Fabienne in Australien #5: Schule & Ferien in Down Under

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Sturmwarnung mit Stromausfall, eine Begegnung mit einer giftigen Spinne, Wanderungen in zerrissenen Hosen – Fabienne hat turbulente Wochen erlebt. Doch bevor unsere Stipendiatin von ihren abwechslungsreichen Schulferien erzählt, erfahren wir heute, für welche Schulfächer sie sich entschieden hat und wie sie den Unterricht an ihrer australischen High School wahrnimmt.

Der etwas andere Unterricht

Nach meinem Ausflug nach Melbourne, von dem ich in meinem letzten Bericht erzählt habe, ging es weiter mit dem Schulalltag. Hier läuft jedoch alles ein wenig anders und man kann viel aus den unterschiedlichen Fächern mitnehmen. Während meiner Schulzeit kümmere ich mich um Tiere, designe oder schaue mir Filme an.

Fabienne am Meer in AustralienDennoch, an Schularbeiten komme ich nicht vorbei. Unsere Arbeiten sind dabei etwas anders gestaltet. Wir bekommen meistens in der Schulstunde etwas Zeit, um sie zu beenden oder man muss, wenn man es nicht geschafft hat, den Rest zu Hause aufarbeiten, damit es pünktlich abgegeben werden kann. Auf meiner Schule benötigt man dazu eigentlich keine Stifte oder Blöcke, da wir viel am Computer arbeiten.

Fächerwahl an meiner High School

In der 10. Klasse darf man an meiner australischen High School drei Fächer wählen: Von »Farming«, über »Drama«, »Outdoor Education« und Design, bis hin zu Business… es gibt eine große Auswahl. Ich entschied mich für »Drama«, »Media Arts« und »Farming«. Viele Leute haben mir empfohlen »Drama« zu wählen, weil man sein Englisch noch mehr auf die Probe stellen kann. Zudem mag ich die Schauspielerei einfach gerne und habe es auch schon in Deutschland gemacht.

»Media Arts« und »Farming« waren eigentlich meine zweite Wahl. Zuvor hatte ich »Specialist PE« und »Outdoor Education« gewählt, es stellte sich aber heraus, dass diese Kurse voll waren, weshalb ich meine Fächer neu wählen musste. Es war zuerst etwas enttäuschend, aber es stellte sich heraus, dass diese Fächer auch etwas für mich waren.

In »Media Arts« habe ich meine eigene Werbung entwickelt, wobei wir mit Photoshop gearbeitet haben. Derzeit entwickeln wir unsere selbsterfundenen Charaktere mit Hilfe eines 3-D-Computerprogramms.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich jemals »Farming« als Unterrichtsfach absolvieren würde. Ich habe Schafe geschoren, Gemüse gepflanzt, Weinreiben geschnitten und so viel mehr. Ich liebe es, mich um die Tiere zu kümmern, vor allem um die Hühner. Am Anfang des Terms hatten wir viele Küken. Nun sind sie alle zu groß, um sie noch als Küken bezeichnen zu können, aber ich liebe es noch immer mich um sie zu kümmern. Ich rieche danach immer für den Rest des Tages nach Hühnchen, aber es lohnt sich.

Australien von seiner giftigen Seite

Letztes Wochenende wollte ich morgens laufen gehen. Ich nahm den Hinterausgang und traf dabei auf meinen Gastvater. Wir fanden eine Spinne und er nahm einen Stock, um das Tier so zu drehen, dass der rote Rücken zu sehen war. Er warf die Spinne auf den Boden und zertrat sie. Dann erklärte er mir, dass diese Spinne giftig wäre. Er wusste genau, was zu tun war, denn Australier sind solche Situationen nun mal gewöhnt.

In den darauffolgenden Tagen erfuhr ich, dass in Clare äußerst viele dieser giftigen Spinnen sowie auch giftige Schlangen leben. Nur der Gedanke, dass ich nah zu einem Krankenhaus wohne, konnte mich dabei beruhigen. Giftige Schlangen, Spinnen, Quallen und Haie… Ich würde sagen »Welcome to Australia!«. Wobei die Tiere nur zu Verteidigungszwecken angreifen und man ihnen daher einfach nicht zu nah kommen sollte.

Sturm voraus

In der letzten Woche vor den Ferien wurde eine Sturmwarnung verkündet. Ich erwartete einen windigen Tag mit einem kleinen Gewitter. Ich war so naiv…

Es war ein Mittwoch und der Tag begann sogar äußerst gut: Klarer blauer Himmel mit Sonnenschein. Als ich jedoch zusammen mit ein paar Freunden auf dem Heimweg war, war der Himmel plötzlich voller Wolken und die Luft wurde um einiges wärmer.

Sonnenuntergang in AustralienSpäter wollte ich mir gerade in der Küche etwas zu Essen machen, als plötzlich die Lichter zu flackern begannen und dann endgültig erloschen – Stromausfall. Ich hatte in meinem ganzen Leben nur einmal einen 40-minütigen Stromausfall miterlebt. Dieser Stromausfall hielt 24 Stunden an…

Mit Teelichtern und einem Regenschirm gewappnet schickte mich meine Gastmutter Loula los, um den Motel-Gästen ebenfalls Teelichter anzubieten. Ich sprintete die 30 Meter die zwischen mir und dem nächsten Zimmer lagen, durch, jedoch erfolglos. Ich war klitschnass.

Mein Gastvater war derzeit auf Geschäftsreise, weshalb Loula und ich alleine im Motel saßen – mit ein paar Teelichtern als Lichtquelle. Zu unserem Glück waren unter den Gästen auch einige Camper die mit riesigen Taschenlampen die Lounge erleuchteten. Mit dieser Gesellschaft wurde der Abend doch noch ganz lustig.

Am nächsten Morgen ging es dann erstmals mehr Teelichter kaufen. Kurz darauf kam aber zum Glück auch schon die Elektrizität wieder. Ich würde mal sagen, der Kauf hat sich gelohnt! Es war dennoch erschreckend, was der Sturm angerichtet hat: Unzählige Bäume sind umgekippt, Stühle sind in unseren Pool geflogen, Straßen waren überflutet… 30 Minuten von Clare entfernt hat ein Zwillingstornado gewütet, der 30 Häusern die Dächer entrissen hat.

Das Motel war an diesem Tag komplett ausgebucht. Unzählige Menschen saßen in Clare fest, da Straßen überflutet waren, die Autos in Schlamm stecken geblieben sind oder der Tornado deren Zuhause zerstört hat. Meine Gastmutter erklärte mich dann auch für verrückt, als ich am nächsten Morgen mit Schuluniform bereit für die Schule vor ihr stand. Ich hatte frühzeitige Ferien…

Meine Schulferien in Down Under

Pünktlich zum Beginn der Ferien nahm der Sturm sein Ende. Gleichzeitig funktionierten unsere mobilen Netzwerke wieder. Vier Tage lang hatte ich kein WLan, weshalb ich erstmal äußerst viele Nachrichten zu checken hatte.

Kajak fahren in Victor Harbor

Kajak fahren in Victor HarborDie ersten Tage der Ferien verbrachte ich mit Entspannen und Freunde treffen. Am Mittwoch konnte ich dann mit Vici, einer Freundin meiner Gastmutter, nach Adelaide fahren, wo ich einige Tage bei ihrer Familie verbrachte.

Donnerstags ging es weiter ins Ferienhaus nach Victor Harbor, was an einem Arm vom Ozean liegt. Zwei Wochen zuvor wurde in der Zeitung ein Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wurde, dass ein Hai im Arm gesichtet wurde. Nachdem uns ein Nachbar versichert hatte, dass der Hai nicht mehr da wäre, ging ich mit Dimitrie, einem der Söhne von Vici, Kajak fahren. Es dauerte keine 10 Sekunden und ich war komplett nass.

Wandern auf der Pinguin-Insel

Känguru in AustralienAm nächsten Tag ging ich mit Dimitrie wandern. Wir gingen zu einer Insel, wo Pinguine leben und sahen neben den Pinguinen auch große Eidechsen und Schlangenlöcher, aber Gott sei Dank keine Schlangen.

Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Wir kletterten steile Hügel hoch und hüpften von Stein zu Stein, während die Wellen ein Meter von uns entfernt auf die anderen Steine brachen. Später besuchten wir einen Wildlife-Park, wo ich erneut Kängurus füttern konnte. Kängurus füttern wird nie langweilig!

Es war lustig zu realisieren, dass wir einen Großteil dieser Tiere im Park am selben Tag bereits in freier Wildbahn gesehen hatten.

Ein paar Tage in Adelaide

Zurück in Adelaide verbrachte ich die darauffolgenden Tage mit shoppen, einem Zirkusbesuch mit Vici und ihrer Tochter und einer weiteren Wanderung mit Dimitrie. Meine Jogginghose hat nun ein paar Löcher, nachdem ich einen steilen Hang hinuntergeklettert oder gegen Ende runter gerutscht bin. Aber naja, das war es mir Wert.

Zusammenfassend waren meine Ferien einfach atemberaubend. Langeweile war gar nicht möglich!

Bis bald,
Eure Fabienne

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About Fabienne

Fabienne

Fabienne ist 15 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Dortmund. 2016 verbringt die Austauschschülerin im Rahmen ihres Vollstipendiums fünf Monate in Australien. Von ihrem Auslandsjahr erhofft Fabienne sich eine eigenständigere und selbstbewusstere Person zu werden und viele schöne Erinnerungen zu sammeln.


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