Eine Stepin Reise nach Südafrika – Interview mit Julia Wäger und Sascha Güttes

Eine Stepin Reise nach Südafrika – Interview mit Julia Wäger und Sascha Güttes

Vertrocknetes Gras, zirpende Grillen, im Schatten schlummernde Löwen, in der Ferne klingende Gesänge der Ureinwohner – genauso stelle ich mir Südafrika vor. Aber ob es dort wirklich genauso aussieht wie bei Disney´s König der Löwen?! Um genau dies herauszufinden, haben sich unsere Kollegen Julia Wäger und Sascha Güttes auf die weite Reise nach Südafrika gemacht. Unglaublich braun und entspannt sind sie zurückgekehrt – ein für mich passender Zeitpunkt sie direkt mit Fragen zu löchern!

Südafrika: schönes Mosaik

Hallo Julia, hallo Sascha! Ich freue mich, dass ihr euch die Zeit genommen habt meine Fragen zu beantworten und das trotz der vielen Arbeit, die euch nach eurer Reise hier erwartet. Warum seid ihr eigentlich in Stepin Mission nach Südafrika geflogen?

Julia: Am wichtigsten war mir Land und Leute, aber natürlich auch unsere in und um Kapstadt herum angebotene Projekte kennenzulernen und meinen zukünftigen Teilnehmern ein lebendiges Bild dieses tollen Reiseziels zu geben. Unser Programm startete mit der Orientation, an der auch alle Freiwilligen zu Beginn Ihres Aufenthaltes teilnehmen; ein beeindruckender Spaziergang durch das grüne, historische und sehr lebenswerte Kapstadt mit wichtigen Tipps und Tricks für unseren weiteren Aufenthalt. Am Wochenende folgte eine Cape Peninsula-Tour, Tauchen mit Haien in unserem Hai-Projekt – aber das war nur der Auftakt vieler beeindruckender Projekte.

Eine Woche lang lernten wir somit verschiedene Projekte, lokale Mitarbeiter und natürlich auch Freiwillige in ihren Projekten kennen. Es ging los mit sozialen Projekten in Schulen, Waisenhäusern, Krankenhäusern über das Pinguin – und Reitprojekt bis hin zum Fußballprojekt und sehr ärmliche Verhältnisse in verschiedenen Township-Projekten – rund um eine sehr beeindruckende, bereichernde Zeit! Ihr könnt euch ja mal die verschiedenen Projekte, die es bei Freiwilligenarbeit in Südafrika gibt, auf unserer Webseite anschauen.

Und wann seid ihr geflogen? Wie viel Zeit habt ihr eingeplant für euren Besuch?

Sascha: Wir sind am 26. Februar geflogen. Die beste Zeit um den Sommer der Südhalbkugel zu genießen und vor allem eine gute Reisezeit, um Kapstadt zu erkunden. Um wirklich alles zu sehen und  Südafrika zu erleben haben wir zweieinhalb Wochen für unsere Reise eingeplant.

Südafrika: Reklame eines Wurststandes

Ich behaupte, im Büro waren alle etwas neidisch, gerade da hier ja noch für den Frühling ungewöhnlich eisige Temperaturen herrschen. Wart ihr zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent bzw. in Südafrika?

Sascha: Ja, das war mein erster Besuch in Afrika und ich bin sehr froh, dass Südafrika das erste Land auf dem afrikanischen Kontinent war, das ich besucht habe.

Julia: Für mich war es auch das erste Mal „Afrika“, aber das zweite Mal, dass ich ein Entwicklungsland besucht habe. Durch meinen Aufenthalt in Peru in 2006/2007 wurden einige Erinnerungen wach: Das Straßenbild, das für Deutsche ungewohnte Chaos, die Unkompliziertheit und Einfachheit der Menschen, die riesigen Kontraste mit Armut an der einen Ecke und Reichtum an der Anderen und die Herzlichkeit, die eigentlich jeder unabhängig von seinem sozialen Status, innehat.

Südafrika: Kap der guten Hoffnung

Ihr klingt ja beide sehr begeistert! Wie waren denn eure ersten Eindrücke, die ihr von dem Land gesammelt habt? War es anders als erwartet?

Sascha: Als wir in Deutschland ins Flugzeug gestiegen sind, lag ja noch überall Schnee. Daher fand ich die wärmenden Sonnenstrahlen, wenn man aus dem mitteleuropäischen Winter kommend, richtig toll. Was mir aber wirklich in Erinnerung geblieben ist und mich richtig beeindruckt hat, war die Silhouette des Tafelbergs, die das Bild von Kapstadt prägt. Das ist wirklich ein richtig schöner Anblick! Außerdem war ich echt überrascht wie europäisch Kapstadt eigentlich ist.

Julia: Ich wusste zwar, dass Kapstadt europäisch ist, hätte aber niemals gedacht, dass es eine so offene, flippige, hippe, alternative Stadt ist. Natürlich gibt es die großen Einkaufszentren, tolle Einkaufsstraßen, aber auch eine große alternative Szene mit Selbstgebasteltem, Kreativem, Organic Food – das hatte ich so gar nicht erwartet. Zu den ersten Eindrücken zählten somit auch krasse Kontraste, z.B. befand sich gleich hinter einem Township ein sehr edler und gepflegter Golfplatz.

Südafrika: Markt an der Hoot Bay

Neben dem beruflichen Aspekt eurer Reise, hattet ihr auch die Möglichkeit Kapstadt und die Umgebung anzuschauen, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder bei spannenden Ausflügen oder Safaris mitzumachen? 

Sascha: Wir haben uns ein bisschen in diese tolle Stadt verliebt und sind daher länger in Kapstadt geblieben als ursprünglich geplant. Ich glaube man kann sagen, dass wir dort alles wesentliche unternommen haben, was man als Tourist machen sollte. Von der Stellenbosch Wein-Tour, über eine Wanderung auf den Tafelberg, bis hin zum Besuch auf Robben Island und dem obligatorischen Trip zum Kap.

Julia: Saschas Meinung schließe ich mich an!

Südafrika: Ausblick auf die Küste

Wie ist das Freiwilligenarbeitsprogramm in Südafrika eigentlich aufgebaut? Bei welchen Projekten kann man mithelfen?

Julia: Generell würde ich sagen ist in Südafrika wirklich für jeden etwas dabei. Nicht nur, dass man in Bezug auf Freizeitaktivitäten die unterschiedlichsten Möglichkeiten hat, sondern auch im Volunteering und bei der Auswahl seines eigenen Projektes. Bleibt man länger als zwei Wochen, kann man sich sozial in einem Waisenhaus, einer Schule, einem Behindertenprojekt oder auch in einem Township Projekt engagieren.

Möchte man dieses soziale Engagement noch mit einem weiteren Hobby wie Fußball oder auch Reiten verbinden, bieten das Fußball – und Therapeutische Reitprojekt sehr vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Auch Projekte mit Tieren wie ein Wildlife-Projekt etwas außerhalb von Kapstadt, das Pinguinschutzprojekt (einzige Schutzstation in ganz Südafrika!) oder als besonderer Nervenkitzel das Weiße-Hai-Projekt – alles einmalige Erfahrungen, von denen man noch lange erzählen wird. Abgesehen von konkreten Projekten ist die Organisation vor Ort einfach klasse.

Gleich zu Beginn erhält man in der Orientation (im Park und bei einem kühlen Getränk) hilfreiche Tipps, ein gutes Starter-Kit mit Sim-Karte und Co. und lernt seinen festen Ansprechpartner persönlich kennen, der einem jederzeit weiterhilft und zur Seite steht. Einen besonderen Service stellt zudem der tägliche Transfer zum Projekt durch einen eigenen Fahrer. Niemand muss sich allein auf den Weg begeben und hat zudem auch hier einen weiteren festen Ansprechpartner. In einem Satz: tolle, vielseitige Projekte und eine einmalige Organisation vor Ort!

Von Hai-Projekten zu Reittherapie – welchen Volunteers würdet ihr Südafrika denn empfehlen?

Julia: Da ich nun sehr begeistert von dem Land bin, kann ich Südafrika eigentlich jedem empfehlen. Wie bereits angesprochen, ist die Projektvielfalt sehr groß und die Menschen sind sehr herzlich und engagiert. Als englischsprachiges Land bildet Südafrika eine tolle Möglichkeit seine englischen Sprachkenntnisse zu verbessern und sich gleichzeitig in einem Entwicklungsland zu engagieren. Die Freizeitmöglichkeiten sind sehr vielseitig und auch eine Reise im Anschluss an das Volunteering sollte man auf jeden Fall mit einplanen. In puncto Sicherheit gibt es wie überall gewisse Regeln, an die man sich aber gewöhnt. Somit gehen viele Volunteers am Wochenende zusammen aus, besuchen Bars – auch das ist Teil des Aufenthaltes.

Südafrika

Während eures Besuches, gab es da etwas, was euch besonders beeindruckt oder nachhaltig berührt hat?

Sascha: Wir hatten die Möglichkeit Projekte in den Townships zu besuchen und haben die Gegensätze auf Partys und Märkten der jüngeren Upper-Class nicht selten am selben Tag kennengelernt. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind extrem. Trotzdem sind wir in jedem Umfeld immer unheimlich freundlich und interessiert empfangen worden. Was alle Menschen in Südafrika vereint ist der Stolz auf ihr wunderschönes Land und die Liebe zu Nelson Mandela. Bei diesen beiden Themen verschwinden alle gesellschaftlichen Unterschiede.

Wow! Ich bin sehr beeindruckt und finde die Landschaft auf euren Fotos echt unglaublich!

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