Sven in Barcelona #2: Ein kleiner Stadtrundgang

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Ganz spontan ist Sven mit einer englischen Freundin nach Barcelona geflogen, um auf ein Rock’n’Roll Konzert zu gehen. Nun verbringt er noch ein paar weitere Tage in der Stadt. Der zweite Teil seines Reiseberichts.

Freitag, 08.07.2011 – Was für eine Nacht, welch Hitze bereits am Morgen – so oder so ähnlich lautet einer meiner ersten Gedanken als ich mit einem ziemlichen Kater aufwache. Hurra. Nun habe ich aber einen ganzen Tag in einer großartigen Stadt zur Verfügung und den will ich weder mit Lamentieren noch Vegetieren verschwenden.

Straßengetümmel in BarcelonaEine kalte Dusche, viel Kaffee und ein reichhaltiges Frühstück helfen aber und ca. 2 Stunden später sind meine Lebensgeister wieder hergestellt. Bevor es aber auf Sightseeing-Tour geht, verabschiede ich noch meine Freundin gen England. Travel safe und auf baldige Wiederholung. Was Rock’n’Roll betrifft, sind wir eben doch Überzeugungstäter (…)

Port Vell – Zu Besuch in Barcelonas Hafen

Mein erster Weg führt mich hinunter zum Hafen und ans Meer. Erstaunlich wenige Einheimische sind um diese frühe Tageszeit unterwegs, nur Touristen scheinen gewillt, sich der Hitze des Tages auszusetzen. Aber am Wasser lässt es sich tatsächlich halbwegs aushalten.

Yachten und Schiffe im Hafen von BarcelonaViele Boote und Yachten liegen im Hafen, beeindruckend ist der 330 Meter lange Holzsteg Rambla de Mar, über den man die Moll d’Espanya – eine riesiges Freizeit- und Einkaufszentrum erreicht. Bekannt ist in Spanien, so habe ich mir sagen lassen, vor allem das hier ansässige Aquarium. Leider musste ich auf einen Besuch aus Zeitgründen verzichten.

Abgerundet wird die Kulisse durch die im Hintergrund verlaufende Seilbahn, die seit 1931 im Betrieb ist. Ursprünglich für die Weltausstellung 1929 geplant hatten die Macher die Größe und den Umfang des Projekts unterschätzt und konnten den ursprünglichen Starttermin nicht einhalten. Immerhin steht das Ding ja noch und funktioniert ;-).

Plaça Portal de la Pau – Christopher Kolumbus weist nach Amerika

Monument a Colom in BarcelonaEs weht eine leichte Brise vom Meer, die Fernweh und den Wunsch zur See zu fahren aufkommen lässt. Nicht umsonst steht hier am Plaça Portal de la Pau ein Denkmal zu Ehren des großen Entdeckers Christopher Kolumbus (Monument a Colom), dessen ausgestreckter Arm hinaus in die Welt, genauer gesagt in Richtung amerikanischer Kontinent weist.

Immerhin wurde er nach seiner Rückkehr von Amerika 1493 von König Ferdinand I. in Barcelona empfangen. Dem hat man dann – und zwar pünktlich zur oben genannten Weltausstellung – Tribut gezollt und 1928 dieses Monument errichtet. Aber Kolumbus war Reisender aus Profession, während ich nur Amateur bin und mich vorerst mit der Vorstellung begnügen muss, eine neue Welt zu entdecken. Aber wer weiß, was die Zukunft noch so bringt.

Las Ramblas – Zu Besuch auf Barcelonas Flaniermeile

Der Plaça Portal de la Pau liegt am südlichen Ende von Barcelonas wohl berühmtester Straße bzw. Flaniermeile, die 1,4 Kilometer lange Las Ramblas. Jährlich schieben sich hier tausende Touristen entlang und nicht umsonst liegen zu beiden Seiten unzählige Cafes, Restaurants, Fast-Food-Ketten, Souvenirläden und sonstige Möglichkeiten, sein Geld los zu werden.

Straßenkünstler im Las RamblasDer im Namen angelegte Plural deutet es bereits an, dass hiermit eigentlich mehrere Abschnitte bezeichnet werden, die als eigenständige, unabhängige Straßen gelten. Im Detail sind diese: Rambla de Canaletes, Rambla dels Estudis, Rambla de Sant Josep oder auch Rambla de les Flors, Rambla dels Caputxins, Rambla de Santa Mònica.

Als Besucher nimmt man aber den von Bäumen gesäumten, rechts und links von verkehrsreichen Straßen eingefassten Boulevard natürlich als Ganzes war. So finden sich hier viele Cafés, Restaurants, aber auch zahlreiche Kioske, mit spanischer und internationaler Presse. Vor allem im Sommer werden die »Ramblas« zur Open Air-Bühne für zahlreiche Akrobaten, Gaukler, Straßenkünstler Mimen und Musiker.

Sitzendes Denkmal in BarcelonaAm frühen Mittag ist es allerdings noch relativ leer und ich habe das Gefühl, dass die Stadt immer noch im Prozess des Aufwachens ist. Es ist heiß, viel zu heiß und die Nachwirkungen der Party des Vorabends beginnen ihr Recht einzufordern. Ich kaufe ein paar Postkarten und beschließe mindestens die nächste Stunde im Schatten zu verbringen.

Plaça Reial – Flanier-Corso der katalanischen Bourgeoisie

Auf Höhe des Carrer Nou de la Rambla an der Rambla dels Caputxins entdecke ich eine kleine Querstraße (Carrer Colom), die zum einem portalartigen Eingang führt, der mich neugierig macht und schließlich auf die Plaça Reial (katalanisch »Königlicher Platz«) führt.

Laternenhelme in BarcelonaPassend zum Namen ist dies tatsächlich ein sehr würdevoller Ort mitten im Barri Gòtic, dem Altstadtviertel Barcelonas: Ein palmengesäumter und von neoklassisch verzierten Häuserfassaden umgebener Platz, in dessen Mitte der Drei-Grazien-Brunnen steht. Weiterhin finden sich hier zahlreiche behelmte Laternen.

Größtenteils wurden sie um 1878 von dem damals noch wenig bekannten Atoni Gaudí entworfen worden wurden. Nicht umsonst galt die Plaça Reial bis zur Jahrhundertwende als Flanier-Corso der katalanischen Bourgeoisie. Heute kommen hier eher viele Stadtführungen durch und die Guides berichten engagiert und lebhaft den staunenden Touristengruppen von dieser Zeit.

Touristen in BarcelonaMein ganz persönliches Highlight ist aber der Arkadenrundgang, in dem sich zahlreiche kleine Cafes befinden. Eines davon ist meine Rettung: Schatten, Kaffee, Wasser und der Blick auf das Treiben auf dem Platz retten mich für die nächsten beiden Stunden. Auffällig ist, dass in allen hier ansässigen Lokalen die für katalanische Verhältnisse ungewohnt große halbe Liter Bier ausgeschenkt werden.

Und es sind nicht wenige, die diese auch bestellen bzw. trinken. Touristen sind diesbezüglich absolut schmerzfrei. Ich zünde mir eine Zigarette an und gebe den aufmerksamen Beobachter auf Reisen mit einem ziemlichen Hangover.

Barri Gòtic – Durch die Gassen der Altstadt

Irgendwann ist aber auch gut mit Pause und ich stürze mich wieder ins Getümmel. Dieses Mal führt der Weg durch die engen verwinkelten Gassen von Barcelonas gotischem Altstadtviertel, dem Barri Gòtic. Zahlreiche Monumentalbauten aus dem 13. – 15. Jahrhundert, kleine Plätze bzw. Hinterhöfe und zahlreiche kleine Ladengeschäfte, in denen es so ziemlich alles zu kaufen gibt, was das Herz begehrt: Lebensmittel, Kleidung, Tabakwaren, Süßigkeiten, Bücher, Kunst und Tätowierungen. Ein wunderschönes Areal, in dem man sich mit dem Strom der Menschen durch die Gassen treiben lassen kann und immer wieder neue kleine Details entdeckt.

Im Barri Gòtic von BarcelonaEs ist ein Platz für Romantiker innerhalb der Grenzen der alten mittelalterlichen Stadtmauer, dessen Zauber sich jedem erschließt, der bereit ist, genau hinzuschauen. Einige ergänzende Beobachtung soll in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Spanien ohne Gitarre bzw. Flamenco ist eigentlich nicht vorstellbar.

Dementsprechend finden sich viele Straßenmusiker bzw. Gitarristen im Stadtbild. Und sie sind – dies sei ebenfalls erwähnt – alle verdammt gut. Ich schlendere durch die Gassen, freue mich über kleine Entdeckungen, mache ab und zu Pause im Schatten, schreibe Postkarten in die Heimat und sende den lieben Kollegen einen zauberhaften Gruß aus Barcelona, obwohl ich auch dieses Mal ganz froh bin, sie für ein paar Tage nicht zu sehen.

Straßenmusiker Barcelona Am frühen Abend lande ich eher zufällig wieder auf den Ramblas. Dieses Mal allerdings im nördlichen Teil in der Nähe des Plaça de Catalunya, wo es inzwischen richtig voll geworden ist. Ich beschließe langsam umzukehren und den Weg gen Hostel anzutreten. Der Rückweg sollte allerdings noch ein echtes Highlight bereithalten.

Mercat de la Boqueria – Barcelonas Wochenmarkt

Eine Sache, die dem Besucher in Barcelona im Alltag relativ schnell auffällt, ist, dass viele Konsumwaren im Vergleich zu Deutschland sehr günstig sind: Getränke, Zigaretten und auch Lebensmittel. Gerade was frisches Obst betrifft, ist es hier ein Paradies. Und damit zu dem oben erwähnten Highlight: Barcelonas Wochenmarkt, der Mercat de la Boqueria.

Früchte auf dem Mercat de la BoqueriaAuf 13.600 qm bietet eine der größten Markthallen des Landes ein schier unglaubliches Sortiment an Obst, Gemüse, Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Kräutern. Beeindruckend ist aber nicht nur das vorhandene Angebot, sondern auch die aus dem Jahr 1915 stammende eiserne Dachkonstruktion.

Wissen sollte man auch, dass der Name vom alten katalanischen Wort »boc« (Fleisch) abgeleitet ist, wobei nicht ganz klar ist, seit wann dieser Markt existiert. Einige Quellen nennen das Jahr 1840, andere datieren den Markverkauf bereits auf das Jahr 1217.

Wie dem auch sei, die Markthallen sind zugleich Herausforderung und Fest für die Sinne. Es gibt viel zu sehen, riechen und natürlich auch zu schmecken. Alles ist frisch und köstlich. Fast an jedem Stand kann man das Angebot probieren, ich kaufe mir eine große Schale frisches Obst für 1,50 Euro und sitze zufrieden in der Abendsonne.

Palau Güell und der Rest des Abends

Auf dem Rückweg zum Hostel komme ich noch am Palau Güell vorbei, einem zwischen 1885 und 1889 von Gaudi entworfenen Palast, der somit zum Frühwerk des Architekten zählt. Ich verliebe mich sofort in den gusseisernen Drachen auf dem Dach. Leider kann man das Haus nur im Rahmen einer Führung besichtigen.

Gusseiserner Drache auf dem Palau GüellBeim nächsten Mal, notiere ich mir in Gedanken und überlege, wie und wo ich einen solchen Drachen zu Hause herbekommen bzw. montieren kann ;-). Den Rest des Abends lasse ich eher ruhig angehen: Essen, Tasche packen, etwas Smalltalk mit dem Hostel-Personal und ein Taxi für den nächsten Morgen bestellt. 6:30 Uhr ist leider keine schöne Zeit, um auf den Beinen zu sein.

Sei es drum, soll mich ja nicht davon abhalten, die katalanische Sommernacht in einer der umliegenden Bars noch etwas zu genießen. Irgendwann wird es aber auch Zeit – ich falle erschöpft ins Bett, Barcelonas Nachtleben beginnt (…)

Svens vorheriger Artikel Deine Möglichkeiten in Spanien

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Ein Kommentar

  1. Bettina

    8. September 2011 at 18:17

    Mein Tipp in Barcelona ist der Font Magica. Der befindet sich am Fuße des Montjuic, in der Nähe von Placa Espanya vor dem Palau National d’Art de Catalunya. Es ist ein großer Brunnen und abends an den Wochenenden wird er beleuchtet und „tanzt“ zu lauter Musik. Ein wirklich schönes Spektakel.

    Antworten

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