Stephanie hat sich nach dem Abitur für einen Auslandsaufenthalt als Au-pair in Australien entschieden. Sie beschreibt einen typischen Tag als Au-pair und erzählt vom Leben in einer Gastfamilie. Erfahre mehr über das Au-pair Leben und Must-Sees in Australien.

Was kommt nach dem Abitur?

Stellt sich nicht jeder diese Frage oder bekommt sie unzählige Male von seinen Eltern gestellt: Hast du dir schon Gedanken über deine Zukunft gemacht? Zumindest war das bei mir der Fall. Ich war mir sicher, dass ich nicht sofort anfangen wollte zu studieren, da ich einfach noch nicht bereit für die ganze Lernerei und den Prüfungsstress war.

Mir kam der Gedanke für eine Zeit lang ins Ausland zu gehen, um die große weite Welt zu sehen. Relativ schnell stand für mich das Land Australien fest und auch der Wunsch dort als Au-pair zu arbeiten.

Nach dem Bewerbungsprozess und der Hilfe von Stepin, die mir bei jeder Frage zur Seite standen, ging es dann mit einem vollgepackten Koffer, lauter Erwartungen und ein bisschen Angst vor dem Unbekannten zum Flughafen. Dort hieß es dann »Auf Wiedersehen«.

Die ersten Wochen in Down Under

Ich wurde von meiner Gastmutter und meinem Gastkind (5 Jahre alt) herzlich am Flughafen empfangen. Müde aber glücklich, dass der Flug und die Einreise in ein fremdes Land geklappt haben, schlief ich abends ein. Am nächsten Morgen wachte ich auf und konnte gar nicht wirklich realisieren, dass ich nun endlich in Australien war. Über Monate hinweg hatte ich mich darauf gefreut und versuchte mir vorzustellen, wie es wohl sein mag, bei einer fremden Familie in einem anderen Land zu leben. Selbstverständlich hatte ich auch Sorgen: Werde ich mich mit meiner Gastfamilie verstehen, wie wird es sein auf der linken Seite Auto zu fahren und werden wohl meine Englischkenntnisse ausreichen, um mich zu verständigen?

Stephanie vor der Skyline einer australischen Stadt

Am Anfang gab es einige Dinge zu erledigen wie zum Beispiel ein Bankkonto eröffnen, eine australische Sim-Karte kaufen und den WWCC (Working with Children Check) beantragen. Meine Gastfamilie hat mir nicht nur dabei geholfen, sondern mich auch langsam an meine Aufgaben herangeführt und mir somit alle meine Sorgen genommen. Ich habe mich schnell daran gewöhnt auf der linken Seite Auto zu fahren und wenn mir manchmal ein englischer Begriff fehlte, war das überhaupt kein Problem. Trotzdem war zu Beginn alles sehr aufregend und neu, ich brauchte eine gewisse Zeit um mich einzugewöhnen, aber man lernt schnell neue Freunde kennen und erkundet gemeinsam die Stadt. Bis sich mein neues Leben wie ein normaler Alltag anfühlte, als wäre es nie anders gewesen.

Ein typischer Tag als Au-pair

Damit ihr einen kleinen Überblick bekommt, wie ein Arbeitstag als Au-pair aussieht, möchte ich kurz meine Aufgaben beschreiben. Dazu muss ich sagen, dass in jeder Familie so ein Au-pair-Alltag ein wenig anders aussieht und als kleiner Tipp, wenn es mal Schwierigkeiten geben sollte: Kommunikation ist der Schlüssel!

Mein Arbeitstag hat jeden Morgen um kurz vor 7 Uhr begonnen, bei einer Tasse Kaffee haben meine Gastmutter und ich den heutigen Tagesablauf besprochen. Das habe ich als sehr hilfreich empfunden, um eventuelle Fragen zu klären, weil nicht jeder Tag exakt gleich aussieht. Danach habe ich das Frühstück und die Lunchbox für meinen Gastjungen vorbereitet. Während er Fernsehen durfte habe ich seine Schuluniform rausgelegt und ihm später beim Zähneputzen und Schuhe anziehen geholfen. Um 8 Uhr haben wir dann gemeinsam das Haus verlassen. Der Schulweg bestand aus einer 10-minütigen Autofahrt und ich habe ihn bis zu seinem Klassenraum begleitet.

Stephanie steht auf einem bunten Auto

Wieder zurück habe ich mich um den Haushalt gekümmert. Dazu gehörte Wäsche waschen, Spülmaschine ausräumen, ein bisschen aufräumen, mit dem Hund Gassi gehen und jeden zweiten Tag Staubsaugen. Nachdem all meine Aufgaben erledigt waren hatte ich Freizeit. In der Zeit habe ich mich meistens mit Freunden in der Stadt getroffen. Um 3 Uhr habe ich meinen Gastjungen wieder von der Schule abgeholt, er hat mir erzählt wie sein Tag war und nach einem kleinen Snack haben wir zusammen gespielt.

Einmal die Woche habe ich ihn zum Golftraining gefahren und dort gewartet. Danach gab es als Belohnung etwas zu essen von »Chicken Treat«. Jeden Tag hieß es um 5:30 Uhr: es ist Zeit für ein Bad – in Australien ist dies meist üblich. Hier musste ich das ein oder andere Mal sehr viel Geduld beweisen, weil er lieber noch draußen spielen wollte oder plötzlich etwas ganz interessant war, aber ich habe gelernt damit umzugehen und mir kleine Spielchen ausgedacht (z.B. Wettrennen).

Ungefähr um 6 Uhr kamen beide Eltern wieder nach Hause und damit endete mein Arbeitstag. Beim Abendessen haben wir uns über unseren Tag ausgetauscht und nachdem mein Gastjunge im Bett war, haben wir gemeinsam Fernsehen geschaut.

Meine Gastfamilie hat mir immer angeboten sie an den Wochenenden zu begleiten, aber es war mir überlassen, wie ich meine freien Tage gestalte.

Meine Abenteuer: Things to do in Perth

Endlich eingelebt fragte ich mich: Was hast du bist jetzt spannendes erlebt und worauf kannst du nach deinem Jahr in Australien zurückblicken und sagen: »Das war die Zeit meines Lebens?«

Selfie mit einem Känguru

Ich fing an, meine Tage besser zu planen und gemeinsam mit Freunden über die Wochenenden wegzufahren, dabei können die kleinsten Reisen zu richtigen Abenteuern werden. Ich habe meine allererste Campingerfahrung gemacht und war Surfen, ein unglaublich anstrengender Sport, der super viel Spaß macht und für mich typisch australisch ist. Ein Selfie mit einem Känguru durfte auch nicht fehlen sowie ein Toast mit Vegemite gegessen zu haben.

Ein Tipp von mir ist die kleine Insel Rottnest, diese liegt 18km westlich von Fremantle. Es ist nur eine kleine Fahrt mit der Fähre, trotzdem liegen Welten zwischen der Insel und dem Leben in der Stadt. Die vielen Buchten und Strände sind wunderschön und das kristallklare Wasser lädt zum Schnorcheln ein. Mit etwas Glück kannst du auch Quokkas sehen, das sind unheimlich niedliche Beuteltiere die nur dort leben.

Welle im Meer

Eine Reise fürs Leben

Die Zeit verging wie im Flug und eines Morgens hieß es dann Abschied nehmen. Ich packte meine 7 Sachen und ließ mein restliches Gepäck bei meiner Gastfamilie. Es fiel mir schwer, Lebewohl zu sagen, aber ich freute mich auch auf meine bevorstehende Reise durch den ganzen Kontinent.

Von Perth aus ging es die wunderschöne Westküste hoch, bis nach Broome und von dort aus nach Darwin. Mein nächstes Ziel war Alice Springs und eines meiner Highlights war die 3-tägige Uluru Tour. Wir haben unter dem Sternenhimmel geschlafen und den Sonnenaufgang sowie Untergang miterlebt – es ist wirklich ein magischer Ort. Danach ging es weiter nach Adelaide und von dort aus nach Melbourne und wieder zurück nach Perth.

Uluru

Fast 5 Monate war ich unterwegs, ich habe so viele unvergessliche Momente erlebt und Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Dafür bin ich unendlich dankbar!

Mein Fazit

Ich bin froh damals die Entscheidung getroffen zu haben, nach der Schule ins Ausland zu gehen. Es war das Beste für mich und ich werde meine Zeit in Australien nie vergessen, gerne erinnere ich mich zurück. Nicht immer war es einfach und ich musste ein paar Hindernisse überwinden, dabei wächst man über sich hinaus, lernt Dinge fürs Leben und trifft Menschen, die einen positiv beeinflussen. Worte können nicht alles beschreiben, deshalb muss man es selbst erlebt haben und ich kann nur jedem raten, den großen Schritt zu wagen: Es wird die Zeit deines Lebens!

Eure Stephanie

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