Jenny in Indien #4: Pure Lebensfreude

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Unsere ehemalige Teilnehmerin und jetzige Mitarbeiterin Jenny ist weltneugierig gewesen und hat sich zusammen mit ihrem Freund auf ein dreiwöchiges Indien-Abenteuer eingelassen. Zunächst ging es von Neu-Delhi über Agra und Jaipur in die Gegend um Rajasthan. Nach einem kurzen Stopp in Pushkar zog es sie über die heutige Station Mumbai nach Goa.

Wie gut es uns eigentlich geht

Wir Deutschen beschweren uns über viel. Über verspätete Züge, zu lange gekochtes Gemüse, Netzprobleme am Handy. Auch ich gehöre zu diesen Beschwerern, zumindest manchmal. Wenn man als Kind früher nicht aufessen wollte, dann sagten unsere Eltern: »Die Kinder in Afrika wären froh, wenn sie etwas zu essen hätten.« Natürlich hatten sie Recht, das wussten wir damals wie heute. Doch wirklich klar wird einem das wohl erst, wenn man solche Kinder einmal getroffen hat, Kinder, die nichts haben. Wenig zu essen, kaum Kleidung und keine Perspektive.

Jenny auf ihrem JeepInmitten dieser Gruppe vollkommen armer, aber glücklicher Kinder wusste ich zum ersten Mal richtig zu schätzen wie gut es mir ging. Und gleichzeitig empfand ich eine unglaubliche Bewunderung für die Fröhlichkeit, die die Jungen und Mädchen ausstrahlten. In einem kleinen Dorf im Dschungel bei Ranakpur lernte ich also wahre Lebensfreude kennen.

Aber ich sollte von vorne anfangen. In Udaipur wurden wir von Jeeps abgeholt und zu unserem Resort in Ranakpur gebracht. Die gefühlt längste Fahrt unseres Lebens begann, denn auf der kurvigen Straße in dem engen Jeep wurde jedem unglaublich schlecht.

Udaipur – Zu Besuch bei Einheimischen

Als wir in dem grünen Paradies ankamen, musste ich mich dann auch erst mal hinsetzen und »something continental«, wie das hier immer so schön heißt, essen. Diesmal hatten wir kein Hotelzimmer, sondern ein kleines Appartement, von dessen Balkon aus man den Geräuschen des Dschungels lauschen konnte.

Das wirkliche Highlight sollte uns aber ganz unerwartet begegnen. Weil wir fast die einzigen Gäste waren, fragte uns der Hotelmanager, ob wir nicht mit ihm einen kleinen Spaziergang machen wollten. Klar, dachten wir. Dass wir am Ende dieses Spaziergangs in einer kleinen Lehmhütte sitzen würden, umringt von allen Dorfbewohnern, das hätten wir natürlich nicht erwartet. Doch genauso kam es.

Ein Inder in seiner LehmhütteMitten in der grünen Landschaft tauchte plötzlich ein kleines Dorf auf und mit ihm unzählige Kinder. Wir waren die absolute Attraktion. Das ganze Dorf versammelte sich nach und nach um uns herum, während wir mit den Kindern herumalberten. Eine Familie lud uns schließlich in ihre Hütte ein und zeigte uns, wie man bei ihnen Abendessen macht.

In dem Ein-Raum-Haus war es stockfinster und es dauerte ewig, bis wir überhaupt etwas sehen konnten. Dann waren meine Fähigkeiten als Bäckerin gefragt, die – um ehrlich zu sein – eher bescheidener Natur sind. Ich sollte nun also eine Getreidepampe mit den Händen zu einem gleichmäßigen Fladen kneten, ganz ohne Nudelholz. Schon als ich den Teig nur in die Hand nahm, brach schallendes Gelächter aus. Gut, dass ich nie vorhatte, Hausfrau zu werden.

Kurz bevor wir uns verabschiedet hatten, kam dann noch die Kuriosität des Tages. In der finsteren Lehmhütte, in der wir eben Chapatis über offenem Feuer gebacken hatten und in der es nicht einmal elektrisches Licht gab, klingelte plötzlich ein Handy. Ein richtiges Handy. Indien eben.

Auf nach Mumbai

Trubel in MumbaiDanach ging es mit dem Nachtzug weiter nach Mumbai. Ja, auch den berühmten Nachtzug mussten wir ausprobieren. Wir hatten schon von vielen Reisenden gehört er sei sehr bequem und für Indien eigentlich sehr luxuriös. Weil wir bis dahin von jedem Hotel und auch von unserer Busfahrt positiv überrascht waren, erwarteten wir nun wohl etwas zu viel.

Die engen Pritschen waren nur halb so schlimm, viel schwerwiegender: Es war eiskalt. Das mit der Klimaanlage scheint für Inder so ein Statussymbol zu sein, dass sie Räume wenn möglich mindestens bis 16°C herunterkühlen. Nichtsdestotrotz erreichten wir am Morgen Mumbai. So erholt wie erhofft waren wir zwar nicht, aber trotzdem ging es auf Sightseeing-Tour zu Gandhis Haus und an den berühmten Bahnhof, an dem die letzte Szene von »Slumdog Millionaire« gedreht wurde.

Ghandi's HausMumbai war deutlich aufgeräumter als Delhi und es gab sogar so etwas wie Verkehrsregeln. Trotzdem war es wieder unheimlich anstrengend. Vor allem an den Sehenswürdigkeiten mussten wir uns geradezu retten vor Verkäufern, die uns Dinge in die Hand drücken oder Fotos machen wollten.

Müdigkeit und indischer Stadttrubel vertragen sich einfach nicht so gut. Das wird auch der Postkartenverkäufer am Gateway of India bestätigen, den ich nach dem dritten Fragen wie eine Furie anging. Aber so ist das nun mal mit der deutschen Kultur – unsere Schmerzgrenze fürs Genervtsein liegt etwas tiefer als bei Indern.

Jennys vorheriger Artikel Deine Möglichkeiten in Indien

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