Farmarbeit in Norwegen: Zum Work and Travel nach Skandinavien

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Isabelle hat 2016 im Rahmen ihrer Farmarbeit in Norwegen acht Wochen in einer ländlichen Region an der Westküste verbracht. Hier hat die 20-Jährige bei der Obsternte geholfen und Land und Leute kennengelernt. Der Aufenthalt hat Isabelle selbstständiger gemacht und sie möchte die Erfahrungen, die sie machen durfte, nicht mehr missen.

Bewerbung zur Farmarbeit in Norwegen

Nach meinem Abitur habe ich mich auf nach Norwegen gemacht, um am Hardangerfjord viele Erfahrungen und tolle Erinnerungen zu sammeln. Zu Beginn habe ich ein Anmeldeformular mit Informationen über mich selbst ausgefüllt und einen Brief geschrieben, in dem ich erklärt habe, warum ich unbedingt nach Norwegen möchte. Alles zusammen wurde von Stepin nach Norwegen versendet. Dort hat sich die norwegische Partnerorganisation um alles weitere gekümmert und stand jederzeit bei Problemen oder Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt hatte, begann das Warten und Hoffen. Interessierte Familien und Arbeitgeber melden sich direkt bei den Teilnehmern. Nach einigen Wochen und ungefähr einem Monat vor meiner gewünschten Ausreise bekam ich eine E-Mail von einer norwegischen Familie. Da ich sehr glücklich darüber war und die Familie sehr gut zu mir zu passen schien, habe ich sofort voller Aufregung zugestimmt. Anschließend musste ich nur noch den Flug buchen und voller Spannung auf den Abreisetag warten…

Es kann losgehen!

Sonnenuntergang in NorwegenMitte Juli war es dann endlich soweit. Der Koffer war gepackt und ich bin mit SAS (eine Airline, die ich sehr empfehlen kann) über Oslo nach Bergen geflogen. Der Hardangerfjord liegt an der Westküste Norwegens und ist der viertgrößte Fjord der Welt.

Die Landschaft ist traumhaft schön, vor allem bei Sonnenuntergang und spiegelndem Wasser. Der Fjord liegt umgeben von Bergen, die selbst im Mai noch mit Schnee bedeckt sind. Überall sieht man Wasserfälle und Obstbäume, die die Hardanger-Region so wichtig für Norwegen machen. Hier wird nämlich das Obst für ganz Norwegen angebaut und genau das war dort meine Aufgabe: die Obsternte.

Meine norwegische Gastfamilie

Während meiner Zeit in Lote, einem sehr kleinen und abgelegenem Dorf in der Nähe von Utne, habe ich bei einer Familie gewohnt. Meine Gasteltern sind Anfang 60 und betreiben ihren Hof seit drei Generationen.

Ich hatte mein eigenes kleines Zimmer und das Bad haben wir uns geteilt. Da wir alle zu unterschiedlichen Zeiten aufgestanden sind, gab es keinerlei Probleme bei der Nutzung des Bades. Gefrühstückt hat jeder für sich, aber die Mittagspause und das Abendessen haben wir zusammen verbracht.

Mit meiner Gastfamilie habe ich Englisch gesprochen, aber die Familie konnte auch Deutsch. Generell sprechen alle Norweger perfekt Englisch und sind sehr modern was Handys, Computer und Fernsehen betrifft. Nach der Arbeit verbringen die Norweger ihre Zeit meist auf der Couch vor dem Fernseher oder im Internet.

Das Essen ist vergleichbar mit dem in Deutschland. Zum Frühstück gibt es Brot mit Marmelade und Müsli. In der Mittagspause haben wir auch Brot mit Wurst und Käse gegessen. Um 17:00 Uhr gab es dann warmes Essen, meist mit Kartoffeln, Fleisch und einem gemischten Salat. Meine Gastfamilie hat mich wie ein Familienmitglied in ihren Alltag eingebunden und hat offen über alles mit mir geredet. Abends haben wir oft zusammen gesessen und erzählt.

Arbeitszeiten & Gehalt auf der norwegischen Farm

Unter der Woche habe ich von 9:00 bis 13:00 Uhr und dann nochmal von 14:00 bis 16:00 Uhr gearbeitet. Samstags waren meine Arbeitszeiten von 9:00 bis 14:00 Uhr. Der Sonntag war frei, aber natürlich kann jede Familie die Arbeitszeiten selbst festlegen. In der Regel ist das alles sehr locker und flexibel.

Man kann auch länger arbeiten und diese Stunden sammeln, um einen weiteren freien Tag zu bekommen. Ich kann das nur empfehlen, weil es immer mal Zeiten gibt, wo viel Arbeit anfällt und dann Zeiten, in denen man auf das Reifen der Früchte warten muss.

Ich habe 1.100 NOK (etwa 120 €) pro Woche verdient plus Urlaubsgeld, wovon ich 5% versteuern musste. Essen und Wohnen waren kostenlos, was ein großer Vorteil ist, da Norwegen ein sehr teures Land ist, vor allem in Bezug auf Lebensmittel.

Meine Aufgaben auf der Farm

Ich habe Kirschen, Pflaumen und Äpfel gepflückt. Man darf diese Arbeit körperlich auf keinen Fall unterschätzen, da man oft auf Leitern klettern muss und auch die Eimer nicht immer leicht sind. Wenn man seinen Eimer voll hat, leert man ihn an der Sammelstation in Boxen. Diese werden dann sortiert und mittags beim Fruchtlager abgeliefert.

Apfelernte in NorwegenInteressant dabei ist, dass jede Frucht besonderen Ansprüchen entsprechen muss, wie zum Bespiel die richtige Größe und die richtige Farbe. Außerdem darf sie keine Beschädigung oder Schönheitsfehler haben.

Am Wochenende habe ich die Ferienhäuser, die meine Familie vermietet, geputzt. Dabei musste ich Fenster putzen, Staub saugen, das Bad reinigen, Betten machen und feucht wischen. Mir hat die Abwechslung sehr gefallen und deshalb kann ich einen Mix aus verschiedenen Arbeiten nur empfehlen.

Wenn es einmal nicht so viel Arbeit gab, musste ich den Rasen mähen oder Kleider bügeln. Eigentlich habe ich mich nie gelangweilt, weil es auf so einer großen Farm immer etwas zu tun gibt. Leider hatten wir dieses Jahr sehr viel Regen in der Region, doch mit guter Regenausrüstung und Gummistiefeln haben wir trotzdem draußen geerntet.

Freizeit und Reisen in Norwegen

In meiner Freizeit bin ich viel gewandert und hab alle umliegenden Berge bestiegen. Die Aussichten auf den Fjord sind fantastisch und die Wanderwege sind sehr gut beschriftet und gepflegt. Einmal habe ich das Husedalen besucht. Hier sieht man vier Wasserfälle hintereinander und kann alle besteigen.

Wasserfall in NorwegenMit Feriengästen habe ich außerdem den Folgefonna-Gletscher besucht. Hier kann man noch bis Mitte September Ski fahren. Dann habe ich noch eine Bootstour nach Eidfjord zum Voringsfossen, einem Wasserfall, gemacht und gemeinsam mit der Familie zwei größere Städte, Haugesund und Bergen, besucht.

Bergen ist eine wunderschöne Stadt am Meer mit vielen alten Häusern und einem süßen Hafen mit Fischmarkt. Ein Ausflug dorthin lohnt sich immer. Dort bin ich auch mit der Seilbahn auf den Floien, einer der sieben Hausberge in Bergen, gefahren und hatte eine fantastische Aussicht über die ganze Stadt.

Auf meinem Weg nach Hause habe ich drei Nächte in Oslo verbracht. Auch Oslo mit seinem königlichen Schloss, dem Vigelandspark und den vielen Museen ist eine sehenswerte Stadt. Auf jeden Fall lohnt sich der Besuch des Holmenkollen, wo man die berühmte Skisprungschanze betreten kann.

Fazit meiner Zeit in Norwegen

Insgesamt war mein Auslandsaufenthalt eine tolle Erfahrung, die mich auf jeden Fall selbstständiger gemacht hat und ich kann Work and Travel in Norwegen nur weiterempfehlen. Ich habe viele Erinnerungen und ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Gastfamilie. So bin ich auch ein bisschen traurig, all die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, zurücklassen zu müssen.

Als Tipp möchte ich sagen, dass man leider nicht erwarten kann, dass man viele Gleichaltrige trifft. Meistens war ich alleine, doch hatte ich das Glück, dass viele der Feriengäste und die Freunde meiner Gastfamilie sehr nett waren. Manche haben mich mit zu einem Ausflug genommen oder haben mit mir bei einem gemeinsamen Abendessen gequatscht. So hatte ich Kontakt zu Menschen und habe viel Unterschiedliches erlebt.

Aber auch alleine lohnt sich eine Reise nach Norwegen und keine Angst, man findet sehr schnell Anschluss, da die Norweger sehr freundlich und hilfsbereit sind. Außerdem kann man bei der norwegischen Partnerorganisation eine Liste mit anderen Teilnehmern in ganz Norwegen anfordern und so Kontakt aufnehmen.

Ich hoffe, dass mein Bericht euch neugierig auf die Farmarbeit in Norwegen gemacht hat und dass auch ihr bald als »Working Guest« dorthin fahrt. :-)

Eure Isabelle

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