High School in den USA – Mein Auslandstraum

High School in den USA – Mein Auslandstraum

Magdalena Schausberger aus Österreich lebt derzeit ihren persönlichen amerikanischen Traum: Sie geht in Jesup, Iowa, auf eine amerikanische High School. Wie es ihr bisher erging und was sie schon alles erlebt hat, erzählt sie uns heute in einem ausführlichen Interview. 

Magdalena in den USA: Florida

Erster Teil – vor der Ausreise: Wie war die Zeit von der Idee zum Schüleraustausch bis zum Flug in die USA?

Wie bist du auf die Idee gekommen, Schüleraustausch zu machen?

Um ehrlich zu sein, so genau weiß ich das gar nicht mehr. Ich hab mal so von Bekannten davon gehört und dachte mir dann, dass das eine coole Idee wäre. So informierte ich mich darüber und war gleich vollstens begeistert.

Warum hast du dich für High School USA entschieden, und nicht für beispielsweise Kanada, Australien oder gar Argentinien?

Für mich war von Anfang an klar, dass ich wohin möchte, wo es mir ein bisschen bekannt ist. Die USA kennt man bei uns einfach aus Filmen; oft hört man, dass da Träume Wirklichkeit werden können, viele Stars kommen von dort, etc. Das hat mich dazu inspiriert, die USA zu wählen. Ich wollte das Land hinter den Filmen und den Medien kennenlernen. Wie ist das Land ganz persönlich, ohne den ganzen Kitsch, das war eine der Fragen die ich mir stellte, so gab‘s für mich nur die Möglichkeit, zum Schüleraustausch in die USA zu gehen.

Magdalena in den USA: mit Gastschwester Anna

Haben deine Eltern und Freunde dich von Anfang an unterstützt?

Meine Familie hat mich mit aller Kraft unterstützt. Natürlich waren meine Eltern am Anfang nicht so begeistert – ich bin ja das Jüngste von sechs Kindern, also das Nesthäkchen – da ist‘s nicht leicht, loszulassen. Aber ich bekam trotzdem die beste Unterstützung, die man sich nur wünschen kann.
Bei den Freunden war es ein bisschen anders: Die haben mich zwar auch unterstützt, aber bis zwei Monate vor dem Abflug haben viele nicht geglaubt, dass ich das wirklich durchziehe. Sie haben ja auch den ganzen Prozess nicht so mitbekommen wie meine Eltern.

Ich glaube, für Außenstehende ist das alles schwer nachvollziehbar, wie aufwändig die Vorbereitung ist, nicht nur die Bürokratie, sondern auch die mentale Herausforderung. 10 Monate wegzugehen, das sagt sich leicht, aber es wirklich durchzuziehen, ist etwas ganz anderes. Als ich anfing darüber nachzudenken, ob ich das wirklich machen soll und kann oder nicht, war ich mir ja auch selber nicht sicher. Ich glaube, so geht‘s auch vielen Freunden; sie können nicht wissen, ob man‘s wirklich macht oder einfach nur mal ein bisschen darüber redet. Unter Freunden habe ich auch nicht zu oft darüber gesprochen, weil ich keinem auf die Nerven gehen wollte.
Von meinen besten Freunden bekam ich von Anfang an super Unterstützung und zum Schluss  auch wirklich von allen nur die besten Zusprüche.

Kennst du noch andere Schüler aus deiner Klasse oder deinem Freundeskreis, die einen Schüleraustausch machen (wollen)?

Ich habe Bekannte, die ein Austauschjahr gemacht haben, aber ich kenne keinen, der zur gleichen Zeit geht, wie ich.
Nachdem ich meine Vorbereitungen für das Austauschjahr startete, sind auch zwei Freunde auf den Geschmack gekommen. Ob sie’s jetzt wirklich durchziehen, weiß ich nicht, aber ihnen gefällt die Idee gut. 10 Monate sind ihnen zu lange, vielleicht machen sie nur ein Semester. Ich würde sie in jeden Falle unterstützen, denn ich kann ein Auslandsjahr nur wärmstens empfehlen.

Wie bist du auf Stepin aufmerksam geworden und warum hast du dich für uns entschieden und nicht für eine in Österreich ansässige Organisation?

Ich sah mir einige Organisationen an und bei Stepin hatte ich einfach gleich ein gutes Gefühl. Nicht nur ich, sondern auch meine Eltern. Meine Eltern bekamen auch große Unterstützung von euch, wie sie damit umgehen sollen, dass ich so lange Zeit ins Ausland gehe und dass ich dort eine neue Familie bekomme. Das war mir auch ein großes Anliegen, dass sich auch meine Eltern wohlfühlen.

Stepin gab mir das Gefühl, dass sie sich wirklich um jeden Einzelnen kümmern, egal ob TeilnehmerIn oder Eltern. Ich glaube, das ist ein Vorteil, wenn die Organisation nicht so übermäßig groß ist. Und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis war super. Ich habe mich bei den Vorbereitungen super wohl gefühlt, während des Austauschjahres fühle ich mich auch noch immer gut umsorgt und ich bin mir sicher, dass ich auch bei meiner Ankunft zu Hause wieder tolle Beratung bekomme, wie ich am besten in das österreichische Leben wieder hinein komme (auch wenn die Organisation in Deutschland ist).

Magdalena in den USA: Hollywood

Wie lief die Vorbereitung, speziell in Bezug auf die Visabeantragung?

Durch die Vorbereitungsbriefe wurde ich sehr gut auf jeden Schritt eingstellt. So hab ich die Vorbereitungszeit nicht zu stressig gefunden. Natürlich habe ich 2 Monate vor der Abreise schon ein bisschen Bauchkribbeln bekommen und gehofft, dass mit den Dokumenten alles klappt. Das Visum zu bekommen war keine Schwierigkeit. Ich musste halt in unsere Hauptstadt Wien fahren, aber ich bekam sehr schnell einen Termin und nach nicht mal einer Woche erhielt ich den Pass mit dem Visum zurück. Das war auch einer der spannendsten Momente in meiner Vorbereitungszeit. Den Moment wenn man den Brief aufmacht und dann das Visum in der Hand hält und weiß, nun kann mich wirklich nichts mehr aufhalten in die weite Welt zu starten.

Zweiter Teil – Leben in den USA: Erzähl uns ein bisschen über dein neues Leben in Amerika

Wie war es für dich, das erste Mal nach Jesup, Iowa zu kommen?

Ich war so nervös, aber meine Familie hat mich gleich so herzlich empfangen, dass die Nervosität schnell wieder wegging. Nachdem ich mit meiner neuen Familie den Flughafen verließ und das erste Mal Iowa sah, war alles sehr ungewohnt. Wir in Österreich haben so viele Hügel und Berge, und Iowa ist es einfach nur flach. Mein neuer Wohnort Jesup war eigentlich nicht so eine große Umstellung für mich, da ich auch aus einem kleinen Dorf komme. Jeder kennt jeden hier, das half, schnell Freunde zu finden. Durch die kleine Ortschaft konnte ich mich schnell eingewöhnen – auch wenn ich die Berge vermisse.

Magdalena in den USA: Florida im Airboat

Wie gefällt dir die Gastfamilie? Wusstest du schon vorher, dass du eine schwedische Gastschwester haben würdest?

Meine Gastfamilie ist perfekt, ich hätte mir selbst keine bessere aussuchen können. Nicht nur, dass sie mir ein wunderschönes Zuhause geben, sondern sich auch wirklich darum kümmern, dass meine Gastschwester und ich die ganzen USA kennenlernen können und viel zu sehen bekommen. Wir reisen sehr viel, unternehmen viele Trips am Wochenende – so sehe ich nicht nur das kleine Jesup, sondern lerne auch andere States und deren Städte kennen.

Ich wusste schon von Anfang an, dass ich eine schwedische Gastschwester bekomme. Als mir Bescheid gegeben wurde, dass ich eine Familie habe, wurde ich gefragt, ob es ok für mich ist, dass ich mit einer anderen Austauschschülerin dort hinkomme. Ich hab da nicht lange überlegt und gleich ja gesagt. Und ich bin auch super froh darüber. Wir verstehen uns bestens. Das Reisen wäre sicher nicht so lustig ohne sie. Sie wurde wirklich zu einer Schwester und ist dadurch auch eine gute Freundin für mich. Ich bin sehr froh, dass ich sie habe.

Magdalena in den USA: California mit Anna

Wie ist die Schule? Welche Fächer belegst du und welchen After-School-Activities gehst du nach?

Die Schule ist zwar klein, aber dadurch lernte ich gleich alle sehr schnell kennen. Alle SchülerInnen und LehrerInnen waren von Anfang an sehr nett und hilfsbereit, jeder unterstützte mich mit der Sprache. Im 1. Semester belegte ich Spanisch, Interior Design (alles über Haus und Einrichtung), Earth Science, Photography, American and World Lit., P.E. (Turnen), Algebra (Mathematik) und American History. Im 2. Semester wechselte ich dann von Interior Design zu Economics (Volkswirtschaft) und von Earth Science zu Life and Career Skills – ganz einfach, weil ich etwas Neues ausprobieren wollte.

Am Anfang hatte ich wirklich Sorge, dass mir die Schule Schwierigkeiten macht, weil ich kein Ass in Englisch war, aber die High Schools sind sehr einfach und wenn ich mal etwas nicht verstand, erklärten mir die Lehrer das gern zwei Stunden lang wenn’s sein musste. Sicher war am Anfang das Textbuch lesen noch schwer, aber ich kam so schnell in das Englischreden und -lesen hinein, dass es nicht lang dauerte, bis ich den ganzen Stoff mitbekam.

Magdalena in den USA: Football

Nach der Schule war ich am Anfang im Volleyball-Team. Zuhause habe ich eigentlich nie Volleyball gespielt. Daher war es schon sehr anstrengend, denn die Coaches haben uns sehr gefordert, sodass ich schon fast aufgeben wollte. Aber die Mädels waren immer so lieb und haben mich so sehr unterstützt, dass ich dabei geblieben bin, und jetzt bin ich echt froh darüber. Das Training wurde immer witziger und auch bei Turnieren war es immer ein Spaß, auch wenn wir mal nicht gewonnen haben. Die Volleyball-Saison endete leider schon Ende Oktober, danach konnte ich nur auf Basketball umsteigen, das war mir aber dann noch zu anstrengend, daher war ich über die Winterzeit in keinem Sportteam der Schule.

Nun im Frühling startete „Track and Field“. Eigentlich bin ich nicht so gut im Laufen aber es gibt noch viele andere Kategorien, wo man teilnehmen kann, und das Training ist auch wieder sehr lustig. Nach der Winterpause ist zwar alles ein bisschen anstrengend und ich komme immer sehr müde nach Hause, doch ich hoffe, dass sich der Muskelkater auszahlt, ich besser werde und ein paar Muskeln aufbauen kann. Damit ich in der Winterzeit trotzdem in Form bleiben konnte, ging ich ein bis zwei Mal in der Woche zum Kickboxen im Fitness Center unserer Stadt.

Wenn ich gerade nicht mit irgendwelchen sportlichen Aktivitäten beschäftigt bin, besuche ich Freunde oder sehe mir Football- und Basketball-Games an. Eine Freundin nimmt meine Gastschwester und mich auch manchmal zu einem Volleyballspiel eines Colleges mit, das ist auch immer spaßig. An den Wochenenden gehen wir oft mit einigen Freunden ins Kino oder setzen uns einfach gemütlich bei zu Hause zusammen.

Magdalena in den USA: Homecoming

Hast du schnell Freunde gefunden?

Ja, eigentlich schon. Da Volleyball schon vor dem richtigen Schulstart begonnen hat, hab ich dort gleich ein paar Bekanntschaften gemacht. Und dann direkt in der Schule sind auch gleich viele Leute auf mich zugekommen und haben sich vorgestellt. Die Amerikaner sind sehr offen, also muss man sich über das Freunde Gewinnen keine Sorgen machen. Einfach immer freundlich und offen sein, keine Vorurteile haben und auch mal selbst auf Leute zugehen, dann ist das alles kein Problem.
Ich bin sehr froh, dass ich mich für Volleyball entschieden habe, ich glaube, diese Sportteams sind ein super Einstieg zum Freundschaften schließen. Drei Mädchen aus meinem Volleyball-Team sind nun meine besten Freundinnen und auch jetzt noch, nach der Volleyball-Saison, unternehmen wir einiges zusammen.

Ihr habt schon viel unternommen, du warst in Chicago, Des Moines, Wisconsin und hast die Mall of America besucht. Was steht noch auf deiner Agenda?

Über Weihnachten waren wir in Kalifornien. War mal ganz was anderes, Weihnachten am Strand bei Sonne und Meer zu verbringen, als im tiefverschneiten Österreich. Wir hatten Glück mit dem Wetter, so konnten wir direkt am Weihnachtstag schwimmen gehen. Es waren neun dicht geplante Tage, aber es war richtig toll. Wir waren im Disneyland, hatten eine Tour in L.A., sahen die Universal Studios, natürlich waren wir auch viel Shoppen, machten eine Bootstour und vieles mehr. Bei so vielen Aktivitäten kann man gar nicht an zu Hause denken, was über Weihnachten auch von Vorteil ist – es ist doch die Zeit, die man meistens mit der Familie zu Hause verbringt.

Noch eine gute Ablenkung vom Heimweh war das Weihnachtsgeschenk für meine Gastschwester und mich von meinen Gasteltern: ein Trip nach Florida. Also ging’s Anfang Februar schon wieder in Flugzeug, für eine Woche Florida. Davor waren wir noch ein Wochenende lang in Nebraska, besuchten dort die Schwester meiner Gastmutter und schauten meiner Gastcousine bei einem Wettbewerb des Show Choir zu.

Magdalena in den USA: California Strand

Normalerweise laufen unsere Trips immer komplett reibungslos ab, aber dieses mal in Florida war das leider ein bisschen anders. Wir brauchten zwei Tage, um nach Florida zu kommen. In Iowa war so viel Schnee und viele Schneestürme, so sind unserer Flüge immer wieder gestrichen oder verschoben geworden. So kamen wir statt Samstagmittag erst Sonntagabend an. Aber wir ließen uns die Laune nicht verderben und schauten uns gleich nach unserer Ankunft gemeinsam den 48. Super Bowl an. Die ersten paar Tage hatten wir super Wetter, so konnten wir Krokodile sehen und auch essen, Airboot fahren, auf Baumhäuser klettern und segeln und auch am wunderschönen weißen Strand entspannen und uns bräunen lassen. Ich sprang einmal kurz ins Meer, aber das war‘s auch dann schon, weil es doch sehr frisch war. Die letzten paar Tage fing es leider an zu regnen, aber das hielt uns nicht von unseren Museum-Trips ab und ein kleines Highlight war dann noch der Circus von Sarasota an unserem letzten Abend. Im Großen und Ganzem war auch diese Reise wieder sehr spannend.
Wir sind viel unterwegs, und ich genieße es in vollen Zügen, so lerne ich die ganzen USA kennen.

Magdalena in den USA: Familie an Weihnachten

Welche Erwartungen und Wünsche hast du für den Rest deines Aufenthaltes?

Meine Erwartungen für dieses Austauschjahr sind schon weit übertroffen worden, also hab ich keine Wünsche mehr offen. Aber auf Events, wie die Prom Night (hab vor kurzem mein Promdress gefunden) oder die Graduation meiner Gastschwester, freue ich mich schon sehr – das wird sicher super schön. Der Abschied wird mir ganz sicher schwer fallen. Aber bis dahin genieße ich die Zeit hier noch in vollen Zügen und möchte noch nicht an den Abschied denken.

Was ich alles in diesen 10 Monate erlebe, ist überwältigend. Es ist so eine unbeschreibliche tolle Erfahrung, die mir keiner mehr nehmen kann und die auch mein weiteres Leben prägen wird. Dafür auch ein sehr großes Dankeschön an Stepin, ohne euch könnte ich jetzt nicht hier in den USA sitzen und von meinen großartigen Erlebnissen erzählen.

DANKE, Magdalena!

Wenn ihr jetzt auch neugierig geworden seid und mehr Infos zum Stepin-Programm High School USA wollt, schaut einfach mal auf unserer Website vorbei. 

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