulin Rouge

Ich starte meine Tour an der Métro-Station »Blanche«, direkt an dem legendären Revuetheater Moulin Rouge (www.moulinrouge.fr). Ganz ehrlich: Bei Tageslicht hat dies leider nichts von dem Glanz und der Erotik, die es bei Nacht verspricht.

Pariser Moulin RougeAn diesem sonnigen Vormittag tummeln sich sehr viele Touristen um den Theatereingang und knipsen Fotos der berühmt-berüchtigten »Roten Mühle«. Ich setze mich einen Moment und beobachtete das bunte Treiben. Ein Potpourri aus Familien, Pärchen und Straßenverkäufern läuft aufgeregt hin und her, Kinder quengeln, möchten Eis.

Während Mütter zwischen Kind a und Kind b hin und herlaufen, blicke ich in die Augen der Männer. Wahrzunehmen ist in ihnen ein ganz seltsamer Glanz, der in mir unweigerlich den Gedanke weckt, es müsse doch etwas dran sein an dem Mythos Moulin Rouge. Mit verschämtem Blick und leicht gebückter Haltung ziehen sie irgendwann hinter ihren Frauen her. Klar, das Sightseeing muss weiter gehen.

Ich versuche mir vorzustellen, wie hinter den verschlossenen Theatertüren schon fleißig geprobt würde und wie langbeinige, barbusige Frauen den French Cancan oder auch den Chahut tanzen – diese Vorstellung hat dann auch für mich etwas Verruchtes. Ich ziehe weiter – wahrscheinlich auch mit dem besagten Glanz in den Augen, der sich einstellt, lässt man den Geist des Varietés auch nur einen Augenblick lang zu.

Weiter über die »Rue Lepic« …

Rue LepicDie Straße »Rue Lepic« führt mich direkt durch die Welt der Amélie Poulain, vorbei am »Café de 2 Moulins«, dem Café, in dem die schwarzhaarige, rehäugige Kellnerin arbeitet (Facebook-Fanpage). Es war, wie sollte es auch anders sein an bekannten Orten in Paris, sehr überfüllt dort, da es Magnetpunkt für Touristen aus aller Welt darstellt.

…zu Sacré Coeur und Montmartre

Ich entziehe mich dem Menschenstrom, der unaufhaltsam Richtung »oben« drängt und der nur ein Ziel zu haben scheint, nämlich die Sacré Coeur. Bewusst nehme ich einfach mal eine Seitenstraße und »irre« planlos durch viele kleine Gässchen und entdecke dabei verträumt-romantische Ecken. Ich denke, das genau ist auch das Geheimnis des Reisens: Sich einfach einmal treiben lassen… Im Anschluss an meine Singletour hänge ich mich wieder an den »Mainstream« und mache mich auf den Weg zu der Kirche, die von weitem wie ein Stück »Baiser« auf dem Hügel von Montmartre liegt.

Für viele ist Sacré Coeur wahrscheinlich schon längst reizlos, da zig Mal, wenn auch nur auf Fotos gesehen. Ich aber muss ehrlich gestehen, dass ich mich nie ihrem majestätischen Zauber entziehen kann. Wann immer ich in Paris bin, statte ich ihr einen Besuch ab und kann sehr gut nachvollziehen, dass es Künstler und Individualisten früher nur so hierher gezogen hat.
Sacre Coeur in ParisHeute wimmelt es an diesem Ort leider nur noch von Touristen, Straßenkünstlern und Souvenirhändlern (– das neue Künstlerviertel ist übrigens Montparnasse). Ich genieße noch ein wenig den spektakulären Ausblick auf ganz Paris und gehe in entgegengesetzter Richtung runter zur Métrostation »Barbès Rochechouart«.

Das Montmartre, wie ich es sehe

Wer wirklich etwas über Montmartre und die Geschichte des Stadtteils erfahren möchte, sollte sich unbedingt ein wenig in den kleineren Gassen und Nebenstraßen umschauen. Auf Amélies Spuren kann man sich – mithilfe eines Cityplans – auf eigene Faust bewegen. Wer allerdings lieber unter Anleitung unterwegs ist, hat die Möglichkeit, sich geplanten Stadtführungen anzuschließen.

Das Viertel ist natürlich längst nicht so glatt wie sein Image, was ich aber sehr mag. Ich denke, es hält für alle Geschmäcker etwas bereit, besonders aber die Künstler/Alternativen unter euch werden sich hier wohl fühlen. Zum Abschluss, weil wir am Ende meiner kleinen Paris-Reihe sind, ein sehr kreatives Video über die Hauptstadt Frankreichs:

Le Flâneur from Luke Shepard on Vimeo.
Ich wünsche Euch viel Freude beim nächsten Paris-Besuch und einen stets wachen Blick – sowohl auf Reisen, als auch im Alltag.
C’est beau la vie, si tu vois.

Ein Gastartikel von Doro Stritzel.

Doros vorheriger Artikel Deine Möglichkeiten in Frankreich

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Ein Kommentar

  1. Sonja

    26. Oktober 2011 at 10:18

    Schöner Beitrag! Ich war schon drei Mal in Paris. Leider bin ich nicht auf die Idee gekommen, das Café zu suchen, obwohl ich den Film sehr mag. Jetzt ärgere ich mich ein wenig. Aber ich bin sicher, dass ich noch öfter nach Paris reisen werde. Ich mag die Stadt einfach sehr und mache, muss ich ehrlich gestehen, immer wieder den Touri-Plan mit ;)

    Antworten

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