Johanna ist 19 Jahre alt und hat sich letztes Jahr einen großen Traum erfüllt: Sie war sechs Monate zum Auslandspraktikum in Australien. Wie ihr Job in einem australischen Hostel ablief, und was sie sonst noch erlebt hat, erfahrt ihr hier.

Mein Traum beginnt

»Wenn Du alle Strände Australiens sehen möchtest und jeden Tag einen neuen besuchst, bist Du über 27 Jahre unterwegs.«

Alle Strände konnte ich mir in einem halben Jahr natürlich nicht ansehen, trotzdem habe ich viele tolle Erfahrungen gesammelt und erinnere mich sehr gerne an meine Zeit in Australien zurück. Von Januar bis Juni 2017 habe ich für sechs Monate in Australien gelebt und stand sogar endlich vor dem Opera House in Sydney!

Bondi BeachÜber Stepin habe ich mich für einen Praktikumsplatz in Sydney beworben. Nach einigen Gesprächen, unter anderem einem Skype Interview mit dem Hostel Manager, bekam ich eine Zusage für das Base Sydney Hostel. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass mein Wunsch, im Zentrum Sydneys zu arbeiten, wirklich wahr geworden ist!

Job im Hostel: Die Unterkunft »erarbeiten«

Was die Australier Work-Experience nennen, ist eine Art Praktikum. Mein Praktikum im Base Hostel sah so aus, dass ich drei Monate dort gelebt und an der Rezeption, dem zugehörigen Reisebüro und der Jobbörse gearbeitet habe. Ich habe jede Woche mindestens 40 Stunden gearbeitet, dafür wurden die Kosten für meine Unterkunft sowie für das Frühstück übernommen und ich bekam Verpflegungsgeld.

HostelrezeptionWie jeder Festangestellte musste ich zunächst in allen Abteilungen eingearbeitet werden. Die Rezeption des Hostels hat rund um die Uhr geöffnet, daher haben wir in Schichten gearbeitet. Ich war meistens in der Schicht von 8-16 Uhr oder in der von 14-22 Uhr eingeteilt. Check-in für die Gäste ist um 14 Uhr und die Schlangen der Backpacker reichten manchmal bis nach draußen vor die Tür.

Anfangs wurde ich noch ziemlich nervös, wenn das Telefon an der Rezeption klingelte. Ich hatte zwar über acht Jahre Englisch in der Schule, aber die unterschiedlichen Akzente machten einem die Arbeit echt schwer. Es ist Übungssache und nach einer Zeit fiel es mir viel leichter.

Mein Arbeitsalltag im Hostel

Meine Aufgaben bestanden hauptsächlich daraus, das Ein- und Auschecken der Backpacker zu übernehmen, Zimmerreservierungen per Telefon und E-Mail anzunehmen sowie für Fragen offen zu sein. In den Abteilungen Jobbörse und Reisebüro war es im Vergleich zur Rezeption ruhiger und nicht so stressig. Dort habe ich viel mit den Backpackern kommuniziert und Werbung anhand von Flyern und Plakaten erstellt.

Außerdem habe ich neu angereisten Backpackern den Weg zur Bank gezeigt. Dort konnten Sie ihren Antrag auf eine Arbeitserlaubnis stellen. Andere benötigten Hilfe beim Erstellen ihres Lebenslaufes. Das Reisebüro veranstaltete jeden Mittwoch eine Party, bei der es Preise zu gewinnen gab. Bei der Organisation half ich ebenfalls. Wie ihr seht, waren meine Aufgaben also sehr vielfältig!

Während meiner Work Experience verbrachte ich die meiste Zeit im Base Hostel – es war ja auch immer was los. Meine Freizeit plante ich nach meinen Arbeitszeiten, da wir den Schichtplan immer erst eine Woche vorher bekamen. Natürlich hatten wir auch die Möglichkeit vorrausschauend zu planen, indem wir Wünsche bezüglich unserer Arbeitstage bei dem Hostel Manager äußern konnten.

Schichtplan im HostelMeinen Wohnraum im Hostel habe ich mir mit fünf weiteren Mitarbeitern, unter anderem einem Pärchen, geteilt. Drei Monate lang haben wir auf engtem Raum gelebt, aber für mich war das der perfekte Start ins Backpackerleben. Ich hatte ein familiäres Verhältnis zu meinen Kollegen und bin jeden Tag neuen Menschen begegnet.

Mein großer Traum: Sydney erkunden!

Das Hostel ist zwei Minuten vom Darling Harbour entfernt, direkt gegenüber gelegen von der Town Hall Bahnstation. Um die Ecke finden sich Supermärkte, wie beispielsweise Woolworths, dort bekommt jeder Backpacker seine tägliche Ration Tim Tams (typisch australische Schokoladenkekse). Die Lage des Hostels war wirklich perfekt, um die Stadt zu erkunden!

Ein Geheimtipp für Sydney ist das Hafenviertel The Rocks in der Nähe des Circular Keys. Dort findet man viele kleine Cafés und Läden, sowie einige der ältesten Pubs von Sydney. Ideal für den Feierabend!

Pavillon Millers PointAusflüge, wie zum Strand nach Bondi, unternahm ich gerne sonntags, da die Bahn-/Zug- und Buskosten den Betrag von 2,50 Australische Dollar dann nicht überschreiten. Meinen Lieblingsplatz fand ich im Viertel Millers Point. Es handelt sich um einen Pavillon, dieser steht mitten im Observatory Park. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Sydney Harbour Bridge.

Australien hat mehr zu bieten als nur Sydney!

Besonders gerne erinnere ich mich daran zurück, dass ich durch mein großes Engagement im Reisebüro einen Skydive Ausflug nach Wollongong gewonnen habe. Zudem halfen mir meine Kollegen dabei, meine weitere Reise nach der Zeit des Praktikums zu planen. Meine Reise führte mich weiter nach Melbourne, wo ich Ausflüge zur Great Ocean Road und Philipp Island unternahm. Mein nächster Flugstopp war in Perth, dort nahm ich an einem viertägigen Roadtrip hoch nach Monkey Mia teil. Bei meiner nächsten Reise nach Australien möchte ich auf jeden Fall mehr Zeit haben, um die West Coast zu erkunden.

Mädchen im AutoKurz darauf startete ich meine East Coast Reise mit dem Greyhound Bus. Besonders für Backpacker ist der Greyhound Bus eine günstige Möglichkeit, von A nach B zukommen. Ich war an folgenden Orten: Byron Bay, Surfers Paradise, Brisbane, Noosa, Agnes Water, Airlie Beach, Magnetic Island und Cairns. Unterwegs waren wir an wunderschönen Buchten, haben Wallabys und traumhafte Sonnenuntergänge gesehen. Ein Muss für jede Reise an die East Coast sind die Touren nach Fraser Island und zu den Whitsunday Islands, sowie ein Tauchgang im Great Barrier Reef.

Fazit: Bis bald, Australien!

Im Juni 2017 endete mein Abenteuer in Australien und ich flog von Sydney aus wieder nach Hause. Der Abschied fiel mir sehr schwer, aber die Vorfreude auf meine Familie und Freunde überwog größtenteils. Jetzt ist es bald schon ein Jahr her und ich bin glücklich darüber, dass ich immer noch Kontakt zu Freunden habe, die ich auf meiner Reise quer durch Australien kennengelernt habe. Und glaubt mir, wenn ich sage, dass Australien immer eine gute Idee ist.

Eure Johanna

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