Neben der Arbeit im Alberta Wildlife-Projekt bleiben Denise und den anderen Volunteers auch einige freie Tage, die genutzt werden, um Kanada näher kennenzulernen. So sind sie letzte Woche für drei Tage in den Banff-Nationalpark gefahren. Hier standen tolle Aussichten bei einer anstrengenden Wanderung und eine Tretboot-Tour umgeben von Bergen auf dem Programm.

Mit dem Greyhoundbus Richtung Banff

Zusammen mit einer Freundin, die ich in meinem Freiwilligenprojekt kennengelernt habe, machte ich mich mit dem Greyhoundbus auf den Weg nach Banff. Mit einem Umstieg in Calgary, der viertgrößten Stadt Kanadas, welche wir als unser nächstes Ausflugsziel auserwählt haben, dauerte die Fahrt etwa vier Stunden. In Banff angekommen, sind wir direkt los in Richtung Hauptstraße, die als einzige Straße Banffs nicht nach einem Tier benannt ist – sie heißt »Banff Avenue«.Banff Avenue in Kanada

Wir bummelten durch die unzähligen Souvenirshops, kauften Postkarten, ließen uns ein Eis schmecken und aßen im »Toque« (der kanadische Begriff für die Wollmützen, die hier zu jeder Jahreszeit getragen werden) – einem kanadischen Pub – zu Abend.

Wandern mit toller Aussicht – Der Sulphur Mountain Trail

Unser zweiter Tag war nicht so entspannt: Wir beschlossen morgens, den Sulphur Mountain Trail zu wandern – ohne genau zu wissen, was wir uns da vorgenommen hatten. Der Trail ist nämlich nicht etwa ein angenehmer Wanderweg, der mal bergauf, mal bergab geht, mal ebene Flächen und ein paar Bänke zum Entspannen hat.

Im Gegenteil: Ganze 5,5 km geht es sehr steil nur bergauf, im Zickzack den Berg hoch. Dabei sieht man immer wieder über sich die Gondel, welche einem den gemütlichen – aber leider sehr teuren – Weg nach oben vor Augen führt. Knapp vier Stunden später sind wir endlich oben angekommen. Völlig außer Puste und ziemlich geschafft.Denise und Freundin wandern den Sulphur Mountain Trail in Kanada

Doch der Ausblick hat uns definitiv für all die Anstrengung, den Schweiß und den Muskelkater am nächsten Tag entschädigt! Wir hatten einen unbeschreiblich schönen Blick auf das Tal und die anderen Gebirge, die sich rundherum mächtig auftürmen und einem bewusst machen, wie klein wir doch selbst sind. Das Panorama erinnert zwar an unsere Alpen, aber die kanadischen Berge haben doch eine ganz andere, viel beeindruckendere Größe.

Die Tierwelt im kanadischen Gebirge

Eine Gemeinsamkeit gibt es in Gebirgen aber immer: die Tierwelt. Auf unserem Weg trafen wir auf ein Reh, unzählige Eichhörnchen und am Gipfel auch ein paar Murmeltiere. Auch diese Beobachtungen waren den anstrengenden Fußweg wert, denn aus der Gondel heraus hat bestimmt niemand ein Reh so nah gesehen wie wir.Reh grast im Wald entlang des Sulphur Mountain Trail in Kanada

Tretboot fahren auf dem Lake Minnewanka

Auch den dritten und letzten Tag unseres Kurztrips haben wir sportlich verbracht: Wir waren mit einem Tretboot auf dem Lake Minnewanka unterwegs.

Unter diesem See befindet sich ein ganzes Dorf, das vor langer Zeit von Wasser überflutet wurde. Von der Mitte des Sees aus hatten wir wieder einen unglaublichen Ausblick auf all die Berge, die uns umgaben.Tretboot-Tour mit Bergaussicht auf dem Lake Minnewanka in Kanada

Am Nachmittag ging unser Bus leider schon wieder zurück Richtung Calgary und weiter nach Red Deer, wo das Alberta Wildlife-Projekt stationiert ist. Hier holten uns die anderen Volunteers abends ab und wir waren alle zusammen noch Eis essen.

Freunde finden im Freiwilligenprojekt

Das gehört hier im Freiwilligenprojekt auch dazu: Nicht nur Tiere und die Gegend erkunden – auch Freunde finden! Und das ist mir definitiv gelungen. Einmal pro Woche unternehmen wir alle zusammen etwas. Sei es einfach nur zusammen abends zu kochen oder am Lagerfeuer zu sitzen, mal ins Kino zu gehen oder eben Pizza zu essen.

Dass ein freundschaftliches Verhältnis unter den Freiwilligen auch für die Arbeit hier im Wildlife Center wichtig ist, weiß auch unsere Chefin Carol Kelly. Daher fördert sie dies sehr.Gruppe von Volunteers im Wildlife-Projekt Alberta, Kanada

So sind wir zum Beispiel alle gemeinsam, sowohl wir Freiwilligen, als auch die Angestellten, in die Berge zum Grillen gefahren. Dabei konnten wir alle mal ausgelassen miteinander reden – und das nicht nur über die Patienten. So konnten wir uns besser kennenlernen und das Gruppengefühl wurde gestärkt.

Ich fühle mich sehr wohl hier! Sowohl durch Carols unglaublich nette und liebenswerte Art – trotz unzähliger Anrufe, Termine, Spendensammlungen und vielem mehr, verliert sie nie die Fassung und behandelt uns stets unglaublich zuvorkommend und geduldig – aber auch durch die anderen Freiwilligen hier, mit denen ich mich wirklich gut verstehe.

Zwischenfazit der Projektarbeit

Trotz der freien Tage und unserer Freizeit kommen unsere Patienten im Tierschutz-Projekt aber natürlich nicht zu kurz. Nach all der Zeit hier kann ich nun mit allen Tieren umgehen und kenne die Art der Behandlungen. Auch mein Englisch verbessert sich immer weiter, sodass ich hier eine echte Hilfe geworden bin.

Baby-Biber im Alberta Wildlife-Projekt KanadaGerade erst sind drei kleine Baby-Biber angekommen, die wir demnächst hier in den Wetlands zu den anderen Bibern wieder freilassen wollen. Sie hatten keine Verletzungen, sondern wurden nur ohne Eltern gefunden.

Auch eine Fledermaus haben wir kürzlich freigelassen und ich hoffe, dass die drei putzigen neuen Gäste genauso schnell und erfolgreich wieder in die Freiheit zurückkehren können. Ich halte euch auf dem Laufenden! :-)

Eure Denise

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