Daniel in den USA #6: Herbst in Ohio – von Halloween bis Thanksgiving

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Daniel ist nun schon über 5 Monate als Austauschschüler in den USA. In seinem letzten Bericht hat er von seiner unvergesslichen Zeit im Football-Team der »Hawks« berichtet. Eigentlich wäre der 16-Jährige nun wieder zuhause in München. Da es ihm in Ohio allerdings so gut gefällt, hat er seinen Aufenthalt verlängert und so bleiben ihm noch einige Monate voller Abenteuer. In seinem heutigen Blogpost lässt Daniel den Herbst Revue passieren. Er berichtet unter anderem von einem Ausflug zum Freizeitpark »Kings Island«, einem Wanderwochenende mit den »Boy Scouts«, seinem ersten Thanksgiving und einem Stadionbesuch.

»Einer meiner größten Träume hat sich erfüllt und ich konnte einen wichtigen Punkt auf meiner »Bucket-List« abhaken.«

Kings Island – Fear Fest an Halloween

Meine amerikanische Partnerorganisation organisiert viele coole Ausflüge, an denen Schüler verschiedenster Nationalitäten teilnehmen. Heute stand ein Trip zum Freizeitpark »Kings Island« an. Wir haben uns im Park getroffen und nachdem uns die Regeln klar gemacht worden waren (man kann ja nie wissen, wozu so mancher Austauschschüler fähig ist…), haben wir uns selbständig gemacht.
Das Coolste war, dass alles im »Halloween-Theme« gestaltet war. Der Park war voller Rauchmaschinen und »Anti-Zombie Shelters«.

Internationals am Eingang zum Freizeitpark »Kings-Island« in OhioWir haben uns schon auf die Hauptattraktion, den »Diamondback Rollercoaster«, gefreut. Diese Achterbahn ist neu, und mit 130 km/h nicht gerade langsam. Vor der Attraktion gab es eine lange Schlange und auf halbem Weg haben wir eine große Box mit Handys und Brillen gesehen, die die Fahrgäste während der Fahrt verloren hatten. Eines ist sicher, die Box war groß… Trotz des einsetzenden Regens, waren wir noch immer fest entschlossen, im ersten Wagen der Bahn zu fahren. Dann sind wir hochgefahren und konnten den Ausblick auf Ohios Wälder in den schönsten Farben des »Indian Summers« genießen. Gerade im Herbst sind die Wälder hier DER Touristenmagnet und von oben sehen sie aus wie riesige Farbkleckse.

Als die Bahn beschleunigte und die Regentropfen sich wie Nadeln im Gesicht anfühlten, haben wir uns alle gar nicht mehr eingekriegt vor Lachen und uns schließlich einen 5$-Trockner geteilt, um uns etwas aufzuwärmen. Durchnässt sind wir schließlich zum nächsten Restaurant gefahren und haben zusammen Pizza gegessen.

Camping im Hocking Hills State Park

Ich bin schon seit meiner Ankunft ein Mitglied der »Boy Scouts«, weil mein Gastbruder mich dort mit hingenommen hat. Die »Boy Scout Troup 188« hat eine Besonderheit: sie wurde von einem deutschen Verein gegründet. Oft muss ich also die Fragen anderer Scouts beantworten und natürlich diverse Schimpfwörter übersetzen.

Austauschschüler Daniel und die Boy Scouts im Hocking Hills State ParkAn einem Wochenende im Herbst sind wir mit den Pfadfindern Campen gefahren. Es hieß, wir fahren zum schönsten Fleckchen in Ohio. Wir haben uns am Abend getroffen, um die letzten Vorbereitungen zu treffen und sind dann circa zwei Stunden gefahren, bis wir endlich im dichten Wald ankamen. Es gab nur wenige Straßenlaternen und die zerfallenen Häuser haben die Gegend auch nicht sehr viel einladender gemacht. Plötzlich ist zwei Meter vor unserem Auto ein Reh aus dem Wald gesprungen und wir haben es gerade so ohne Unfall zu unserem Campingplatz geschafft.

Angekommen, haben wir uns gleich an die Arbeit gemacht, die Zelte aufgebaut und ein Feuer gemacht. Nach einer Viertelstunde waren wir fertig und haben uns um das Lagerfeuer gesetzt. Über uns funkelte ein wunderschöner Sternenhimmel. Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Sternschnuppen gesehen. Insgesamt fünf Sternschnuppen und sogar zwei Satelliten an einem Abend. Leider war es schon spät und wir sind langsam schlafen gegangen, schließlich hatten wir einen langen Tag vor uns.

Landschaft im Hocking Hills State Park in OhioUm 6:00 Uhr sind wir aufgestanden, haben gefrühstückt und unsere Rucksäcke gepackt. Wir sind eine weitere Stunde gefahren und haben, um uns die Zeit zu vertreiben, das »Redneck«-Spiel gespielt. Jedes Mal, wenn jemand eine Konföderierten-Flagge sah, musste er so laut wie möglich »Redneck« rufen. Pro Flagge gab es einen Punkt. Am Ende der Fahrt habe ich knapp gewonnen.

Gleich nach unserer Ankunft haben wir unser Gepäck verteilt und standen am Anfang unserer Wanderung in einem der schönsten Täler, die man sich vorstellen kann. Die meisten Deutschen kennen so etwas wirklich nur aus dem Fernsehen. Mit einer Gänsehaut sind wir weiter gewandert. Die Landschaft war bunt von den herbstlichen Blättern und voller Bäche und Wasserfälle. Die aufgehende Sonne glitzerte in den kleinen Teichen und wir alle waren überwältigt von der Schönheit dieser Natur. Am Ende des Tages waren wir erschöpft und haben uns schon aufs Abendessen und die gemütlichen Zelte gefreut. Wir haben uns am Lagerfeuer Geschichten erzählt und sind dann irgendwann schlafen gegangen.

Thanksgiving und Black Friday Shopping

Lange vor der amerikanischen Revolution und dem »Civil War«, erreichten die ersten Siedler die Ostküste der USA. Unzureichend vorbereitet für den den harten Winter und hilflos gegen das erbarmungslose Wetter, halfen ihnen die Ureinwohner zu überleben. Um diese Hilfeleistung zu würdigen wird jährlich Thanksgiving gefeiert.

Thanksgiving-Festtafel in OhioDieses Jahr durfte ich selbst mein erstes Thanksgiving miterleben. Thanksgiving spielt als Feiertag in Amerika eine sehr wichtige Rolle und ist berühmt für das Truthahnessen. Wir hatten in diesem Jahr Besuch: Ein Austauschschüler aus Mexico, Javier, den meine Gastfamilie vor einigen Jahren aufgenommen hatte, war bei uns. Was ich an meiner Familie am meisten schätze ist, dass jeder Austauschschüler – ohne Ausnahmen – wie ein eigenes Kind behandelt wird. Nachdem wir Javy vom Flughafen abgeholt und Bekanntschaft mit einem gestrandeten Passagier aus Australien gemacht hatten, hieß es nur noch Vorbereiten für das große Essen. Die Vorbereitungen dauerten fast zwei Tage und ich habe mich schon sehr auf all die verschiedenen Köstlichkeiten gefreut.

Am Donnerstag war der Tisch dann voller Leckereien: Von »Mac & Cheese« über »Stuffing« (Füllung) bis hin zum Truthahn selbst hat alles vorzüglich geschmeckt. Währenddessen haben wir natürlich ein Footballspiel angeschaut. Mein Lieblingsteam, die Green Bay Packers, haben gegen die Chicago Bears gespielt. Ich habe natürlich auf einen Sieg für die »Packers« gehofft. #GoPackGo! Nachdem wir alle satt waren, ging es zum »Black Friday Shopping« in die Dayton Mall. »Black Friday Shopping« ist berühmt für idiotische Unfälle, manchmal eskalierende Gewalt um einen heruntergesetzten Fernseher und lebensbedrohliche Situationen im Wal Mart … Jaja, so sind die Amis halt, ne?! :-) Wir haben das Haus um 6:00 PM verlassen und sind erst um 5:00 AM am Freitagmorgen zurückgekommen. Meine Mom hatte acht Tüten voller Kleidung und der Kofferraum ist an sein Limit gekommen. Zumindest war schon mal ein bisschen Christmas Shopping erledigt. :-)

Bengals Game – WHO DEY ?!

An einem Samstag im Winter hieß es »WHO DEY ?!« in Cincinnati. Die Cincinnati Bengals haben gegen ihren Rivalen, die Pittsburgh Steelers gespielt und ich habe die Tickets als Weihnachtsgeschenk bekommen. Ich war total aufgeregt, denn die ganze Stadt war im Football-Fieber.

Austauschschüler Daniel mit seiner Gastfamilie im Football-StadionAls wir uns dem Stadion näherten, hörten wir schon die laute Musik und sahen den Rauch vom »Tailgating« – einem »Pick-up-BBQ«, das vor Spielen in den USA sehr beliebt ist. Meine Mom, meine Brüder und ich standen vor dem Eingang zum Paul Brown Stadium und durch die Lautsprecher wurden die Fans aufgeheizt. Wir hatten Tickets für die »Nose Bleed Section«, die ihren Namen durch ihre Höhe im Stadion hat. Die Plätze waren erstaunlich gut, ein kleines Detail fiel uns jedoch auf: Wir waren in der »Away Section« und somit umgeben von Steelers Fans.

Als der Kick-off immer näher rückte und die Spieler eingelaufen kamen, spielte die Menge verrückt. Nachdem sich das Publikum beruhigt hatte, wurde es still im Stadion und der Kommentator hat alle Zuschauer gebeten, für die Nationalhymne aufzustehen und jegliche Kopfbedeckung abzunehmen. Die »National Colors« wurden von US Marines präsentiert. Ich bin aufgestanden und habe meine rechte Hand auf mein Herz gelegt:

O say can you see, by the dawn’s early light,
What so proudly we hailed at the twilight’s last gleaming,
Whose broad stripes and bright stars through the perilous fight,
O’er the ramparts we watched, were so gallantly streaming?
And the rockets‘ red glare, the bombs bursting in air,
Gave proof through the night that our flag was still there;
O say does that star-spangled banner yet wave
O’er the land of the free and the home of the brave?

Kurz vor Ende ist eine Air Force Staffel mit ohrenbetäubendem Lärm über das Stadion hinweg geflogen. Die Menge ist durchgedreht und das Spiel konnte beginnen. Es war ein spannendes Spiel, welches leider schließlich die Steelers für sich entschieden. Einer meiner größten Träume hat sich erfüllt und ich konnte einen wichtigen Punkt auf meiner »Bucket-List« abhaken. Das alles habe ich meinen Gasteltern zu verdanken, die mich wie ihren eigenen Sohn behandeln.

Bis bald,
Euer Daniel

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About Daniel

Daniel

Daniel aus München ist einer der vier Stipendiaten, die in der Saison 15/16 mit der Unterstützung von Stepin die Welt bereisen. Für mehrere Monate besucht der 16-Jährige eine amerikanische High School in Ohio. Hier auf der Weltneugier berichtet er regelmäßig von seinen Eindrücken aus den USA.


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