Farmarbeit Australien: Melina über ihre Zeit »Down Under«

Farmarbeit Australien: Melina über ihre Zeit »Down Under«

Unsere Farmarbeit-Teilnehmerin Melina Weiher kommt frisch aus ihrem Abenteuer in Australien zurück. Wie es ihr auf der Farm gefallen hat und welche Erfahrungen sie beim Work and Travel in Australien sammeln konnte, erfährst du hier in ihrem Erfahrungsbericht.

Meine Entscheidung Farmarbeit in Australien zu machen, kam es eigentlich sehr spontan. Ich wollte immer nach der Schule nach Australien, das war aber immer ein Traum, von dem ich nie wirklich gedacht hätte, dass ich ihn einmal leben würde. Als das Abitur dann immer näher rückte, und ich immer noch nicht im Geringsten wusste, wie es danach weitergehen sollte, wurde der Gedanke des Auslandsaufenthalts dann plötzlich intensiver.

Wirklich angepackt habe ich das Ganze dadurch, dass eine Freundin aus meiner Stufe mit dem Farmarbeits-Programm von Stepin nach Australien gehen wollte. Das weckte dann mein persönliches Interesse, da ich mit frischer Stallluft aufgewachsen bin und sowohl das Reiten, Tiere generell als auch die Natur schon immer einen wichtigen Teil meiner Kindheit und Freizeit ausgemacht hatten. Und welches Mädchen hat schon nicht den Traum von einem Ausritt durch die australische Wildnis?

Das Abenteuer rückt näher

Melina mit all ihrem GepäckErst kurz nach Weihnachten stand dann für mich fest: Das muss ich machen! Natürlich war es auch eine Herausforderung, da es zunächst so geplant war, dass ich alleine meine Reise antreten würde. Für jeden Jugendlichen eine Herausforderung, das erste Mal für lange Zeit weg von Zuhause, ans andere Ende der Welt, ohne eine genaue Ahnung, was einen dort erwarten würde.

Während meiner Vorbereitungen wurde auch die Reiselust bei meiner besten Freundin Jenny geweckt, und ohne dass es je geplant gewesen wäre oder einer von uns je daran gedacht hätte, saßen wir im September zusammen im Flieger auf dem Weg nach Sydney. Sechs Monate Abenteuer standen uns bevor, und es war schon beruhigend, dass wir nicht ganz allein waren, da noch eine Gruppe weiterer Stepin Work and Travel-Teilnehmer mit uns nach Australien flog. So hatte man auch während des langen Fluges Zeit, sich gegenseitig kennenzulernen.

Sydney, here we are!

Die erste Woche haben wir also in Sydney verbracht, die Stadt erkundet, Sehenswürdigkeiten besichtigt und ein erstes Bild von Australien bekommen. Allerdings erst einmal anders, als man es vielleicht erwarten würde.

Melina vor Sydneys Küste Denn von australischer Hitze war zu der Zeit noch absolut nichts zu spüren und man hatte eher das Gefühl, Weihnachten stünde vor der Tür. Außerdem fiel mir in dem Teil von Sydney, in dem wir im Hostel untergekommen waren, auf, wie viele Asiaten dort lebten. Anfangs kam man sich also schon das eine oder andere Mal so vor als wäre man in Asien statt in Sydney. Auch ein interessanter erster Eindruck.

Harte, aber hilfreiche Lektion: Die Trainingsfarm

Nach der ersten Woche ging es dann los zur Trainingsfarm, auf der wir in fünf Tagen vorbereitet werden sollten auf einen typischen Farmjob. Das erste Mal ging es nun Richtung Outback und es war uns eine willkommene Abwechslung im Vergleich zur Großstadt. Die fünf Tage auf der Trainingsfarm waren sehr hart, aber im Nachhinein eine sehr große Hilfe. Wir haben unheimlich viel gelernt, nicht nur praktisch, sondern auch gewisse grundlegende Dinge darüber, wie die meisten Australier oder australischen Farmer »ticken«.

Melina schaut einem Farmer über die SchulterUnsere Aufgabe bestand also nicht nur darin, praktische Farmkenntnisse zu erwerben (Quad- und Motorbike fahren, Arbeiten mit der Kettensäge, Schafe scheren, Reiten, Vieh treiben u.s.w.), sondern auch den »Common Sense« des typisch australischen Farmers zu erfassen – was sich nicht immer als einfach erwies, denn auch wenn man dort der Meinung war, das alles, so wie es gemacht würde am logischsten wäre, so brauchte es schon die eine oder andere Willenskraft, es auch so anzunehmen und die Dinge mehr zu hinterfragen bzw. den Sinn zu sehen und die Logik in dem, was man wie tut.

Der Mittelpunkt der Welt für uns: Ein kleines Dorf mitten im Nichts

Von der Farm aus bekamen wir unseren ersten Job vermittelt, einen »Pub Job«, was uns erst enttäuschte, da wir mit einem richtigen Farmjob gerechnet hatten. Nichtsdestotrotz wollten wir es versuchen, und so waren wir eine Woche später in Yetman angekommen, ein 90-Seelen-Dorf mitten im Niemandsland, eine Stunde entfernt von dem Städtchen Goondiwindi, an der Grenze zu Queensland. Nie hätten wir damals gedacht, dass wir in diesem Kaff einmal unser Herz lassen würden.

Der Pub, in dem Melina und Jenny gearbeitet habenDoch genau so war es. Es gab keine Geschäfte, kein Handysignal oder ansatzweise Internet. Doch schon nach kurzer Zeit fiel uns die Pubarbeit wirklich leicht und es machte uns Spaß. Als wir erst einmal raushatten, wer welchen Drink serviert bekommt, hatten wir auch die restlichen kritischen Farmer für uns gewonnen, die am Anfang mit uns naiven »Stadtkindern« herzlich wenig anfangen konnten.

Doch wir machten unsere Sache sehr gut und so bekamen wir schon bald das Angebot von einem Farmer, auf seiner Farm auszuhelfen. So ergab es sich, dass ich für einige Zeit auf einer Farm arbeitete (etwa 20 Minuten vom Pub entfernt), hauptsächlich »Cattle-Arbeit« (Kälber auf die Welt bringen, markieren, brandmarken und kastrieren, Viehtrieb etc.), aber auch Einzäunungen und Hausarbeiten gehörten zu meinen Aufgaben. Ich hatte dort mein eigenes Cottage, in dem ich schlief, doch hielt ich mich hauptsächlich im Haupthaus bei der Familie auf, wo ich mich schnell sehr wohlfühlte.

Auf Entdeckungsreise: Couchsurfing und mehr

Nach unserer Arbeit ging es dann weiter nach Brisbane und Byron Bay. Doch schnell war klar: Wir wollten Weihnachten nicht in irgendeinem Hostel verbringen, sondern in Yetman. Und so waren wir einen Monat später schon wieder zurück und blieben bis Ende Januar dort (lebten umsonst und arbeiteten hier und da auf Farmen im Umkreis und im Pub), bevor es dann endlich die Ostküste hochging bis nach Cairns, von dort aus per Flieger nach Adelaide und von da aus dann über die Great Ocean Road nach Melbourne. Von Melbourne ging es nach Canberra und von da aus zurück nach Sydney.

Melina und ein Freund trampen nach BrisbaneIn kurzer Zeit haben wir halb Australien erkundet, und dabei unglaublich viele nette Menschen kennengelernt. Wir haben uns schnell für die Hostel-Alternative Couchsurfing entschieden und hatten immer nur Glück damit. Fast die gesamte Reise über konnten wir kostenlos in den tollsten Apartments unterkommen, die Menschen waren absolut gastfreundlich und offen. Ich würde jedem empfehlen, es mit Couchsurfing zu versuchen, nicht nur, um etwas Geld zu sparen, sondern weil man dadurch auch sehr viele Australier und deren Lifestyle kennenlernt und auch so schnell an viele gute Geheimtipps kommt. Natürlich kann einem ein Hostel-Aufenthalt auch viele Vorteile bringen und Menschen verschiedenster Nationalitäten trifft man sowieso überall.

Mit Organisation? Ja!

Wenn ich gefragt werden würde, ob es sich gelohnt hat mit Stepin nach Australien zu gehen, dann würde ich eindeutig ja sagen. Das Geld hat sich auf jeden Fall gelohnt, es wurde uns sehr viel bei der Organisation und Vorbereitung im Vorhinein geholfen und auch am Anfang in Australien hatten wir immer sehr gute Anlaufstellen und auch die Möglichkeit, sehr gute Angebote zu bekommen (Surfcamps etc.).

Melina schaut einem Pferd ins GesichtDas alles ist natürlich auch auf eigene Faust möglich und hängt letztendlich vom Typ ab, wie man es gerne möchte. Australien ist in jeder Hinsicht eine Reise wert und ich werde definitiv bei nächster Gelegenheit wieder hinreisen und den Rest der Westküste erkunden. Außerdem empfehle ich auch jedem, die Gelegenheit zu nutzen und sich Neuseeland anzugucken. Ein Stopover auf dem Rückweg ist sicherlich auch zu empfehlen, wenn man schon mal um die Welt reist.

Außerdem bin ich froh, mich für das Farmarbeits-Programm entschieden zu haben, denn ich glaube, dass die Nachfrage nach Backpackern auf dem Land noch größer ist als in der Stadt – logisch, denn davon gibt es ja auch in Australien viel mehr!

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