Erfahrungsbericht: Demi-pair in Neuseeland #2 – Kiwis, Kids & Kurse

Erfahrungsbericht: Demi-pair in Neuseeland #2 – Kiwis, Kids & Kurse

Hier folgt der zweite Teil unseres Interviews mit Daniela, die gerade ein halbes Jahr als Demi-pair in Neuseeland verbringt. In diesem Teil berichtet sie über ihre Erfahrungen in der Sprachschule, mit den anderen Teilnehmern und ihre Reisen.

Demi-pair Auckland: Ein Gruppenausflug mit dem Mietwagen

Stichwort Sprachschule Neuseeland: Wie ist die Schule? Und die Mitschüler und die Lehrer? Was genau macht ihr im Unterricht?

Die Sprachschule ist echt super, ich gehe wirklich gerne da hin. Zu Beginn war unsere Klasse noch ein bisschen internationaler als im Moment. Wir hatten Mitschüler aus Chile, Taiwan, Frankreich, China, Korea, dem Irak und Deutschland. Da jede Woche aber immer einige Mitschüler die Schule verlassen und neue dazu kommen, sind wir nun an dem Punkt angekommen, dass unsere Klasse komplett nur noch aus acht deutschen Demi-Pairs besteht. Eigentlich ist das wirklich schön, andererseits verfällt man natürlich automatisch zu oft ins Deutsche zurück, was eigentlich nicht passieren sollte. Unsere Lehrerin ist toll! Sie ist einfach immer gut drauf, macht Späße mit uns und der Unterricht scheint kein wirklicher Unterricht mehr zu sein. Trotzdem mache ich in meinem Englisch durch die Sprachschule große Fortschritte! Es ist einfach perfekt, morgens in der Schule Dinge spielerisch durchzuarbeiten und das Neu-Gelernte nachmittags in der Familie direkt anzuwenden.

Im Unterricht wiederholen wir Grammatik, lernen viele nützliche Redewendungen und bereiten uns nebenbei auf die Examen vor. Darunter fallen dann Dinge wie Speaking, Reading, Writing, Listening und Use of English. Dadurch, dass die Klasse aus nur acht Schülern besteht, kann jeder seine persönlichen Wünsche äußern, was er gerne noch einmal wiederholen möchte oder wo Schwierigkeiten bestehen. Wir wiederholen, wiederholen, wiederholen die ganze Zeit. Dadurch ist das meiste natürlich gut gefestigt im Kopf.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass es sehr beleidigend ist, wenn ihr auf eine Frage mit „Of course.“ antwortet? Ich nicht :D

Die Sprachschule bietet zahlreiche Freizeitangebote an. Da war doch bestimmt auch das ein oder andere Highlight dabei, oder?

Die Schule liegt ziemlich zentral im Osten von Auckland. Bis zur City fährt man mit dem Bus immer gut eine Stunde und auch sonst ist der Osten der Stadt mit seinen Stränden und kleinen Wäldchen wirklich sehr schön. Das Campbell Institute plant für jedes Wochenende Ausflüge – mal handelt es sich da nur um ein paar Stunden, mal sind es auch weitere Fahrten mit Übernachtungen. Angeboten werden zum Beispiel Nachmittage am Strand, Fahrten auf einige Inseln, Campen, Bowlen, Skytower, …

Das Programm ist wirklich vielfältig und oft profitiert man auch, weil es Vergünstigungen gibt. Bisher war ich mit der Schule jedoch nur auf dem Skytower. Meistens planen wir Wochenendtrips zusammen mit den anderen Demi-pairs, unabhängig von der Schule, weil es in kleineren Gruppen einfacher ist, genau das zu machen und zu sehen, wofür man sich am meisten interessiert. Ich bin mir aber sicher, dass ich noch einige Ausflüge mit der Sprachschule unternehmen werde. Das ist einfach die beste Möglichkeit, die anderen Mitschüler kennenzulernen und ein bisschen Geld zu sparen.

Demi-pair Auckland: Die heißen Quellen in Rotorua

Welche Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele stehen während deines Aufenthalts (noch) auf deiner Agenda? Was hast du schon gesehen und sollte definitiv kein Reisender in Neuseeland verpassen?

Obwohl ich erst seit zwei Monaten hier bin, habe ich schon relativ viel gesehen und erlebt. Zu nennen wären da viele Strandnachmittage (obwohl eigentlich erst Winter/Frühling ist) und ein Tagesausflug zum Hobbiton-Movie-Set aus „Herr der Ringe“. Ich habe den Film nie gesehen, trotzdem war die Landschaft nur drei Stunden entfernt von der City traumhaft.
Wie schon gesagt, war ich einmal auch mit der Schule auf dem Skytower. Das sollte man auf jeden Fall so timen, dass man ungefähr eine Stunde bei Tageslicht hat, den Sonnenuntergang über Auckland sieht und später im Dunkeln das Lichtermeer der Stadt bestaunen kann. Vorletztes Wochenende war ich mit neun anderen Mädchen in Rotorua. Die Stadt liegt mit dem Bus ca. vier Stunden von Auckland entfernt und ist bekannt für seine Maorikultur und die vielen dampfenden Thermalfelder. Das ist wirklich ein Ort, an dem jeder, der Neuseeland bereist, einmal gewesen sein muss! So eine Natur findet man sonst nirgends auf der Welt.
Vor ein paar Tagen war außerdem das Rugby-Nationalmannschaftsspiel der AllBlacks gegen South Africa – auch ein MUSS, wie ich finde. Auch wenn wir meistens nicht verstanden haben, was auf dem Spielfeld passiert, war es eine Erfahrung wert. Schon alleine, um den Haka-Tanz zu Beginn des Spiels zu sehen. Weiterhin habe ich einmal einen Walk durch ein Naturschutzgebiet gemacht. Das war eine Art Wald, nur viel vielfältiger an Flora und Fauna, wie man es aus Deutschland kennt.Demi-pair Auckland: Beim Rugby-Spiel der All Blacks

In Auckland findet man eigentlich alles, was man gerade möchte. Hat man Lust, ein bisschen zu laufen, gibt es viele schöne Wanderwege – egal ob am Strand entlang, durch Parks oder Wälder. Die City bietet mit vielen Bars und Clubs auf der anderen Seite ein sehr vielfältiges Nachtleben. Besonders schön finde ich, dass die Stadt praktisch umrandet von Stränden ist. Wenn man gerade mal ein paar Stunden nichts zu tun hat, kann man einfach zum Strand gehen und Neuseeland genießen.

Was auf jeden Fall noch auf meinem Programm steht ist eine Südinsel-Tour. Über Silvester mieten wir uns einen Campervan und fahren 14 Tage von Queenstown bis hoch nach Picton. Außerdem freue ich mich schon riesig auf Coromandel, wo die Landschaft auch traumhaft sein soll – einsame Strände und der Hot Water Beach. Einmal möchte ich mir dort auf jeden Fall einen kleinen Pool graben und mich ins warme Wasser legen.
Nördlich von Auckland erreicht man die „Bay of Islands“ und ganz im Norden kommt man nach Cape Reinga und zum 90-Mile-Beach. Diese Rundfahrt werde ich wahrscheinlich mit meiner Mama und meiner Tante machen, die mich für zwei Wochen besuchen kommen. Die Region dort oben ist dafür bekannt, dass man mit Delfinen schwimmen und Sandboarden gehen kann.

Welche Erwartungen & Wünsche hattest du an deinen Auslandsaufenthalt und haben sich diese (schon) erfüllt?

Bevor ich nach Neuseeland aufgebrochen bin, hatte ich ehrlich gesagt keine speziellen Erwartungen. Meine einzigen Wünsche waren, dass ich gut in der Familie aufgenommen werde und schnell Leute kennen lerne, mit denen ich in meiner Freizeit etwas unternehmen kann. Letzteres hat sich auf jeden Fall jetzt schon erfüllt. Durch die Schule habe ich so viele tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich wirklich jeden Moment genieße, egal was wir machen. Mit der Familie hatte ich ja, wie gesagt, eher Unglück. Dafür ist es in meiner jetzigen Familie umso perfekter und ich fühle mich richtig zuhause. Natürlich wünscht sich jeder, der in ein fremdes Land geht, auch viel zu sehen. Bei diesem Punkt bin ich praktisch „mittendrin“. Ich bin mir sicher, dass das, was ich bisher gesehen habe, erst der Anfang war.

Falls du überhaupt schon wieder an zu Hause denkst: Worauf freust du dich am meisten und wie geht es nach Neuseeland für dich weiter?

Natürlich denke ich oft an zu Hause, rechne im Kopf immer automatisch die Zeit und denke: „Ich gehe jetzt an den Strand und alle anderen in Deutschland sind gerade tief und fest am Schlafen.“ Ich freue mich auch immer, mit meiner Familie, Freunden oder Bekannten zu skypen oder E-Mails zu schreiben. Leider fehlt mir aber abends oft die Zeit dazu und ich bin nur noch froh, wenn ich schlafen kann. ;)
Am meisten freue ich mich wirklich auf den Moment, wenn ich am Flughafen aus dem Sicherheitsbereich herauskomme und meine Lieben zum ersten Mal wiedersehen und in die Arme schließen kann. Den Moment stelle ich mir einfach nur schön vor.
Was die Zukunft bringt, steht noch in den Sternen. Ich denke, ich werde, falls es klappt, im April ein Studium beginnen. Was und wo, weiß ich aber noch nicht. Ich hoffe, dass ich hier in Neuseeland noch ein bisschen Zeit finden werde um darüber nachzudenken.

Hier gibt’s den ersten Teil (Teil 1 von 2)

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