Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt

  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt
  • Farmarbeit in Kanada: Von Österreich in die große weite Welt

Julia hat sich mit ihrem Farmaufenthalt in Kanada einen großen Traum erfüllt. Warum sie sich für das zweitgrößte Land der Welt entschieden hat? Die 23-Jährige wollte einfach mal raus aus ihrer österreichischen Gemeinde in Kärnten, um etwas Neues zu sehen und zu entdecken. Sie ist ein richtiger Naturliebhaber, da war die weitläufige, abwechslungsreiche und unberührte Landschaft Kanadas genau das Richtige. In ihrem Erfahrungsbericht erfahrt ihr mehr über ihren 2-monatigen Aufenthalt auf zwei Farmen in British Columbia und Alberta.

Vorbereitungen für Kanada

Auf die Reise nach Kanada habe ich mich recht gründlich vorbereitet: Zuerst mussten für die Anmeldung bei Stepin einige Formulare und Unterlagen ausgefüllt werden. Die Bewerbung war recht umfangreich und teilweise auch in englischer Sprache. Stepin hat mir jedoch stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden und so konnte der Weg in die weite Welt geebnet werden. Die Bereitschaft des Teams, den Teilnehmern in jeder Situation zu helfen, ist sehr lobenswert.

Circa einen Monat vor meiner Ausreise habe ich mir den Kopf zerbrochen und eine eeewig lange Packliste geschrieben, um ja nichts zu Hause zu vergessen. Man muss an alles Mögliche denken: Medikamente, Ausweise, Arbeitskleidung, Schuhwerk und und und… Hier ein paar Dinge, die du auf keinen Fall zu Hause lassen solltest: Reisepass, internationaler Führererschein und gültiger österreichischer bzw. deutscher Führerschein, Adapterstecker für die Steckdosen und eine Kamera. Im Voraus habe ich mich auch bemüht, noch alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen bei verschiedenen Ärzten zu erledigen, sodass dies nicht irgendwann in Kanada nötig werden könnte (z.B. Zahnarzt).

Ankunft in Vancouver

Als ich in Vancouver, im Westen Kanadas ankam, landete ich auf einem riesigen Flughafen und musste schauen, dass ich reibungslos durch den Zoll kam. Man bekommt schon im Flieger ein Formular, welches man mit seinen persönlichen Daten ausfüllen muss, zum Beispiel Name, Geburtsdatum, Anreise, Abreise, Anzahl der Tage, die man in Kanada bleibt, Grund, warum man nach Kanada fliegt etc. Dinge, die man nicht mitführen darf sind unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse, Pflanzensamen, explosive Dinge und Waffen.

Vancouver SeawallAls ich dann endlich aus dem Flughafen raus war und mit dem Taxi Richtung Hostel fuhr, genoss ich die wunderschöne Stadt und die angenehme Fahrt. In Downtown Vancouver angekommen, genauer gesagt in der Granville Street, betrat ich das Hostel durch eine große, grüne Flügeltür. Die Unterkunft war in Ordnung, aber nicht wirklich für einen längeren Aufenthalt geeignet. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es zur Informationsveranstaltung ins nur wenige Blocks vom Hostel entfernte Büro der kanadischen Partnerorganisation.

Dort empfing mich eine sehr nette Frau namens Zara. Sie war sehr hilfsbereit und erklärte mir alles, was ich für meine Reise durch Kanada und für die Farmen benötigen könnte. Außerdem half sie mir eine Prepaid Card für mein Handy zu besorgen und alle Verkehrsverbindungen zu verstehen. Den restlichen Tag verbrachte ich in Vancouver. Bereits am nächsten Tag ging es weiter Richtung Farm.

Transfer zur ersten Farm

Die Nacht im Hostel gut überstanden, die ersten Postkarten in den Briefkasten geworfen, stand ich am nächsten Morgen am Automaten für den Skyline Translink, den Zug zum Flughafen. Dort kaufte ich ein Ticket für 4 CAD, das sind ungefähr 2,80 €. Das Taxi hingegen kostete 32 CAD.

Der Flug nach Cranbrook wurde mit einer kleinen Propellermaschine mit circa 100 Personen an Bord durchgeführt und nach 1,5 Stunden landete ich mitten im Wald in British Columbia, also in derselben Provinz, in der ich startete. Dort erwartete mich auch schon Matthias, der Farmbesitzer, um mich abzuholen. Nach einer 40-minütigen Autofahrt waren wir auf der Farm angekommen. Ich bekam ein eigenes Haus, in dem ich während der Zeit, in der ich auf der Farm mithalf, wohnen durfte.

Farm #1: Das Leben auf einem Bio-Bauernhof

Die Farm, auf der ich zuerst gearbeitet habe, war biologisch geführt. Matthias und Astrid hatten sich 2002 dafür entschieden, von Deutschland bzw. der Schweiz nach Kanada auszuwandern, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Nun leben sie mit ihren zwei Kindern (8 und 10 Jahre) in einem wunderschönen Zedern-Blockhaus und besitzen ein nettes Chalet, welches sie vermieten und einen 1A-geführten Bauernhof.

Julia mit Huhn im StallAuf dem Hof selbst leben 65 Mutterkühe unterschiedlichster Rassen (Scottish Highland, Red Angus, Black Angus, Piote Montese), 20 Schweine, die einer Wildrasse ähneln und ungefähr 100 Hühner. Auf der Farm gab es sehr viel zu tun: Ich durfte täglich Katzen, Hühner, Schweine und die Bullen füttern, die Eier einsammeln, waschen und sortieren sowie Astrid etwas im Haushalt unter die Arme greifen.

Außerdem bauten wir in der Zeit, in der ich bei ihnen war, ein Gewächshaus und einen Keller für die Gemüselagerung. Mir gefiel es auf der Farm insgesamt sehr gut. Die Tage liefen sehr geregelt ab und ich hatte zwischendurch auch meine Freizeit. Es war hilfreich, zu Beginn in eine deutschsprachige Familie zu kommen. Wir hielten uns jedoch strikt daran, nur im Haus deutsch zu reden und auf dem Hof ins Englische zu wechseln.

Als es dann Zeit war, Abschied zu nehmen, hatte ich ein eher mulmiges Gefühl, da ich mir nicht sicher war, ob ich noch einmal so einen Glücksgriff machen würde. Aber ich ging es gelassen an und ließ es einfach auf mich zukommen.

Farm #2: Eine tolle Begrüßung

Mit dem Greyhound-Bus ging es nach einem zweitägigen Abstecher zum Banff-Nationalpark nach Edmonton, wo mich Marla und Rick, die Besitzer der 2. Farm, schon erwarteten. Ins Auto eingestiegen, verkündeten sie mir, dass wir direkt durch zu ihrer Tochter Terra fahren würden, welche für uns ein Oster-Abendessen vorbereitet hatte. Gespannt schweifte ich in Erinnerungen und erzählte ihnen von meiner Zeit in British Columbia, von mir und meinem Zuhause in Österreich.

Nach einer 1-stündigen Fahrt durch Edmonton hatten wir das Haus inmitten einer Wohnstraße erreicht. Wir wurden sehr herzlich empfangen und gleich an den Tisch gebeten. Der Truthahn wartete schon darauf zerteilt zu werden. Als Vorspeise gab es überbackenen Camembert, Cracker und Essiggurken. Zum Nachtisch dann noch Schokomus mit Obst und Kaffee. Nach dem reichen Mahl ging es ab zur Farm, die wir etwa 2,5 Stunden später erreichten. Geschafft und sehr müde ging es in das kleine, niedliche Haus, welches wir mit 4 Hunden und 2 Katzen teilten.

Farm-Life in Alberta

Mein Wohnbereich bestand aus dem unteren Stockwerk – einem ausgebauten Keller. Ich hatte ein großes Zimmer, ein eigenes bad und die Möglichkeit Wäsche zu waschen. Diese Farm ist eine typisch kanadische Farm. Sie besteht schon seit 115 Jahren über drei Generationen.

Kühe auf Weide in AlbertaAuf der Farm gab es ungefähr 100 Mutterkühe der Rasse Red Angus gekreuzt mit Charolet, 140 Schafe unterschiedlicher Rassen (Tunis, Suffolk, Ramblea und Dorset) sowie 8 Hunde und ungefähr 30 Katzen. Als Transportmittel kamen auf der Farm drei Quads zum Einsatz, da wir die kalbenden Kühe und Schafe dauernd kontrollieren mussten.

Meine Arbeit bestand darin, die Tiere zu füttern und im Schlachthof mitzuhelfen. Dort habe ich Fleisch verpackt und beschriftet. Außerdem half ich Marla sehr viel im Haushalt, da sie Probleme mit ihren Knien hatte und sich mit Stufen und längerem Stehen schwer tat.

Auch auf dieser Farm hatte ich meine Freizeit, es war nur etwas anders geregelt als auf der vorherigen Farm: Samstags fand ein gemeinsamer Wocheneinkauf statt und ich durfte etwas shoppen gehen. Ansonsten blieb mir die Zeit am späten Nachmittag, in der ich Reiseplanungen betrieb und spazieren ging. Einmal besuchten wir ein »Dinner Theater« mit dem Stück Funny Money, bei dem wir zuerst ein reichhaltiges Abendessen, Gratis-Getränke und ein recht nettes Theaterstück am Ende genießen durften.

Farmfamilie in KanadaInsgesamt gefiel es mir auf der Farm auch sehr. Die Kinder Bret und Terra waren in meinem Alter und wir verstanden uns wirklich gut. Auch mit ihren kanadischen Farmarbeitern freundete ich mich an. Zur Frage, ob es leicht war, in Kanada Freunde zu finden, kann ich nur sagen, dass ich von den Farmen kaum weggekommen bin und deshalb hauptsächlich mit den Leuten auf der Farm zu tun hatte. Ich bin sehr froh, sie kennengelernt zu haben und immer noch mit ihnen in Kontakt zu stehen.

Und zum Schluss: Sightseeing

Nach meinen Farmaufenthalten nutzte ich die Gelegenheit, noch etwas durch Kanada zu reisen. In British Columbia gibt es sehr viele Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt sehen muss: In Vancouver sollte man sich zum Beispiel den Vancouver LookoutVancouver Capilano Suspension Bridge, den Japanischen Garten, die berühmten Einkaufsstraßen Granville Street, Robson Street und Seymoore sowie den Stanley Park mit der atemberaubenden Seawall und im Norden von Vancouver die Capilano Suspension Bridge nicht entgehen lassen. Auch im Landesinneren kann ich die Touristenorte Banff, Whistler und Kamloops wärmstens empfehlen.

Noch ein kleiner Tipp von mir: Man sollte nur mit einem kleinen Betrag Bargeld nach Kanada einreisen und sich dort Geld am Automaten ziehen, da vor Ort der Wechselkurs besser ist. Ansonsten ist es wichtig, eine eigene Kreditkarte zu haben, da fast alles damit bezahlt wird (Flug, Zug, Essen, Buchungen…).

So, ich glaube, das ist alles, was ich euch mitgeben kann. Jetzt wünsche ich euch nur eine gute Reise, habt es auch so gut wie ich und genießt die Zeit am zweitgrößten Fleck der Erde!

Liebe Grüße und viel Spaß bei eurem persönlichen Abenteuer,
Eure Julia

Mehr Infos zum Programm

Share this Story

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>