Anna hat es nach ihrem Bachelorabschluss in die weite Welt gezogen und so hat sie sich für Freiwilligenarbeit in Laos entschieden. Sie möchte euch das Land inmitten von Südostasien in ihrem Artikel näherbringen, da sie den Eindruck hat, dass dieses facettenreiche Land nahezu »vergessen« wird.

Nach meinem Bachelorabschluss stand für mich fest, dass ich neue Erfahrungen sammeln und andere Kulturen erkunden möchte. Da ich gerne mit kleinen Kindern arbeite, habe ich mich nach einigen Internetrecherchen dazu entschlossen, an dem Kindergartenprojekt in Laos teilzunehmen.

Nach einigen Monaten voller Vorfreude war es dann so weit. Anfang September holte Micky, einer der beiden Hauptkoordinatoren der Projekte in Laos, mich und zwei weitere Teilnehmerinnen aus Frankreich, Emeline und Florence, vom Flughafen in der Hauptstadt Vientiane ab. Schon bei der Begrüßung wurde mir klar, dass die Laoten sehr herzlich sind.

Unterkunft am Wasser

Ländliche Unterkunft in der Nähe von Vientiane

Nach einer vierzigminütigen Autofahrt in eine ländliche Gegend, abgeschnitten von der Großstadt Vientiane, erreichten wir unsere Unterkunft. Dort lernten wir Mickys Bruder Ticky und Ben, einen philippinischen Weltenbummler, der Geschichten über seine Reiseerlebnisse schreibt, kennen. Da keine weiteren Freiwilligen für die kommenden zwei Wochen eingeschrieben waren, teilten wir uns zu dritt ein Zimmer.

Unterkunft mit Aufschrift »The Green Lion«

Obwohl die Lebensbedingungen in der Unterkunft einfach sind, fehlte es uns während unseres Aufenthalts an nichts. Micky und Ticky waren stets bemüht, sich um das Wohlbefinden jedes Teilnehmers zu kümmern. Ihre Schwester Si bereitete drei Mal täglich gesunde Mahlzeiten mit viel Gemüse zu. Das Besondere an der Unterkunft ist, dass sie sich in einem Dorf fernab vom Tourismus befindet.

Erlebnisreiche Kulturwoche

Einen Tag nach unserer Ankunft im Laos begann die aufregende Kulturwoche. Hier die einzelnen Programmpunkte:

Die drei Mädchen besuchen einen Tempel

Montag

  • Lao Sprachkurs

Dienstag

  • Besuch des nahe gelegenen Dorfes und eines Elefantencamps (Wir hatten Glück, denn normalerweise ist das nur an den Wochenenden möglich.)
  • Vorbereitung von Opfergaben mit anschließendem Tempelbesuch

Mittwoch

  • Besuch der Stadt Vientiane

Donnerstag

  • Geführte Wanderung durch den Dschungel und anschließendes Picknick auf einem Felsen
  • Kochkurs

Freitag

  • Einführung in das Kindergartenprojekt

Die erlebnisreiche und intensive Kulturwoche von Montag bis Freitag ermöglichte Florence, Emeline und mir Land und Leute besser kennenzulernen und verschaffte uns einen Einblick in den Buddhismus. Den Menschen, denen wir begegneten, waren alle sehr gastfreundlich, hilfsbereit und hatten stets ein Lächeln auf den Lippen.

Die freie Zeit am Wochenende nutzten wir, um mit dem Bus in die »Party-Stadt« Vang Vieng zu fahren, die einige Wasseraktivitäten (bspw. Kayak, Tubbing) anzubieten hat. Vor allem sticht die kleine Stadt durch ihre atemberaubende Berglandschaft entlang eines Flusses hervor.

Kinder sitzen an einer Wand entlang auf dem Boden

An den folgenden Wochenenden hatten wir die Möglichkeit andere schöne Städte wie Luang Prabang oder Vientiane zu besuchen. Luang Prabang habe ich leider nicht besucht, da ich mir eine elfstündige Reise im »Sleeping Bus« durch die Berglandschaft nicht zumuten wollte. Als Alternative dazu machte ich einen Shoppingtrip nach Vientiane.

Liebenswerte Kinder

Nach dem Wochenendausflug in Vang Vieng stand für mich in der zweiten Woche am Montag der erste Schultag bevor, auf den ich mich schon sehr freute. Um Sprachbarrieren zu vermeiden begleitete Suan, einer der Koordinatoren, mich täglich zum lokalen Kindergarten. Am ersten Tag wurden wir dort freundlich von den Kindern und Lehrerinnen empfangen.

Anna unterrichtet die Klasse

Anfangs wirkten die Kinder etwas scheu, da sie abgelegen von der Hauptstadt, den Kontakt mit einem »Falang« (Bezeichnung für weiß- und schwarzhäutigen Ausländer) nicht gewohnt sind. Immer wieder hörte ich den Begriff »Falang«, was mich öfters zum Schmunzeln brachte, da ich genau wusste, dass die Laoten über mich redeten.

Die anfängliche Zurückhaltung der Kinder löste sich nach ein paar Tagen, sodass ich eine intensive Beziehung zu ihnen aufbauen konnte. Jeden Morgen brachte ich ihnen auf eine spielerische Art und Weise das englische Alphabet und ein paar englische Wörter bei. Am Nachmittag nach der Mittagsruhe bekamen die Kinder etwas zu Essen und wurden gebadet.

Kinder malen auf dem Boden

Anschließend wollten sie aufgrund der hohen Temperaturen lieber spielen als Englisch lernen. Während meiner Arbeit im Kindergarten lernte ich, dass sich die Kinder auch ohne Spielzeug gut beschäftigen können und sich über einfache Dinge wie Musik und Buntstifte freuen.

Anna macht einen Selfie mit drei Kindern

Als ich in der letzten Woche Erinnerungsfotos machte, stellte ich fest, dass die Kinder Selfies lieben. Sobald ich mein Smartphone in der Hand hielt, standen schon einige Kinder in perfekter Selfie-Pose hinter mir. Einige lustige Bilder sind dabei schon entstanden. Am Ende meines Aufenthalts fiel es mir schwer mich von den Kindern zu verabschieden, da ich eine enge Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Die unzähligen Selfies werden mich in Zukunft an die positiven Erfahrungen und die schöne Zeit erinnern. Die beiden Lehrerinnen und Suan waren sehr dankbar über meine Unterstützung und schätzten es, dass ich einen Teil meiner Englischkenntnisse an die Kinder weiter geben konnte.

Warum es sich lohnt an einem der Freiwilligenprojekte im Laos teilzunehmen?

Obwohl Laos kein typisches Reiseziel mit Meer und Strand ist, sollen u. a. die folgenden Gründe ein Anreiz dafür sein, dieses Land zu erkunden:

1. Die Unterkunft in der ländlichen Umgebung ermöglicht jedem Projektteilnehmer Laos von einer ganz anderen Perspektive zu entdecken, die man als Tourist wohl nicht auf diese Art und Weise zu sehen bekommt. Die Dörfer sind teilweise noch so »unberührt« von der westlichen Welt, was ihnen einen besonderen Charme verleiht. Trotz einfacher und teilweise armer Lebensverhältnisse ist den Dorfbewohner anzusehen, dass sie glücklich sind mit dem was sie haben.

2. Ein weiter Grund, warum sich eine Reise nach Laos lohnt, ist die Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der Laoten. Auch wenn weiß- und schwarzhäutige Ausländer manchmal für sie fremd sind, zeigen sie Interesse. Das Lächeln der Leute hat mich während meines Aufenthalts am meisten berührt.

Laote auf einem Motorrad

Es gibt noch viele weitere Aspekte, die das Land außergewöhnlich machen. Wollt ihr Land und Leute kennenlernen? Dann entscheidet euch für eines der Projekte im Laos, die Stepin anbietet. Ihr werdet sicherlich jede Menge positiver Erfahrungen sammeln und die Menschen werden sich über Eure Unterstützung freuen! In Zukunft soll Laos, das Land inmitten Südostasien, genauso wie seine Nachbarn herausstechen und nicht mehr »vergessen« werden.

Eure Anna

Mehr Infos zum Programm

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