Seit im Sommer 2000 das “Working Holiday Visa“-Abkommen zwischen Australien und Deutschland abgeschlossen wurde, reisen jährlich ca. 16.000 junge Deutsche nach “Down Under“.

Der Großteil von ihnen ist dabei als Backpacker unterwegs und entdeckt das Land mit einer Kombination aus Reisen und Arbeiten (Work & Travel). Allerdings spielen die Backpacker nicht erst seit dem Jahrtausendwechsel eine gewichtige Rolle für die australische Tourismusbranche.


Spätestens seit zu Beginn der 1990er Jahre das Marktpotential dieses Segments aufgezeigt wurde, hat sich besonders in Australien ein eigener Industriezweig um diese Zielgruppe gebildet, der durch gezielte Werbekampagnen des australischen Tourismusverbands international vermarktet wird. Wesentlicher Bestandteil des Erfolgs – und wahrscheinlich auch einer seiner Hauptgründe – war eben die Schaffung des “Working Holiday Maker”-Programms.

Den regen Zustrom der Backpacker verdankt Australien also nicht nur seinen Sehenswürdigkeiten (z.B. Uluru, Great Barrier Reef), sondern vor allem der auf diese Zielgruppe optimierten Infrastruktur. Diese bietet zahlreiche günstige Hostels, Agenturen und Busunternehmen, die spezifische Touren für Backpacker vermitteln und/oder anbieten. Neuste Statistiken von Tourism Australia bestätigen den Erfolg dieser Maßnahmen.

“Backpackers saving Australian tourism“ (…) lautete am 10. März 2010 eine Schlagzeile der australischen Presse nach Erscheinen des Reports. Was ist damit gemeint? Gemäß Tourism Australia fielen 570.000 Besucher unter die Kategorie „Backpacker“ (11% Prozent des Gesamtaufkommens), die durchschnittlich 77 Tage im Land blieben und pro Person € 4177,- ausgegeben haben. Um diese Zahlen besser einordnen zu können, im Folgenden einige Vergleichswerte: Weltweit gesehen sind die Zahlen für Auslandsreisen im letzten Jahr rückläufig: Europa -6%, Nord- und Südamerika -5%, Nahost-Region -6% sowie -2% für den Asien-Pazifik-Raum.

Im Gegensatz dazu zeigen die Daten der australischen Umfrage, dass hier die Zahlen konstant geblieben, sogar um 0,2% angestiegen sind. Noch positiver sehen die Ergebnisse für die Gruppe der Backpacker aus: Laut dem Survey hat ihre Zahl im Vergleich zu 2008 um 2% zugenommen und insgesamt ca. € 2,3 Milliarden (+10%) in Australien ausgegeben.

Dementsprechend erklärt Martin Ferguson (Federal Tourism Minister): “Australia has done what it always does well – held up when the chips are down, (…)”.

Wir lernen: Backpacker scheinen zumindest für die australische Tourismus-Industrie ein Glücksfall zu sein. Was diese Reiseform darüber hinaus noch auszeichnet, erfahrt Ihr im morgigen zweiten Teil unserer kleinen Artikelserie.

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Erkundet und berichtet von: Weltneugier

Teil eines großen Ganzen, das es in kleinen, vor allem aber neugierigen Schritten zu erkunden gilt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

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    [...] ersten Teil unserer kleinen Artikelserie: Backpacker konnten wir feststellen, dass die genannte Gruppe eine [...]