Erfahrungsbericht: Farmarbeit in Kanada – Mal aus einer anderen Perspektive

Erfahrungsbericht: Farmarbeit in Kanada  – Mal aus einer anderen Perspektive

Seit kurzem bieten wir in unserem Programm auch Farmarbeit in Kanada an. Wiedermal ein Grund, ein paar Informationen von Leuten vor Ort einzuholen. Und zwar dieses Mal ausnahmsweise aus der anderen Perspektive! In diesem Interview berichtet unsere Organisations-Partnerin Martina Scholz, die in Kanada Work and Travel Reisende an die Farmen vor Ort vermittelt, über ihre Erfahrungen, was wichtig bei der Bewerbung ist und worauf ihr euch im Vorhinein einstellen solltet.

Was ist das Besondere an dem Programm? An wen richtet es sich?

Das Ranchstay Programm ist für echte Naturliebhaber, die die unendliche Weite Kanadas und seine Einwohner kennenlernen wollen. Das Besondere an dem Programm ist, dass man das Land nicht nur oberflächlich als Tourist kennenlernt, sondern während des Aufenthaltes auf der Farm ein Teil der Familie ist. Dadurch lernt man viel über die Kultur und Mentalität der Kanadier kennen und verbessert gleichzeitig seine Sprachkenntnisse.

Die Betreuung vor Ort ist ein wichtiger Faktor: Wie genau sieht das bei dir aus?

Ich stehe den Teilnehmern für sämtliche Fragen rund um das Programm zur Verfügung. Aber ich kümmere mich nicht nur um die Buchung der An- und Abreise und alles, was sonst so mit dem Ranchstay Programm verbunden ist, sondern befasse mich auch mit den persönlichen Belangen der Teilnehmer. So habe ich schon die eine oder andere Teilnehmerin getröstet, deren Freund Schluss gemacht hat,  (in einem Fall geschah das nach einer 4-jährigen Beziehung über Facebook!) oder habe über Craigslist günstige AC/DC Konzertkarten besorgt.

Wo befinden sich die Farmen? Wie funktioniert die Auswahl?

Die meisten Farmen befinden sich in Alberta, einige wenige in British Columbia oder Saskatchewan. Bei der Auswahl ist der Letter of Motivation ausschlaggebend, weshalb ich auch immer wieder gerne betone, dass Teilnehmer sich besonders viel Mühe mit diesem Anschreiben geben sollten. Mit Hilfe dieses Motivationsschreibens versuche ich, mir ein realistisches Bild von dem Teilnehmer zu machen. Dazu gehört in erster Linie die Persönlichkeit, aber auch Dinge wie z.B. Reiterfahrung spielen hier eine Rolle. Dann versuche ich, dem Teilnehmer eine Familie zu vermitteln, die meines Erachtens am besten mit ihm bzw. ihr zusammen passt. Hier spielt Intuition eine große Rolle, aber da ich mit vielen meiner Farmen bereits seit mehr als sieben Jahren zusammen arbeite, habe ich auch das nötige Hintergrundwissen.

Welche Erfahrungen konntest du bisher mit internationalen Teilnehmern sammeln? Welchen Ratschlag gibst du zukünftigen Programmteilnehmern?

Was ich immer wieder bei unseren Programmteilnehmern feststelle ist, dass ein Auslandsaufenthalt viel zur persönlichen Entwicklung beiträgt. Es stärkt das Selbstbewusstsein, man entwickelt mehr Toleranz und wird insgesamt offener anderen Menschen und Kulturen gegenüber. Zukünftigen Teilnehmern möchte ich bewusst machen, dass die ersten Tage erst mal ein großer Schock sein können.

Man wird aus seiner Komfortzone herausgezerrt, leidet unter Jetlag, vermisst seine Familie und Freunde und wird permanent mit neuen Eindrücken bombardiert und dann ist noch alles in einer fremden Sprache. Da ist es ganz normal, dass man erst mal ein paar Tage zum Einleben braucht und vielleicht auch die eine oder andere Träne vergießt.

Aber bitte nicht gleich das Handtuch hinschmeißen, sondern akzeptieren, dass das eine ganz normale Reaktion ist. Oft stellen Teilnehmer, die in den ersten paar Tagen alles schrecklich fanden, auf einmal fest, dass sie es eigentlich alles ganz toll finden…

Farmarbeit aus einer anderen Perspektive: Work and Travel

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