Au-pair in Irland: Die kleinen Dinge machen es besonders

Au-pair in Irland: Die kleinen Dinge machen es besonders

Fünf Jahre sind vergangen, seit Carolin ihre Tasche gepackt hat, um für einige Monate in die Rolle eines Au-pairs in Irland zu schlüpfen. Abgebrochen ist der Kontakt zu der ehemaligen Gastfamilie nie. Das gemeinsame Wiedersehen fiel entsprechend herzlich aus. Ein Gespräch über Gute-Nacht-Geschichten, Kindergeburtstage und Lektionen in englischer Aussprache.

Stepin: Du warst als Au-pair in Irland. Wie kam es zu der Entscheidung für das Land und das Programm?

Carolin: Au-pair zu sein war für mich eine wertvolle Möglichkeit, eine andere Kultur hautnah und von innen heraus kennenzulernen, da man Teil einer Familie und ihres Alltags wird, anstatt nur die touristischen Höhepunkte eines Landes zu sehen. Ich wollte gerne in ein englischsprachiges Land, da ich in der Schule erst ab der 9. Klasse Englischunterricht hatte.

Carolin mit ihrer GastfamilieIn Europa konnte man auch unter 12 Monaten Au-pair sein, was mir aufgrund von Universitäts-Bewerbungsfristen sehr entgegen kam. Es gab also zwei Optionen: Au-pair England und Au-pair Irland – für mich war sofort klar: Irland! Als Kind hatte ich das Land einen Sommer lang mit meinen Eltern bereist und wollte gerne mehr über das Land und die Leute erfahren.

Stepin: Auch fünf Jahre nach deiner Zeit als Au-pair hast du deine damalige Gastfamilie besucht. Wie war das damals? Wurdest du direkt als Familienmitglied aufgenommen? Wie alt waren die Kinder damals?

Carolin: Meine Gastfamilie war die erste Familie, deren Kontaktdaten mir die Organisation damals hatte zukommen lassen und ich hatte direkt das Gefühl, dass wir zusammenpassen könnten, auch wenn die Familie letztlich gar nicht irisch, sondern amerikanisch war und selbst noch nicht lange im Land gelebt hatte. Meine Kids waren damals 4 und 6 Jahre alt.

Blick über eine irische SteilküsteSarah kam mit ihrem Papa an den Flughafen, um mich abzuholen und hat mich dort schon direkt an die Hand genommen. Jordan war etwas schüchterner, aber auch nur die ersten paar Stunden. Bereits am Nachmittag war ich mit der ganzen Familie auf einem Geburtstag in der Nachbarschaft, ganz so, als ob ich schon lange mit ihnen zusammengewohnt hätte. Ich habe von Anfang an dazugehört.

Stepin: Sicherlich hast du in Irland viel erlebt und gesehen. Hast du ein persönliches Highlight, an das du dich auch jetzt noch gern zurück erinnerst?

Carolin: Ein einzelnes persönliches Highlight ist schwer herauszugreifen. Der Alltag als Au-pair ist eher durch kleine Dinge besonders. Wenn wir zum Beispiel abends gemeinsam auf dem Bett saßen und Bücher vorlasen, einen Geburtstagskuchen für den Papa aufwendig mit Marzipan dekoriert haben, wenn ich bei der Schulaufführung mit dabei sein konnte, wenn eine Sechsjährige mir mit ganz ernstem Gesicht Lektionen in englischer Aussprache erteilte oder wenn mir die Kinder nach ihrem Weihnachtsurlaub freudestrahlend um den Hals fallen und ich erst mal stundenlang alle neuen Spielsachen ausprobieren musste.

Gruppenbild der Gastfamilie und Carolin beim EssenIch erinnere mich gerne an unsere Stunden am Strand, an den Feen-Kindergeburtstag im Garten oder an die Samstagabende, wenn ich mit den Kindern allein daheim war, da die Eltern ausgingen. Ein größeres Ereignis, das vielleicht doch etwas heraus fällt, ist die Woche gemeinsamer Urlaub in London.

Unabhängig von der Familie erinnere ich mich aber auch gerne an meine Mädels, mit denen ich zur Sprachschule ging, Wochenendausflüge nach Dublin unternahm oder Kaffeetrinken war, manchmal auch mit allen Kindern – das war dann immer ein fröhliches Durcheinander.

Stepin: Welche Tipps hast du vielleicht für zukünftige Teilnehmer?

Carolin: Ich glaube das Wichtigste ist, dass man offen ist dafür, dass andere Familien anders funktionieren als die eigene. Das fängt bei Essensgewohnheiten an und reicht manchmal bis zu Fragen der Kindererziehung. Grundsätzlich würde ich sagen: Es ist sehr sinnvoll über Spannungen zu sprechen. Bei mir beruhte so manche Unstimmigkeit schlichtweg auf sprachlich bedingten Missverständnissen. Auch über Erwartungen aneinander sollte man offen sprechen.

Meine Gastmutter hat mir mal erzählt, wie wichtig es für sie war, dass ich ihr das Gefühl gab, dass die Kinder für mich der wichtigste Grund seien, hier zu sein. Ich schätze je mehr Offenheit man mitbringt, je mehr Geduld für die großen und kleinen Sorgen der Kinder, je mehr Freude man teilen kann, umso besser wird die Zeit als Au-pair.

Mehr Infos zum Programm

Share this Story

Verwandte Artikel

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Unsere Gratis-Kataloge

Zu unseren Programmen

Stepin auf Facebook

Stepin auf Instagram

Newsletter-Abo

Bleib auf dem Laufenden und erhalte regelmäßig News zu neuen Artikeln!

Wir geben keine Daten an Dritte weiter!