Denise in Kanada #3: Wetlands, Calgary & Education Animals

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Welche Rolle spielen die Wetlands im Ökosystem, was passiert eigentlich mit den Wildtieren, die auf Grund von Verletzungen nicht mehr ausgewildert werden können und was sollte man bei einem Besuch der viertgrößten Stadt Kanadas – Calgary – nicht verpassen? Denise versorgt uns mit einem Update aus dem Alberta Wildlife-Projekt.

Die Wetlands in Alberta

Der Herbst kommt – Observation Tower streichen

So langsam aber sicher wird es Herbst hier in Kanada. Das bedeutet für die Arbeit hier im Wildlife Centre, dass bald nicht mehr viel draußen in der Kälte gearbeitet werden kann.

Wetlands in Alberta, KanadaFür mich wiederum als Freiwillige bedeutet das, dass auf dem Außengelände die letzten Arbeiten fertig gemacht werden müssen – genauer gesagt: Der Observation Tower des Centres muss fertig gestrichen werden. Der Tower gibt einen unglaublichen Ausblick auf die Wetlands (Feuchtgebiete). Er lockt unzählige Besucher hierher und muss dementsprechend gut aussehen und natürlich auch möglichst viel Wissenswertes vermitteln. Dem Centre ist die Bedeutung der Wetlands für die ganze Umwelt bewusst und daher wird versucht dies auch an die Besucher des Towers zu vermitteln.

Die Bedeutung der Wetlands

Man unterscheidet drei Arten von Wetlands: Fens (Flachmoor), Bog (Sumpf) und Marshes (Moor). Bei unserem Wetland hier direkt hinter dem Centre handelt es sich um letzteres. Die Wetlands filtern, regenerieren und befreien das Wasser von Verschmutzung, verhindern Überflutungen und dienen als Heimat für mehr als 250 Arten von Pflanzen, Amphibien, Säugetieren und Vögeln. Die Anzahl steigt sogar noch, da sich hier viele bedrohte Tierarten sehr gut erholen und fortpflanzen können.

Gänse im Alberta Wildlife-ProjektIm Herbst sind die Wetlands auch sehr beliebt bei den Gänsen. Bald treten diese ihre lange Reise in den Süden an und sammeln sich nun auf dem Gewässer in großen Gruppen. Das hört man nicht nur schon früh morgens um sechs, sondern auch bis abends um 21:00 Uhr.

Auch für das Centre haben die Wetlands eine große Bedeutung: Wir konnten hier schon jede Menge Wasservögel wieder freilassen und sogar unsere Baby-Biber haben hier ihr neues Zuhause gefunden.

Und wir Freiwillige nutzen es gerne in unserer Freizeit, fahren mit dem Kanu raus und genießen einfach die schöne Aussicht.

3-Tages-Trip nach Calgary

Tolle Aussicht vom Calgary Tower

Calgary Tower in KanadaApropos Freizeit: Mein nächster kleiner »Urlaub« ging in die viertgrößte Stadt Kanadas und die, mit den meisten Sonnentagen: Calgary. Unseren ersten Tag verbrachten wir, meine Volunteer-Freundin und ich, in 190m Höhe auf dem Calgary Tower. Hier gibt es nicht nur echt viel zu sehen – von den Hochhäusern der Stadt bis zu den Rocky Mountains in der Ferne – sondern auch viel vom Audio-Guide zu lernen.

Die damaligen vier größten Landbesitzer – die sogenannten Big Four – trafen sich immer wieder hier, um nicht nur ihre Geschäfte abzuwickeln, sondern  auch um das weltbekannte, jährliche Festival Calgary Stampede zu ermöglichen. Sie lieferten die finanzielle Unterstützung und das zu ihren eigenen Gunsten: Das Festival ist bis heute ein riesiger Erfolg und lockt unzählige Menschen aus aller Welt in die Stadt.

Olympic Plaza, Stephens Avenue & die Freundlichkeit der Kanadier

Unser nächstes Ziel war der Olympic Plaza, der 1988 zu Ehren der olympischen Spiele in Calgary erbaut wurde. Calgary war damals die erste kanadische Stadt, welche die Spiele ausrichten durfte.

Skyline Calgary

Es folgte die Stephens Avenue, eine sehr gemütliche Fußgängerzone mit vielen kleinen Pubs, Restaurants und einer Mall. Hier wurde das Stadtleben nochmal so richtig deutlich: Mittags waren die Restaurants von vielen Menschen in Anzügen überfüllt und leichte Hektik war zu spüren. Aber eines wie immer nicht: Unhöflichkeit. Die Kanadier werden ihrem Ruf in dieser Hinsicht wirklich immer und überall gerecht! Sie sind sehr zuvorkommend und rücksichtsvoll und immer für einen kleinen Plausch zu haben – so wissen jetzt schon gefühlt fast alle Kanadier, wer ich bin, von wo ich komme und was ich hier mache.

Ein Besuch im Zoo & Frühstück bei Tim Hortons

Das Wetter des nächsten Tages lud dazu ein, ihn draußen zu verbringen und so gingen wir in den Zoo. Wir können einfach nicht genug von Tieren bekommen. ;-)

Unseren letzten Tag in Calgary ließen wir gemütlich ausklingen. Wir frühstückten bei Tim Hortons – überlebenswichtig für Kanadier und an jeder Ecke hier zu finden! Dann schlenderten wir nochmal durch die Fußgängerzone, die Mall und genossen bei einem Muffin die Sonnenstrahlen auf der Wiese des Olympic Plaza.

Unsere Education Animals

Warum leben die Wildtiere im Centre?

Aber natürlich kommt auch die Arbeit im Centre nicht zu kurz. Manchmal ist es uns auf Grund von bestimmten, lebenseinschränkenden Verletzungen nicht möglich, Tiere wieder auszuwildern.

Otis, the Great Grand OwlGründe gibt es so einige: Blindheit oder verletzte Krallen bei Greifvögeln machen das Jagen unmöglich und folglich hungern sie zu Tode, Wasservögel mit stark verbogenen oder gar ganz gebrochenen Schnäbeln sind ebenfalls unfähig alleine genügend Nahrung zu sich zu nehmen, zu freundliche Säugetiere nähern sich belebten Straßen und kommen dann oftmals durch Unfälle zu Tode.

Doch anstatt sie einfach einzuschläfern, versuchen wir ihnen hier im Centre eine zweite, etwas andere Chance, auf ein Leben zu geben – auf ein Leben als Education Animal. Momentan haben wir schon drei dieser Sorte: Sofia (Great Grey Owl), Otis (Great Grand Owl) und unsere Luca (Swainson Hawk).

Ihr Job ist es, Carol Kelly auf Programmen in Schulen, Vereinen, Veranstaltungen, Spendensammlung-Events und ähnlichem zu begleiten. Neu in unserer Familie sind nun Eliott, unser Stinktier und Paula, unser Truthahn.

Familienzuwachs: Das kleine Stinktier Eliott

Eliott ist nun schon fast drei Monate bei uns. Man fand ihn mit seinen Geschwistern am Straßenrand. Während seine Geschwister munter und fit waren, fiel er uns direkt ins Auge. Er war der kleinste, schwächste und dünnste von allen. Er hatte gerade mal die Hälfte der Größe seiner Geschwister erreicht und dazu kam auch noch, dass er leider nur drei Beine hat. Nach einem kurzen Aufenthalt für seine Schwestern und Brüder – ihnen ging es so super, dass nichts mehr gegen eine Auswilderung sprach – war klar, dass sein Aufenthalt länger sein würde.

Denise kuschelt mit StinktierNach ein paar Wochen war es geschafft: Sein starkes Untergewicht war behoben, doch das Problem mit seiner Behinderung, welche ihm das Leben in der Wildnis erschweren würde, blieb. Da hier alle den Kleinen schon ins Herz geschlossen hatten, war der Beschluss schnell gefasst: Er bleibt hier als unser neues Familienmitglied.

Täglich gehen wir mit ihm spazieren, kuscheln mit ihm und es ist ihm anzusehen, wie wohl er sich bei uns fühlt und dass er uns für seine Familie hält. Und das mit der Familie meine ich auch so: Er spielt mit uns als wären wir seine Geschwister. Stinktiere spielen in dem sie aufstampfen, auf dem Boden kratzen und antäuschen zu Sprühen – genau das macht er, aber zum Glück täuscht er wirklich nur an. ;-)

Und was ist mit Truthahn Paula?

Paulas Geschichte ist ganz anders als Eliotts. Sie wurde am Straßenrand gefunden und wollte einfach nicht wegfliegen. Und genau das tut sie bis heute: Nicht fliegen. Im Centre konnten wir feststellen, dass sie keinerlei Verletzungen hat und auch ein angemessenes Gewicht. Nur das mit dem Fliegen wollte nicht so klappen, egal was wir versuchten.

Paula, der TruthahnWir wollten sie aufschrecken, haben ihr Futter hoch oben hingelegt, sie sanft hochgeworfen, um Starthilfe zu geben – doch egal, was wir ausprobierten, sie blieb auf dem Boden sitzen. Carol fuhr drei Stunden mit ihr raus nach Drumheller, da es dort sehr viele Truthähne gibt. Sie ließ sie frei, andere ihrer Art kamen sogar interessiert angeflogen, sie blieb jedoch leider unbeeindruckt sitzen, lief nicht einmal weg.

Nach diesem Versuch war klar: Sie ist zu gesund, als dass man sie einfach einschläfern könnte, sie würde aber draußen in Freiheit nicht überleben, möchte ja nicht einmal vor uns weglaufen. Also haben wir noch ein neues Mitglied hier in unsere Truppe.

Momentan sind wir dabei, sie an uns zu gewöhnen und Menschen grundsätzlich nicht als Feind zu sehen. Ich hoffe sie wird sich bald bei uns wohlfühlen.

Bis bald,
Eure Denise

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About Denise

Denise

Abiturientin Denise ist 18 Jahre alt, kommt aus Hessen. Sie hat den Entschluss gefasst, die Zeit zwischen Schule und Studium zu nutzen, um etwas Gutes zu tun. So verbringt Denise Rahmen ihrer Freiwilligenarbeit 2016 zwölf Wochen in Alberta, Kanada. Hier auf der »Weltneugier« berichtet sie regelmäßig über ihre Erlebnisse im Wildlife-Projekt.


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