Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel

  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel
  • Allgäu-Orient-Rallye 2016: »Orient AIXpress« als Vierte ins Ziel

Drei Wochen brauchte das Team »Orient AIXpress«, um ihre Jeeps als Vierte ins Ziel der Allgäu-Orient-Rallye 2016 zu bringen. Drei aufregende Wochen, die auch durch die Unterstützung von Stepin zu einem echten Abenteuer wurden. Dass es dabei nicht nur um Spaß, sondern auch um Hilfsprojekte und Challenges entlang der Rallye-Strecke ging, erwähnte unser ehemaliger High School-Teilnehmer Marc ja schon im Vorbericht. Damit ihr einen echten Eindruck vom Leben auf der Strecke bekommt, lassen uns die Vier jetzt noch einmal an ihren spannenden Etappen teilhaben.

Startschuss in Oberstaufen im Allgäu

Drei anstrengende Wochen, 11 mehr oder weniger tückische Grenzen, knapp 8000 steinige Kilometer und viele Erfahrungen fürs Leben standen uns bevor. Die Allgäu-Orient-Rallye 2016 ging endlich los. Der Moment auf den wir, das Team ORIENT AIXpress, knapp ein Jahr lang hingearbeitet hatten.

Und es ging auch gleich so richtig los. In nur 72 Stunden sollten wir es bereits aus Oberstaufen im Allgäu bis nach Istanbul geschafft haben – das obwohl wir uns für die längere Route über Albanien entschieden hatten. Das Ziel der ersten Tage also erst einmal Kilometer fressen. Zur Erinnerung: Autobahnen, Mautstraßen und Navigationsgeräte waren nicht erlaubt!

Allgaeu-Orient-Rallye, Ravioli aus der DoseMit rauchenden Bremsen passierten unsere überladenen Blechkisten auch schon bald die Alpen. Nach dem Brenner wurden die Fahrer getauscht und kurz vor Udine wartete ein standesgemäßes Abendessen auf uns: Ravioli aus der Dose – kalt!

Weder Hunger noch Müdigkeit konnten uns stoppen, so dass wir die Grenzen nach Slowenien und Kroatien förmlich überflogen. Eine Sache hatten wir allerdings nicht bedacht: Tankstellen in Kroatien haben nachts geschlossen!

Folglich musste wohl der nächste kroatische Schotterparkplatz mitten in der Pampa als Nachtlager herhalten. Fazit des ersten Tages: Vier Grenzen, fünf Länder, einige Aufgaben aus unserem Roadbook gemeistert und die Tabellenführung gesichert. Autos fahren noch. 3 Uhr. Schlafenszeit!

Erstes Zwischenziel: Ein Kinderheim in Albanien

7 Uhr. Auf zur nächsten Etappe. Ziel: Elbasan, Albanien. Bei strömenden Regen bezwangen wir die »Autofahrer-Paradise« Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Montenegro und zum krönenden Abschluss das »Fernlicht-Inferno« Albanien. Auch eine unsanfte Begegnung mit einem Berg auf einen Pass in Kroatien konnte uns nur kurz aufhalten. Panzertape und Kabelbinder sei Dank.

Allgäu Orient Rallye Jeep PanzertapeAm späten Abend erreichten wir unser erstes Zwischenziel, ein Kinderheim in Elbasan. Die Schwestern bereiteten uns einen warmen Empfang und wir durften den Luxus einer Dusche und eines warmen Bettes genießen.

Am nächsten Morgen stärkten wir uns bei einem eigens von den Kindern für uns vorbereiteten albanischen Frühstück, bevor wir ihnen unsere Hilfsgüter übergaben. Mit strahlenden Gesichtern verewigten sie sich auf unseren Autos und zum Abschluss gabs noch eine Partie Fußball für alle.

Allgäu Orient Rallye Fußball AlbanienAuch hier hatten wir wieder einmal den Beweis dafür, dass Sport verbindet und Sprachbarrieren problemlos überwinden kann. Ansonsten lief die Kommunikation wie immer auch sehr gut mit Händen und Füßen. Nach einer schnellen Dusche ging es dann aber auch recht zügig wieder auf die Strecke.

Istanbul wir kommen!

Strömender Regen und ein etwas längerer Aufenthalt an der griechischen Grenze hinderten uns zwar daran, noch so viele Kilometer wie möglich im Hellen zu fahren, sollten uns aber nicht von unserem Ziel abhalten, so schnell wie möglich Istanbul zu erreichen. Die verlorene Zeit mussten wir eben in der Nacht wieder aufholen. Einen reparierten Auspuff, einige Umwege in Thessaloniki, einen fantastischen griechischen Mitternachtssnack und viele Stunden Fahrt später, fiel unsere Schlafpause dann dementsprechend kurz aus. Einen sehr starken Kaffee später waren wir auch schon wieder »back on the road«.

Allgäu Orient Rallye Irrfahrt IstanbulZügig erreichten wir die türkische Grenze. Nachdem wir die kleine Tochter des Grenzbeamten mit einigem an Spielzeug bestechen konnten, war der Weg nach Istanbul frei. Eine weitere Aufgabe aus dem Roadbook galt es unterwegs noch zu meistern, bevor wir uns dann auf die Navigation durch die türkische Großstadt konzentrieren konnten.

Dies gestaltete sich dann doch deutlich schwieriger als gedacht und wir fuhren erstmal am vorgegebenen Zielparkplatz vorbei. Einige Stunden Irrfahrt durch Istanbuls engste Gassen später, kamen wir trotzdem noch unter den Top-10-Teams an. Am Abend standen einige kleinere Reparaturen auf dem Programm, bevor wir den Abend ruhig und gemütlich ausklingen ließen.

Zeichen des Friedens gegen den Terror

Türkisches Frühstück, türkischer Tee und türkische Sehenswürdigkeiten. Endlich ein Tag Entspannung… Am nächsten Morgen war wieder Rallye angesagt! Ein Konvoi mit allen Rallyeteilnehmern vom Nachtlager bis zum berühmten Sultan-Ahmed-Platz vor der Blauen Moschee stand auf dem Programm.

Allgäu Orient Rallye Rosengarten Sultan Ahmed Platz»Den Terroristen trotzen und nicht in Angst erstarren!« – unter diesem Motto pflanzten dann alle Teilnehmer der Rallye einen Rosengarten. Als Zeichen des Friedens. Auf demselben Platz, auf dem wenige Wochen zuvor ein schrecklicher Terroranschlag verübt wurde.

Jedes Team hatte zuvor Rosenstöcke aus seiner Heimat – meist mit Widmung der Heimatstadt – organisiert. Ein sehr bewegender Moment für alle Anwesenden. Wir sind stolz darauf ein Teil dieser Aktion gewesen zu sein.

Anschließend ging es im Konvoi auf die asiatische Seite Istanbuls. Wir erkundeten noch diesen Teil der Stadt und genossen einen Tee, bevor es weiter zum nächsten Rallye-Camp ging.

Auf nach Georgien!

Die nächsten Tage fuhren wir über mehrere Zwischenstationen, wo wir wieder Aufgaben des Roadbooks souverän meisterten, an die Schwarzmeerküste der Türkei. Leider ließen weder Zeit noch Wetter die Gelegenheit eines wirklich ausgiebigen Bades im Schwarzen Meer zu. Tapfer kämpften wir uns die Küste entlang bis nach Georgien.

Allgäu Orient Rallye Schwarzmeerküste TürkeiAn der georgischen Grenze angekommen begann unser Abenteuer im Abenteuer – Georgien. Niemand von uns hatte eine Ahnung was auf uns zukommen würde. Der Grenzübergang und die Einreise funktionierten schon einmal erstaunlich schnell und problemlos.

Als nächstes stand die Beschaffung einer Zusatzversicherung für das Land an, doch am Grenzübergang selbst war von einem Versicherungsbüro nichts zu sehen und die Grenzbeamten verweigerten die Aussage. Also ging es auf in die nächstgelegene Stadt – Batumi. Nach einigen Komplikationen in dem Versicherungsbüro entschieden wir uns gegen eine Zusatzversicherung – was aufgrund des Verkehrs in Georgien eine riskante Entscheidung war. Aber für uns Rallye-Piloten kein Problem!

Die erste Nacht in Georgien verbrachten wir dann, anders als geplant, nicht im Rallye-Camp, sondern einige Kilometer außerhalb von Batumi an einem wunderschönen Strand direkt am schwarzen Meer.

Nächster Stopp: Das SOS-Kinderdorf in Tiflis

Anstatt die zwar geteerten, aber mit Schlaglöchern übersäten Schnellstraßen zu nehmen, bahnten wir uns gut gelaunt einen Weg entlang des Flusses. Vorbei an idyllischen Dörfern und noch schöneren Landschaften, verging die Zeit richtig schnell. Die gelegentliche Kuh auf der Fahrbahn, war der einzige Grund zwischendurch mal stoppen zu müssen. Gegen Nachmittag erreichten wir unser Ziel und dann ging es auch direkt los.

Allgäu Orient Rallye SOS-Kinderdorf TiflisUnsere mitgebrachten Spenden bestanden aus Fußballtoren, weiteren Sportgeräten und anderen Kleinigkeiten, welche die anwesenden Kinder des SOS-Kinderdorfs in Tiflis dann auch gleich in Beschlag nahmen. Fertig aufgebaut und rein ins Getümmel. Ein Riesenspaß für alle.

Wir selbst waren natürlich auch mittendrin statt nur dabei und mussten gleich mit ran. Mit den Kids kicken, werfen und spielen stand auf dem Programm, was aber nach ein paar Stunden von einem plötzlichen Unwetter wieder beendet wurde. Alle waren total platt, aber gestrahlt haben alle. Ein voller Erfolg!

Mitten in Tiflis, auf dem Platz der Revolution, sollte ebenfalls ein Friedensgarten entstehen und so machten wir uns, nach einem abschließenden Gespräch mit den Betreuern des Kinderdorfs genau dorthin auf. Hier waren wir das erste Team, das ihre Rosenstöcke pflanzen durfte und somit den dritten und damit letzten Friedensgarten auf dieser Rallye eröffnete.  Die wunderschöne Altstadt erkundeten wir im Anschluss daran noch zu Fuß und am Abend ging es dann zurück ins Fahrerlager.

Durch den Osten der Türkei Richtung Mittelmeer

Am nächsten Tag sollte es schon wieder zurück in die Türkei gehen. Über Stock und Stein fuhren wir im georgischen Hochland Richtung türkische Grenze. Statt der üblichen Route folgten wir einer Abkürzung auf direktem Wege über einen Berg. Hier kamen dann aber auch unsere Autos zum ersten Mal an ihr Limit, sodass wir die erklommenen Meter wieder runterrollen mussten um uns einen anderen Weg zu suchen.

Allgäu Orient Rallye Grenzsee Georgien TürkeiAn der türkischen Grenze angekommen waren wir extrem erleichtert, da wir ja die komplette Zeit ohne Versicherung durch Georgien gefahren sind. Damit war das Abenteuer Georgien für uns auch schon beendet. Nach einem kurzen Aufenthalt an dem wunderschönen Grenzsee ging es weiter zum nächsten Fahrerlager, ebenfalls an einem See gelegen.

Allgäu Orient Rallye Schulranzen TürkeiVon dort aus führte uns unser Weg durch viele kleine, ländliche Dörfer im Osten der Türkei. Hier besuchten wir ebenfalls zwei Schulen, wo wir den Kindern unsere mitgebrachten Lernutensilien übergaben.

Viele unserer Sachspenden bekamen wir vor der Rallye von den Kindern aus Simons alter Grundschule in München. Quasi eine Übergabe von Schulsachen von deutschen Kindern an türkische Kinder, überbracht vom Team ORIENT AIXpress. Eine tolle Geste!

Nach einem Abstecher zur Grenze des Iran und dem beeindruckenden Ishak-Pascha-Palastes am Fuße des Berg Ararat ging unsere Reise weiter durch das atemberaubende Kapadokien. Unfassbar schöne Landschaften und alte Steinhöhlen machten die Durchquerung dieses Gebiets zu einem absoluten Highlight in der Türkei.

Allgäu Orient Rallye Stepin LogoNach ein wenig Sightseeing und dem Erkunden der Landschaft ging es dann weiter Richtung Dalyan, unserem neuen und endgültigen Zielort am Mittelmeer. Leider gab es Seitens der Rallye-Leitung keine Sicherheitsfreigabe für den Iran und insbesondere nicht für unseren ursprünglich eingeplanten Zielort Teheran.

Finish: Mit letzter Kraft ins Ziel

Die letzten Etappen bis zum Zielort schaffte unser Leadfahrzeug Bertha nur mit allerletzter Kraft und vielen Zwischenstopps – ABER sie hat es am Ende tatsächlich geschafft. Ihr Bruder-Gefährt »Plus 4« war immer noch in so guter Verfassung, er hätte wahrscheinlich noch eine zweite Rallye gepackt.

Im Ziel angekommen überwogen Glücksgefühle, Stolz, Erleichterung und die absolute Erschöpfung. Wir hatten es tatsächlich geschafft – die AOR 2016 war erfolgreich beendet. Am Ende standen wir sogar mit einem überraschend starken vierten Platz in der Gesamtwertung.

Allgäu Orient Rallye Finish ZielNach der Zielankunft standen noch das Finish-Foto und einige Reden auf dem Marktplatz des Zielortes Dalyan an, bevor wir in unser Hotel eincheckten und völlig ausgelaugt in unsere Betten fielen.

Die erste Nacht in drei Wochen in einem richtigen Bett schlafen. Was für ein Gefühl! Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit der Erkundung des super schönen Mittelmeer-Örtchens, der Siegerehrung und Abschiedsfeier der Rallye und den letzten Fahrten in unseren heißgeliebten Jeeps.

Kurz vor Abflug hieß es dann aber Abschied nehmen von unseren zuverlässigen Kraftmaschinen, die uns so gut durch jegliches Terrain gebracht hatten. Mit dem Wissen, dass diese aber für einen guten Zweck versteigert wurden und der Erlös anschließend an ein Hilfsprojekt gespendet wurde, fiel uns dieser emotionale Abschied ein wenig leichter.

Fazit

Zurück in Deutschland angekommen galt es erstmal die Erlebnisse der letzten Wochen und Monate zu verarbeiten. So nehmen wir viele verschiedene, außergewöhnliche und wirklich spezielle Eindrücke aus dieser Zeit mit.

Allgäu Orient Rallye Gastfreundschaft TeeWas uns am meisten im Gedächtnis geblieben ist, ist die unfassbare Gastfreundlichkeit und Offenheit der Menschen, vor allem in der Türkei, die uns an jeder Ecke entgegengebracht wurde. Ob nun beim Essen, einkaufen oder tanken, völlig gleich. Es spielt dabei auch keine Rolle ob man in einer Sprache kommunizieren kann oder nicht, so etwas spürt man einfach auch und es ist ehrlich gemeint.

Aber wir haben auch die ein oder andere heikle und auch gefährliche oder dubiose Situation gemeistert und auch wenn es im Team mal gekracht hat, haben stets wieder auf den rechten Weg gefunden. Besonders stolz sind wir auch unsere erfolgreichen Hilfsprojekte. Die Kinder in den Heimen in Albanien und in Georgien, aber auch die in den Grundschulen in der Türkei, haben sich mehr als nur gefreut über die Spenden, vor allem aber auch die Zeit, die wir mit ihnen verbracht haben.

Wir haben unsere alten Schrottkisten, allen voran die gute Berta, bis ins Ziel gebracht, was uns an der ein oder anderen Stelle zwar so einige Nerven, Zeit und vor allem Geschick abverlangt hat. Letztlich zählt aber nur, dass wir es geschafft haben, denn aufgegeben wird bei uns nicht.

Ein großes Dankeschön an alle Unterstützer!

Von all diesen Erlebnissen werden wir sicherlich noch geraume Zeit zehren und wollen an dieser Stelle auch noch einmal dem Organisationskomitee und vor allem den anderen Teams danken, die es eben auch zu diesem Erlebnis gemacht haben. Hut ab an alle die es geschafft haben und Danke, dass ihr dabei wart.

Allgäu Orient Rallye Jeeps Team Orient AIXpressBedanken möchten wir uns an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich bei Stepin. Ohne die großzügige Unterstützung,  die nette Zusammenarbeit und das große Interesse an uns und unserem Projekt,  wäre dieses Abenteuer nicht möglich gewesen. Vielen Dank!

Abschließend können wir nur jedem zu einem solchen Auslandsabenteuer raten. Die Erinnerungen an eine so wahnsinnig tolle Zeit, das Gefühl des Erreichens der Ziellinie, die strahlenden Kindergesichter und vieles, vieles mehr, all das kann einem niemand mehr nehmen. Es bleibt ein Leben lang. In diesem Sinne: »Hör‘ nie auf neugierig zu sein!«, wir werden es definitiv nicht!

Simon, Dave, Alex und Marc vom Team ORIENT AIXpress

Share this Story

Verwandte Artikel

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Unsere Gratis-Kataloge

Zu unseren Programmen

Stepin auf Facebook

Stepin auf Instagram