Denise in Kanada #5: Mein Abschlussbericht

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Drei Monate Freiwilligenarbeit in Kanada sind vorbei und Denise ist wieder zuhause in Deutschland. Rückblickend erinnert sie sich an ihre ersten Tage im Projekt und stellt fest, dass sich all ihre Erwartungen erfüllt haben. Was wird sie von ihrer Zeit im zweitgrößten Land der Welt am meisten in Erinnerung behalten? Und kann sie das Alberta Wildlife Projekt anderen Teilnehmern weiterempfehlen? 

Es hat sich mal wieder bestätigt: was man lange plant und worauf man sich so lange freut, geht dann doch immer sehr schnell zu Ende. Meine drei Monate in Kanada sind tatsächlich schon vorbei. Für mich hat es sich definitiv nicht so lange angefühlt, aber rückblickend habe ich jede Menge gelernt, gesehen und erlebt.

Die ersten Tage in Kanada

An meine ersten Tage erinnere ich mich noch gut. Ich war zu Beginn etwas unbeholfen und schüchtern, aber habe versucht, mich bestmöglich einzubringen und überall zu helfen. Die Nervosität hat sich schnell gelegt, ich habe mich bald gut zurechtgefunden und konnte meine Aufgaben sehr gut erfüllen.

Alle meine Erwartungen haben sich erfüllt

Auf einmal fiel mir auf, dass sich all meine Erwartungen, Ziele und Hoffnungen erfüllt hatten. Ich kam her, um Tieren zu helfen, Gutes zu tun, die Menschen hier kennenzulernen und eine unvergessliche Zeit zu haben.

Volunteer-Team im Alberta Wildlife-Projekt in KanadaDen Tieren hier habe ich definitiv geholfen! Täglich kamen unzählige Patienten, die wahrscheinlich ohne uns Freiwillige gar nicht oder nur schwerlich so aufmerksam gepflegt worden wären. Bei der Pflege habe ich jede Menge gelernt und durfte nach einer gewissen Zeit auch selbständig arbeiten und Entscheidungen treffen.

Ich habe so viel gelernt

Projektleiterin Carol und unsere Krankenhaus-Chefin Brittany haben immer einen Blick auf unsere Arbeit und standen für Fragen zur Verfügung, da wir eben keine ausgebildeten Tierärzte sind. Dass wir die Tiere möglichst selbstständig und gleichzeitig auch richtig behandeln konnten, lag an Carol. Sie erklärte uns, wie man auf bestimmte Verletzungen reagiert und stellte in den Pausen auch gerne mal kleine prüfende Fragen, damit wir schön fit blieben, was unsere Patienten angeht. Ich hatte aber niemals das Gefühl, dass ich in der Schule bin und nur lernen muss. Eher im Gegenteil: Bei falschen Antworten erklärte sie es einem noch mal geduldig und Fragen bleiben nie unbeantwortet – Carol liebt es zu unterrichten.

Denise mit einer Eule im Alberta Wildlife-Projekt in KanadaSo kam es, dass ich drei Monate lang nicht nur Gehege geputzt, sondern hautnah die Tiere gehalten, Medizin und Spritzen verteilt und jede Menge gelernt habe. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass Eulen die Knochen ihrer Beute nicht verdauen können und sie wieder auswürgen, Elstern für verstorbene Familienmitglieder eine Art Beerdigung abhalten, »Hawks« ihr Revier mit Kot markieren – so sahen leider auch ihr Gehege aus – und Stinktiere mehrere Wochen brauchen, um die wenigen Tropfen in ihrer Stinkdrüse wiederherzustellen. Und noch so einiges mehr, was ich hier gar nicht alles aufzählen kann.

Die freundlichen Kanadier und ihr Tim Hortons

Nach ein paar Wochen hatte ich nicht nur unzählige kanadische Tiere kennengelernt, sondern auch die Kanadier selbst. Durch Kontakt mit den Angestellten und Freiwilligen vor Ort oder auch durch ein paar freie Abende in der Stadt, sind mir so einige Eigenschaften der Kanadier aufgefallen:

Sie sind immer freundlich…

Man wird nur leicht angerempelt und bekommt sofort ein ernst gemeintes und besorgtes »Sorry, are you okay?« zu hören oder man wird ganz schnell an der Kasse in einen kleinen Plausch verwickelt.

… und sie lieben Tim Hortons

Tim Hortons ist eine Café-Kette mit Frühstück, den obligatorischen Bagels, Cookies, Muffins, vielen anderen Leckereien und Mittagessen. Filialen gibt es wirklich an jeder Ecke und gefühlt läuft auch jeder Kanadier mit einem Kaffeebecher von Tim Hortons herum. Aber ich kann es ihnen nicht verübeln! Ich habe mich natürlich etwas angepasst und dort ebenfalls gerne mal gefrühstückt – sehr lecker! Nicht nur ich war davon angetan, auch die anderen Freiwilligen waren begeistert. Wir haben schon Pläne für ein Wiedersehen, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Kanada und da steht ein Tim Hortons-Besuch weit oben auf der »To-Do-Liste«.

Unsere fünf »Education Animals«

Doch noch weiter oben auf der Liste steht der Besuch meiner tierischen Freunde. Neben Patienten, die wieder entlassen werden können, wohnen im Center auch sogenannte »Education Animals«. Sie begleiten Carol auf Programmen in Schulen, Vereinen und bei Veranstaltungen (zum Beispiel Spendensammlungen). Eule Sofia wurde vor längerer Zeit von einem Auto angefahren und verlor so ihr Augenlicht, aber sie fand bei uns ihr neues zu Hause. Sie lernte trotz des fehlenden Augenlichts von alleine zu essen und verstand schnell, sich auf unsere Hände zu setzen, um von ihrem Innengehege in ihr Außengehege getragen werden zu können.

Eule OtisEule Otis und Präriebussard Luca kamen beide ins Center, als sie nur wenige Tage alt waren. Sie wurden so gut verpflegt, dass sie dachten, wir Menschen seien ihre Mütter. Da Vögel sich für das halten, was sie als erstes sehen, denken diese beiden jetzt, sie seien auch Menschen. Leider hat sie das unfähig gemacht, in der Natur zu überleben, aber dafür eignen sie sich so super für Programme, um den Menschen die unbegründete Angst vor Greifvögeln zu nehmen – und kuscheln kann man mit Otis auch ein bisschen.

Stinktier Eliott kam mit all seinen Geschwistern zu uns, doch er unterschied sich von ihnen: Er war nur halb so groß, sein Schwanz nur ein Drittel von dem seiner Geschwister und ihm fehlt ein Bein. So wurde auch bei ihm schnell der Beschluss gefasst, dass er bleibt, da er zu schwach ist, um in der Natur zu überleben.

Paul(a) war erst seit kurzem im Center. Sie ist eigentlich bei bester Gesundheit und ein schöner großer Truthahn, doch sie wollte einfach nicht machen, was Vögel nun einmal machen sollten: fliegen. Egal was wir wochenlang versuchten, sie blieb sitzen. Da dachten wir uns, dass wenn sie anscheinend schon den Beschluss gefasst hat, bei uns zu bleiben, wir sie doch einfach behalten.

Truthahn PaulaSie wird noch weiter an Menschen gewöhnt, hatte schon ein paar Nagetiere von uns genommen und saß schön auf der Hand. Bald wird hoffentlich auch ihr Geschlecht geklärt sein (Truthahn-Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur durch wenige Zentimeter Körpergröße) und dann steht auch ihrer Karriere als »Education Animal« nichts mehr im Weg.

Diese fünf werde ich ganz besonders vermissen! Vor allem das Schmusen mit Eliott. Auch wenn man danach ein bisschen riecht, so ist er doch echt kuschlig – und vor allem ist es ja auch ein einmaliges Erlebnis mit einem Stinktier zu kuscheln!

Meine Reise durch die Rocky Mountains

Bevor ich mich nach meinem Abschied aus dem Center jedoch auf den Weg zum Flughafen gemacht habe, bin ich noch ein wenig rumgereist. Erst nach Banff, dann über Lake Louise nach Jasper. Danach ging es über einen Pass unterhalb des Mount Robson nach British Columbia in den Glacier-Nationalpark. Es folgten der Revelstoke-Nationalpark, der Yoho-Nationalpark sowie der Kootenay-Nationalpark, bevor es nach Edmonton zum Flughafen ging.

Denise in den Rocky MountainsDas ist eine Strecke, die ich jedem empfehlen kann! Auf den rund 3.000 Kilometern bieten die Rocky Mountains ein unglaublich vielseitiges Panorama: von kahlen Gebirgen bis zu unendlichen Wäldern und blühenden Landschaften. Es gibt Gletscher, leere und volle Flussbetten und natürlich auch eine riesige Vielfalt in der Tierwelt. So habe ich noch so einiges gesehen, was wir im Center nicht hatten: Elche, Hirsche, Bergziegen und sogar einen Wolf! Nur der Bär fehlte leider, um die Liste komplett zu machen.

Mein Fazit

Zum Schluss kann ich jedem Tierfreund das Alberta Wildlife Projekt nur ans Herz legen und empfehlen! Ich hatte dort eine unglaubliche Zeit, habe tolle Menschen kennengelernt und definitiv in meinen drei Monaten das Richtige mit den richtigen Leuten getan. Carols Leidenschaft sind die Tiere, sie liebt ihren Job und das Center. Die damit verbundene Arbeit ist ihr Leben. Es hat mir eine riesige Freude bereitet, so einem tollen Menschen zu helfen und ihr etwas Belastung von diesem Vollzeitjob abzunehmen.

Man hilft hier hautnah bei der Tierpflege, kümmert sich selbständig um seine Patienten, ist live bei den Freilassungen dabei und hat nebenbei noch jede Menge Spaß. Ich werde definitiv irgendwann wiederkommen.

Eure Denise

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About Denise

Denise

Abiturientin Denise ist 18 Jahre alt, kommt aus Hessen. Sie hat den Entschluss gefasst, die Zeit zwischen Schule und Studium zu nutzen, um etwas Gutes zu tun. So verbringt Denise Rahmen ihrer Freiwilligenarbeit 2016 zwölf Wochen in Alberta, Kanada. Hier auf der »Weltneugier« berichtet sie regelmäßig über ihre Erlebnisse im Wildlife-Projekt.


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