Erfahrungsbericht: Work & Travel in Irland

Erfahrungsbericht: Work & Travel in Irland

Unser Steppie Antonia berichtet in ihrem Erfahrungsbericht von ihren Erlebnissen ihres Work and Travel-Abenteuers im Land der Kobolde und Kleeblätter, nämlich Irland! Dort arbeitete sie zuerst in einem Charity Shop und unterstütze das Geschäft dort sogar bei der Eröffnung. Außerdem half sie auch freiwillig bei der Organisation des Fringe Festivals in Dublin. Was sie außerdem erlebt hat und welche Tipps sie für alle zukünftigen Work and Irland-Traveller auf Lager hat, könnt ihr hier nachlesen!

Antonina bei den Iren: ein Sheep Warning Sign

Wieso hast du dich gerade für Irland entschieden? Und warum gerade Work & Travel?
Irland ist wirklich ein beeindruckendes Land – und das nicht nur wegen seiner traumhaften Landschaften. Was mich an Irland ganz besonders fasziniert, sind die Menschen mit ihrer humorvollen, freundlichen, lockeren und loyalen Art. Man kann sich einfach gar nicht anders als heimisch fühlen. Dazu kommt noch die angenehme Größe des Landes. Es ist weder zu groß, noch zu klein, sodass ich innerhalb von den gut drei Monaten, die ich dort verbracht habe mit einem Gefühl zurückkehren konnte, dass ich einiges – wenn auch längst nicht alles – was die Insel zu bieten hat, erkunden konnte. Daher bot sich für mich auch Work and Travel in Irland als flexible Form des Auslandsaufenthaltes an. Hier kann man selbst entscheiden, wo man als was arbeiten möchte, seinen Standort bei Bedarf auch wechseln und kriegt einmal die Schwierigkeiten des eigenständigen Lebens (gerade auch aus der Sicht des Ausländers, der man ist) mit.

Antonina bei den Iren: die Quay Street in Galway

Wo hast du überall gearbeitet und was hat dir am meisten Spaß gemacht?
Ich habe in einem Charity Shop gearbeitet. Das war eine wirklich tolle Erfahrung, da dieser auch gerade im Begriff war, zu eröffnen und ich so schon von der ersten Stunde an involviert war. Man nimmt solche Geschäfte auch ganz anders wahr, wenn man einmal hinter den Kulissen mitgeschuftet hat. An der Arbeit hat mir besonders gefallen, dass alle Mitarbeiter motiviert und engagiert angepackt haben und so vielen Kunden täglich Freunde bereiten konnten. Mein „guilty pleasure“ war jedoch die Arbeit als Volunteer beim Fringe Festival, das jährlich im Herbst stattfindet und sämtliche darstellende Künste auf verschiedenste Weisen ins Rampenlicht stellt. Gut, abgesehen von Freikarten für Vorstellungen gab es keine Vergütung, aber es hat sich dennoch gelohnt. Hier habe ich wirklich gute Freunde gefunden, mit denen ich immer noch stark in Kontakt stehe, viele tolle, einzigartige Shows gesehen und unglaublich viel Spaß bei der Arbeit gehabt.
Da Irland, und so natürlich insbesondere Dublin als Hauptstadt, das ganze Jahr über unglaublich viele Festivals für die verschiedensten Zielgruppen verfügt, kann ich es nur empfehlen sich (in der Freizeit) einmal für ein solches zu engagieren!

Antonia bei den Iren: Dublin

Wo hast du während deiner Arbeit gewohnt und wie hat es dir dort gefallen?
Was die Unterkunft angeht, hatte ich nicht so viel Glück. Ich wohnte in einer sehr schönen Siedlung etwas außerhalb (etwa eine Stunde Busfahrt im Berufsverkehr morgens). Das war, wenn man abends einmal mit Freunden durch die Pubs ziehen wollte, nicht gerade praktisch, da der letzte Bus um 11.30 Uhr abends fährt und Taxis, sowie viele Busfahrten dauerhaft eine ganze Menge kosten.
Mit alledem kann man sich jedoch auch gut arrangieren, solange man mit seinen Mittbewohnern gut klarkommt. Meine WG-Partnerin war eine spanische Buddhistin, mit der ich zunächst super harmonierte. Allerdings merkte ich dann, dass sie wohl unter einer bipolaren Störung leidet, was unser Zusammenleben massiv beeinträchtigte. Als es schließlich gar keinen Ausweg mehr gab, musste ich dort sprichwörtlich die Zelte abbrechen und bin für die verbleibende Zeit wieder in ein Hostel in der Stadtmitte gezogen, wo ich super klarkam und erneut einige nette Bekanntschaften gemacht habe.
Zum Glück standen mir zu der Zeit meine Freunde, sowie auch die Unterstützung des Work and Travel Büros zur Seite.

Antonina bei den Iren - Schaf

Neben der Arbeit bleibt am Wochenende häufiger mal Zeit für kleinere Ausflüge. Wohin hat es dich geführt?
Dublin hat eine wirklich fantastische Lage und lädt zu Nachmittags- und Wochenendausflügen geradezu ein. So kann man „größere“ Ausflüge, wie beispielsweise nach Galway (eine sehenswerte, schnuckelige Studentenstadt im Westen Irlands), Cork (eine ehemals industrielle Hafenstadt mit neuem Stadtzentrum) oder Belfast (eine Stadt, die ich mit gemischten Gefühlen betreten habe) mit Leichtigkeit ein paar Tage vorher planen, andere hingegen ganz spontan aus dem Bauch heraus entscheiden. So habe ich mich auch schon mal mit Freunden oder auch alleine an einer DART-Haltestelle gefunden und bin mit der Küstenbahn gefahren, bis ich das Gefühl hatte den richtigen Ort für den Tag gefunden zu haben. Mal sehnt man sich nach Strand, mal nach Klippen, mal nach grüner Wanderlandschaft und mal nach einem kleinen alten Dorf. Viele dieser Küstenorte werden auch in Reiseführern vorgeschlagen. Dabei gehören Dalkey, Wicklow, Howth und Dún Laoghaire („Dun Liri“ gesprochen) zu meinen absoluten Favoriten.
Doch auch in Dublin City selbst gibt es unsagbar vieles zu sehen und zu tun und viele interessante Festivals und Aktionen, wie zum Beispiel auch Open House oder Pop Up Shops, die oft den Geldbeutel mächtig schonen. Da wird es nie langweilig!

Wer das „klassische Bilderbuch-Irland“ einmal erleben will, sollte sich Kerry und Dingle auf keinen Fall entgehen lassen und auch Connemara einmal einen Besuch abstatten! Die Ausflüge dorthin gehörten definitiv mit zu den Highlights meines Aufenthaltes auf der grünen Insel.

Hast du einen besonderen Tipp für zukünftige Weltenbummler?
Aller Anfang ist hart. So gut wie jedem kommen nach den ersten paar Tagen Zweifel, ob das Ganze wirklich eine so gute Idee war und ob man überhaupt jemals im fremden Land voll ankommen wird. Diese Phase hält schon mal ein paar Tage an und zieht einen ganz schön runter. Wichtig ist es, hier nicht den Mut zu verlieren, sondern weiter nach einer Arbeit/ einer Wohnung zu schauen, sich selbst mit kleinen Entdeckungstouren zu belohnen und versucht, schon einmal erste Kontakte zu knüpfen – denn der Kampf lohnt sich!

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