Jenny in Indien #1: Oh Delhi, mein Delirium

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Heute starten wir eine kleine Reise mit unserer ehemaligen Teilnehmerin und jetzigen Mitarbeiterin Jenny Pfeiffer. Jenny ist weltneugierig gewesen und hat sich zusammen mit ihrem Freund auf ein dreiwöchiges Indien-Abenteuer eingelassen. Zunächst ging es von Neu-Delhi über Agra und Jaipur in die Gegend um Rajasthan. Anschließend zog es sie weiter bis nach Mumbai und Goa. Sie erlebten Höhen und Tiefen und mussten sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen.

»No!« sage ich und marschiere Richtung Metrostation.
»Yes!« sagt mein Freund und steigt ins Tuk Tuk.

Jenny in einem Park in DelhiEs ist unser erster Tag in Delhi und schon rächt es sich, dass wir den Reiseführer nur kurz überflogen haben. Wir beide sind absolute Asienneulinge und haben uns Indien als erste Erfahrung ausgesucht. Unsere Vorbereitung auf Indien bestand im Grunde aus dem Film »Best Exotic Marigold Hotel«, der auf dem Flug nach Indien lief, und aus einem Lonely Planet in meinem Rucksack.

Ob uns eine bessere Vorbereitung vor Panikattacken und Überforderung bewahrt hätte, weiß ich nicht, schließlich kann ich gar nicht wirklich in Worte fassen, was so anders ist in Indien. Ist es das konstante Hupen von den Straßen oder die Todesangst beim Überqueren einer solchen? Ist es das Fehlen von Toilettenpapier und sein Ersatz, das ominöse Eimerchen im Bad? Ist es der Monsunregen, der plötzlich sintflutartig die Straßen überschwemmt?

Tag 1: Glaube niemanden

Ich erinnere mich jedenfalls an den Tipp »Glaube niemandem«. Deswegen habe ich auch bereits selbstbewusst das Angebot unseres Hotelmanagers abgelehnt, uns ein Taxi für den ganzen Tag zu mieten. Mein Plan: Die Metro in die Innenstadt nehmen.

Jenny vor einem typisch indischen PalastDoch wie schon angedeutet, am Ende sitzen wir doch in einem Tuk Tuk für schlappe zehn Rupien, das uns zur »Touristeninformation« fahren will (ja, ich weiß, das nächste Mal Reiseführer lesen). Delhi ist laut, schmutzig und wie die Inkarnation eines Wimmelbildes. Geteert sind eigentlich nur die Hauptstraßen und auch die sind mit Schlaglöchern gespickt.

Auf den Straßen tummelt sich alles, was sich irgendwie fortbewegen kann und auf den Gehwegen und Straßenrändern stehen, sitzen, liegen, essen – leben Menschen. Die »Touristeninformation« befindet sich in einer zwielichtigen Gasse in einem zwielichtigen Gebäude voller zwielichtiger Menschen und ist, natürlich, keine richtige Touristeninformation. Glücklicherweise haben wir schon sämtliche Transportmittel für unsere Reise gebucht, deswegen verlieren die Mitarbeiter hier schnell das Interesse an uns. Und wir haben wieder etwas gelernt.

Jenny am India GateTrotzdem ist unsere Irrfahrt noch nicht vorbei, denn wir wissen ja nicht, wo wir hin wollen. »Wollt ihr ein Taxi, ich fahr‘ euch zum Shoppingcenter?«, »Delhi ist gefährlich, ich kann euch beschützen«, »Ich bin Student und möchte mein Englisch verbessern«, die Angebote sind so zahlreich wie die Menschen, die jeden Quadratmeter bevölkern, als wir uns durch die Stadt treiben lassen.

Am Ende verbringen wir den Tag mit Shoppen und Sightseeing. Ersteres tun wir in der Hoffnung, durch traditionelle Kleidung ein wenig mit der Masse verschmelzen zu können, zweites, um auch etwas gesehen zu haben.

Ein ehrlicher Tuk Tuk-Fahrer erbarmt sich schließlich und bringt uns sicher ins Hotel zurück. Der erste Tag ist geschafft, der Kulturschock hält an.

Tag 2: Glaube dem Hotelier

Am zweiten Tag kommen wir wie reumütige Kinder zurück zur Hotelrezeption und mieten doch noch das Taxi für den ganzen Tag. Und siehe da, es ist wirklich das Vernünftigste, was man in Delhi machen kann. Bequem fahren wir von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit und können Taxifahrerhorden vor jedem Ein- und Ausgang ohne schlechtes Gewissen ignorieren.

Bild vom Lotus TempleEs stellt sich heraus: Delhi hat auch ein schönes Viertel, nämlich das, in dem die Politiker wohnen. Mitten in der Stadt steht ein riesiger Tempel in Form einer Lotosblüte und das India Gate sieht aus wie der französische Triumphbogen. Als ich an letzterem mit einer kurzen Handbewegung Fotografen und Straßenhändler abwehre, fällt mir auf, dass ich es geschafft habe: Kulturschock überwunden.

Vielleicht mussten wir uns auch erst daran gewöhnen, eine Attraktion zu sein. Die Inder lieben uns. Bei jeder Sehenswürdigkeit, die wir betreten, verblasst Jahrhunderte alte Baukunst neben uns westlichen Bleichgesichtern. Kameras werden gezückt, Hände geschüttelt und Kinder positioniert, bis uns eine Aura der Prominenz umweht – an so viel Euphorie könnte man sich glatt gewöhnen.

»600 ist zu teuer!« sage ich.
»590!« sagt der Händler.
»Gekauft!« sagt mein Freund.
Ja, auch das mit dem Handeln müssen wir noch etwas üben.

Deine Möglichkeiten in Indien

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Ein Kommentar

  1. Christina

    24. September 2012 at 17:08

    Der Beitrag lässt mich sofort an meine Indienreise letztes Jahr denken. *hach* Ich fand es ganz toll und kann euch nur zustimmen: In Indien kann man noch eine ganze Menge lernen. ;-)

    Liebe Grüße
    Christina

    Antworten

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