Farmarbeit in Island – Ninas Abenteuerreise

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Nina aus Hessen hat 2014/15 für sechs Monate an unserem Programm Work and Travel Island teilgenommen. Die heute 19-Jährige beschreibt in ihrem Erfahrungsbericht ihre Eindrücke von dem Land aus Feuer und Eis.

Ich würde jedem, der eine ganz neue Kultur kennenlernen will, Island definitiv weiterempfehlen.

Lisa beim Fjaðrárgljúfur-Canyon in IslandMeine Vorbereitung
In Island hat es mir wirklich sehr gut gefallen und ich würde jederzeit wieder dorthin fliegen. Ich muss zugeben, dass ich mich vor der Abreise nicht sehr intensiv vorbereitet habe. Alle, die ich jedoch vorher gefragt habe, waren von Island und den Isländern völlig begeistert.

Ankunft in Island
Als ich am Flughafen in Keflavik (ziemlich kleiner Flughafen, da kann man sich nicht verlaufen) angekommen war, musste ich mich erst einmal alleine bis zu meinem Hotel in Reykjavik durchschlagen. Leider hatte ich als Anreisetag einen Feiertag erwischt und bei der Partnerorganisation hat keiner gearbeitet. Die Isländer waren allerdings wirklich sehr nett und so habe ich es problemlos ins Hotel geschafft. Da es im Sommer extrem lange hell ist, habe ich schon einmal meine ersten Eindrücke von der süßen Hauptstadt gesammelt.

Reykjavik ist eine sehr coole Stadt, in der ca. ein Drittel der isländischen Bevölkerung lebt. Hier findet man viele kleine Läden und keine großen Kaufhausketten, die man von zu Hause kennt (keine Angst, die gibt es auch, aber in einem Einkaufszentrum in der Nähe ;-)). Auf der Hauptstraße, dem Laugavegur, herrscht dadurch ein richtig gemütliches nordisches Feeling. Es gibt viele Bars und Restaurants, die jeden Abend ziemlich gut gefüllt sind.

Meine kleine Farm im NirgendwoEine Gruppe von Mädchen bei einem Ausritt mit Island-Pferden
Ich habe innerhalb des Programm Farmarbeit Island in einem kleinen Hotel mit 13 Zimmern und einem Reitstall mit ca. 20 Pferden gewohnt, dass von einer Familie betrieben wird. Meine Kolleginnen (eine Französin und eine Tschechin) und ich haben in einer kleinen Wohnung über dem Pferdestall gewohnt. Vom Lebensstandard war es eigentlich so wie bei uns. Sogar die Internetverbindung war fast immer sehr gut. Es gibt außerdem überall W-LAN – sogar im Bus, der irgendwo durchs Nirgendwo fährt.

Da das Hotel am Ende einer langen Schotterstraße liegt und ca. 15km von der nächsten Bushaltestelle im Ort Hella (ca. 800 Einwohner, was in Island ganz normal ist) entfernt ist, habe ich erst einmal einen Kulturschock erlitten, weil ich absolut keine Idee hatte, was ich in meiner Freizeit machen und, wie ich jemals von dort wegkommen sollte.

Nach genauer Planung und mit etwas Glück, ließen sich dann aber doch einige Trips und Ausflüge machen. Oft wurde ich von Gästen mit in den Ort genommen, manchmal bin ich getrampt (ist in Island völlig normal und wird häufig gemacht – es dauert nicht lange, bis man mitgenommen wird, es ist sehr sicher und man lernt interessante Leute kennen), oft habe ich den Bus genommen und auch zu Fuß habe ich den Weg ein manches Mal zurückgelegt. Ich habe gelernt, dass man generell ziemlich weit kommt, wenn man nett fragt und Isländer sowie die meisten Urlauber waren immer sehr hilfsbereit.

Lisa vor einem Wasserfall in IslandTeil einer isländischen Familie
Nach kurzer Zeit wurden wir quasi in die Familie von unserem Chef aufgenommen. Er hat uns mit auf Familienausritte oder zum Einkaufen genommen oder uns zum Essen in seinem Haus eingeladen. An einem Wochenende haben wir sogar alle zusammen eine Hütte gemietet, haben gemeinsam gekocht und abends waren wir mit unseren isländischen Kolleginnen und der Tochter von meinem Chef und ihrer Freundin feiern.

Die Isländer sind alle total happy, wenn sie einem ihre Kultur und ihr Land zeigen können, weil sie absolut stolz darauf sind. Ich habe mit meinem Umfeld ziemliches Glück gehabt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das häufig der Fall ist, denn Andere, die in Island gearbeitet haben, mit denen ich mich unterhalten habe, waren auch durchweg begeistert. Viele von ihnen sind schon entweder Jahre lang, zum wiederholten Mal da oder haben es zumindest geplant, wieder zu kommen.

Reisekosten bei der Inselerkundug
Auch wenn man mal alleine unterwegs ist, kann man problemlos in Mehrbettzimmern von Hostels schlafen. So findet man ziemlich schnell Anschluss zu anderen Backpackern und es ist recht günstig. Andere Zimmer sind meistens recht teuer, da Island generell ziemlich teuer ist, auch zum Essen gehen.

In Supermärkten kann man sich dagegen einigermaßen günstig eindecken und es gibt alles in riesigen Mengen, weil die Leute teilweise einen langen Weg bis zum nächsten Supermarkt haben und deswegen alles auf Vorrat kaufen. Nach 1-Liter-Flaschen habe ich immer vergeblich gesucht.

Island – Eine Mischung aus Tradition und NeuemFlusslandschaft in Island
In Island gibt es allgemein, dafür, dass das Land nur ca. 300.000 Einwohner hat, eine große und für meinen Geschmack sehr gute Kunst- und Musikszene. Generell ist Island ein »junges« Land: Es gibt viele jüngere Menschen, aber auch die Älteren sind sehr cool drauf und offen für Neues.

Die Isländer sind sehr stolz auf ihre Willkommenskultur und total tolerant in Sachen Hautfarbe, Herkunft und sexuelle Orientierung. Besonders beeindruckend fand ich den Zusammenhalt unter den Isländern, da die Familie hier das Wichtigste ist und auf Grund der relativ geringen Bevölkerung die meisten über ein paar Ecken, entweder miteinander verwandt sind, oder sich zumindest kennen. Es gibt sogar eine extra Website wo man checken kann, ob und wie man mit jemandem verwandt ist, wenn man jemanden kennenlernt. :-)

Außerdem sind die Isländer auch sehr drauf aus, ihre Kultur und Sprache zu schützen und zu bewahren. Die Mischung aus Tradition und Neuem macht das Land für mich auch aus. Ich finde es ziemlich beeindruckend, wie sich so ein kleines Land gegen die ganzen Einflüsse aus dem Ausland wehrt (im positiven Sinne) und seine eigene Kultur von Generation zu Generation weiter gibt.

Island ist insgesamt ein sehr sicheres Land. Hier schließt keiner seine Haustür ab, die meisten nicht mal ihr Auto. Manchmal lassen sie gleich den ganzen Schlüssel stecken.

Alles ist hier etwas entspannter und ein »komm wir fahren schnell mal rüber« bedeutet, man sitzt erstmal eine halbe Stunde im Auto. Ohne Auto ist alles etwas schwerer, weil die Entfernungen einfach ganz andere Dimensionen haben, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Zum Glück stellen aber viele Arbeitgeber Autos bereit. Ein Führerschein ist also von Vorteil! Das Autofahren selbst, ist in Island total entspannt, weil man höchstens 90 km/h fahren darf und nie wirklich viel Verkehr ist.

Vereiste Winterlandschaft und Straße in IslandNichts für schwache Nerven
Vom Wetter her ist Island nichts für schwache Nerven. Im Sommer ist es längst nicht so warm, wie in Deutschland und es weht meist ein ordentliches Lüftchen. Das Wetter kann sich recht schnell ändern, also sollte man immer auf alles vorbereitet sein. In der Zeit, in der ich in Island war, hatten wir zwei Orkane, mit dem stärksten Wind, den ich je erlebt habe (man konnte nur mit Müh und Not die Türen öffnen und überhaupt seine Füße voreinander setzen), ein paar kleinere Erdbeben (ich hab nur eins davon gespürt) und einen Vulkanausbruch, der dann so viel Asche in die Luft gespuckt hat, dass man sich nicht lange draußen aufhalten durfte und die Pferde in den Stall gebracht werden mussten.

Das klingt vielleicht etwas krass, es gehört aber zu Island dazu. Es gab natürlich auch viele schöne sonnige Tage. So richtig kalt wurde es erst Ende Oktober, aber die Isländer sind bestens drauf vorbereitet.

Meine TippsPolarlichter in Island
Wenn man in Island leben möchte, sollte man sich darüber im Klaren sein, auf sich gestellt zu sein und bedenken, dass alles etwas anders, entfernter und ruhiger ist, als Zuhause. Man kann eben nicht mal schnell ins Kino gehen (außer, du wohnst in Reykjavik oder in einer anderen größeren Stadt).

Sehr sehenswert sind natürlich die Polarlichter im Herbst und Winter und die lange Helligkeit im Sommer. Außerdem kann man, mit etwas Glück, in Reykjavik und im Norden in Akureyri (der Norden ist noch dünner besiedelt als der Süden) Wale sehen.

In Sachen Essen leben die Isländer meistens sehr gesund und essen viel Fisch und Skyr (joghurtähnliche Milchspeise – gibt’s jetzt auch in Deutschland). Ansonsten gibt es in den Supermärkten fast alles, was es in Deutschland auch gibt – sogar Nutella.

Mein Fazit
Ich würde jedem, der in einem sicheren Umfeld selbstständig sein und eine ganz neue Kultur kennenlernen will – aber nicht ohne das eine oder andere kleine Abenteuer zu erleben – Island definitiv empfehlen.

Hier spricht jeder ein ziemlich gutes Englisch und manche sogar etwas Deutsch. Falls du Lust hast, kannst du dir auf YouTube Lieder von Asgeir Trausti oder Jon Jonsson anhören, das sind meine Lieblingssänger aus Island und Asgeir ist auch sonst relativ bekannt. Wenn du dir sonst noch etwas von Island anschauen willst, das Video zu »Auf anderen Wegen« von Andreas Bourani, und die Filme »Das erstaunliche Leben des Walter Mitty« und »Noah« spielen alle in Südisland.

Eure Nina

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