Freiwilligenarbeit Sri Lanka: Eine unvergessliche Reise

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Wenn du den Artikel »Sri Lanka – Eine Insel der kulturellen Einzigartigkeit« in unserem Weltneugier-Magazin gelesen hast und nun neugierig geworden bist, wie wohl eine Reise als Volunteer in das faszinierende Land aussehen könnte, bist du hier genau richtig. Heute berichte ich nämlich von unseren Projekten vor Ort, den Unterkünften und Gastfamilien, dem Kulturprogramm und von allem, was man vor einer Reise nach Sri Lanka so alles über das Land wissen sollte!

Zunächst: Das Leben in einer Gastfamilie

Entscheidest du dich für Freiwilligenarbeit auf Sri Lanka, gibt es verschiedene »Bausteine«, die du beliebig miteinander kombinieren kannst. Beim obligatorischen ersten Baustein »Kultur« wohnt man in einer singhalesischen Gastfamilie in der schönen Stadt Kandy, die den Mittelpunkt Sri Lankas bildet und im dicht bewachsenen Gebirge liegt. In der Gastfamilie lernt man viel über die Kultur Sri Lankas, über das Essen und die Lebensphilosophie. Sri Lanker sind zum Beispiel sehr gesellig, das bedeutet beispielsweise, dass mehrere Generationen unter einem Dach wohnen, Türen (sofern vorhanden) immer offen bleiben und dass die kleinen Häuschen oft mit Besuchern gefüllt sind. Dabei spielt gerade das Essen eine zentrale Rolle.

Zwei unserer Steppies mit ihrer GastmutterSri Lankische Frauen stehen oft stundenlang in der Küche, damit alle zusammen ausgiebig essen können. Du solltest auf jeden Fall viel Hunger mitbringen, denn es wird viel aufgetischt und oft nachgeholt. Besonders als europäischer Gast wirst du vermehrt aufgefordert, viele Speisen zu probieren und je mehr du probierst, umso mehr freut sich die Köchin ;-).

Typisch Sri Lanka: Ruhig bleiben

Bist du zum Essen eingeladen, ist es auch üblich ein kleines Geschenk mitzubringen. Der Gastfamilie ein Gastgeschenk aus Deutschland mitzubringen ist daher auch eine sehr freundliche Geste. Egal wie gut der Gastfamilie das Geschenk gefallen wird, sie wird es vermutlich nicht direkt auspacken und sich lauthals freuen, denn Sri Lanker bleiben gerne ruhig und handeln besonnen. Wutausbrüche, Stimmungswechsel oder Nervosität gehören nicht zu ihrem Repertoire der Gefühlsregungen.

Landschaft auf Sri Lanka

Auch die direkte Konfrontation bei Missverständnissen oder Streit wird oft vermieden und daran sollte man sich als Gast auch halten. Während der Einführungswoche lernst du die ersten wichtigen Vokabeln in der singhalesischen Sprache kennen, lernst sri-lankische Gerichte zu kochen und bekommst eine traditionelle Ayurveda-Behandlung.

Außerdem schaut man sich zusammen mit den anderen freiwilligen Helfern die Stadt an, besichtigt zum Beispiel den Zahntempel, den Kandy Lake, die riesige Buddha-Statue auf dem Bahirawakanda-Berg und fährt in den umliegenden Regenwald. Besichtigt man einen Tempel oder einen heiligen Ort, sollte man sich auch dementsprechend verhalten, d.h. bestimmte Körperteile verhüllen, im Tempel die Schuhe ausziehen, Buddha-Statuen nicht den Rücken zukehren und schon gar kein Foto von oder mit einer Buddha-Statue machen.

Und auf zum Volunteering!

Einer unserer Steppies im WaisenhausHat man sich in den ersten Tagen auf der Insel mit der Kultur vertraut gemacht, geht es in der zweiten Woche zu den Freiwilligenprojekten. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich im sozialen sowie ökologischen Bereich zu engagieren, wie zum Beispiel bei der Betreuung von Waisenkindern, beim Englischunterricht oder beim Bau von Schulen oder Tempeln.

Tierschutz-Projekte wie das Schildkrötenschutz-Projekt und das Elefanten-Waisenhaus sind ebenfalls sehr beliebt bei unseren Volunteers. Während der Projekte wohnt man in einem extra für Volunteers eingerichteten Gästehaus mit anderen freiwilligen Helfern zusammen und hat so die Möglichkeit nach der Arbeit Land und Leute zusammen mit den anderen zu erkunden.

Drei unserer Steppies auf dem Rücken eines ElefantenGegessen wird ebenfalls gemeinsam in den Behausungen, doch auch außerhalb des Hauses ist die Auswahl sehr vielfältig. In Restaurants oder Straßenständen kann man preiswerte Currys probieren oder eines der süßen Desserts. Wenn man auswärts essen geht sollte man ans Trinkgeld zu denken. In Sri Lanka bezahlt man übrigens mit Rupien.

Wie man von einem Ort zum nächsten kommt

Wenn man sich auf Sri Lanka fortbewegen möchte, gibt es wirklich unzählige Möglichkeiten vom Elefanten hin bis zum Schiff. Am ehesten empfiehlt sich allerdings der Zug, dessen Schienennetz auf der gesamten Insel gut ausgebaut ist. Auch mit dem Tuktuk kommt man schnell und preiswert voran, zumindest auf Kurzstrecken.

Bunte Tuktuks auf Sri Lanka

Weniger gemütlich sind dafür die Busse, die nach ihren eigenen Verkehrsregeln fahren und auch nicht unbedingt den europäischen Sicherheitsbestimmungen folgen: Einsteigen kann offenbar jeder, der noch irgendwie in den Bus passt. Dass der Bus dabei schon eine besorgniserregende Schieflage erreicht, interessiert eigentlich niemanden ;-).

Was du in deiner Freizeit tun kannst

Nach getaner Arbeit kann der Baustein »Abenteuer und Erholung« folgen. Dabei kann man zwischen abenteuerlichen Aktivitäten, wie zum Beispiel Trekking und Safaris, oder entspannenden Tätigkeiten, wie Tempelbesichtigungen, Yoga-Kursen oder Sonnenbaden am Strand entscheiden. Beim Trekking durch das Gelände des Berges »Nuwara Eilyam« sowie bei der Safari kann man nicht nur den dichten Dschungel, die bunten Blumen und exotische Waldbewohner wie Affen oder Flughunde bewundern, sondern trifft auch auf Teeplantagen und malerische Wasserfälle.

Strand auf Sri Lanka

Die Tempelwoche sowie der Yoga-Kurs stehen vollständig unter dem Motto »Meditation« und »Selbstfindung« und man erlernt einige wichtige Techniken, die vielleicht auch zu Hause in brenzligen Situationen Anwendung finden. Bei der Tempelwoche wohnt man im Tempel, macht alle Zeremonien mit und wird in der Kunst des Meditierens geschult.

Während des Yoga-Kurses erlernt man die verschiedenen Figuren des Yoga, lernt zu meditieren und wird nachmittags in der Heiltechnik der Ayurveda-Kur ausgebildet. In Ambalangoda, einer Küstenstadt, die zum Bezirk von Galle gehört, kann man an den tollen Stränden  Sonne tanken und sich erholen. Auch ein Besuch der Maskenwerkstatt steht auf dem Programm, denn Ambalangoda ist bekannt für seine bunten und gruseligen Masken, die für traditionelle Tänze, Zeremonien und festliche Umzüge in ganz Sri Lanka angefertigt werden.

Trotzdem: Eine Herausforderung im Lebensstandard ist die Insel ohne Zweifel

Waisenkind mit einem unserer SteppiesWenn man nach Sri Lanka will, muss man sich etwas wichtiges bewusst machen: Auch wenn das Land derzeit wirtschaftlichen Aufschwung erfährt, es zu den Ländern mit unteres mittleres Ein­kommens­niveau zählt und bis 2015 die Millen­niums­ent­wick­lungs­ziele erreicht haben wird, findet man dort oftmals nicht den gleichen Lebensstandard vor, wie du ihn aus Deutschland gewohnt bist.

Stromausfälle sind keine Seltenheit, es gibt Kinder, die auf den Straßen betteln, und einige Einheimische, die versuchen, auf ihre Weise vom Tourismus zu profitieren. Viele Reisende ziehen es daher vor, in ihrer schützenden Touristenblase zu bleiben und in einem guten Hotel den wohlverdienten Urlaub zu genießen. Wir ermutigen aber unsere Volunteers, auch das echte, authentische Sri Lanka fernab der »Touristenbunker« zu erleben und so eine völlig neue Kultur kennenzulernen.

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