Erfahrungsbericht: Work and Travel in Irland – Das Fernweh wird mich nie wieder loslassen!

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Es muss nicht immer eine Reise ans andere Ende der Welt sein, um eine Sprache zu lernen – und sich selbst näherzukommen. Davon berichtet unsere Teilnehmerin Kim. Die 20-jährige Kölnerin hatte aufregende Monate bei ihrem Work and Travel in Irland: Sie renovierte Hostels, arbeitete auf einsamen Bauernhöfen und jobbte in der pulsierenden Metropole Dublin.

“Mich wird die ‘wanderlust’ niemals mehr loslassen!”

Kim bei der Feldarbeit in IrlandNach sechs verschiedenen Gast- und Arbeitgebern, über sieben Counties, mindestens 25 Überlandfahrten und der üblichen Unbezahlbarkeit aller Erfahrungen lasse ich alles noch einmal Revue passieren. Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Es ist nichts mehr so, wie es einmal war. Das Fernweh wird mich nie wieder loslassen. Und das ist gut so.

Über allem steht diese eine Erkenntnis: Ich habe eine Menge gelernt. Wie man eine Kettensäge benutzt zum Beispiel. Aber auch vieles über mich persönlich. Ich habe mich kennengelernt, sozusagen. Für ein paar Monate eine Auszeit vom Gewohnten zu nehmen, war demnach eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Aber langsam und von vorne:

Da bin ich also, sieben Monate in Irland vor mir, praktisch auf mich allein gestellt, weit weg von Familie und den meisten Freunden und umgeben von kilometerweiter Fremde. Ein bisschen Angst und Nervenkitzel sind in diesem Falle schon erlaubt. No risk no fun – das ist das Motto.

Was jetzt folgt, zählt. Es werden die Monate sein, die viele einmal als „Die Zeit ihres Lebens“ bezeichnen werden. So oder so ähnlich. Und Recht haben sie. Wann sonst kann ich nachts mit Freunden ein altes kleines Boot stehlen, um den gefährlichen Hund auf der Straße zu umschiffen? Und es nach glitschiger Kletterpartie auf den Felsen mit einem Fünfeuroschein und einem nett gemeinten Abschiedsbrief zurückzulassen? Wann sonst komme ich auf die Idee, im rauen Januar eine Woche lang über eine Halbinsel zu wandern und im Zelt neben Ruinen, in kleinen Wäldchen und auf Schafweiden zu übernachten? Bei welcher anderen Gelegenheit wasche ich mich mit kaltem Regenwasser und lebe auf einem windschiefen Gehöft ohne richtige Heizung oder Isolation? Wann jemals schnitzte abends vor dem Kamin Löffel und machte am Wochenende einen zweistündigen Spaziergang zum nächstgelegenen Dorf, um ins Internet zu kommen?

Landstraße in IrlandIch lerne so viele Menschen von praktisch überall auf der Welt kennen, finde so etwas wie den Kölschen Karneval zu Halloween in Galway wieder und feiere ein polnisches Osterfest in Limerick. Zu Besuch kommen darf ich jetzt hier und dort auf unserem Planeten. In Italien, Spanien, Schottland (lustigerweise hier bei Franzosen) und Irland natürlich. So beschränkt sich das Erlebte nicht nur auf meine Monate in Irland, sondern wird durch Beziehungen und Erinnerungen ein Leben lang weiter geführt.

Natürlich kann es auch hart sein. Du lebst aus dem Koffer, dein Elternhaus ist weit weg, du ver- und entliebst sich wieder. Und überhaupt: Ein allgemeingültiges Konzept für die Lebensplanung steht mehr als in Frage. Aber gerade deshalb bieten sich mir unendlich viele Blickwinkel. Einige Inspirationen und Erlebnisse werden künftig für viele Abende voller warmer Erinnerungen sorgen.

Und auch wenn Dorothy’s „There’s no place like home“ stimmen mag, ich wage mich hinaus und mich wird die ‚wanderlust‘ niemals mehr loslassen. Ich habe mehr als ein neues Zuhause gefunden und mir wird klar, dass meine eigene Heimatstadt Köln plötzlich unglaublich winzig geworden ist. Weil ich die Größe der Welt kennenlernte.

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Ein Kommentar

  1. Hannes

    7. Januar 2015 at 23:18

    Hallo,
    ich lese hier schon eine Weile, aber dieser Artikel hat mir ganz besonders gut gefallen, da wollte ich auch endlich mal ein Kommentar hinterlassen. :-)

    Liebe Grüße
    Hannes

    Antworten

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