Cindy in Australien #2: Kaffeeklatsch auf australisch

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Im zweiten Teil unserer Artikelserie beschreibt Cindy, was sie an den Brisbaner Cafés so faszinierend findet: Von der Atmosphäre, über Nabokov hin zu Traktoren. Und auch ein paar Tipps, wo du den besten Flat White bekommst, will sie dir nicht vorenthalten. Lasst euch ein auf Cindys kleine Reise durch Brisbanes Cafékultur!

Cafés sind nicht mehr nur Cafés, wo ich mich mit Freunden treffe um über einem Flat White das Wichtiges und Unwichtiges zu diskutieren, oder wo ich schnell im Vorbeigehen einen Espresso gegen die Müdigkeit schlucke. Cafés haben sich in Australien zu wahren Fundgruben und versteckten Oasen entwickelt, in denen ich mich gerne aufhalte, mich kaffeeumrührend unterhalte oder mich einfach nur still und neugierig umschaue.

Kaffee auf australischHereinspaziert in die Cafés Brisbanes. Three Monkeys in West End erweckt einen orientalischen Eindruck. Das Licht ist gedämmt, Kissen liegen auf den Stühlen. Das Erlebnis beginnt in der Schlange vor der Theke, mit Blick auf die große Schiefertafel, die nur leicht von der deutschen Kaffeekarte abweicht. Und ich entdecke meinen Milchkaffee im Flat White wieder.

Entspannung beim Flat White

Der Cappuccino scheint hier mehr Milchschaum zu haben, der Espresso ist kurz und stark wie überall. Ich bestelle einen Flat White, er bestellt einen Soy Flat White und wir setzen uns an einen der kleinen Tische. Neben uns wird Schach gespielt, an einem anderen Tisch wird gelesen, und ich rühre leise den Zucker in meinen Kaffee, um die Magie und Konzentration nicht zu stören. Raus aus dem Alltag, hinein in die Ruhe. Entspannt.

Kaffeeklatsch bei The Three Monkeys in BrisbaneEin anderes Café entdecke ich, als ich durch New Farm radel und Parallelstraßen nehme, um auf einem anderen Weg zum gleichen Ziel zu kommen. Das wunderbare Café Bouquiniste, ein kleiner Raum mit so vielen Details und einer Schulbank auf der Terrasse. Während ich meinen Kaffee trinke, versuche ich in dieser Zeit alle Einzelheiten und Inspirationen in mich aufzusaugen.

Die Sitzplätze im Fenstersims sehen gemütlich aus, wir sitzen an einem runden Tisch, neben uns ein Stuhl mit gelben Beinen. Poster der nächsten Konzerte in Brisbane hängen im Türrahmen, schwarz-weiß Fotos an den Wänden. »Die sind von meiner Tochter«, erzählt uns die Kellnerin. Selbst fotografiert, selbst entwickelt. Ich denke an unseren Entwickler zu Hause.
Café Bouquiniste in BrisbaneDer wirkliche Blickfang sind all die Bücher, die überall zu sein scheinen. Eine schöne Ausgabe von Nabokovs Lolita versteckt sich hinter der Seife, Shaun Tan steht auf dem Regalbrett und Giovanni Arpinos »Scent of a Woman« nehmen wir letztendlich mit nach Hause. Was wir noch mit nach Hause nehmen: Bill Callahans Musik.

Andere Cafés tauchen ebenfalls auf, wenn ich sie am wenigsten erwarte. Abseits von der Hauptstraße und jeglichen Läden liegen sie plötzlich in der nächsten Straßenbiegung und sind brechend gefüllt. So wie Little Larder, abseits von der Brunswick St in New Farm. Es ist berühmt und beliebt für die Frühstückskarte, auf der Pestorüherei und alle Sorten von Eiern zu finden sind, ob »poached, fried or scrambled«. Alle Tische sind besetzt, Gesprächsfetzen hängen quirlig mit der Sonne in der Luft, es ist laut und lebensfroh, Leute warten auf einen freien Tisch.

An der Brunswick Street

Little Larder in BrisbaneZurück auf der Brunswick Street, noch ein kurzer Abstecher in Home Ground. Es ist nicht nur der Kaffee, der exzellent schmeckt, es ist auch die Einrichtung und das Design, das mich fasziniert. Es ist so einfach, und doch so originell: Sie nehmen ein Teppichmuster als Hintergrund ihres Logos, und lassen scheinbar gedankenlos einen Kaffeesack herumliegen.

Die Hocker sind ehemalige Traktorsitze, auf denen ich mich nun ein bisschen hin und her drehen kann, während ich eine Unterschrift auf meiner braunbeigen Stempelkarte erhalte. Der achte Kaffee wird um sonst sein. An der Wand hängen noch mehr Stempelkarten, auf jeder einzelnen steht »Feel at home«. Ich schaue aus dem Fenster meines neuen Kaffeezuhauses und beobachte die vielbefahrene Brunswick St. von meinem sicheren Traktorsitz aus.

Brisbane: HomegroundEs ist schön, dem Straßenlärm und der Großstadthektik zu entfliehen und sich in einem Café für eine Weile niederzulassen, um Energie (das Koffein natürlich) und Inspiration (die Musik im Hintergrund und die Magazine und Bücher im Regal) aufzusaugen und vielleicht ein paar fremden Gesprächen zu lauschen.

Ich fühle mich aufgehoben mit einer Kaffeetasse in Brisbane, genieße den coffee break vom Rest des Tages. Allerdings nicht wie zu meinen deutschen Kaffeezeiten, die normalerweise irgendwann zwischen 15 und 19 Uhr stattfinden. Hier schließen die meisten Cafés bereits um 4pm. Danach geht es im Pub mit einem Bier weiter, und der gemütliche Nachmittagskaffeeklatsch wird noch vor dem Sonnenuntergang von der Nacht abgelöst.

Hier ein paar Empfehlungen…

Three Monkey’s Coffee & Tea House
58 Mollison St, South Brisbane 4101

Café Bouquiniste
121 Merthyr Rd, New Farm 4005

The Little Larder
1/76 Moray Street, New Farm 4005

Home Ground
530 Brunswick St, New Farm 4005

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