Was haben Japan, Samoa, Südafrika und Rumänien gemeinsam? Keine Idee? Ganz einfach: Diese Länder stellen vier von insgesamt 20 Mannschaften, die vom 9. September bis zum  23. Oktober 2011 an der 7. Rugby-Union-Weltmeisterschaft in Neuseeland teilnehmen werden.

Das Datum des Endspiels wurde auf den Tag vor dem neuseeländischen Labour Day gelegt und bringt den Kiwis dadurch ein schönes verlängertes Wochenende. Schon daran erkennt man den hohen sportlichen Stellenwert, den Rugby in Neuseeland  hat. Die neuseeländische Regierung übernimmt sogar einen Teil der Kosten für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft. Work & Travel-Teilnehmer, die sich während der Weltmeisterschaft im Kiwi-Land aufhalten, können sich freuen: Neben dem sicherlich aufregenden Event und der ansteckenden Euphorie der Sportfans, werden in dieser Zeit viele zusätzliche  und interessante Jobs angeboten.

Weltneugier - Rugby - Ein Spiel für Gentlemen - 1
(c) Hamish McConnochie

Rugby spielt  hier in Deutschland eher eine untergeordnete Rolle. Fußball belegt bei uns als beliebteste Sportart eindeutig den ersten Platz. Eine englische Redensart versucht beide Sportarten zu vergleichen: „Soccer ist a gentle game for rough man and rugby is a rough game for gentlemen.“ Damit wird auch die Grundeinstellung für ein gutes Rugby-Spiel deutlich: Fairness ist oberstes Gebot. Ansonsten sind die Regeln zunächst für Unkundige beim ersten Beobachten eines Spiels etwas schwierig nachzuvollziehen. Als klassische Fußballnation können wir zwar einen „Strafstoß“ oder „Abseits“ erklären, bei den Rugby- Begriffen wie „tacklen“ oder „Malfeld“  müssen wir jedoch passen.

Passen dürfen auch die Rugby-Spieler – dazu aber gleich. Zunächst einmal muss man wissen, dass eine Rugby-Mannschaft aus 15 Spielern besteht. Das Spielfeld hat in etwa die Größe eines Fußballfeldes und besteht aus einem Malfeld an beiden Enden des Spielfeldes und verschiedenen Feldabschnitten. Das Malfeld ist gekennzeichnet durch zwei lange senkrechte Stangen und eine Querstange und ähnelt ein wenig der Sprunglatte beim Stabhochsprung.

Weltneugier - Rugby - Ein Spiel für Gentlemen - 4Ziel ist es, den  eiförmigen Ball im Malfeld abzulegen. Dies nennt man im Rugby-Spiel einen „Versuch“ und bringt der Mannschaft bei Gelingen fünf Punkte. Bei dem Lauf zum Malfeld darf der Ball nicht nach vorne geworfen  sondern  nur nach hinten gepasst werden – womit wir beim Passen der Rugby-Spieler sind. (Würde der Ball nach vorne geworfen, dann wäre es ja der Ball, der Raum gewinnt und nicht der Spieler.) Ist ein Spieler im Ballbesitz und bewegt sich in Richtung Malfeld, kann er zum Beispiel durch „Tacklen“ (Tiefhalten) gestoppt werden.

Nach einem erfolgreichen „Versuch“ hat die Mannschaft noch die Möglichkeit, noch weitere zwei Punkte durch eine „Erhöhung“ zu erzielen. Von der Stelle des Versuchs aus, kann ein Spieler soweit parallel zur Auslinie zurückgehen, bis ein günstiger Winkel entsteht, um den Ball über die Querlatte, durch die Stangen zu kicken.

Weltneugier - Rugby - Ein Spiel für Gentlemen - 2Zum Erreichen des Malfeldes gibt es für den Spieler vier verschiedene Möglichkeiten: Er kann den Gegenspieler durch Körpertäuschung oder plötzliche Richtungsänderung (Side-Step) umlaufen, er kann der gegnerischen Verteidigung durch Abspielen (Passen) des Balles entkommen, er kann den Ball durch einen kleinen Kick über den Gegner bringen oder aber mehrere Spieler halten sich aneinander fest und versuchen über den Ball am Boden den Gegner wegzudrücken. Bei diesem Szenario versteht sich von selbst, dass Schlagen oder Treten absolut verboten sind. Nach Regelverstößen wird vom Schiedsrichter ein „Gedränge“ angeordnet.

Spätestens nach dieser neuen Vokabel wird der irritierte Fußballfreund etwas ratlos die Augenbrauen hochziehen. Doch keine Bange: Die Rugby-Fans in Neuseeland werden alles daran setzen, die Rugby-Regeln zu erläutern und die deutschen Rugby-Beginners mit ihrer Sportbegeisterung anzustecken.

Ein Gastartikel von Beate Wurst

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Erkundet und berichtet von: Weltneugier

Teil eines großen Ganzen, das es in kleinen, vor allem aber neugierigen Schritten zu erkunden gilt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

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