High School-Stipendiatin Annika aus Tübingen ist mittlerweile schon über zwei Monate als Austauschschülerin in Nova Scotia. Im Rahmen ihres Schüleraustausches verbringt die 16-Jährige drei Monate in der kanadischen Provinz und erlebt dabei so manches Abenteuer. In ihrem letzten Bericht hat sie uns von ihrer Gastfamilie und ihrer kanadischen High School erzählt. Heute berichtet sie von Halloween und Thanksgiving in Kanada.

There is magic in the night when the pumpkins glow by moonlight!

Halloween in Kanada

…beginnt hier sobald der Herbst kommt. Kürbisse werden geschnitzt, Vorgärten mit Grabsteinen dekoriert und unglaublich viele Süßigkeiten gekauft. Auch wenn ich an Halloween jahrelang losgezogen bin, um Süßes zu sammeln – oder wie man das hier nennt »Trick or Treating« – werde ich mich mit Sicherheit am besten an das Halloween in diesem Jahr erinnern: Die Straßen sind voll mit Kindern und Eltern, die in den komischsten und zum Teil sehr kreativen Kostümen stecken. Sogar Jugendliche sind unterwegs.Stepin-Stipendiatin Annika und Freundin beim pumpkin carving contest in Kanada

Mit Sicherheit liegt es an den Unmengen von Süßigkeiten, mit denen wir alle am Ende des Abends nach Hause gegangen sind: Unzählige Päckchen Kartoffelchips, kleine Schokoladenriegel und andere undefinierbare Süßigkeiten.

Einige Häuser waren total aufwendig dekoriert und jeder hat sich gefreut, uns zu sehen. Meine Einstellung zu Halloween hat sich dadurch komplett geändert – ich liebe es! Nächstes Jahr werde ich mein Haus in Deutschland mit selbstgeschnitzten Kürbissen (das macht sooo viel Spaß!) dekorieren und den ganzen Tag auf Kinder warten, um ihnen vom kanadischen Halloween zu erzählen :D.

In der Woche vor Halloween waren in meiner High School jeden Tag besondere Halloweenaktivitäten. Meine französische Freundin Noémie und ich haben den zweiten Platz beim »pumpkin carving contest« (Kürbis-Schnitz-Wettbewerb) gemacht und die ganze Schule hat sich bei den Teamspielen amüsiert. Ich nehme definitiv einige neue Ideen für meine SMV (Schüler mit Verantwortung) in Deutschland mit. Der »school spirit« ist hier wirklich zu spüren!

Mein Thanksgiving Wochenende

Thanksgiving wird in Kanada am 12. Oktober gefeiert, ist also schon fast einen Monat her. Der 12. war dieses Jahr ein Montag, daher hatten wir ein langes Wochenende und konnten die Kinder meiner Gasteltern besuchen. Obwohl erst Oktober war, waren schon alle im Halloweenfieber und die Stadt war mit »pumpkin people« dekoriert. Hierbei handelt es sich um einen großen Wettbewerb, bei dem jeder selbstgebastelte Kürbismenschen in seinem Vorgarten oder auf öffentlichen Plätzen aufstellen kann. Es gab Kürbissimpsons, -astronauten, -piraten und vieles mehr.Stepin-Stipendiatin Annika pflückt Äpfel in Kanada

Sonntagabend hatten wir großes Thanksgiving dinner mit Truthahn, Kürbiskuchen und allem Drum und Dran! Am Montag sind wir zu einer Farm gefahren, um Äpfel zu pflücken und Kürbisse zum Schnitzen zu kaufen.

Von neuen Freunden und Heimweh

Auch wenn ich zu Beginn dachte, ich würde überhaupt kein Heimweh bekommen, hatte in meiner Zeit hier in Kanada auch schon ein paar schwere Tage. Irgendwann habe ich die Unterschiede wirklich realisiert, die am Anfang nur aufregend erschienen. Also habe ich begonnen, meine Mutter zu vermissen und viele Dinge mit Deutschland zu vergleichen.

Dadurch entstanden Probleme mit meiner kanadischen Gastmutter und ich habe mich nicht mehr wohl gefühlt. Alles hat sich jedoch glücklicherweise wieder zum Guten gewendet, als ich ein offenes Gespräch mit meiner Gastmutter geführt und mich sozusagen einmal richtig ausgeheult habe. Sie hat mich komplett verstanden und ich hatte die Chance, zu realisieren, dass meine Probleme mit ihr nicht wirklich Probleme waren, sondern durch mein Heimweh entstanden sind.Stepin-Stipendiatin Annika mit ihrer kanadischen Gastfamilie und einem Pumpkin-Piraten

Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde, doch meine Gastfamilie und meine neuen Freunde unterstützen mich und helfen mir, jeden Tag unvergesslich zu machen!

Eure Annika

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