High School-Stipendiat Daniel ist nun schon über einen Monat als Austauschschüler in den USA. In seinem letzten Bericht hat der 16-jährige Münchener noch vom Abschied seiner Freunde und Familie in Deutschland erzählt. In seinem heutigen Blogpost beschreibt er seine Ankunft und die ersten paar Tage in seiner neuen Heimat auf Zeit.

Oh say does that Star Spangled Banner yet wave? O’er the Land of the Free and the Home of the Brave.

Der Abend meiner Ankunft

Den Moment, als ich zum ersten Mal einen Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt habe, werde ich niemals vergessen. Das mag vielleicht lächerlich klingen, aber ich wurde von den ersten Eindrücken überwältigt.

Trotz der über 24-stündigen Reise bin ich nun wieder hellwach. Ich folge meiner Gastmutter zu ihrem Auto und wir fahren nach Hause. Obwohl ich mich erst an das »Englisch reden« gewöhnen muss, verstehe ich mich sofort sehr gut mit meiner amerikanischen Mom. Als wir losfahren, fallen mir als erstes die typischen, roten Farmhäuser, die riesigen Wassertanks und die protzigen »Ami-Trucks« ins Auge. Ich muss immer wieder unkontrollierbar lächeln.Lagerfeuer

Nach einer Weile biegen wir ab, um etwas zu essen. Natürlich ist es etwas typisch Amerikanisches: Chick-Fil-A. Ich bestelle mir ein großes Soda und einen Spicy Chicken Burger. Meine Gastmutter und ich unterhalten uns, aber mein Kopf ist immer noch sehr damit beschäftigt, alle neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Schließlich fahren wir weiter und dann kommen wir endlich in meiner zukünftigen Nachbarschaft an. Die Star Spangled Banner (amerikanische Nationalflagge) hängt vor jedem einzelnen Haus. Die Nachbarn spielen Volleyball im Garten, während eines wunderschönen Sonnenuntergangs. Wir fahren in die Einfahrt und ich stehe vor dem riesigen Haus meiner Familie. Neben der Tür der Spruch God Bless America.

Bacon, Fried Eggs and Toast

Endlich wieder fit, wache ich am nächsten Morgen auf. Der Geruch von Bacon steigt in meine Nase und ich gehe runter in die Küche. Dort wartet auch schon der Rest meiner Familie auf mich. Wir frühstücken, lernen uns besser kennen und ich merke, dass wir denselben Humor haben. Wir reden über das Thema, das mir am meisten am Herzen liegt: Football!Bacon and Fried Egg zum Frühstück

Und nein, … ich meine American Football, Pigskin und nicht den Sport der Grassfairie, wie wir Soccer (Fußball) liebevoll in unserer Familie nennen. Mein Gastbruder spielt auch Football an meiner zukünftigen High School, auf der gleichen Position wie ich. Und am Montag geht’s auch schon los, die berüchtigten Two-a-days fangen an – das heißt, wir bereiten uns auf die Saison vor.

American Football

Am Montagmorgen klingelt der Wecker um 6:00 Uhr. Während wir zum Training fahren, denke ich darüber nach, wie gut das Team wohl sein wird. Kann ich denn mithalten? Wir kommen an und ich werde den Coaches vorgestellt. Ich kann es kaum fassen, dass mein Positionscoach ein ehemaliger NFL Spieler der Cincinnati Bengals ist. Das Training ist ziemlich anders, als ich es aus Deutschland gewohnt bin, aber ich bin von Anfang an begeistert.footballteam

Die Amis sind auch sichtlich davon angetan, dass sie nun einen deutschen Austauschschüler in ihrem Team haben. Das lässt sich vor allem an den vielen Fragen erkennen:

»Do you have cars in Germany?«, »Is it weird driving on the other side of the road?«, »Do you have TVs in Germany?«…

Naja, aber wie das halt nun mal läuft: Blöde Frage – blöde Antwort. Einen habe ich schon überzeugt, dass wir in Deutschland Drachen reiten und unter Steinen leben. ;-)

Mein erster Tag an der Lakota East High School

»Goooooood Moooorning Lakota East High School. Please stop wherever you are and stand for the Pledge of Allegiance: I pledge Allegiance to the flag of the United States of America and to the Republic for which it stands, one nation, under God, indivisible, with Liberty and Justice for all.«Daniel an seiner High School

So fängt jeder Schultag in meiner High School an. Ich bin nun schon etwa zwei Wochen hier und das Englisch fällt mir immer leichter. Zum Glück kenn ich schon ein paar Leute durch das Footballteam und habe somit Leute, mit denen ich in der Cafeteria essen kann. Ich bin zudem sehr froh über meine Lehrer, mit denen ich – besonders im Vergleich zu Deutschland – ziemlich viel Glück habe. Vor allem mit meiner Englischlehrerin, die, als ich zugeben musste, dass ich noch nie etwas von Pop Tarts gehört hatte, zwanzig Packungen für die gesamte Klasse gekauft und mitgebracht hat.

Bis bald,
Daniel

< Zu Daniels vorherigem Artikel Mehr Infos zum Programm Zu Daniels nächstem Artikel >

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