Farmarbeit in Island: Einsamkeit und Abenteuer im Land der Geysire

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Lenas Work & Travel-Aufenthalt in Island liegt schon über ein Jahr zurück, doch vor wenigen Monaten war sie mit ihrer Familie für einen gemeinsamen Urlaub erneut im Land des Eis, Feuers, Windes und Wassers. Island hat die 19-Jährige aus Bayern so sehr begeistert und fasziniert, dass sie das Fernweh nach ihrer zweiten Heimat gepackt hat. In ihrem Erfahrungsbericht beschreibt sie unter anderem ihre Arbeit auf der Farm und ihre persönlichen Island-Highlights.

Im Vorfeld meines Work and Travel, wurde meine Freude etwas gedämpft, da anfangs keine geeignete Farm für mich gefunden werden konnte, die bereit war, eine Vegetarierin aufzunehmen. Da ich meinen Traum aber nicht aufgegeben wollte und geduldig gewartet habe, fand sich zum Glück doch noch eine Farmerin und so konnte ich Anfang September 2014 in mein Island-Abenteuer starten.

Ankunft in Island

Gleich nach meiner Ankunft lernte ich Jule, eine andere Work and Travel-Teilnehmerin aus Deutschland kennen und wir freundeten uns an. Auf meinem Weg zur Farm war ich sehr aufgeregt, da ich zuvor kaum Kontakt mit meiner Farmerin gehabt hatte und der Ort, wo sie mich abholen sollte, trotz meines Sprachkurses für mich kaum auszusprechen war. Sigrún war aber zum Glück sehr nett. Ihre Farm liegt 30km entfernt von Hvolsvöllur in einer – wie eigentlich überall in Island – wunderschönen Landschaft.

Meine Arbeit auf der Farm

Im Stall gab es etwa 100 Kühe und Kälber. Meine Aufgaben bestanden morgens und abends aus dem Anbinden, Euterwaschen, Füttern und Ausmisten der Kühe.

Kuhweide IslandTagsüber verrichtete ich weitere Arbeiten im Stall und im Haus, zum Beispiel Putzen. Etwas aufregend wurde es, als ich für eine Woche alleine auf der Farm wohnen sollte und nur morgens und abends jemand zum Melken kam.

Auch wenn Sigrúns Bruder und seine Familie nur einige hundert Meter weiter auf einer etwas größeren Farm lebten, hatte ich mit ihm in dieser Zeit gar nicht und sonst auch nur selten in Kontakt. Irgendwann, nach meinem ersten Urlaub, waren wir auf der Farm nicht mehr nur zu zweit, sondern zu dritt. Ein bulgarischer Farmhelfer stieß zu uns und brachte Stimmung ins Haus.

Das Highlight: Der Schafabtrieb

Bei meinem persönlichen Island-Highlight war die gesamte Familie dabei – dem Schafabtrieb. An einem Samstag ging es trotz blauem Himmels und strahlendem Sonnenschein dick eingepackt mit dem Jeep im Schneckentempo in die Berge hinauf.

Nach einer kurzen Stärkung fing das Spektakel auch schon an. In einer Kette mit jeweils ein paar hundert Metern Abstand zueinander stiegen wir langsam die Berge hinab. Ab und zu wurden Pausen eingelegt und mir blieb sehr viel Zeit, die Natur, Ruhe und Einsamkeit zu genießen. Als dann alle Helfer wieder unten zusammenströmten, war das ein tolles Gefühl und es herrschte eine ausgelassene Stimmung.

Isländisches Wetter

In Island blieb mir viel freie Zeit, die ich dazu nutzte, Spaziergänge rund um die Farm zu machen. Für Menschen, die oft frieren, ist Island nichts. Ohne Jacke, Mütze, Schal und Handschuhe geht man besser nicht aus dem Haus.

Lena Eislandschaft IslandIm Sommer betragen die Durchschnittstemperaturen zwar um die 15 Grad, da ich aber von September bis Dezember in Island war, war es kälter. Dazu kommt ein eisiger Wind und es ist immer mit Regen zu rechnen.

Daher kann das isländische Wetter einem schnell einen Strich durch die Rechnung machen: So wäre ich einmal beinahe nicht zurück auf die Farm gekommen, weil der größte Sturm seit Jahren die Busse nicht fahren ließ. Ein anderes Mal konnten wir nicht in die »Blaue Lagune« fahren, weil ebenfalls ein großer Schneesturm alle Straßen rundum Reykjavík lahmlegte.

Auch wenn ich nicht, wie die meisten Isländer, an Trolle und Elfen glaube, kann ich es jetzt ein wenig nachvollziehen. Liegt man abends in seinem Bett und braust der Wind lautstark ums Haus, sucht man eben nach einer Erklärung und spinnt sich so einiges zusammen.

Freizeit in Island

Meine freien Tage habe ich immer angespart, damit ich mir ab und zu einen längeren Urlaub gönnen konnte.

Reykjavik im SchneeEs war sehr praktisch, dass Jule zur gleichen Zeit Urlaub nehmen konnte, denn so haben wir gemeinsam das Land bereist: Wir machten einen Tagesausflug ins Wandererparadies Þórsmörk, einen Kurzurlaub auf die Westmännerinseln, eine Woche Urlaub im Norden, einen Kultururlaub in der Hauptstadt Reykjavík und ich besuchte Jule für ein Wochenende auf ihrer Farm.

Ein weiteres Highlight darf man natürlich nicht außer Acht lassen: die Polarlichter. Es gibt kein schöneres Naturspektakel! Jede Nacht im Oktober schaute ich nach draußen, meist vergeblich, doch eines Abends sah ich sie zum ersten Mal und war restlos begeistert. Natürlich mussten die Polarlichter auch unbedingt fotografiert werden, also stand ich zitternd in der Kälte und versuchte mit gefühlten hundert Fotos das perfekte Bild zu machen…

Mein Fazit

Der Abschied von Island fiel mehr sehr schwer – die wunderschöne Natur, die Einsamkeit und die gastfreundlichen Isländer. Allerdings hatte ich neben ein paar Abschiedsgeschenken, einen von Sigrúns Schwester selbst gestrickten Pullover im Gepäck, über den ich mich besonders freute. Die berühmten, isländischen Pullis sind sündhaft teuer und ein Selbstgemachter ist natürlich noch viel schöner…

Eure Lena

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