Eine Stepin-Reise nach Neuseeland – Interview mit Nina Heyden

Eine Stepin-Reise nach Neuseeland – Interview mit Nina Heyden

Unsere liebe Kollegin Nina Heyden hat vor kurzem die High School-Gruppenausreise nach Neuseeland begleitet. In knapp 2 Wochen hat sie nicht nur die Kids während der ersten Tage und bei der Orientation unterstützt, sondern auch Schulen im ganzen Land besucht und auf dem Rückweg einen Abstecher nach Australien unternommen. Heute berichtet Nina uns in einem kurzen Interview von ihren Erlebnissen.

Schülergruppe in NZ

Hallo Nina, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, uns heute etwas über deinen Trip zu erzählen. Wir fangen einfach mal von vorne an: Wann genau warst du weg und für wie lange? Und wie kamst du mit dem Jetlag zurecht?

Los ging es Ende Januar, ich bin also mit der Schülergruppe in den neuseeländischen Sommer geflogen, und war insgesamt gute zwei Wochen dort. Am ersten Abend in Auckland merkte ich dann nur, wie mir im Gespräch mit einer Schülerin abends um sieben immer die Augen zufielen und ich konnte mich einfach nicht mehr wachhalten. Aber am nächsten Tag wurde es schon direkt besser. Zwischenzeitlich habe ich mich körperlich noch ein wenig „unfit“ gefühlt, weil ich ja nicht nur die Zeitumstellung, sondern auch den Klimawechsel von Winter zu Sommer kompensieren musste, aber alles in Allem war es mit dem Jetlag gar nicht so schlimm.

Zu welchem Zweck bist du nach Neuseeland gereist? Warst du vorher schon mal da?

Meine Aufgabe war es, die Schülergruppe zu ihrem Schüleraustausch in Neuseeland zu begleiten, unsere Partnerorganisation in Auckland einmal persönlich kennen zu lernen und, wenn ich schon mal da bin, unsere Partnerschulen im ganzen Land zu besuchen. Ich bin vorher noch nie  in Neuseeland gewesen und war daher echt positiv aufgeregt. Viele Partner und die Schüler kannte ich bis dahin nur von E-Mails und Telefonaten, da war es nett, mal die Personen dahinter zu treffen. :-)

Nina & die Partner

Zwei Wochen sind nicht viel Zeit für eine Reise ans andere Ende der Welt. Wie genau sah dein Reiseplan aus & was hast du dir von der Tour erhofft?

Zunächst war ich drei Tage in Auckland, habe mit am Einführungsseminar, der Orientation, für die Schüler teilgenommen und die Stadt ein wenig kennen gelernt. Danach hatte ich ein langes Wochenende zu meiner freien Verfügung und bin mit einem Mietwagen auf die Coromandel-Halbinsel gefahren. Von dort aus ging es dann weiter gen Süden nach Tauranga und Mount Maunganuie. In dieser Region habe ich auch die ersten Schulen besucht, mit denen wir zusammen arbeiten und ganz zum Schluss bin ich wieder nach Auckland zurück gefahren, um dort weitere Schulen zu besichtigen.

Ich kann es schwer beschreiben, was ich mir erhofft habe – vor allem war es wohl dieses aufgeregt-gespannte Gefühl, das mich begleitete. Endlich mal mit eigenen Augen Neuseeland sehen, von dem mir schon so viele Leute vorgeschwärmt hatten und das ich bisher nur von „Der Herr der Ringe“ kannte. :-) Ich habe mir wunderschöne, ganz unterschiedliche Landschaften vorgestellt und es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, wirklich am komplett anderen Ende der Welt zu sein. Und auf die neuseeländischen Schulen war ich erst recht gespannt.

Was sind deine Aufgaben bei so einer Gruppenausreise? Welche Schwierigkeiten könnte es da geben und lief mit „deinen“ Schülern alles glatt?

Hauptsächlich war ich dabei, damit die Schüler im Zweifelsfall einen Ansprechpartner haben. Eigentlich bekommen die Jungs und Mädels das schon ganz prima alleine hin, aber es gibt dann doch immer wieder die ein oder andere Frage, die man beantworten kann, und es hilft auch, wenn man nach dem zwanzigstündigen Flug bis Sydney einfach gemeinsam überlegen kann, zu welchem Gate man denn nun jetzt muss. :-)

Die Schüler waren ganz toll, einige kannte ich bereits vom Vorbereitungsseminar in Deutschland und ich war sehr froh, dass ich sie begleiten durfte. Auf einem so langen Flug in Kombination mit dem wirklich mutigen Schritt, eine recht lange Zeit in einem fremden Land, das noch dazu so weit weg ist, zu leben, kann der ein oder andere doch auch schon mal emotional werden und vor allem Heimweh bekommen. Was auch auffiel, war, dass der lange Flug einem körperlich schon ein wenig zu schaffen machen kann: einigen Mädels aus der Gruppe wurde schlecht und eine Schülerin konnte während des ganzen Flugs überhaupt nicht schlafen. Natürlich hat man außerdem sehr viel Zeit zum Nachdenken – wie es mit der Gastfamilie sein wird, ob man die richtigen Gastgeschenke dabei hat, dass einem der Freund in Deutschland fehlen wird und so weiter. Da ist es ganz gut, wenn man noch jemanden dabei hat, eine neutrale Bezugsperson sozusagen.

Ich habe mich zum Beispiel auf der zweiten Strecke von Singapur nach Sydney ganz lange mit einer Schülerin unterhalten, sodass wir uns gegenseitig ablenken konnten und die Zeit schneller verging.

Welcome to NZ

Was hat dich auf deiner Tour besonders beeindruckt? Welche Stadt oder Region fandst du toll und warum?

Das ist easy: Hot Water Beach auf der Coromandel-Halbinsel. Ich war sehr früh morgens dort, weil ich wegen des Jetlags immer ziemlich früh aufgewacht bin, und alles war noch ganz verschlafen und ruhig. Dieser Strand hat mir besonders imponiert, weil die Natur dort einfach unbeschreiblich schön ist. Generell fand ich die Vielfalt der Landschaft in Neuseeland einzigartig und sehr beeindruckend. Ich bin durch viele kleine Ortschaften gefahren, in denen es sowohl ausladende Kiwi-Farmen und ausgefallene Vogelgärten als auch Maori-Kunsthandwerk-Shops und tolle Strände gab. Nicht zu vergessen der hellblaue Himmel, der fast endlos wirkt und eine immense Weite vermittelt. Schon irgendwie eine faszinierende Mischung.

In Roturoa habe ich außerdem eine Maori-Gemeinschaft in ihrem Dorf besucht. Aufgrund von thermischen Aktivitäten gibt es dort kochend heißes Wasser aus Erdlöchern, welches für den täglichen Gebrauch zum Wäschewaschen und Kochen genutzt wird. Ich habe dort einiges über die Lebensweise dieser Menschen und deren bereichernden Blickwinkel auf das Leben kennen lernen dürfen.

Wem würdest du Neuseeland empfehlen und warum?

Die Menschen in Neuseeland fand ich sehr höflich, zuvorkommend und aufgeschlossen. Ich habe mich zu jeder Zeit sicher gefühlt und glaube, man kann dort in einem relativ geschützten Umfeld sehr viel Neues entdecken. Zugleich haben mich die Schulen in Neuseeland total beeindruckt, sie haben ein vielfältiges Angebot, beste Ausstattung und sind akademisch ansprechend. Also für Schüler, die sich gerne ihre besondere Schule und Region aussuchen möchten, die weite Ferne kennen lernen und sich trotzdem ein Stück weit zuhause fühlen möchten, ist Neuseeland genau das Richtige.

Außerdem würde ich Neuseeland jemandem empfehlen, der Outdoor Aktivitäten mag und die Natur liebt und sie von unterschiedlichsten Seiten kennenlernen möchte. Gerade auf der Südinsel gibt es ja Gletscher neben Regenwald neben wunderschönen Küstenabschnitten und großartiger Tierwelt. Ich glaube, es gibt dort richtig viel zu entdecken, und wir bieten ja zum Glück auch eine große Südinseltour für unsere Schüler an, die richtig toll sein soll.

Nina in Auckland

Auf dem Rückweg nach Deutschland hast du nochmal kurz in Australien Halt gemacht. Erzähl uns doch noch kurz etwas zu diesem Stopover.

Ich habe Inga Höltz besucht, eine ehemalige Stepin-Kollegin, die mittlerweile bei unserer australischen Partnerorganisation SCCE in Melbourne arbeitet und uns dort als Ansprechpartnerin zur Seite steht. Ich kenne Inga ja aus Deutschland und wollte gerne mal sehen, wie es ihr jetzt geht und wie sie in Australien so lebt. Also bin ich von Auckland aus circa vier Stunden nach Melbourne geflogen und habe dort einen zweitägigen Zwischenstopp eingelegt. 2009 war ich schon mal in Australien und hatte bereits damals unsere Partnerorganisation SCCE kennengelernt. Damals habe ich in drei Wochen auch ein wenig das Land erkunden können und das hat mich so beeindruckt, dass ich auf jeden Fall gerne nochmal wiederkommen wollte. Dies ließ sich also gut mit einem Besuch bei Inga verbinden.

Besonders schön fand ich Melbourne’s Vorort St. Kilda mit dem Strand, den Palmen und vielen kleinen Cafés. An dem Tag, an dem wir dort waren, gab es ein Fest, bei dem Aborigines traditionelle Tänze aufführten. Sehr beeindruckend! Außerdem haben wir abends eine Art Standrundfahrt durch Melbourne gemacht – diese großartige Metropole hat echt einiges zu bieten, sie hatte mir damals schon sehr gut gefallen und dieses Mal wieder.

Strand Australien

Vielen Dank für das Gespräch, Nina, das war sehr aufschlussreich. Hier ist jetzt deine Chance für die berühmten letzten Worte…

Dann sage ich: „Kia Ora“ – wie ich gelernt habe, heißt das nicht nur »Hallo« sondern auch »Wie geht es dir?« und »Auf Wiedersehen«.
Ich grüße die Schüler, mit denen ich zusammen losgeflogen bin und eine tolle Zeit hatte und die ich beneide, dass sie noch in Neuseeland bleiben dürfen. Sie sind bei Michelle und Chris Klaassen in den besten Händen :-) Aber auch ich werde hoffentlich nicht das letzte Mal da gewesen sein…

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