Demi-pair Irland: Deutsche Disziplin trifft auf irisches Chaos

Demi-pair Irland: Deutsche Disziplin trifft auf irisches Chaos

Die grüne Insel musste es sein. Und das passende Programm dazu war nach dem Abi auch schnell gefunden. Ein Gespräch mit der Demi-pair Teilnehmerin Claudia Fischer über irische Gelassenheit, berühmte Filmsets und neu gewonnene Freunde aus aller Welt.

Stepin: Du hast dich für das Programm Demi-pair Irland entschieden. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Und wieso gerade die grüne Insel?

Claudia: Ich wollte nach meinem Abitur einmal etwas ganz anderes erleben, zumal mir viele Bekannte erzählt hatten, dass man sich zwar immer wieder vornehmen würde, Auslandserfahrungen zu sammeln, es aber im seltensten Falle dann auch wirklich tut. Also galt für mich: Jetzt oder nie! Das Demi-pair Programm fand ich von Anfang an interessant.

Straße entlang der irischen KüsteFeste Bezugspersonen und in einer Sprachschule mein Englisch zu verbessern und so automatisch neue Leute kennenzulernen, das klang einfach perfekt für mich. Die grüne Insel hat mich schon immer irgendwie gereizt. Viele meiner liebsten Bücher und Filme spielten in Irland und als ich später Reportagen über Irland sah, war für mich klar: Ich will da hin!

Stepin: Hattest du vorher bereits Erfahrungen mit Kindern unterschiedlichen Alters gemacht?

Claudia: Ja, mit 15 Jahren habe ich einen Trainerschein gemacht und fünf Jahre lang eine Leichtathletikgruppe mit Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren betreut. Hinzu kam dann noch eine Messdienergruppe, deren Leitung ich übernommen habe. Ein Paar von den Kindern haben mir sogar geschrieben, als ich in Irland war.

Stepin: Irland ist zwar nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Dennoch ist das Lebensgefühl der Iren sicherlich anders als bei uns. Wo liegen aus deiner Sicht die wesentlichen Unterschiede? Was hat dir an der Lebensart besonders gefallen – und was vielleicht weniger?

Claudia: Die Iren haben glaube ich ein ganz anderes Zeitgefühl als wir. Das wird wohl der größte Unterschied zwischen ihnen und uns Deutschen sein und eben das kann Vorteil aber auch Nachteil sein: Dass Verspätungen nichts Ungewöhnliches sind, merkt man sehr schnell, doch gehen die Iren damit ganz anders um.

Claudia mit Freundinnen im PubMeine Gastmutter war erstaunt, dass ich immer auf die Sekunde pünktlich oder eher sogar etwas zu früh dran war. Während sie meine Disziplin tatsächlich eher als Vorteil sah, meinten besonders die drei Kinder, dass ich mehr von der irischen Gelassenheit bräuchte. Mit der Zeit hab ich mir ein wenig davon abgeguckt. Das hat wirklich gut getan.

Auf der anderen Seite hat diese Gelassenheit auch Nachteile, da sie eben auch schnell im absoluten Chaos enden kann. Dann wird etwas vergessen oder man merkt, dass man viel zu spät dran ist und verfällt erst recht in Hektik. Eine Mischung aus deutscher Disziplin und irischer Gelassenheit wäre vermutlich ideal.

Stepin: In dem Video hast du bereits etwas von deinen Reisen erzählt. Unter anderem hat es dich eher in den ländlichen Teil des Landes gezogen. Berichte uns doch mal von den Orten, die du besucht hast. Hast du einen besonderen Reisetipp?

Claudia: Besonders angetan haben es mir bei meinen Unternehmungen die Wicklow Mountains und Galway. In die Wicklow Mountains kommt man am besten mit einer der angebotenen Touren. Als ich damals da durchgefahren bin, hatte ich typisch irisches Wetter: Nebel und Nieselregen.

Aber mit Gummistiefeln und einem Regenschirm ausgestattet, war das absolut kein Hindernis, sondern hat besonders die Fahrt durch den National Park der Wicklow Mountains interessant gemacht. Hier wurden unter anderem die Filme »Braveheart« und »P.S. Ich liebe dich« gedreht. Die meisten Touren halten sogar extra an der Brücke, an der Holly (Hilary Swank) steht und Gerry (Gerard Butler) fragt, wie sie denn zum National Park käme – nicht wissend, dass sie schon lange durch eben diesen wanderte.

Blick auf die Galway CathedralWeitere interessante Stops sind dann z.B der Lough Tay, der zum Grundstück der Familie Guinness gehört und nicht nur deswegen oftmals auch Guinness Lake genannt wird. Außerdem die kleinen Orte Avoca oder aber Glendalough. Um nach Galway zu kommen, muss man dann einmal quer durch das ganze Land.

Dabei erahnt man dann wieder einmal, warum Irland auch die grüne Insel genannt wird. Galway selbst – und ich meine in diesem Fall die Stadt und nicht das County – ist recht klein und ohne Probleme an einem Tag zu Fuß zu erkunden. Es lohnt sich, durch die kleinen Gassen zu laufen und somit eine Stadt in Irland kennen zu lernen, die im Vergleich zu Dublin kaum unterschiedlicher sein könnte.

Claudia mit einem ihrer KinderUnd wenn man schon einmal im Westen ist, sollte man sich auf jeden Fall noch die Cliffs of Moher und/oder Connemara angucken. Beides ist wirklich schön und irgendwie wieder typisch für Irland. Da man für beides, wenn man von Galway aus startet, jeweils einen Tag braucht, sollte man vorher sehr gut planen. Doch es lohnt sich.

Stepin: Stehst du noch in Kontakt mit deiner Familie bzw. mit den neuen Freunden, die du in Irland kennengelernt hast?

Claudia: Leider ist der Kontakt zu meiner Gastfamilie schon ziemlich schnell abgebrochen. Allerdings hatten sie vor mir auch schon über zehn andere Au-pairs. Bereits, als ich da war, ist mir aufgefallen, dass der Kontakt nicht wirklich rege war.

Doch zu meinen Freunden, die ich in Irland kennen gelernt habe, ist der Kontakt wirklich sehr gut. Regelmäßig schreibe ich Mails nach Spanien, Frankreich und der Schweiz. Jetzt in der Urlaubszeit habe ich auch einige Postkarten bekommen. Und was meine Freunde angeht, die ebenfalls aus Deutschland kamen, mit denen plane ich schon längst ein Treffen. Tatsächlich habe ich eine Freundin bereits besucht und sie ist über meinen Geburtstag als Gast bei mir gewesen.

Stepin: Liebe Claudia wir danken dir für das schöne Interview :-)

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