Freiwilligenarbeit in Kanada: Desiree im Vancouver Tierschutz-Projekt

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Nachdem Desiree aus Rheinland-Pfalz ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, war für sie klar, dass dies der richtige Zeitpunkt war, um ihren Traum zu verwirklichen und für eine längere Zeit ins englischsprachige Ausland zu gehen. Anfang 2016 hat Desiree schließlich ihren Koffer gepackt, um für über zwei Monate Freiwilligenarbeit in Kanada zu leisten. In ihrem Erfahrungsbericht beschreibt Desiree was sie während ihrer Zeit als Volunteer in British Columbia alles erlebt hat.

Es war schon immer ein Wunsch von mir, Tieren – insbesondere Hunden – zu helfen.

Ankunft in Kanada

Katharina-und-Desiree-in-VancouverAm Flughafen in Vancouver angekommen, wurde ich von einem Fahrer der kanadischen Partnerorganisation abgeholt und zu meiner Gastfamilie nach Abbotsford gebracht. Es folgte eine Führung durch das Haus und ein erstes Kennenlernen. Da ich sehr müde vom Flug war, bin ich an diesem Abend recht früh ins Bett gefallen.

Die darauffolgende Woche hatte ich noch frei, also erkundete ich Abbotsford und die nähere Umgebung. Abbotsford, ein Vorort von Vancouver, ist ziemlich weitläufig. Ich empfand es als sehr groß, da ich selber aus einer ländlichen Gegend stamme. Für die Kanadier ist Abbotsford allerdings wie ein kleines Dorf. Es gibt zwei große Shoppingmalls und in der Innenstadt ein paar kleine sympathische Läden. An meinem ersten Freitag hatte ich eine Verabredung mit Katharina, einem anderen Stepin-Volunteer. Wir hatten schon vorher Kontakt per E-Mail aufgenommen und das Treffen ausgemacht.

Meine Arbeit im Tierheim

An meinem ersten Arbeitstag im Tierheim wurde ich zunächst von der stellvertretenden Managerin Sherrie in Empfang genommen. Sie hat mir mein Arbeits-T-Shirt ausgehändigt und ist mit mir einige Dinge durchgegangen, z.B. haben wir meine Daten abgeglichen und haben besprochen, was meine Aufgaben werden sollten. Anschließend hat sie mir in einem Rundgang das Tierheim gezeigt.

Desiree-mit-Hund-Raja-im-TierschutzprojektUm beim Umgang mit den Tieren nichts falsch zu machen, wurden einige Einführungsvideos zur Verfügung gestellt, die ich mir während der ersten paar Tage angeschaut habe. Danach hat mich Katharina in die Arbeit eingewiesen. Nach einigen Tagen waren wir ein eingespieltes Team und haben die meisten Arbeiten zusammen erledigt.

Kleiner Tipp am Rande: Ich würde jedem, der an dem Tierschutz-Projekt teilnehmen möchte raten, alte Klamotten mitzunehmen, die man nach seiner Zeit in Tierheim einfach wegwerfen kann, da diese doch sehr dreckig werden können.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Desiree und Hund Lio beim Gassi gehenDer Tag im Tierheim begann meistens damit, morgens mit den Hunden spazieren zu gehen und diese anschließend in die Zwinger im Außenbereich zu bringen, in denen sie dann auch gefüttert wurden. Danach haben wir die Katzen gefüttert und ihre Zwinger gereinigt. Anschließend wurden die Hundezwinger gesäubert und wieder neu mit Betten, Decken und Spielzeugen ausgestattet.

Neben diesen Dingen fielen noch allgemeine Aufgaben wie Spülen der Hunde- und Katzennäpfe, Waschen der benutzten Decken und Handtücher, oder das Putzen des Rezeptionsbereiches an. Wenn wir kleine Tiere wie Hasen oder Meerschweinchen hatten, mussten auch diese gesäubert und gefüttert werden.

Nachdem wir mit allen Aufgaben fertig waren, begann der schönere Teil des Tages: Wir haben draußen mit den Hunden gespielt oder sind nochmal mit ihnen spazieren gegangen. Auch mit den Katzen konnte man in den Katzenräume spielen und kuscheln. Man merkt wirklich, dass die Tiere es genießen, wenn man Zeit mit ihnen verbringt. Auch man selbst bekommt so viel von ihnen zurück, sodass man jeden Tag mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause geht.

Der Zeitaufwand der Aufgaben hängt immer davon ab, wie viele Tiere sich gerade im Tierheim befinden und wie viele Mitarbeiter da sind. Es gibt auch freiwillige einheimische Helfer, die morgens kommen, um mit den Hunden rauszugehen und einem so die Arbeit erleichtern.

Das Leben in einer kanadischen Gastfamilie

Wenn ich nach der Arbeit nach Hause gekommen bin, habe ich entweder Zeit mit meiner Gastschwester verbracht oder meiner Gastmutter beim Kochen geholfen. Ich durfte bei einer ganz lieben alleinerziehenden Mutter und ihrer siebenjährigen Tochter leben. Dort hatte ich mein eigenes Zimmer und das Bad habe ich mir mit der Tochter geteilt.

Desirees und ihre Gastfamilie in White Rock, KanadaOft haben wir gemeinsam schöne Dinge unternommen: z.B. sind wir an meinem ersten Wochenende in Kanada in den Stanley Park in Vancouver gefahren. Auch sonst war es meiner Gastmutter wichtig, dass ich etwas von der Umgebung sehe, sodass wir Ausflüge in die umliegenden Orte Harrison Hotsprings, Chilliwack oder White Rock gemacht haben.

Ab und zu bin ich auch mit zum Turnen oder Basketball-Training der Kleinen gegangen und habe ihr dabei zugesehen. Auch mit meiner Gastmutter habe ich manchmal Dinge alleine unternommen: Wir waren shoppen, im Kino, Abendessen oder in den heißen Quellen von Harrison Hotsprings. Unter der Woche haben wir, sobald die Kleine im Bett war, jeden Abend zusammen Serien oder Filme geschaut. Ich habe mich im Alltag sehr wohl gefühlt, weil ich gut ins Familienleben eingebunden wurde. So habe ich z.B. kleine Aufgaben im Haushalt übernommen.

Was die Verpflegung angeht: Mein Frühstück und mein Lunchpaket für die Arbeit habe ich mir immer selber zubereitet. Abends hat meine Gastmutter dann etwas Warmes gekocht und sich dabei auch an meinen Wünschen orientiert. Ich bin oft zusammen mit ihr einkaufen gegangen und durfte mir Dinge aussuchen, die ich mag.

Freizeit in Kanada

In meiner Freizeit habe ich viel mit Katharina unternommen: Wir waren in den Shoppingmalls in Abbotsford, haben zusammen Vancouver erkundet und auch mal größere Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen.

Volunteer-Desiree-in-VictoriaZum Beispiel waren wir für zwei Nächte in Whistler – einem Skigebiet in der Nähe von Vancouver und ein Wochenende auf Vancouver Island, wo wir Victoria (die Hauptstadt von British Columbia) besichtigt haben. An unserem letzten gemeinsamen Wochenende haben wir auf einen Welpen im Haus der Tierheim-Managerin aufgepasst, was auch wirklich sehr lustig war. Wir haben zusammen gekocht, Filme geschaut und nebenbei mit dem Welpen gespielt und gekuschelt.

Nach sieben Wochen war die gemeinsame Zeit mit Katharina vorbei und ich war eine Woche als einzige Freiwillige im Tierheim. In dieser Zeit wurde die Arbeit dann zwischen den Mitarbeitern und mir aufgeteilt. In den letzten beiden Wochen kamen dann wieder neue Freiwillige, bei deren Einarbeitung ich mitgeholfen habe.

Mein Fazit

Kanada ist ein wunderschönes Land und ich kann jedem empfehlen, sich an den Wochenenden die Umgebung von Vancouver anzuschauen. Die Leute vom Tierheim haben auch kein Problem damit, einem mal einen Tag länger frei zu geben.

Desiree-und-Katze-Topaz-im-TierschutzprojektDie Aufgaben im Tierheim sind alle wirklich gut zu erledigen. Ich muss gestehen, dass ich vor meiner Zeit als Volunteer etwas Angst vor Katzen hatte, diese ist jedoch durch die Arbeit mit ihnen komplett verflogen. Also falls jemand Bedenken haben sollte, dass er irgendwas nicht schaffen könnte, den kann ich beruhigen. Man wird nie mit Aufgaben alleine gelassen, die man sich nicht zutraut. Das gesamte Team ist sehr nett und hilfsbereit. Man bekommt das Gefühl vermittelt, dass die Leute einen nicht als Volunteer sehen, der eh nur für kurze Zeit da ist, sondern man wird wirklich ins Team aufgenommen. Die Leute sind einem dankbar für die Arbeit, die man leistet – das fühlt sich gut an!

Mir hat die Zeit im Tierheim und in der Gastfamilie sehr viel Freude bereitet. Dementsprechend traurig war ich, als es dann nach zehn Wochen hieß Abschied zu nehmen. Die Leute wachsen einem ans Herz, grade wenn man mit ihnen unter einem Dach lebt und einen gemeinsamen Alltag entwickelt. Außerdem ist es mir schwer gefallen, mich von den Tieren zu verabschieden. Wenn man einige Zeit mit den Tieren verbringt, lässt es sich nicht vermeiden, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und beim Abschied von ihnen sind bei mir ein paar Tränchen geflossen.

Abschließend kann ich sagen, dass Kanada für mich persönlich eine sehr tolle Erfahrung war. Ich habe viel gelernt und tolle Menschen getroffen. Manchmal wünschte ich, ich könnte die Zeit zurückdrehen, um all das noch einmal erleben zu dürfen.

Eure Desiree

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