Erfahrungsbericht: Demi-pair in Neuseeland #1- Kiwis, Kids & Kurse

Erfahrungsbericht: Demi-pair in Neuseeland #1- Kiwis, Kids & Kurse

Abi in der Tasche und raus in die Welt! Ferne Länder sehen, den eigenen Horizont erweitern und Unvergessliches erleben! Viele unserer Teilnehmer wollen genau das – so auch Daniela Hüpping aus Nordrhein-Westfalen. Nach ihrem Schulabschluss zog es sie für ein halbes Jahr als Demi-pair nach Neuseeland. Mittlerweile ist Daniela in Auckland angekommen und lebt dort einen neuen spannenden Alltag. Heute erzählt sie uns, was sie bisher schon alles erlebt hat.

Demi-pair Auckland: An einem von Aucklands zahlreichen Stränden

Hallo Daniela, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, uns ein wenig von deinen bisherigen Erlebnissen in Neuseeland zu berichten. Eine generelle Frage vorab: Warum hast du dich für Demi-pair in Neuseeland entschieden? Warum nicht das „gewöhnliche“ Au-pair und warum nicht sonst wo auf der Welt?

Während des letzten Schuljahres habe ich wirklich oft hin und her überlegt, ob ich ins Ausland gehen oder direkt ein Studium beginnen soll. Gerade wegen des Doppeljahrgangs in Nordrhein-Westfalen dieses Jahr. Aber jetzt, wo ich hier in Neuseeland bin, merke ich, dass ich genau die richtige Entscheidung getroffen habe. Nach zwölf Jahren Schulalltag in Deutschland ist so ein Auslandsaufenthalt einfach perfekt, um zwischen Schule und Studium mal Zeit für sich selbst zu haben und etwas Neues zu entdecken.

Der Hauptgrund, warum ich mich für das Demi-pair-Programm entschieden habe, war, um vor allem zu Beginn des Aufenthaltes erst einmal andere Leute in der Schule kennen zu lernen und durch die Schule am Morgen Abwechslung zu bekommen. Außerdem bekommt man so auch gleich die Möglichkeit, ein besonderes Examen zu machen (zum Beispiel FCE, CAE oder IELTS), welches, je nachdem wie der Berufswunsch aussieht, durchaus auch in ein paar Jahren von Vorteil sein kann.

Demi-pair Auckland: Vor einem tollen Panorama

Ein weiterer Grund war, auch wenn die Familie noch so perfekt wäre, einfach einmal andere Menschen um sich zu haben und andere Kulturen kennen zu lernen.
Warum Neuseeland? Das kann ich ehrlich gesagt gar nicht so einfach beantworten. Ich wusste, dass ich entweder nach Australien oder Neuseeland möchte. Letztendlich habe ich mich dann für das Land der Kiwis entschieden, da hier die Sicherheit so hoch ist. Man braucht z.B. nachts keine Angst haben, alleine über die Straße zu gehen oder Bus zu fahren und gefährliche Tiere gibt es auch nicht. ;) Es ist schwer zu erklären, die Entscheidung pro Neuseeland kam eher aus dem Bauch heraus.

Wie lange bist du jetzt bereits da, wie lange bleibst du noch und wie ist dein Leben in der Gastfamilie?

Ich bin nun schon 2 Monate hier. Ein Drittel der Zeit ist bereits verstrichen, was wirklich sehr erschreckend ist, wenn man so darüber nachdenkt. Mein Rückflug nach Deutschland ist Mitte Januar. Ich habe mich für das 24-Wochen Au-pair incl. 12-Wochen Sprachschule entschieden, was meiner Meinung nach auch absolut gut war. Ein halbes Jahr braucht man schon, um richtig in einem fremden Land anzukommen. Wenn man die letzten 12 Wochen zum Schluss des Programms morgens keine Schule mehr hat, kann man die Zeit super nutzen. Egal ob man jobben geht und Geld zum Reisen dazu verdient oder sich morgens einfach mit Freunden am Strand zum Picknick trifft, langweilig wird es bestimmt nicht werden.

Mittlerweile ist auch das Leben in der Gastfamilie sehr schön. Zu Beginn hatte ich ein wenig Pech mit meiner Familie und habe diese nach fünf Wochen wieder verlassen. Die Zeit war wirklich nicht leicht für mich, ich habe mich schlecht gefühlt und wollte immer nur noch nach Hause. Aber Stepin hat alles in die Wege geleitet, um mich möglichst schnell und problemlos aus der Situation heraus zu holen. Und das ging wortwörtlich von einem auf den anderen Tag. Ein großes Dankeschön noch einmal dafür!

Demi-pair Auckland: Daniela mit einer der beiden Töchter

Seit drei Wochen bin ich nun also in meiner neuen Gastfamilie und dort mehr als glücklich. Ich passe auf drei Kinder auf: Der kleine Junge ist 4 Jahre alt und die beiden Mädchen 6 und 12. Die meiste Zeit verbringe ich mit den beiden Kleinen. Wir gehen oft an den Strand, der nur 10 Minuten zu Fuß vom Haus entfernt ist, oder wir malen, basteln, backen und spielen. Für die Älteste bin ich eher die große Schwester. Wir machen zusammen Sport, sitzen abends oft ein Stündchen auf dem Sofa, unterhalten uns und backen ziemlich viel zusammen. Dadurch, dass hier immer drei Kinder durchs Haus toben, wird mir auf jeden Fall nie langweilig und man verbessert automatisch sein Englisch, weil man einfach die ganze Zeit redet. Meine Gasteltern sind mir auch jetzt schon richtig ans Herz gewachsen. Sie versuchen mir wirklich jeden Wunsch zu erfüllen.

Das Haus ist typisch neuseeländisch, d.h. mit deutschen Häusern kann man das gar nicht vergleichen. Die Häuser hier sind vor allem sehr schlecht isoliert. :D Im Winter habe ich immer mit Mütze und Heizdecke geschlafen, sonst wäre ich erfroren. Im Haus waren es teilweise nur 5°C. Ansonsten ist das Haus eher schlicht eingerichtet, aber trotzdem so, dass man sich wohl fühlt. Also ich kann mich gar nicht beschweren, ich mag mein Zuhause hier.

Meine Aufgaben: Mein morgendlicher Ablauf vor der Schule besteht darin, die Kinder immer ein bisschen zu scheuchen, dass sie schnell frühstücken, die Uniformen anziehen und ihre Zähne putzen. Manchmal hänge ich auch die Wäsche noch auf die Leine, wenn am Tag vorher gewaschen wurde. Nach Schulschluss um 12:15 Uhr habe ich noch ein bisschen Freizeit und muss erst um halb 4 wieder in der Familie sein. Währenddessen gehe ich öfters mit ein paar Mädchen in ein Café, an den Strand oder genieße zwei Stunden Ruhe, bevor um halb 4 alle Kinder wieder daheim sind. Dann haben wir zusammen Afternoon-Tea und beschäftigen uns immer unterschiedlich bis zum Dinner gegen 18 Uhr. Das bereitet in meinem Fall in der Regel der Papa zu. Meine „Arbeitszeit“ endet durchschnittlich gegen 19 Uhr. Manchmal gehe ich aber auch früher, wenn ich mich mit jemandem zum Sport oder zu einem DVD-Abend treffe. Da sind hier alle generell sehr flexibel. Allgemein gehört zu meinen Aufgaben die Wäsche aufzuhängen, einmal pro Woche das Haus zu wischen und die Badezimmer zu putzen, zwischendurch mal zu saugen, die Lunchboxen für die Kinder zu packen, den Afternoon-Tea zuzubereiten und natürlich etwas mit den Kindern zu unternehmen.

Hattest du Heimweh? Was fehlt dir von zu Hause am meisten?

Ja! Vor allem am Anfang hatte ich ganz doll Heimweh. Das lag aber daran, dass es mir in meiner ersten Gastfamilie so schlecht ging. Als ich einen Tag krank war, war es einfach komisch, dass sich keiner gekümmert hat und es der Gastmutter praktisch egal war. Vor allem in solchen Situationen habe ich mir immer gewünscht, gerade zu Hause bei meiner Familie zu sein. Während der ersten fünf Wochen hatte ich fast durchgängig Heimweh, aber seitdem ich gewechselt habe, ist das Gefühl völlig verschwunden. Seitdem genieße ich jede Minute, die ich mit Freunden oder der Familie verbringe und denke gar nicht mehr so oft daran, wie es wäre, jetzt zu Hause zu sein. Und so soll ja auch sein, oder?

Demi-pair Auckland: Beim Ausflug mit Freunden

Vermissen tue ich schon einiges. Ganz vorne ist da das typisch deutsche Brot. Niemals hätte ich gedacht, dass ich je in meinem Leben Brot vermissen werde. Aber wirklich, ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, jeden Tag nur Müsli oder Toast zu essen. Außerdem gibt es hier kaum Wasser mit Kohlensäure. Die Preise für Wasser sind so hoch, dass alle nur Leitungswasser trinken, was lecker nach Chlor schmeckt. Aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Genauso, wie daran, immer eine Klopapierrolle mit in meiner Tasche zu haben, weil die Preise für normale Taschentücher so hoch sind, dass kaum ein Haushalt Taschentücher besitzt.

Wie vorhin schon erwähnt, fehlt mir auch wirklich eine Heizung. Kein Haus hier hat ein „normales“ Heizsystem. Wärme wird hier nur durch Heater erzeugt – kleine Heizlüfter, für die es unmöglich ist, ein schlecht isoliertes Haus zu heizen. Aber auch daran gewöhnt man sich relativ schnell. Also insgesamt könnte ich schon einige Dinge aufzählen, die mir fehlen. Ich denke aber, dass das ein Stück weit normal ist. Man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Außerdem haben die Neuseeländer dafür andere Dinge. Ich bin mir sicher, dass ich in Deutschland zum Beispiel die Heizdecke ganz schön vermissen werde.

Hier gibt’s die Fortsetzung (Teil 2 von 2)

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2 Kommentare

  1. Christine Edelmann

    24. Oktober 2013 at 12:50

    Man kann auch sehr viel Pech haben und zur einer nicht so netten Gastfamilie kommen.

    Antworten

    • Sophie (Weltneugier-Redaktion)

      Sophie (Weltneugier-Redaktion)

      24. Oktober 2013 at 12:53

      Hallo Christine,
      ja, das stimmt – aber dafür sind wir als Organisation da, um unseren Au-pairs generell zu Seite zu stehen und in solchen Fällen für Abhilfe zu sorgen.
      Hast du selbst schon Erfahrung damit?
      Schöne Grüße, Sophie

      Antworten

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