Florida Mustang Rescue: Als Volunteer Amerikas Wildpferde schützen

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Leonie, unsere pferdeverrückte Australien-Expertin bei Stepin , hat sich diesmal nicht ins australische Outback, sondern als Volunteer in die USA aufgemacht hat. Fast 3 Wochen lang hat sie als freiwilliger Helfer einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Mustangprojekts in Florida werfen können und ist ziemlich begeistert. Im Interview mit Programm Managerin Lara hat sie eure häufigsten Fragen beantwortet:

Worum genau geht es bei diesem Projekt?

Es geht um den Schutz der Mustangs in den USA. Auf der Farm werden verwahrloste oder misshandelte Mustangs wieder aufgepäppelt und sie lernen den Menschen erneut zu vertrauen. Die Wildpferde werden gezähmt und ausgebildet, so dass sie später in gute Hände vermittelt werden können.

Obstacle-Course-Day2Eine der Stuten, die ich während meiner Zeit vor Ort geritten habe und die ich als etwas übergewichtig gesehen habe, wurde vor einigen Jahren von den Gründern des Projekts gerettet.

Sie war damals bis auf die Knochen abgemagert, konnte nicht mehr eigenständig stehen und hatte sich dadurch wundgelegen. Die Fotos von damals zu sehen war wirklich schrecklich, aber ihre Entwicklung seitdem einfach unglaublich schön – da hat man ihr die paar Kilos extra auch gerne gegönnt!

Hattest du vorher schon Erfahrung mit Pferden und ist dies eine Voraussetzung für die Teilnahme am Programm?

Ich hatte schon etwas Erfahrung mit Pferden, die ich hauptsächlich während meiner Zeit auf der Farm  in Australien gesammelt hatte. Ich hatte allerdings nie Reitunterricht, sondern durch unzählig viele Ausritte habe ich mir das Reiten nach eigenem Ermessen beigebracht. Ich hatte allerdings keinerlei Erfahrung im Training von Jungpferden oder ähnlichem. Zum Glück hätte ich diese aber auch nicht gebraucht, um am Programm teilnehmen zu können.

Ride-and-horsesWährend meiner Zeit waren einige Freiwillige da, die vorher noch nie oder erst einmal auf einem Pferd gesessen haben und auch ihnen hat es total gut gefallen. Je nach Erfahrungslevel erfolgt im Projekt nämlich auch die Zuteilung der Pferde und mancher Aufgaben.

Jedem wurde der Umgang mit den Pferden, das Putzen und auch das Reiten vor Ort erklärt – auch den Mädels mit unendlich viel Reiterfahrung. Es geht hierbei darum, die Trainingsmethoden des Projekts kennenzulernen, mit denen die Pferde trainiert werden.

Wie viele andere Freiwillige waren mit dir im Projekt? Waren das alles Deutsche?

Wir waren zwischen 4 und 8 Freiwillige während ich im Projekt geholfen habe. Ich fand das sehr angenehm, auch wenn manche (nicht so tolle) Aufgaben mit mehr Leuten auf jeden Fall schneller gegangen wären. Andererseits konnten wir uns so aber auch intensiv kennenlernen und wir haben uns wie eine kleine Familie gefühlt.

Daily-choresIn den meisten Wochen sind zwischen 4 und 12 Freiwillige vor Ort, in den Sommermonaten können es aber manchmal auch bis zu 17 Volunteers sein. Die anderen Teilnehmer kamen hauptsächlich aus Europa. Unsere Truppe bestand aus Leuten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Schweden und der Schweiz – es herrschte also ein bunter Mix an Nationalitäten!

Wie oft wart ihr reiten?

Es handelt sich bei diesem Projekt nicht um einen Reiturlaub, sondern um die Rettung, Pflege und das Training der Mustangs. Daher waren wir natürlich nicht täglich auf den Pferden unterwegs. Es wird in der Regel zumindest einmal pro Woche ein Ausritt organisiert, wobei ich Glück hatte und in den knapp 3 Wochen sogar viermal reiten war. Es wird ansonsten aber natürlich viel mit den Pferden gearbeitet.

Obstacle-Course-DayJeder von uns hatte z.B. ein Projekt-Pferd, um das wir uns ganz besonders gekümmert haben. Mein Projekt-Pferd hieß Smootchie und hatte eine Hufkrankheit, die täglich versorgt werden musste. Zudem habe ich sie aber natürlich auch geputzt. Andere Mädels hatten z.B. ein Jungpferd, das etwas Geduld üben musste und erstmal an Menschen gewöhnt werden sollte.

Was waren die täglichen Aufgaben?

Morgens und am frühen Abend gab es feste Aufgaben, die täglich erledigt werden mussten. Hierzu gehörten: Reinigung der Pferde-Gehege, Fütterung der ungefähr 50 Pferde (Heu und Kraftfutter), Versorgung der Hühner, Schweine und Hunde und die generelle Reinigung des Geländes. Die anderen Aufgaben waren unterschiedlich:  Arbeit mit Jungpferden, Striegeln der Pferde, Betreuung des Projekt-Pferdes, Reparatur von Zäunen,  Bau eines Hindernis-Parcours, und vieles mehr.

Gab es eine Einführungsveranstaltung?

Eine offizielle Einführungsveranstaltung gab es nicht, aber ich wurde von Alicia, unserem »Volunteer Coordinator« aus Schweden, durchs Haus und über die Farm geführt.

Walk-and-GroomingZudem wurden mir die Aufgaben rund ums Pferd Schritt für Schritt erklärt, aber am eigentlich war vieles einfach »Learning by Doing«. Unsere Koordinatorin war aber rund um die Uhr in unserer Nähe und stand uns jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung!

Wie viele freie Tage hattest du?

In der Regel hieß es, dass wir für 6 Tage pro Woche auf der Farm mithelfen. Da die Tiere aber natürlich täglich versorgt werden müssen, hatten die Hälfte von uns samstagmorgens und die andere Hälfte sonntagmorgens frei. Sonntagsnachmittags war nach dem Füttern und Saubermachen für alle frei, bis abends wieder gefüttert werden musste. Zusätzlich wurden aber auch unter der Woche mal Ausflüge an Nachmittagen gemacht, an denen wir dann natürlich nicht arbeiten mussten.

Leonie-und-die-ManateesWas hast du in deiner Freizeit gemacht?

Generell gab es relativ wenig Freizeit und es kam nie Langeweile auf. Da das Projekt etwas abgelegen ist, waren wir auf Mitfahrgelegenheiten angewiesen. Mr. Bob und sein Hund »Dog«  haben uns mit dem projekteigenen gelben Schulbus immer durch die Gegend gefahren. Es wurde oft etwas für uns organisiert und die Leute vor Ort waren immer für Vorschläge offen!

Es wurde uns wirklich einiges geboten und wir haben viele Ausflüge gemacht: Besuch von Rodeos, Shopping Malls, Western Shops, aber auch Ausflüge zum Airboating, bei dem wir freilebende Alligatoren gesehen habe, zu den Seekühen, die wir sogar anfassen konnten, zu urigen Stadtfesten, zum Line Dancing, zu Raketenstarts…..das Angebot war riesig und die meisten Ausflüge waren ohne Extrakosten möglich!

Wie war denn die Unterkunft im Projekt?

Wir waren in Mehrbettzimmern in einem wunderschönen Farmhaus untergebracht, das erst ein paar Jahre alt war. Ich habe mein Zimmer mit 2-3 weiteren Volunteers geteilt. Es gibt insgesamt 2 Badezimmer, ein großes Wohnzimmer mit Kamin, eine offene Küche und einen tollen Swimmingpool zum Relaxen nach getaner Arbeit! Ich hatte etwas völlig anderes erwartet und war total positiv überrascht….die Unterkünfte bei der Freiwilligenarbeit sind ja sonst eher einfach gehalten.

Ist die Verpflegung inklusive?

Ja, im Programm sind 3 Mahlzeiten pro Tag enthalten. Frühstück hat sich jeder selbst gemacht aber das Mittag- und Abendessen wurde abwechselnd von 2 Freiwilligen aus der Gruppe zubereitet.

Unterkunft-Mustang-Projekt-FloridaZudem gab es viele Snacks, Kuchen, Brownies und oftmals Popcorn für unsere DVD-Abende. Es war also immer genügend Essen da und was Leckeres für jeden dabei.

Bei Ausflügen, die bis abends gingen, wurden wir gefragt, ob wir z.B. gerne in einem typischen Steakhouse oder beim Mexikaner essen gehen wollten. Das Essen dort mussten wir natürlich selbst bezahlen, aber es war sehr günstig und wir hätten auch nein sagen können.

Gibt es Internetzugang auf dem Projektgelände?

W-Lan gab es in der Regel morgens vor Arbeitsbeginn und in der Mittagspause. Wir brauchten dafür aber natürlich ein eigenes Smartphone oder Tablet. Ich fand es abends ohne Internet auch mal echt entspannend, da nicht alle ständig auf ihr Handy geguckt haben.

Musstest du eigene Reitkleidung mitbringen?

Daily-chores2Nein, ich musste nichts fürs Reiten mitbringen, aber ich habe meine eigenen Westernstiefel mitgenommen. Extra etwas für die Arbeit im Projekt kaufen, muss man sich jedoch nicht. Auf der Farm wurden Reitkappen und auch Boots gestellt und geritten wurde oftmals einfach in Jeans.

Was für Klamotten hast du sonst so eingepackt?

Schicke Kleider, hohe Schuhe, Handtücher und Bettwäsche habe ich beruhigt zuhause gelassen. Badesachen und Klamotten, die ruhig schmutzig werden dürfen, waren dafür aber auf jeden Fall dabei! Sonnencreme hatte ich dabei, wobei es davon und auch Insektenspray genügend im Projekt gab. Auch meine Schminke hätte ich ruhig zuhause lassen können, da ich ab dem 2. Tag nicht mehr daran gedacht habe.

Im Nachhinein hätte ich bei genügend Platz im Gepäck auf jeden Fall noch Gummistiefel eingepackt. Diese können sehr hilfreich sein, um vor Ort trockene Füße zu behalten! Wir hatten natürlich auch im Projekt Gummistiefel, die man sich leihen konnte, aber meine Größe war oftmals vergriffen oder doch schon kaputt.

Bei der Arbeit sind deine Klamotten bestimmt nicht sauber geblieben. Konntest du vor Ort waschen?

Leonie-im-SchweinegehegeJa, klar sind die Klamotten schmutzig geworden. Meistens hat das nicht länger als ein paar Minuten gedauert.  Es gibt aber eine Waschmaschine und einen Trockner und beides kann auch von den Freiwilligen genutzt werden. Nur Waschmittel wird nicht gestellt, welches ich aber von den anderen Mädels haben konnte, die länger im Projekt geholfen haben.

Wie viel Geld hast du ausgegeben, während du am Projekt teilgenommen hast?

Viele der Ausflüge waren kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr, meistens um die $ 10, möglich. Ich persönlich habe aber schon einiges an Geld ausgegeben. Schließlich waren wir in einem Western-Store, einem Leder-Laden und bei Walmart und da hab ich überall zugeschlagen!  Ich habe insgesamt ca. $ 500 ausgegeben, mir aber auch sehr viel gegönnt. Generell würde ich empfehlen ca. $ 70-100 als Taschengeld pro Woche einzuplanen, das sollte im Normalfall ausreichen.

War deine Zeit im Projekt ausreichend?

Ich bin fast 3 Wochen dort gewesen und wäre liebend gerne länger geblieben. Meiner Meinung nach sind 2 Wochen absolutes Minimum, ich würde eher eine Teilnahme zwischen 4 und 8 Wochen empfehlen. Nach einer Woche kannte ich gerade die typischen Aufgaben und die meisten Namen der Pferde, nach 2 Wochen hatte ich mich richtig eingelebt und habe den neuen Volunteers beim Lernen der Namen der 55 Pferde geholfen!  Bei meinem Abschied habe ich schon 1-2 Tränen verdrückt, auch wenn ich versucht habe mich zusammenzureißen, aber die Zeit war wirklich etwas ganz Besonderes.

Was war dein schönster Moment?

Gruppenfoto-Mustang-Projekt-FloridaDas ist schwer zu sagen, da es so viele Highlights für mich gab. Abends einen Raketenstart zu sehen (und zu hören/spüren), wilde Alligatoren beim Airboating zu beobachten, ein Hindernis-Parcours mit den Pferden zu durchlaufen, das Training der Jungpferde mitzumachen – es gab viele besondere Erlebnisse für mich. Ich glaube aber, dass ich besonders den Moonlight-Ride niemals vergessen werde! Bei Vollmond haben wir gegen 22 Uhr unsere Pferde fertig gemacht und sind dann im Mondschein für fast 2 Stunden ausgeritten – das war für mich EINMALIG!

Mehr Infos zum Programm

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