Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?

  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?
  • Farmarbeit in Australien: Wendy oder doch lieber John Wayne?

Hand aufs Herz, welches Mädchen will nicht mit Wendy tauschen? Den ganzen Tag durch die Gegend reiten, Abenteuer erleben und die beste Zeit mit seinen Freunden verbringen… Während dieser Wunsch bei den meisten mit spätestens 12 Jahren Geschichte ist, hat Luisa  diesen Entwicklungsschritt wohl verpasst. Die Frage »Und was hast Du nach dem Abi vor?« konnte sie daher locker mit »Irgendwohin fahren, wo ich Cowgirl spielen kann« beantworten. Und wo kann man das besser, als bei einem Jahr Farmarbeit in Australien. Ob Luisa wohl im Laufe ihres Farmaufenthaltes von Wendy zu John Wayne wird?

Überzeugt hat mich vor allem, dass ich einen Ansprechpartner in Australien haben würde, da mein Englisch damals alles andere als gut war…

Es kann losgehen!

Gesagt, getan, gebucht! Ich wurde von den Mitarbeitern des Stepin-Teams bestens auf meinen Australien-Aufenthalt vorbereitet. Mein Flug wurde gebucht, mein Visum organisiert und im September 2014 ging‘s für mich auf nach »Down Under«.

Reitet durchs australische OutbackEine Woche verbrachte ich in Brisbane, danach ging es auf die Trainingsfarm bei Noosa an der Sunshine Coast. Dort wurden ich und zwölf andere Mitstreiter von Clint und Alan herzlich willkommen geheißen. Die zwei Trainer sollten uns in der nächsten Woche so viel wie möglich über Motocross-Fahren, Fencing (Zäune bauen), Yard-Arbeit und Mustering (Zusammentreiben von Herden) beibringen. Größtenteils wurden Sicherheitshinweise vermittelt, da man in einer Woche leider nicht alles lernen kann, was Farmer ihr ganzes Leben lang tun. Trotzdem hat es mir ein Gefühl von Sicherheit verliehen und mir bei meiner späteren Arbeit sehr geholfen.

Harter Arbeitsalltag auf einer Cattle Station

Am Ende der Woche hatte ich drei Jobangebote, aus denen ich – nach Rücksprache mit den Trainern – einen Job als Jillaroo (australische Bezeichnung für »Cowgirl«) im tiefen Westen Australiens auswählte. Nach 400km Flug und 16 Stunden Busfahrt, kam ich auf meiner Station an. Die folgenden zwei Monate sollte ich mit meinem Boss Kevin und der Familie, bestehend aus Wendy, Steven, John und Matthew, meinem Working Mate Skye, dem Hofhund Morse, zehn Pferden, einem Maultier und 5.000 Kühen, verbringen.

Drei Tage nach meiner Ankunft sind wir zum sogenannten »Camp« gefahren. Mit meinem gebrochenen Englisch verstand ich damals nicht wirklich, was mir bevorstand. Wir packten unsere Backpacks und fuhren etwa zwei Stunden über holprige Straßen, bis zu unserem Ziel. Das Camp lag in der Halbwüste und bestand nur aus einer Betonplatte mit Anhänger, in dem unser Essen für die kommenden drei Wochen lag und einer Dusch- und Toilettenkabine.

Rindertreiben in AustralienIch versuchte, mir nicht allzu viele Gedanken darüber zu machen, wann genau der Zeitpunkt kommen würde, an dem ich von einem giftigen Tier getötet werden würde und legte mich in meinen Schafsack. Die nächsten drei Wochen gestalteten sich dann wie folgt: Um 4:30 Uhr morgens fingen wir an zu arbeiten, um die Hitze des Tages zu vermeiden. Meine Aufgabe war es, die Pferde von der Weide zu holen und diese zu satteln, damit wir uns auf die Suche nach den Kuhherden machen konnten. Jeder wurde in eine Richtung geschickt und wir trieben täglich mit vier Leuten 300 Kühe zu einem Mob zusammen. Danach formierten wir uns und trieben die Kühe vier bis sechs Stunden lang zum Yard. Ich durfte zum ersten Mal feststellen, dass den ganzen Tag lang reiten überhaupt kein Spaß für das Hinterteil ist. ;-)

»Yard Work«  mit Rindern in AustralienGegen zehn Uhr kamen wir zurück und aßen Frühstück, danach kam die »Yard Work«: Die Kühe wurden sortiert, geimpft, kastriert, enthornt, sie bekamen Ohrmarken und das Branding. Ich stellte fest, dass wohl nicht giftige Tiere meinen Tod in Australien herbeiführen würden, sondern Kühe. Ich hatte die weitläufig romantische Vorstellung, dass Kühe friedliebend seien, allerdings stellte sich heraus, dass sie, wenn sie vorher noch nie einen Menschen gesehen haben und sich eingeengt fühlen oder ihren Nachwuchs bedroht sehen, ganz schön garstig sein können. Ich kann gar nicht zählen, wie oft Kühe hinter mir herliefen und ich über Zäune springen musste. :-D

Nachdem wir dann 300 Kühe abgearbeitet hatten, brachten wir sie zu einer anderen Weide. Abends bin ich erschöpft in meinen Schlafsack gefallen und hab mir überhaupt keine Gedanken mehr über giftige Tiere gemacht.

Während meiner Zeit auf der Cattle Station hatte ich viele schöne Augenblicke, wie beispielsweise nach kurzer Zeit die Uhrzeit an der Sonne ablesen zu können, ein 100-Kilo-Kalb umzuwerfen und die groben Regeln des Kühetreibens zu verstehen. Allerdings seid gewart, dass auf solchen Farmen ein harter Umgangston zum Alltag dazu gehört.

Meine neuen Jobs

Ein bisschen Babysitten…

Als die Arbeit abgeschlossen war und der Farmer mich für einen dreiwöchigen Babysitterjob zu einer befreundeten Familie in Broom weitervermittelte, war ich nicht ganz unglücklich. Während ich mir dort die Sonne auf den Bauch schienen ließ und Weihnachten am Strand feierte, kontaktierte ich die australische Partnerorganisation, da ich gerne einen weiteren Farmjob machen wollte.

Die Angebote trudelten per Telefon und Mail ein und schließlich fand ich etwas, was mich sehr interessierte: Ein Job als Stallgehilfe für ein großes Rennpferdegestüt in New South Wales, in dem Jährlinge an Menschen gewöhnt und zum Verkauf vorbereitet werden.

… und auf zu Farm Nummer 2

Ich buchte also einen Flug und machte mich wieder auf den Weg auf die andere Seite des Kontinents in das wunderschöne grüne New South Wales. Um das Ganze abzukürzen: Es gefiel mir richtig gut!

Pferd füttern auf der WeideIch blieb sechs Monate, mein großer Arbeitseinsatz wurde geschätzt, ich wurde sehr von meinen Vorgesetzten gefördert und am Ende war ich alleine verantwortlich für einen Stall von zwölf jungen Pferden.

Es machte mir riesigen Spaß, diese ganz neue Welt des Rennsports kennenzulernen, dort meine Arbeit zu verrichten und zu sehen, wie sich meine Schützlinge entwickelten. In einem Zeitraum von acht Wochen lernte ich, wilde Pferde in zu führende und sehr willige Pferde zu verwandeln. Gekrönt wurde das Ganze von dem Verkauf eines Pferdes für 500.000 AUS-Dollar. Zusätzlich durfte ich mit zu den Verkäufen nach Sydney und an die Gold Coast, wo ich lernte, wie man Pferde gekonnt in Szene setzt.

Exploring OZ

Luisa auf den Whitsunday Islands in AustralienEin erwähnenswerter Aspekt an diesem Teil meiner Reise ist, dass ich auf dem Gestüt den besten Travel Mate, den man sich vorstellen kann kennengelernt habe. Zusammen mit Julia habe ich am Ende meines Aufenthalts drei Monate lang Australien entdecken können. Wir buchten Strandausritte, besuchten die Whitsundays, sahen den Uluru, tausende Wasserfälle und und und…

Mein Fazit

Ich habe in diesem Jahr so viel Lebenserfahrung gesammelt, wie es zuhause niemals möglich gewesen wäre. Ich bin dankbar dafür und würde es jedem empfehlen. Habt dabei im Hinterkopf: Auch negative Erfahrungen sind hilfreich, um aus ihnen zu lernen. Wer Lust hat, mal am eigenen Leib Farmarbeit kennenzulernen, tolle Leute zu treffen und sich mit einem Ansprechpartner in Australien sicherer fühlt, dem möchte ich dieses Programm wärmstens empfehlen!

Und mal ehrlich, wer möchte schon Wendy sein, wenn man John Wayne werden kann?! ;-)
Eure Luisa

Mehr Infos zum Programm

Share this Story

Verwandte Artikel

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>