Allgäu-Orient-Rallye: Mit dem Jeep von Oberstaufen nach Teheran

Allgäu-Orient-Rallye: Mit dem Jeep von Oberstaufen nach Teheran

Ehemaliger Stepin High School-Teilnehmer Marc macht sich mit seinem Team »Orient AIXpress« von Oberstaufen auf nach Teheran. Bei der Allgäu-Orient-Rallye geht’s im Jeep über Schotterpisten – ohne Navi, ohne mobiles Internet! Hört sich nach einer ordentlichen Portion Abenteuer und Fernweh an. Im Interview erzählt uns Marc, was die Jungs genau vorhaben und wie es dazu kam. Stepin unterstützt ihr Vorhaben, bei dem es nicht nur um Spaß, sondern auch um Hilfsprojekte entlang der Rallye-Strecke geht.

Raus aus dem Alltag, rein in den Jeep

Wie fühlt es sich an seiner Komfortzone zu entfliehen? Auch mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und seinen Horizont zu erweitern? Marc Dörfer (25) kann sich noch genau an sein erstes großes Auslandsabenteuer erinnern: Vor fast 10 Jahren zog es ihn zum ersten Mal weg von zuhause und er machte sich auf nach Neuseeland, um ein Jahr als Austauschschüler an einer High School zu verbringen.

Marc und sein Team »Orient AIXpress«Wenn das Fernweh einen erstmal gepackt hat gibt es selten einen Weg zurück. Die nächste Reise, das Verlangen die Welt zu sehen, in fremde Kulturen einzutauchen schwirrt irgendwie immer im Hinterkopf. Auch bei Marc war genau das der Auslöser, sich noch einmal ins Abenteuer Ausland zu stürzen. Zusammen mit drei seiner besten Freunde, die alle auch privat in Sachen Motorsport aktiv sind, wollte er nach dem Studium nochmal etwas machen, das wirklich zählt. Bücher und Schreibtisch hinter sich lassen. Etwas, von dem man noch seinen Enkelkindern erzählen wird. Ein unvergessliches Abenteuer eben.

Charity-Gedanke steht im Vordergrund

Bei der Allgäu-Orient-Rallye geht es aber nicht nur darum mit alten Jeeps durch die Wüste zu brettern, sondern auf der Strecke einfach mal mitanzupacken und dort zu helfen, wo es nötig ist. Neben den offiziellen Hilfsprojekten des Veranstalters und dem Transport von Hilfsgütern, hat sich jedes Team auch noch einem eigenen Projekt verschrieben, um während der Rallye möglichst viel Gutes zu tun.

Die vier Maschinenbau-Studenten der RWTH Aachen (oder auch »Aix-la-Chapelle«, daher der Team-Name…) schaffen sich einen Ausgleich zum stressigen Lernalltag durch Sport: Fußball, Handball und Hockey sind ihr Spezialgebiet, weshalb sie ihre Balltechnik und ihr Expertenwissen entlang der Strecke weitergeben wollen. Ein Kofferraum voller Sport-Equipment soll verteilt und einfache Sport-Camps vor Ort errichtet werden. Dass Sport Menschen verbindet können wir von Stepin nur bestätigen, denn viele unserer Teilnehmer engagieren sich ebenfalls als Volunteer in sozialen Projekten weltweit. Grund genug für uns, Marc und sein Team bei ihrem Vorhaben zu unterstützen.

Trotz Prüfungsstress und Rallye-Vorbereitungen hat sich Marc kurz für uns Zeit genommen und geduldig unsere Fragen beantwortet, denn wir wollten natürlich ALLES über dieses nicht ganz alltägliche Projekt wissen!

Ehemaliger »Steppie« Marc im Interview

Du bist ehemaliger Stepin TN und konntest uns überzeugen, dein Projekt zu unterstützen. Erzähl uns doch kurz was du demnächst vorhast und wie es dazu kam!

Zusammen mit drei meiner engsten Freunde gehe ich das Abenteuer der Allgäu-Orient-Rallye an! Sie ist nach der Rallye Dakar die zweitgrößte Rallye der Welt, es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied. Es geht nicht darum als schnellster von A nach B zu kommen, sondern viel mehr entlang der Route am meisten Gutes getan zu haben und einen interkulturellen Austausch zu erfahren.

Eckdaten der Rallye:

  • 111 Teams mit je 4/6 Mitgliedern und 2/3 Autos. In ca. 3 Wochen von Oberstaufen bis Teheran
  • Charity-Gedanke steht im Vordergrund (es gibt offizielle Hilfsprojekte der Rallyeveranstalter, Autos werden am Ziel gespendet)
  • »Der Weg ist das Ziel« (wer in verschiedensten Aufgaben karitativen und interkulturellen Charakters entlang der Strecke die meisten Punkte holt, gewinnt ein Kamel)
  • Low Budget Rallye (Teilnehmende Autos müssen älter als 20 Jahre sein oder unter 1111€ gekostet haben)
  • Kein Navi, keine Autobahnen, keine Mautstraßen, keine Fähren: nur unsere Karten und der Kompass!

Klingt nach einem ziemlich coolen Abenteuer. Wie bereitest du dich darauf vor und welche Rolle spielt dabei deine bisherige Auslandserfahrung? Du warst ja mit uns schon als High School-Schüler in Neuseeland unterwegs.

Marc präsentiert das Projekt »Allgäu-Orient-Rallye«Die Vorbereitung nimmt natürlich einen Großteil des Projektes ein. In nur 9 Monaten nach Anmeldung müssen die Autos beschafft und aufgerüstet, Sponsoren und Spender akquiriert, Kontakte geknüpft und natürlich Hilfsgüter/-pakete vorbereitet werden. Neben dem Studium, dem Sport und der Arbeit ist das eine ganze Menge. Mein Jahr mit Stepin in Neuseeland war damals mein erstes wirklich großes Abenteuer. Auch hier galt es, schon im Voraus vieles zu planen und zu organisieren, auch wenn ich damals natürlich einiges an Unterstützung von Stepin und meinen Eltern erhielt.

Die Zeit während meines Austauschjahrs hat mich in meiner persönlichen Entwicklung, besonders was die Selbstständigkeit angeht, sehr viel weitergebracht. Ich habe dort versucht stets alles alleine in einer anfangs noch sehr neuen Welt zu regeln, konnte mich aber darauf verlassen, dass im Notfall Stepin als Organisation im Hintergrund bereitstand. Aber auch einen großen Teil meiner kulturellen Offenheit und dem Interesse Neues zu entdecken rührt aus diesem Jahr. So ist dies auch stets der Antrieb für mich, wenn es in der Vorbereitung zur Allgäu-Orient-Rallye auch mal schwere oder schlechte Phasen gibt.

Der Charity-Gedanke spielt bei der Rallye ja eine ganz entscheidende Rolle. Auch ihr wollt unterwegs soziale Projekte unterstützen. Was ist der Plan von Team »Orient AIXpress«?

Wir als Studenten-Team wollten zum Abschluss unseres Studiums noch einmal wirklich etwas bewegen. So haben wir uns vorgenommen entlang der Route verschiedene ehrenamtlich geführte Weisen-/Kinderheime anzufahren und diese sowohl mit Hilfsgütern und Sachspenden aller Art, aber auch mit Menschlichkeit zu »beliefern«, um den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Außerdem möchten wir als Sportler etwas davon weitergeben, was uns tagtäglich hilft unserem »harten« Alltag zu entfliehen. So werden wir Sportcamps errichten und junge Erwachsene als Trainer schulen, damit langfristig verschieden Sportprogramme für Kinder angeboten werden können, denen es nicht so gut geht wie uns. Frei nach dem Motto »Sport verbindet«.

So ein Vorhaben läuft ja meistens nie ganz glatt. Oft kommen Dinge anders als geplant und man muss sich auf seine neue Umgebung einstellen. Genauso wie man einen längeren Auslandsaufenthalt als Backpacker, Volunteer oder High-School Schüler nie hundertprozentig vorausplanen kann und sollte. Was für Tipps kannst du unseren zukünftigen Teilnehmern geben?

Aus meiner Erfahrung kann ich jedem in solchen Situationen nur empfehlen tief durchzuatmen und ruhig zu bleiben. Es heißt ja nicht umsonst: »Wenn du´s eilig hast, mach‘ langsam!« Während meines Auslandsaufenthaltes mit Stepin, aber auch bei diversen Roadtrips, Backpacker-Touren o.ä. im Anschluss, war dies bei Problemen – die ganz natürlich sind – letztendlich immer der Schlüssel zum Erfolg. Sei es beim Arztbesuch in Neuseeland, bei einer Motorradpanne im vietnamesischen Dschungel oder im Ablauf der Vorbereitungen zur Rallye.

Oft unterschätzt man aber auch die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen. Vor allem in unserem so hektischen Großstadt-Dschungel geht dies oft unter. Auf Reisen habe ich aber gelernt, dass einem für ein Lächeln oft auch eins zurückgeschenkt wird. Die meisten Situationen klären sich mit ein wenig Geduld und Offenheit dann schon von alleine auf.

Danke Marc, dass du dir vor dem Start und trotz Klausurstress noch kurz Zeit für uns genommen hast. Wir werden eure Aktion weiterhin begleiten und fahren ja auch mit unserem Logo auf eurem Auto mit. Dir und deinem Team »Orient AIXpress« viel Erfolg bei der Rallye und alles Gute!

An der Stelle darf ich mich dann auch noch für das große Interesse und die großzügige Unterstützung unseres Projektes bedanken! Vielen Dank vom gesamten Team!

Live und in Farbe gibt’s Marc und sein Team hier zu sehen: Die Vier sind auf jeden Fall startklar – »Kalle« das Kamel übrigens auch. Der fährt nämlich auch mit. Schaut mal rein!

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