Jenny in Indien #2: Rumble in Rajasthan

Jenny in Indien #2: Rumble in Rajasthan

Unsere ehemalige Teilnehmerin und jetzige Mitarbeiterin Jenny ist weltneugierig gewesen und hat sich zusammen mit ihrem Freund auf ein dreiwöchiges Indien-Abenteuer eingelassen. Zunächst ging es von Neu-Delhi über Agra und Jaipur in die Gegend um Rajasthan. Anschließend zog es sie weiter bis nach Mumbai und Goa. Die heutige Station sind Agra und das Taj Mahal.

Agra – was war denn nochmal Agra? Ach ja, das mit dem Taj Mahal.

Jenny vorm Taj MahalJedes Mal, wenn ich von Indien erzähle, tendiere ich dazu, Agra zu vergessen. Warum, weiß ich nicht. Vielleicht, weil wir nur eine Nacht dort verbracht haben? Oder weil der ganze Tag ein einziger Sightseeing-Marathon war?

Meine Vorstellungen von einer Sehenswürdigkeit wurden in dieser Stadt jedenfalls komplett über den Haufen geworfen. Denn was bei uns ein riesiges Schloss ist, ist in Indien höchstens ein Grabmal und was in Indien ein Palast ist, das – ja das gibt es bei uns eben nicht.

Am Taj Mahal

Das Taj Mahal ist so weiß, dass es die Sonne reflektiert und auch wenn man schon hunderte Fotos davon gesehen hat, in Wahrheit raubt es einem den Atem. Vor den Toren des Taj, an denen uns eine riesige Menschenschlange erwartet, fühlen wir uns wieder einmal wie Berühmtheiten, denn mit unserem »High Value Ticket« dürfen wir an den wartenden Menschen vorbeigehen und sind in wenigen Sekunden im Inneren der Anlage. Dass wir nicht wie die Einheimischen zehn, sondern 300 Rupien zahlen, stört uns da nicht, das sind ja umgerechnet auch nur fünf Euro.

Jenny vor einem Schild für »High Value Ticket Holders«Um wirklich hinein zu gelangen, muss man übrigens genau darauf achten, gewisse Dinge nicht in der Tasche zu haben. Dazu gehören neben den üblichen Verdächtigen auch Süßigkeiten und Bücher. Die landen dann in einer großen Tonne (und werden später heimlich von einem kleinen Jungen wieder herausgeholt, ich hab’s genau gesehen!).

Vor dem Taj Mahal spielen sich wieder einmal Szenen ab wie man sie nur in Indien sieht: Inder stehen mit dem Rücken zum Taj, um uns zu fotografieren, Kinder werden neben uns platziert, Familien nehmen uns in ihre Mitte. Ich möchte nicht wissen, wie viele Fotoalben in ganz Indien mein resigniert drein blickendes Gesicht zieren wird, aber ich lasse das Blitzlichtgewitter über mich ergehen und mache gleichzeitig Gegenfotos – mit dem Taj Mahal im Hintergrund.

Das Rote Fort

Doch Agras beeindruckendstes Bauwerk ist für mich das Rote Fort. Hier lebte einst der Erbauer des Taj Mahals mit seiner großen Liebe, für die er nach ihrem Tod das Grabmal errichtete.

Jenny in einem Fenster des roten FortsBeschützt von hungrigen Tigern, einem Krokodilgraben und allerlei anderem tödlichen Firlefanz, lebte er in einem Palast von unbeschreiblichem Luxus. Während ich der Geschichte des Maharadschas und seiner Frau lausche, bin ich kurz versucht, an einer Lampe zu reiben, um zu testen, ob das mit dem Flaschengeist vielleicht doch kein Märchen ist.

Über Agra nach Jaipur

Nach Agra geht es mit dem Bus weiter. Oh ja, mit dem Bus, einem einfachen Bus ohne Klimaanlage. Wir kennen Bilder aus Film und Fernsehen, auf denen sich unzählige Menschen in klapprigen Bussen drängen oder sogar auf den Dächern zwischen dem Gepäck sitzen. Doch zum ersten Mal seit unserer Ankunft in Indien ist etwas deutlich besser als erwartet. Wir haben Sitzplätze und durch das geöffnete Fenster weht der Fahrtwind frische Luft hinein. So lässt es sich sechs Stunden aushalten.

Jenny trinkt ein LassiIn Jaipur erwartet uns wieder Hupen, Autos, Tuk Tuks und Menschen überall. Im »Jaipur Inn« ist es dennoch erstaunlich ruhig, wir haben sogar einen Balkon und verbringen erst mal ewig damit, einem Pfau auf dem Dach gegenüber zuzusehen. Dann hören wir von einem berühmten Kino in der Stadt und beschließen: Es ist Zeit für ein bisschen Bollywood.

Aber zuerst machen wir einen Spaziergang über den Markt und trinken ein leckeres Lassi – mmmhh. Das Kino erinnert eher an das Foyer eines Theaters und ist mal wieder voller Menschen. Es läuft Ek Tha Tiger, ein Film über einen Agenten und so ist auch der gesamte Film ein bisschen wie James Bond – nur eben viel übertriebener. Das witzigste am Kinobesuch ist allerdings das Drumherum.

Indische Frauen und Kinder posieren für ein GruppenbildJedes mal, wenn der Held auf der Leinwand zu sehen ist, bricht im Kinosaal unbändiger Jubel aus, wir fühlen uns wie bei einem Livekonzert. Als der Film vorbei ist, fühlen wir uns fast ein bisschen indisch, als wir in einer großen Menschentraube das Kino verlassen und den Soundtrack des Films vor uns hin summen – ein Ohrwurm, der uns noch die ganze Indienreise begleitet.

Jennys vorheriger Artikel Deine Möglichkeiten in Indien

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