Warum wird ein bestimmtes Datum zu einem Feiertag? Brauchtum, religiöse Feste oder historische Ereignisse sind sicherlich die häufigsten Gründe für eine solche Definition. Und ein Blick in die Kalender dieser Welt zeigt, dass es inzwischen für so ziemlich alles und jeden auf der Welt einen Feier- oder Aktionstag zu geben scheint. Für den heutigen 18. Januar ist in Deutschland zum Beispiel der Welttag des Schneemanns (WTdS) aufgeführt.
Seit 2010 wird der WTdS immer am 18. Januar begangen und ist als Aktionstag gedacht, an dem das positive Image der Schneemann-Figur genutzt werden soll, um auf und soziale oder ökologische Projekte aufmerksam zu machen. Einzige Bedingung ist halt der Schneemann-Bezug. Um der eingangs gestellten Frage nachzugehen, haben wir den Erfinder dieses Tages, Cornelius Grätz, für ein kurzes Interview gewinnen können.
Hallo Herr Grätz. Zunächst vielen Dank, dass Sie sich etwas Zeit für uns und unsere Fragen genommen haben. Wo erreichen wir Sie gerade?
In einer Autobahnraststätte bei einem kurzen Frühstück, denn ich bin auf dem Weg nach Weida. Wie schon im vergangen Jahr findet auch heute am Welttag des Schneemanns in dem thüringischen Städtchen ein Schneemann-Fest statt.
Bevor wir mit dem eigentlichen Interview beginnen, möchten wir Sie bitten, sich unseren Lesern kurz mit einigen Worten vorzustellen.
„Schneemannologe“ und Schneemann-Sammler. In meiner Jugendzeit fand ich durch einen Zufall mein Sammelobjekt den Schneemann. Seit dieser Zeit sammle ich Schneemann-Objekte aller Art, aus aller Welt und aus allen Materialien. Nur keine aus echtem Schnee! Bislang! Durch regelmäßige Ausstellungen seit 2003 hat sich mein Arbeitsgebiet etwas erweitert, denn nun kam auch die Erforschung der Entwicklungsgeschichte des Schneemanns hinzu.
Damit zu den Fragen: Was macht den Schneemann für Sie so besonders?
Das sind mehrere Aspekte. Die Figur erscheint auf den ersten Blick sehr einfach. Bei genauerer Betrachtung entdeckt man die Vielschichtigkeit des Schneemanns. Er weckt bei Kindern und Erwachsenen den Spieltrieb und die Erinnerung an die Kindheit, ist somit Generationen übergreifend und verbindend. Der Schneemann kennt keine Grenzen. Da er keinen religiösen Hintergrund hat und politisch nie instrumentalisiert wurde, erfreut er sich in großen Teilen der Welt sehr großer Popularität. Durch die Globalisierung wurde er auch in Gegenden bekannt, die Schnee nicht kennen.
Die Entwicklungsgeschichte zeigt zudem eine Wandlung der Figur und Charakterveränderung. Auf frühen Darstellungen war er eher furchterregend, erschreckend und drohte mit dem Stock. Die süße, vielfach auch sehr kitschige Darstellung kam erst in späteren Jahren. Der Schneemann verfügt also über Wandlungsfähigkeit.
Und warum ein eigener Aktions- bzw. Welttag für den Schneemann?
Dinge die wir lieben und schätzen haben vielfach schon ihren Welt- oder Gedenktag – Mutter- oder Tag der Frau, Vatertag, Welttag des Buches oder, wer es mag auch Tag des Bieres. Eine so beliebte und weltweit bekannte Figur wie der Schneemann hat dann doch wohl auch anrecht auf einen eigen Ehrentag, oder? Zudem störte mich an vielen dieser Tage, dass man einer Gruppe angehören muss bzw. die Teilnahme an irgendwelche Vorgaben und Bedingungen geknüpft ist.
Der WTdS soll ein Aktionstag sein an dem jeder teilnehmen kann – Einzelperson oder Gruppe, Kinder und Erwachsene, weltweit, offen für nahezu alle Themen. Gefragt ist die Kreativität der Einzelnen und die Projekte, die man selbst unterstützen will. Nur zwei Beispiele. Der Schneemann besteht im Prinzip aus Wasser, d.h. er kann stellvertretend für Trinkwasserprojekte in Afrika stehen. Ein anderes ganz konkretes Beispiel ist die eingangs erwähnte Stadt Weida. Die Stadt nutzt den WTdS als Event für die Kinder. Die überregionale Berichterstattung darüber wird als Werbung für den Tourismus genutzt und zusätzlich wird auch an diesem Tag für die Renovierung des städtischen Wahrzeichens Geld gesammelt. Man sieht welche Möglichkeiten in dem Welttag des Schneemanns stecken.
In diesem Zusammenhang interessiert uns natürlich auch, warum dieser Aktionstag ausgerechnet am 18. Januar stattfindet?
Das ist relativ einfach. Der Tag musste Mitte im Winter liegen, damit mindestens die theoretische Chance auf Schnee besteht. Daher der Januar. Die 18 soll den Schneemann selbst symbolisieren. Die „8“ erinnert von der Form an einen Schneemann und die „1“ ist sein Stock oder Besen.
Und in der guten Tradition unserer berühmt-berüchtigten letzten Worte (…) hier ist Ihre Chance.
Und wenn er nicht geschmolzen ist, (…)
Vielen Dank.







Hallo, das es einen Weltschneetag gibt ist schön, nur wo ist der Schnee ??? dieses Jahr, kommt er noch?
LG
K