Sven in Barcelona #1: American Slang in Barcelona

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Neben einer gesunden Portion Fernweh und Neugier gibt es für mich genau drei Gründe, sich auf den Weg in ein fremdes Land bzw. eine andere Stadt zu machen: die Liebe, der Fußball und die Musik. Zwar mögen sie alle in irgendeiner Form zusammenhängen, aber – und um die Sache an dieser Stelle abzukürzen – der heutige Reisebericht soll in erster Linie von der Musik handeln. Und die Geschichte dazu geht so:

Anfang Juli tauchte seit einer gefühlten Ewigkeit eine alte Freundin aus England auf Skype auf. Aus meiner Frage, was sie denn zurzeit so treibe, entstand die folgende Konversation:

Blick auf BarcelonaSie: Booking a trip to Barcelona.
Ich: Barcelona?
Sie: Yeah, see The Gaslight Anthem’s final show on their current tour.
Ich: Nice. When?
Sie: 7th of July. Wanna come over?
Ich: Hmmm, wait a moment (…) ok, count me in.
Sie: :-)

(…) und damit wurde die Reise nach Barcelona spruchreif. Am folgenden Montag dann Urlaub eingereicht und genehmigt bekommen, Flug und Hostel gebucht und ein Ticket für die Show reserviert. Manchmal fragt man sich ja, wie solche Trips ohne das Internet machbar waren? Wie dem auch sei, vom 07. – 09.07.2011 ging es für mich nach Barcelona :-).

Von Flughäfen, dem Warten und Geschichten, die ich nicht erzählen will

Flughäfen und Bahnhöfe wirken irgendwie beruhigend auf mich. Es sind Durchgangsstationen, angefüllt mit Erwartungen, Träumen, Erinnerungen, Abschieden und Wiedersehen, Glaube, Liebe, Hoffnung – kurzum, jede Menge Geschichten, die es alle Wert sind, erzählt zu werden. Aber das ist ein anderes Projekt ;-).

Überfüllter FlughafenDonnerstag, 07.07.2011 – Von Bonn geht es entspannt mit dem Zug zum Düsseldorfer Flughafen, wo ich auf das Boarding warte. Der Terminal ist völlig überfüllt: Fußball- und Kegelvereine, die sich auf den Weg gen Mallorca machen, Familien und auch viele Spanier, die zurück in die Heimat fliegen. Dazwischen ich voller Vorfreude auf das Konzert einer der großartigsten Bands überhaupt.

Einzig die Sportkameraden fangen latent an zu nerven. Betrunkene am frühen Nachmittag fallen mindestens in die Kategorie »nicht cool«. Schlechte Witze gekoppelt mit dem entsprechend rüpelhaften Benehmen auch. Aber die Kollegen sind eben auch gut drauf, denke ich und hole die Kopfhörer raus. Deren Geschichte will ich weder wissen noch erzählen. Niemals. Grrr (…)

Flugzeug AirberlinGegen 15:15 Uhr erfolgt dann endlich der erste Aufruf für den Flug nach Barcelona und pünktlich um 15:50 Uhr verlässt die Maschine deutschen Boden. Der Flug ist unspektakulär: Es gibt Getränke, Snacks und amerikanische Sitcoms als Unterhaltungsprogramm. Neben mir sitzt ein spanisches Ehepaar, das Urlaub im Rheinland gemacht hat.

Für einen Deutschen immer noch eine leicht irritierende Vorstellung. Aber wie dem auch sei, sie sind eine angenehme Gesellschaft und nach ca. 2 Stunden landet die Boing 737 auf dem internationalen Flughafen Barcelonas, El Prat, der mit jährlich ca. 30 Millionen Passagieren immerhin der zweitgrößte Airport des Landes ist.

Autoschlange in BarcelonaWohl dem, der nur mit Handgepäck reist und schnell der voll klimatisierten Hölle der Terminals entfliehen kann, freue ich mich innerlich noch, als sich mir beim Verlassen des Gebäudes eine Wand aus Hitze in den Weg stellt. Barcelona begrüßt mich hochsommerlichen 30 Grad im Schatten.

Bienvenido a Barcelona – Ankunft im Hostal Apolo

Mit dem Taxi geht es dann vom Flughafen zum Hostel in der Innenstadt. Ich spreche weder Spanisch noch Katalanisch – was mich seit Jahren ärgert – trotzdem können der Taxifahrer und ich uns irgendwie über das Ziel und den Preis einigen. Im Radio läuft die katalanische Variante von WDR 4, viel Pathos und Herzschmerz – klingt trotzdem alles nach den Gibsy Kings ;-).

Taxi in BarcelonaCa. 25 Minuten und 30 Euro später bin ich mitten in der Altstadtkulisse Barcelonas und stehe vor einem unscheinbaren Hauseingang, an dem lediglich ein kleines Schild auf die Existenz des Hostels hinweist: Hostal Apolo. Immerhin gibt es Klingeln und Namensschilder, beim Betreten des Gebäudes kommt mir eine Familie mit sieben Kindern durch das verwinkelte Treppenhaus entgegen.

Der Aufzug ist außer Betrieb. Es wirkt alles etwas alt, gleichzeitig aber auch einladend. Vor allem ist es angenehm kühl. Das Personal ist super freundlich und hilfsbereit, mein Zimmer zwar klein, aber funktional. Plus: Es gibt einen Balkon, den man durch zwei Fensterläden/Flügeltüren betreten kann. Gefällt mir :-).

Hostal ApolloSchöner Blick auf eine malerische Kulisse mit Straßencafes, Geschäften, Restaurants und Kneipen. Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt der Sala Apolo, vor dem der Nightliner von The Gaslight Anthem (TGA) parkt. Einen kürzeren Weg zum Konzert kann man fast nicht haben. Gerade dieser Umstand sollte im Verlauf der Nacht noch an Bedeutung gewinnen. Dazu aber später mehr (…)

Sala Apolo – Nou de la Rambla 113

Ein paar einleitende Bemerkungen zu Barcelonas Nachtleben: Die Stadt ist ein wahres Ausgeh-Eldorado, allerdings beginnt hier alles wesentlich später als z.B. in Deutschland. Vor 0:00 Uhr braucht man eigentlich nirgendwo hingehen. Dementsprechend spät begann auch das Konzert. Genügend Zeit also noch für eine Dusche im Hotel, meine Freundin aus England aufzugabeln und etwas essen zu gehen.

Der Sala Apolo in BarcelonaGegen 21:30 Uhr stehen wir dann in der Schlange vor dem Ticketschalter. Zwei australische Backpacker fragen uns, wer denn heute hier spielt. Die Band kennen sie zwar nicht, meinen aber, dass diese verdammt gut sein müsse, wenn hier schon so früh Leute auf den Einlass warten. Der Sala Apolo wird an Wochenenden als Disco, unter der Woche als Konzerthalle genutzt.

Darf man diversen Reiseführern glauben, so war dies schon vor Ewigkeiten ein stadtbekannter Tanz- bzw. Ballsaal.

Innensicht des Sala ApoloNach dem Aufstieg über eine schmale Wendeltreppe taucht man in eine andere Welt ein: Viel Kitsch, Plüsch und Stuck zieren die Wände. Ein Fest für den Nostalgiker. Es wirkt tatsächlich wie aus einer anderen Zeit.Gute Venues zeichnen sich meiner Meinung in erster Linie aber durch große Disco-Kugeln unter der Decke aus und – man ahnt es schon – natürlich waren die hier – allerdings in Kombination mit Kronleuchtern – auch zu finden ;-).

The Gaslight Anthem – We came to Dance

Als Support spielen zwei lokale Bands, deren Namen ich mich nicht gemerkt habe. Lag wohl aber auch eher daran, dass mir die Musik nicht sonderlich zugesagt hat. Egal. Der Saal beginnt sich langsam zu füllen. Gegen 22:30 Uhr betritt der Headliner zu den Klängen von Springsteens »Jungleland« die Bühne. Große Geste und würdiger Tribut an den nur wenige Tage zuvor verstorbenen Saxophonisten der E-Street-Band, Clarence Clemons.

Konzert von Gaslight AnthemUnd was danach folgte, lässt sich wohl am besten mit den Worten »Rock’n’Roll, Baby« beschreiben (…) eine Band, die am letzten Abend ihrer 18-monatigen Welttournee zum aktuellen Album »American Slang« noch einmal richtig Gas gibt, ihre langjährige Tourmanagerin mit diesem Konzert verabschiedet und in großartiger Spiellaune ist.

TGA ist Musik für Romantiker und Freunde des ganzen großen Kinos – zumindest in meinem kleinen Universum. Nur halt laut und tanzbar: Wir haben Spaß ohne Ende, tanzen, singen jeden Song lauthals mit, trinken viel zu viel Bier und schließen Freundschaft mit den »friendly locals«.

Musik ist halt doch eine universelle Sprache. Auch wenn sich das katalanische Publikum heute Abend als absolut textsicher und »sachkundig« erweist. Nach über zwei Stunden bittet die Security ungefähr 500 durchgeschwitzte, aber sehr glückliche Menschen hinaus in die katalanische Sommernacht.


Und danach ging die Party mit unseren neuen Bekanntschaften und Teilen der Crew in einer benachbarten Bar erst richtig los. Und obwohl ich mich nicht mehr wirklich an alle Details erinnern kann, ist mir doch eine Sache im Gedächtnis geblieben: In Barcelona legt man großen Wert auf Haltung und Form wahren. Egal, wie viel auch getrunken wurde, man lässt sich eben nicht gehen, was nicht heißt, dass man nicht zu feiern wüsste. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Nur wird man eben keinen Einheimischen betrunken über die Straße wanken sehen. Wir schließen uns dem an und sind trotzdem irgendwie froh, dass das Hostel direkt um die Ecke liegt (…) In Gedanken hallt immer noch der Refrain von TGAs Wooderson nach: »Dance in my moonlight, my old friend the twilight« :-)

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