Freiwilligenarbeit in den USA – Das Mustang-Projekt

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Aus dem Süden Schleswig-Holsteins in den Süden der Vereinigten Staaten – Franziska hat 2014 ihren Alltag im hohen Norden Deutschlands gegen zwölf Wochen Freiwilligenarbeit in den USA eingetauscht. Der damals 19-Jährigen hat ihre Arbeit im Mustang-Projekt so gut gefallen, dass sie das Freiwilligenarbeitsprogramm ein Jahr später direkt noch einmal besucht hat. Heute hat sie sich die Zeit genommen, der »Weltneugier« Rede und Antwort zu stehen. Franziska berichtet unter anderem von der Arbeit mit den Pferden, der Unterkunft im Projekt und möglichen Freizeitaktivitäten.

»Ich habe unglaubliche Erfahrungen machen dürfen und bin einfach nur unendlich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben.«

1. Liebe Franzi, first things first: Warum hast du dich für Freiwilligenarbeit in Florida entschieden?

Franziska mit Pferden in FloridaNach meinem Schulabschluss wollte ich auf jeden Fall eine Auszeit nehmen, um ins Ausland zu gehen. Ein ganzes Jahr kam für mich jedoch nicht in Frage, da ich schon einen Studienplatz für das Sommersemester hatte.

Erst wollte ich – wie meine beste Freundin ein Jahr zuvor – für drei Monate nach Afrika. Es kamen allerdings immer mehr Zweifel auf, da ich schließlich meine eigenen Erfahrungen machen und nicht alles mit ihren Erzählungen vergleichen wollte.

Also fing ich an, im Internet zu recherchieren. Ich wollte unbedingt etwas mit Tieren machen, wo und was war mir relativ egal. So bin ich durch Zufall auf das Mustang-Projekt in Florida gestoßen und war sofort überzeugt. Schließlich bin ich ein Pferdemädchen durch und durch. ;-)

2. Wie war der erste Kontakt mit dem Projekt vor Ort?

Angekommen in Orlando, wurde ich von Projektleiterin Diane am Flughafen abgeholt. Es war alles sehr aufregend für mich und ich habe sie nicht gleich gefunden. Da ich aber ihre Handynummer hatte, war das alles gar kein Problem. Diane hat uns (mich und ein Mädchen aus Dänemark) zu unserer Unterkunft gebracht. Da es schon spät am Abend war, sind wir sofort ins Bett gefallen.

3. Was waren deine Aufgaben? Wie lief ein typischer Tag ab?

Generell kann man bei der Arbeit im Mustang-Projekt nicht von einem typischen Tag sprechen. Jedoch haben wir morgens immer zuerst die Pferde versorgt. Dazu gehörten das Misten, Füttern, Tränken und Säubern der Tiere. Danach haben wir mit den Pferden gearbeitet – an ihrem Verhalten, an gesundheitlichen Problemen oder am Umgang mit Menschen.

Franziska beim Sonnenuntergang am See in FloridaEs gab aber auch sonst genug zu tun: Bäume fällen bzw. Fläche für Weiden schaffen, Reparaturen erledigen oder Zäune bauen. Außerdem sind wir natürlich viel geritten und auch an den Strand gefahren. Es war eine abwechslungsreiche Arbeit und es wurde immer Rücksicht auf die Wünsche der Volunteers genommen.

Den Projektleitern Diane und Malice ist es wichtig, dass die freiwilligen Helfer viel von Florida oder der Umgebung zu Gesicht bekommen. Wir waren Kajak und Airboat fahren, haben viele schöne Strände gesehen, waren bei einem Rodeo und dem Native American Festival.

Ich habe während meiner Zeit in Florida und bei meinem Besuch ein Jahr später viele tolle Menschen aus Amerika und anderen europäischen Ländern kennengelernt, mit denen ich auch heute noch in Kontakt stehe. Diane und Malice sind für mich wie eine zweite Familie geworden. Jeder Ausritt durch verschiedenste Gebiete war besonders und aufregend.

Ich habe unglaubliche Erfahrungen machen dürfen und bin einfach nur unendlich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben und werde definitiv noch öfter zurück fliegen, auch gerne für eine längere Zeit.

4. Wie warst du untergebracht? Wie lief das mit der Verpflegung?

In dem Haus, in dem ich gewohnt habe, gibt es drei Zimmer für Volunteers mit je 4 Betten (Stockbetten) und zwei Badezimmern. Außerdem gibt es eine große, offene Küche mit einem Wohnbereich, ein Büro sowie das Zimmer der Koordinatorin. Diane wohnt auch auf dem Gelände. Am Kühlschrank hatten wir immer eine Einkaufsliste hängen und haben aufgeschrieben, wenn etwas fehlte. Diane oder eine der beiden Koordinatorinnen sind dann mit uns einkaufen gefahren. Wollten wir spezielle Lebensmittel für unseren privaten Gebrauch (z.B. Süßigkeiten), haben wir uns diese selber gekauft.

Gekocht haben wir immer zusammen. Pro Tag hatten zwei Leute Küchendienst, die das Mittagessen vorbereitet und abends zusammen mit Diane gekocht haben. Zu den Aufgaben gehörten dann auch der Abwasch und alles was rund ums Kochen anfiel. Sonntags, an unserem freien Tag, hat sich jeder selber etwas gemacht, aber oft haben wir uns auch abgesprochen und zusammen gekocht.

5. Stichwort Kulturschock: Welche Unterschiede/Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und den USA sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Natürlich ist in den USA alles größer und lauter und in Florida auch wärmer als in der Hamburger Region. Ich hatte aber keine großen Probleme, mich daran zu gewöhnen. Besonders ist mir in Erinnerung geblieben, dass in vielen Restaurants die Getränke in Styroporbechern serviert und immer wieder nachgefüllt wurden. Am Ende wurden sie nochmals gefüllt und wir konnten sie mitnehmen – »Free Refill« gibt es in Deutschland einfach viel zu selten :-).

6. Wie hast du deine Freizeit gestaltet? Wie hast du Freunde gefunden?

Franziska am Kennedy Space Center in FloridaObwohl wir jeden Sonntag frei hatten, bin ich fast immer im Projekt geblieben. Wir waren auch so oft genug unterwegs: shoppen, reiten, am Strand oder bei Veranstaltungen. Einen Sonntag war ich jedoch im Kennedy Space Center und einmal in Sea World, da ich mir unbedingt selber eine Meinung darüber bilden wollte. Ansonsten haben wir unsere freie Zeit meistens zusammen verbracht – am Pool, bei Gesellschaftsspielen oder beim DVD schauen.

Freunde finden war nicht schwer, da man 24 Stunden am Tag mit den anderen Volunteers zusammen ist. Es kamen ja auch immer wieder neue Teilnehmer im Projekt an. Am besten habe ich mich mit einem Mädchen verstanden, das die gesamte Zeit da war und wir haben auch heute noch Kontakt. Der Abschied von den anderen Volunteers fiel immer schwer. Das zeigt, wie eng man in so einer Zeit zusammenwachsen kann.

7. Worauf sollten sich zukünftige Teilnehmer in den USA einstellen/vorbereiten?

Während meiner Zeit im Mustang-Projekt hatte ich eine amerikanische SIM-Karte für mein Handy, damit Nachrichten oder Anrufe nicht so teuer wurden. Dank WLAN ist dies nicht zwingend notwendig, aber doch von Vorteil. Handtücher und Bettwäsche wurden gestellt, jedoch sollte sich jeder ein Handtuch für Pool und Strand mitbringen.

Ich hatte auch meine eigene Reitkappe dabei, was nicht notwendig ist, für mich aber wichtig war. Reithosen braucht man nicht unbedingt, da man auch in Jeans reiten kann. Nur vernünftige Schuhe zum Reiten und Arbeiten sollte man mitbringen, können aber ebenfalls vor Ort geliehen werden. Also, wie man merkt, ist für vieles gesorgt. Man sollte auch bedenken, dass man zum Arbeiten ins Projekt kommt und dementsprechende Kleidung mitnehmen. Wenn man Fragen hat, kann man sich im Vorfeld an Diane und ihre Helfer wenden.

Franziska am Strand in FloridaWichtig ist auf jeden Fall, Insektenspray dabei zu haben. Ich ziehe die Mücken magisch an und so sah ich auch aus ;-). Außerdem bieten sich viele Möglichkeiten für Unternehmungen an, jedoch müssen einige davon selbst gezahlt werden. Wenn man etwas nicht mitmachen sollte bzw. zahlen konnte, wurde keiner gezwungen und es wunden Alternativen überlegt. Es ist wichtig, eine Kreditkarte und auch etwas Bargeld dabei zu haben.

Was ich persönlich super fand war, dass ich von einer Freundin in Deutschland zum Abschied ein Tagebuch geschenkt bekommen habe. Ich habe jeden Tag aufgeschrieben, was ich erlebt habe und Fotos, Eintrittskarten oder Ähnliches eingeklebt. Es ist eine tolle Erinnerung!

8. Was möchtest du unbedingt noch loswerden?

Ich kann dieses Programm nur jedem empfehlen. Jedoch müsst ihr aufpassen: Hat es euch einmal gepackt, werdet ihr die Menschen und Tiere nicht so leicht vergessen können und wollt immer wieder zurück. Es kommt nicht selten vor, dass man im Mustang-Projekt Menschen trifft, die nicht zum ersten Mal dort sind.

Eure Franzi

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