Farmarbeit Australien: Einmal Cowgirl sein

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Kora hat für ein paar Monate auf einer Farm in Australien gearbeitet und daraufhin den Kontinent bereist. Hier hat sie die aufregendste Zeit ihres Lebens verbracht, durfte Cowgirl sein und hat die Liebe zur Countrymusik entdeckt. Doch neben all den schönen Erinnerungen, musste sie auch ein paar harte Momente überstehen. Erfahre, was sie alles gemeistert und wie sie ihr Auslandsabenteuer erlebt hat.

Die Vorbereitung

Bevor es überhaupt losging, wurde ich oft gefragt, wieso ich zum Arbeiten nach Australien will. Die Antwort war für mich ganz einfach: Ich wollte nicht nur das Land erkunden, sondern auch die Kultur, die Menschen und ihren Tagesablauf kennenlernen. Und das geht eben nicht, wenn man in einem Hostel mit mindestens 40 anderen Deutschen zusammenlebt und keinen einzigen Australier trifft. Somit stand für mich die Entscheidung fest, Farmarbeit in Australien zu machen. Die Monate bis dahin musste ich einige Vorbereitungen treffen, aber auch mit sehr viel Hilfe durch das Stepin-Team. Als alles geregelt und gepackt war, konnte mein Abenteuer im Oktober beginnen.

Die ersten Tage

Die Küste in NoosaNachdem ich zwei Tage lang unterwegs war, konnte ich im schönen Noosa erstmal entspannen und das tolle Wetter genießen. Sehr empfehlenswert ist der Nationalpark. Mit etwas Glück kann man auch ein paar Wale in der Ferne sehen. Was aber in diesen ersten Tagen viel wichtiger war, war dass mir das Heimweh und die Angst genommen werden mussten. Das erfolgte auch prompt durch das VisitOz-Team, das mir wirklich in jeder Situation wieder Mut machte und mir klar machte, dass es die richtige Entscheidung war, nach Australien zu fliegen.

Die Trainingsfarm

Schon ging es für mich und 18 andere los auf die Trainingsfarm. Dort haben wir die Grundlagen für das Motocross & Quad fahren, Reiten, Traktorfahren, »fencing« sowie mit einer Kettensäge umgehen gelernt. Neben all dem sollten wir aber auch eine ganz neue Sprache lernen, denn mit dem gewöhnlichen Schulenglisch kommt man in Australien nicht sonderlich weit. Dort wird Aussie-Englisch gesprochen und das erste was wir kennengelernt haben, war »Fuck off«. Hilft in so ziemlich jeder Situation weiter und jeder versteht es. Zusammengefasst war diese Woche auf der Trainingsfarm sehr erfolgreich und ich habe viel neues Wissen mitgenommen. Was mir aber am besten gefallen hat, war die familiäre Stimmung untereinander. Das hat die Woche perfekt gemacht.

Meine neue Familie

Meinen ersten Job habe ich bereits während der Woche auf der Trainingsfarm bekommen und führte mich nach Mendooran – ein kleines Dorf mitten auf dem Land in New South Wales. Dort erwartete mich eine vierköpfige Familie, in der die beiden Mädchen 1 ½ Jahre und 6 Monate alt waren.

Koras Gastfamilie Die Farm bestand aus Kühen, Schafen, Ziegen, Alpakas, Hühnern und neun Hunden. Um all diese Tiere habe ich mich auch fast jeden Tag kümmern dürfen. Das Haus in dem ich für die drei Monate leben durfte, war ein altes Farmhaus auf der zweiten Farm der Familie, mitten im Nirgendwo. Aber ich habe mich dort sehr wohl gefühlt, auch wenn mal der ein oder andere Huntsman (ungefährliche Spinne) zu Besuch kam.

Die Kinder von Koras GastfamilieSehr besonders an dieser Zeit war, dass ich wie ein Familienmitglied behandelt wurde. Ich bekam viel gezeigt und habe einiges erlebt – zum Beispiel das wöchentliche Touch-Football, wo ganz Mendooran von jung bis alt zusammenkommt, um Football zu spielen. Danach ging es jedes Mal auf ein paar Bier ins örtliche Pub.

Außerdem habe ich ziemlich früh Auto fahren dürfen. Es erwies sich als schwerer als gedacht. Denn in Australien fährt man links, sitzt rechts, schaltet mit links und allgemein ist alles im Auto da, wo es nicht hingehört. Aber nach einiger Zeit hatte ich den Dreh raus und es hat mir sehr viel Spaß gemacht dort zu fahren – zumal die Straßen nicht geteert sind, sondern nur aus Dreck und Kieselsteinen bestehen, sogenannte »Gravel Roads«.

Farmarbeit

Natürlich habe ich auch während der Zeit einiges an Farmarbeit gemacht und durfte zum Beispiel die Stiere chippen. Egal unter welchen Wetterbedingungen hat es mir immer viel Spaß gemacht und ich würde es durch nichts auf der Welt ersetzen. Das erste große Highlight war die Geburtstagsparty der Familie unter dem Motto »Aussie Bogan«. Das ist sozusagen ein Kleidungsstil, wobei dieser nicht viel mit Stil zu tun hat. Auf jeden Fall habe ich dort viele neue Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen.

Freizeit

Dann ging es für mich ein paar Tage zu einer Bekannten, bei der ich Angeln gelernt habe und auf Kängurujagd war. Hört sich hart an, aber diese Tiere sind dort eine Plage und es war eine interessante neue Erfahrung. Mit der Familie habe ich zwischendurch immer wieder was Neues erlebt bzw. auch gelernt, wie man mit einer Peitsche umgeht und ich bin mit den Kindern an Halloween um die Häuser gezogen.

Cowgirl KoraEin riesen Highlight war das örtliche Rodeo. Endlich mal echte Cowboys auf Bullen reiten sehen. Es war mega spannend und das ganze Dorf hat mitgefiebert! Den Tag danach war ich das erste Mal mit Freunden unterwegs und wir sind Klippenspringen gegangen. Mit diesen Freunden war ich ein paar Wochen später auch bei zwei Pferderennen. In Australien ist dieser Sport sehr beliebt und somit gab es auch mal wieder einen Grund sich schick zu machen.

Aber nicht alle Erlebnisse bleiben besonders gut in Erinnerung. Die Australier haben ein Hobby namens »pigging«. Dabei werden spezielle Hunde auf Wildschweine losgelassen, um diese zu fangen. Die Menschen fahren währenddessen mit einem Ute (die Autos dort) über die Felder. Dabei stand ich hinten auf der Ladefläche und wir hatten einen kleineren Unfall, aus dem ich mit einem ziemlichen Schock und drei Narben am Bein herausgekommen bin. Sagen wir es so, an sich ist das bestimmt ein tolles Erlebnis, wenn man dabei im Auto sitzt und nicht hinten draufsteht.

Weihnachten & Silvester

Das Jahr neigte sich dann dem Ende zu und Weihnachten stand vor der Tür. Das Fest der Liebe, welches man normalerweise zu Hause vorm Kamin im Kreise der Familie verbringt. Ich stattdessen hatte bei warmen 30 Grad kurze Sachen an und es überkam mich natürlich das Heimweh. Das Fest war zwar sehr schön, dennoch völlig anders und mit vielen traurigen Momenten verbunden.

Silvester hingegen fiel mir leichter. Ich war mit Freunden an einem See und wir sind den ganzen Tag mit dem Boot rumgefahren und konnten Wakeboard und Wasserski fahren. So habe ich mal das typisch australische Silvester erlebt und bin bei Sonnenschein und mit einem Sonnenbrand in das neue Jahr gestartet.

Das hieß aber leider auch, dass ich die Familie, in der ich so viel Neues gelernt und erfahren hatte (vor allem das Aussie-Englisch), verlassen musste und ein neuer Teil meiner Reise bevorstand. Mit vielen Tränen hab ich mich also aus dieser liebevollen Familie, meiner zweiten Familie, verabschiedet und mich auf den Trip durch Australien gemacht.

Die Reise durch Australien

Sydney

Oper in SydneyGestartet habe ich in Sydney in einem Hostel in Kings Cross. Dort habe ich innerhalb von ein paar Tagen das Opernhaus, die Harbour Bridge, Darling Harbour und den botanischen Garten besucht. Ich kann botanische Gärten – so langweilig es klingen mag – nur weiterempfehlen! Es gibt dort so viel Schönes zu entdecken, dass man sich kaum satt sehen kann. Mit ein paar Freunden habe ich auch den berühmten Bondi Beach besucht. Meinen letzten Tag habe ich in Balmain, etwas außerhalb, verbracht, von wo aus man einen wundervollen Blick auf ganz Sydney hat. Allgemein finde ich aber, dass Sydney eine sehr große und verwirrende Stadt ist, in der man sich schnell mal verlaufen kann.

Melbourne

Botanischer Garten in MelbourneWeiter ging es dann also nach Melbourne. Dort gibt es mit Abstand den schönsten botanischen Garten, den ich je gesehen habe! Dort muss man unbedingt gewesen sein. Außerdem war ich am Federation Square, an der Flinders Street Station, am St. Kilda Beach, am Shrine of Remembrance und in der Hosier Lane, einer Straße voller Graffiti. Für mich ist Melbourne eine der schönsten Städte in denen ich war. Es war sehr übersichtlich und vor allem gab es eine kostenlose alte Tram, die immer im Kreis gefahren ist und mit der man fast überall hinkam.

Adelaide

Das nächste Ziel war dann Adelaide, aber nur für zwei kurze Tage in denen ich mir mal wieder einen botanischen Garten angesehen habe. Außerdem war ich im Zoo und auf der Shoppingmeile. Von dort aus sollte es dann einmal quer über das Land hoch nach Cairns gehen. Aus trockenen 34 Grad in tropische 32 Grad.

Cairns

Auch Cairns kann sich sehen lassen. Es gibt einen großen tropischen botanischen Garten, in dem man sich fühlt, als würde man mitten durch den Tropenwald laufen. Da man aufgrund der Krokodile in Cairns nicht im Meer schwimmen gehen kann, ist eine Lagune an der Promenade angelegt, die sehr schön ist. Außerdem ist die Promenade sehr gut für einen Spaziergang, aber durch ihre vielen Sportparks auch für ein bisschen Fitness geeignet.

Das absolute Highlight in Cairns war der Ausflug in die Tablelands. Wir waren an zwei Aussichtspunkten und an drei verschiedenen Wasserfällen, wovon einer der berühmte Milla-Milla Wasserfall aus der Herbal Essences Werbung war. Die Tour hat sich definitiv gelohnt, nicht nur, weil wir viel gesehen haben, sondern auch, weil wir sehr viele neue Menschen kennengelernt haben.

Magnetic Island

Kora mit KoalaWeiter ging es dann nach Magnetic Island. Eine Insel auf der ich endlich dazu kam, mit einem Koala zu kuscheln, ein Krokodil zu halten und eine Schlange um den Hals liegen zu haben. Außerdem sind wir mit einem Mietwagen zur Horseshoe Bay und Radical Bay gefahren und  haben zum guten Schluss am West Point den Sonnenuntergang genossen. Wir haben drei Tage auf dieser wunderschönen Insel verbracht.

Bootstour mit dem British Defender

Als nächstes haben wir von Airlie Beach aus eine dreitägige Tour auf dem British Defender, einem Segelboot, gemacht. Damit sind wir an den Whitsunday Inseln vorbeigesegelt und haben zwischendurch Halt gemacht, um etwas weiter unten im Great Barrier Reef schnorcheln gehen zu können.

Den zweiten Tag ging es zum wunderschönen Whiteheaven Beach, den man einfach gesehen haben muss, denn zum Beschreiben fehlen mir da wirklich die Worte. Ich kann nur sagen, dass der Name »Whiteheaven« passt. Am dritten Tag sind wir zurück in den Hafen gesegelt, was mir mehr Spaß gemacht hat als erwartet – und ich bin nicht seekrank geworden.

Brisbane

Die Skyline von Brisbane bei NachtDas letzte Ziel vor meinem Abflug nach Hause war Brisbane. Dort war ich an der Southbank, habe einiges an Souvenirs gekauft, was man sich echt bis zum Schluss aufheben sollte, und ich habe als krönenden Abschluss den Australia Day gefeiert. Also habe ich an meinem letzten Abend noch ein großes Feuerwerk zum Abschied bekommen.

Fazit

Zuallererst kann ich sagen, dass es sehr nützlich ist, mit einer Organisation zu reisen. Man bekommt viel Hilfe und hat immer einen Ansprechpartner, der sich auskennt und dir meistens auch helfen kann. Ich habe von Stepin sogar zwischendurch E-Mails zu meinem Wohlbefinden usw. bekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe und was die Hilfsbereitschaft einfach nochmal unterstreicht.
Außerdem kann ich es nur empfehlen beim Reisen den Greyhound Bus zu buchen. Mit dem kommt man für relativ wenig Geld so gut wie überall hin und hat eine angenehme Art zu reisen.

Ansonsten bin ich einfach nur sehr stolz auf mich, dass ich diese Chance genutzt und meinen Traum gelebt habe. Eine Erfahrung fürs Leben, in der ich viel gelernt nud erfahren habe. Was natürlich bei einem Cowgirl nicht fehlen darf, ist die Liebe für Countrymusik – um den Musikstil kommt in Australien einfach nicht drum herum.
Zuletzt ist nur noch zu sagen:

It’s worth it, mates!

Eure Kora

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