Burns Supper – eine schottische Tradition zu Ehren von Robert Burns

Burns Supper – eine schottische Tradition zu Ehren von Robert Burns

Wir haben hier auf der Weltneugier in den letzten Wochen ja ein bisschen unsere Vorliebe für Schottland entdeckt, nicht zuletzt auch dank unserer Praktikantin Jessica, die für uns u.a. den Artikel über Edinburgh verfasst hatte. Vor diesem Hintergrund hat sie es sich auch nicht nehmen lassen, einen weiteren Schottland-Text über das heute gefeierte Burns Supper zu verfassen.

Robert Burns StaturJedes Jahr am 25. Januar wird in Schottland das sogenannte Burns Supper, auch Burns Night genannt, gefeiert. Diese Tradition findet zu Ehren des schottischen Schriftstellers und Dichters Robert Burns (1759 – 1796) statt. Begründet ist die Wahl dieses Datum durch die angelsächsische Sitte, solche personenbezogenen Ehren- bzw. Gedenktage am jeweiligen Geburtstag – und nicht wie z.B. in Deutschland an einem Todestag – zu begehen. Die fast kultische Verehrung und große Bedeutung des Dichters in seiner Heimat zeigt sich u.a. auch darin, dass Burns Suppers in Australien, Kanada, Nordirland und den USA gefeiert werden – also Ländern, in denen viele Familien mit schottischen Wurzeln leben.

Burns wichtigste Werke werden rezitiert

Burns Werke, die unter anderem Schönheit Schottlands zelebrieren, sind beliebt wie eh und je und natürlich stellen sie einen festen Bestandteil der Burns Night dar. Aber nicht nur Gedichte und Lieder spielen an diesem Abend eine Rolle, sondern auch der Ablauf und das Menü sind von Bedeutung. Der genaue Verlauf der Burns Night variiert von Veranstaltung zu Veranstaltung und kann sehr formell aber auch informell sein. Traditionell sieht er etwa folgendermaßen aus: Begleitet von Dudelsackmusik versammeln sich die Gäste am Tisch. Zur Einstimmung wird das Burns Gedicht »Selkirk Grace« vorgetragen, meist sogar in schottischer Sprache:

Some hae meat and canna eat,
And some wad eat that want it,
But we hae meat and we can eat,
Sae let the Lord be thankit.

Zur Burns Night wird Haggis gegessen

Dann beginnt das Essen, welches mit einer Suppe als Vorspeise startet. Schließlich erfolgt einer der Höhepunkte des Abends: das Hauptgericht Haggis wird serviert und man rezitiert das Gedicht »Address to a Haggis«. Dazu sollte der Vortragende auf jeden Fall sein Messer bereit halten, denn auf das Stichwort »His knife see rustic labour dight«, wird die Haut des Haggis aufgeschnitten, sodass sich das Innere über den ganzen Teller verteilt.

Achtung! Bei einigen sehr enthusiastisch Vortragenden, die es versäumt haben den Haggis vorher schon leicht anzuschneiden, verteilt sich die Mahlzeit beim Anschnitt nicht nur auf dem Teller, sondern auch auf den anderen Gästen. Dass den Gästen der Haggis um die Ohren fliegt, ist bei manchen Gesellschaften sogar der besondere Spaßfaktor und passiert nicht nur aus Versehen. Bevor es dann endlich an den Verzehr geht, wird noch ein Toast auf das schottische Nationalgericht, welches aus den Innereien eines Schafes besteht, ausgesprochen: Die Gäste heben ihr Glas und rufen »The Haggis!«.

Last but not least: Die Hymne »Auld Lang Syne«

Nach der Hauptspeise, die neben Haggis auch noch Steckrüben und Kartoffeln (»neeps and tatties«) beinhaltet, wird die Nachspeise gereicht. Diese besteht üblicherweise aus einem Trifle. Danach gibt es noch weitere Programmpunkte sowie zahlreiche Vorträgen von Burns Liedern und Gedichten. Schließlich endet das Burns Supper, nicht selten feucht fröhlich, mit der Hymne »Auld Lang Syne«, in welcher Heimat, Freundschaft und ein Stück schottischer Geschichte besungen werden.

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