Erfahrungsbericht: Freiwilligenarbeit in den USA – Lilly sendet sonnige Grüße aus Florida

Erfahrungsbericht: Freiwilligenarbeit in den USA – Lilly sendet sonnige Grüße aus Florida

Lilly hat durch das Programm Freiwilligenarbeit in den USA zehn Wochen an einem Wildlife Projekt im sonnigen Florida mitgearbeitet. Nun – zurück im kalten Deutschland – war sie so nett und hat uns einen Erfahrungsbericht geschrieben, wie es ihr in den USA ergangen ist, wie ihr Alltag und ihre Aufgaben im Projekt aussahen und was sie sonst noch so Schönes erlebt hat.

Freiwilligenarbeite USA: Lilly peppelt den Kleinen mit der Flasche

„Ausland wär‘ schon cool… aber nicht so lange… und auf jeden Fall nur in ein Land, in dem sie Englisch sprechen… aber nicht Au-Pair… und Work & Travel macht irgendwie jeder… hmm, was mit Tieren würde mir gefallen… – Oh ja, was mit Tieren wäre cool!“ Ein bisschen Recherche später und schneller als ich gucken konnte war dann auch schon der Flug ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gebucht.

Am 30. November 2013 reiste ich mit einem gemischten Gefühl aus Unsicherheit und Neugierde in die Staaten ein. Ich war vorher noch nie in den USA und bin auch noch nie länger als zwei Wochen alleine verreist. Doch es sollte sich herausstellen, dass ich beides lieben würde! Nach 14 Stunden Flug erreichte ich Fort Lauderdale, wo mich meine Gasteltern Donna und Chuck abholten. Am selben Tag reiste noch eine andere Projekt-Teilnehmerin an, die für die kommenden zweieinhalb Monate meine Gastschwester sein würde. Franzi und ich verstanden uns von Anfang an, wobei ich glaube, die ungewohnte, neue Situation und das Abenteuer, das man zusammen beginnt, verbindet einen direkt schon ein bisschen.

Unsere Gasteltern waren super! Sie (und auch alle anderen Amerikaner, wie ich später feststellte) empfingen uns mit offenen Armen und man merkte ihnen richtig an, wie sehr sie sich auf uns gefreut hatten. Dementsprechend fühlten Franzi und ich uns in unserem neuen Zuhause auf Anhieb wohl. Jede von uns bekam ein eigenes, liebevoll eingerichtetes Zimmer und wir teilten uns ein Bad. Oft saßen wir mit unsern Gasteltern stundenlang zusammen und quatschten oder besuchten typisch amerikanische Restaurants – sie wollten uns so viel wie möglich von ihrem Land zeigen.

Nachdem wir an den ersten Tagen die Gegend neugierig auf eigene Faust erkundet hatten, stand der erste Arbeitstag an. Im Nature Center trafen wir auf zwei andere Deutsche, die dasselbe Projekt machten und nun in ihrer letzten Woche waren und uns alles zeigten. Mir war vorher nicht klar, dass die Arbeit mit Tieren zu einem so großen Teil aus Putzen besteht. Alle Käfige müssen jeden Tag komplett gesäubert werden (und es sind viiiele Käfige!), die Wäsche muss gewaschen und das Geschirr gespült werden, der Boden gefegt und gewischt werden und diverse andere Dinge stehen an. Doch trotz dem vielen Putzen: Die Arbeit hat mir wahnsinnig Spaß gemacht und für die ganzen niedlichen Tiere hat man schon fast gerne ständig das Wasser gewechselt und die Teller geschrubbt.

Meine Lieblinge waren definitiv die kleinen Waschbären, die wir teils noch mit der Flasche aufziehen mussten. Außerdem die Opossums, die ich vorher noch nie wirklich gesehen hatte. Aber auch in die Präriehunde und die singenden und sprechenden Papageien habe ich mich verliebt.

Freiwilligenarbeit USA: Aligatoren in den Everglades

An den Wochenenden hatten Franzi und ich immer frei. Wir haben versucht, jedes Wochenende etwas zu unternehmen, was wir auch recht gut umgesetzt haben und so besuchten wir  Fort Lauderdale, Miami, Key West, Naples, fuhren mit einem Airboat durch die Everglades (Alligatoren in freier Wildbahn – unheimlich!) und verbrachten komplette Tage in diversen Malls, in denen wir immer wieder aufs Neue von den unschlagbar günstigen Sale-Aktionen begeistert waren. Ich empfehle jedem, mit wenigen Klamotten nach Amerika zu reisen, denn ist man erst einmal da, füllt sich der Koffer wie von selbst!

An unserem letzten gemeinsamen Wochenende machten wir eine Mini-Kreuzfahrt auf die Bahamas! Zwar waren wir schon an vielen schönen Stränden rund um Fort Lauderdale gewesen, doch so türkis-blaues Wasser an weißem Sand hatten wir noch nie gesehen. Die Temperaturen lagen meistens zwischen 25 und 28 Grad Celsius, aber durch ein paar „cold fronts“ hatten wir auch mal ein paar Tage „nur“ 15 Grad und ab und zu Regen. Doch das war eher selten – Franzi und ich konnten uns fast jedes Wochenende am Strand sonnen. Dass zu der Zeit in Deutschland teilweise Minusgrade herrschten, versüßte uns die wöchentlichen Sonnenbäder nur noch.

Freiwilligenarbeit USA: Bahamas' traumhafte Strände

Ein bisschen schade war, dass wir kaum andere Jugendliche kennengelernt haben, da auf der Arbeit hauptsächlich ältere Erwachsene gearbeitet haben und wir mit unter 21 Jahren auch noch nicht volljährig waren und deshalb in keinen Club oder Bar konnten. Darum war es umso besser, dass Franzi und ich zusammen in der Gastfamilie gewohnt haben, denn alleine hätte ich bestimmt nicht so viel unternommen.

Auch mit dem Englisch war es überhaupt kein Problem. Ich konnte die meisten Amerikaner gut verstehen und wenn man dann doch zwei oder drei Mal nachfragen musste, wurde das einem auch nicht übel genommen. Grammatikfehler, bei denen mein Englischlehrer die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte, wurden ganz lieb verbessert. Meine Englischkenntnisse habe ich auf jeden Fall erweitert.

Der Abschied fiel mir unglaublich schwer und ich vermisse das sonnige Florida, die Menschen und die Arbeit sehr. Wenn ich die Möglichkeit habe, werde ich auf jeden Fall einmal zurückfliegen. Die zehn Wochen vergingen wie im Flug und ich wäre gerne noch länger geblieben. Heimweh hatte ich gar nicht! Dank Skype fühlt man sich dann doch gar nicht sooo weit weg von Zuhause und kann die Zeit umso mehr genießen.

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6 Kommentare

  1. Benjamin

    19. Februar 2015 at 14:54

    ich möchte das gleiche machen, dieses Jahr ab Oktober für ca. 10-12 Wochen. Meine Eltern zahlen das Projekt.
    Aber was mich vielmehr interessiert, ist, deine Ausflüge, die Mallbesuche, das Ausgehen usw. hast du doch sicherlich von deinem
    eigenen Geld finanziert, welches du aus Deutschland (als Taschengeld) mitgebracht hast. Oder bekommst du in der Wildlife Station
    eine Vergütung?

    Antworten

    • Annika

      Annika

      19. Februar 2015 at 15:36

      Hallo Benjamin!

      Vielen Dank für dein Interesse an unseren Volunteer-Programmen in den USA.
      Lilly wird dir wahrscheinlich keine Antwort mehr geben können, da ihr Erfahrungsbericht schon ein Jahr alt ist und sie von deinem Kommentar keine Notiz erhält, außer sie schaut zufällig mal hier vorbei.
      Wir können dir aber sicherlich trotzdem weiterhelfen…
      Die Arbeit in unseren Wildlife-Projekten ist leider unbezahlt, da es sich um Freiwilligenarbeit handelt. Das heißt, du solltest dir ein Taschengeld für persönliche Ausgaben, wie Ausflüge und Ausgehen einplanen.
      Alle weitere Fragen klärst du am besten mit Lara, unserer Volunteer-Expertin, aber ihr steht ja eh schon in Kontakt ;-)

      Liebe Grüße,
      Annika vom Stepin Online-Team

      Antworten

  2. Jenny

    4. März 2014 at 21:14

    Müsstest du dafür zahlen ?

    Antworten

    • Lilly

      16. März 2014 at 12:54

      Jaa, das ist das stepin Projekt „Freiwilligenarbeit Florida Wildlife“ und war leider auch nicht ganz so günstig.

      Antworten

      • Alisha

        6. Oktober 2015 at 23:47

        Wie viel Geld hast du ungefähr mitgenommen?

        Antworten

        • Lilly

          12. Oktober 2015 at 11:02

          Ich hab anfangs ca. 200$ mitgenommen. Praktisch ist es, wenn du eine Kreditkarte mitnimmst. Die hatte ich vorher in Deutschland beantragt und mir dann in Florida mehrmals Geld am Automaten abgehoben, weil ich nicht mit so super viel Bargeld rum laufen wollte.

          Antworten

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